Der Kanu-Einsteigerguide

Was du schon immer übers Paddeln wissen wolltest – von A wie Anfänger bis Z wie Zahmwasser, zusammengefasst fürs große Globetrotter-Kanu-Special.

A wie Anfänger, Angler und Auftriebskörper

ANFÄNGER »Aller Anfang ist schwer!« heißt es oft. Aber keine Sorge, Kanufahren ist einfacher, als du denkst. Nach kurzer Zeit hat jeder den »Dreh« raus, beziehungsweise das Gegenteil, und dein Kanu fährt schnurstracks geradeaus. Wer mehr will, sollte viel üben, seinen Ehrgeiz etwas drosseln und sich niemals überschätzen.

ANGLER und Kanufahrer konkurrieren oft um dieselben Gewässer. Angler suchen Ruhe, Kanufahrer wollen Bewegung. Problemen geht man am besten buchstäblich aus dem Weg. Mit Weitsicht und größtmöglichem Abstand zügig vorbeipaddeln und immer ein Lächeln und einen Gruß bereithalten! Das nimmt Konflikten den Wind aus den Segeln.

AUFTRIEBSKÖRPER halten dein Kanu bei einer Kenterung über Wasser. Viele Kunststoffboote haben keinen eigenen Auftrieb, deshalb brauchen sie eine Auftriebshilfe. Die Reiseboote im Globetrotter-Sortiment verfügen dagegen alle konstruktionsbedingt über eingebaute Luftschläuche. Ausnahme: der Ally-Faltkanadier.

AUSRÜSTUNG Kanufahren liegt voll im Trend, doch ohne die passende und richtig gepflegte Ausrüstung geht es nicht. Das fängt bei der Auswahl deines Bootes an, aber auch die entsprechende Bekleidung und Sicherheitsausrüstung gehören dazu. Tiefergehene Infos findest du in diesen Kaufberatungen: Stechpaddel, Doppelpaddel, Paddelbekleidung, Falt- und Schlauchboote

Kurz, lang, offen oder geschlossen, rot oder gün? Die Ausrüstung ist so bunt und vielfältig wie der Sport selbst.

AUSSTEIGEN bedeutet das freiwillige Verlassen deines Bootes am Ufer. Die Bewegungsabfolge für trockenes Aussteigen ist genau gegensätzlich zum Einsteigen. Die schnellste Ausstiegsmethode ist die Kenterung, auch halbe Eskimorolle genannt. Nicht empfehlenswert!

B wie Bekleidung, Befahrungsregeln und Bootsgasse

BEFAHRUNGSREGELN Grundsätzlich ist Paddeln auf fast allen Gewässern in Deutschland erlaubt. Ausnahmen gelten auf Talsperren, auf Wasserflächen in Erholungsgebieten und aus Naturschutzgründen. Befahrungsregeln findest du in Flussführern und Fahrtenberichten. Eine aktuelle Auflistung ist im DKV-Sportprogramm, herunterladbar unter www.kanu.de (Suche: Sportprogramm) veröffentlicht. Auch auf großen Gewässern mit Schiffsverkehr gelten besondere Verkehrsvorschriften. Immer erst informieren, dann paddeln!

Hier gilt nicht nur Wachsamkeit, sondern auch eine Befahrungsregel. Wer auf Schifffahrtswegen unterwegs ist, sollte die »Binnenschifffahrtsstraßenordnung« kennen – und bei Zweifeln immer Vorfahrt gewähren.

BEKLEIDUNG Für erste Schnuppertouren im Hochsommer reicht schnell trocknende Funktionsbekleidung, oder Badebekleidung und Sonnenschutz. Allerdings nur, solange das Gewässer so warm ist, dass du auch bedenkenlos darin baden gehen würdest. Wenn du aber auf sehr kalten Gewässern oder in den Übergangsjahreszeiten paddeln möchtest, brauchst du spezielle Paddelbekleidung wie eine Paddeljacke und Kälteschutz zum Beispiel in Form eines Neoprenanzugs. Mehr Infos: Kaufberatung Paddelbekleidung

BESTE ZEIT Paddeln ist ein Vierjahreszeiten-Sport und jede Saison hat ihre eigenen Reize. In der Badesaison macht Kanufahren besonders viel Spaß, aber Gewässer können überlaufen sein. Je unwirtlicher die äußeren Bedingungen, umso mehr Ruhe kehrt auf Flüssen und Seen ein – allerdings bedarf es dann entsprechender Ausrüstung und Bekleidung. Auch eine Portion Erfahrung gehört dann mit an Bord.

BOOTSGASSEN oder Bootsrutschen helfen Kanuten beim Überwinden von Höhenunterschieden an einem Stauwerk. Über eine mäßig schräge Rutsche können Boote ins Unterwasser gleiten. Das erspart Kanufahrern das lästige Umtragen und macht häufig auch Spaß beim Befahren. Meist wir die korrekte Nutzung auf Schildern erklärt. Tipp: Steuern hilft in einer schmalen Bootsrutsche nichts. Auf die richtige Anfahrt kommt es an!

BOOTSHAUS ist das Heim der Kanuvereine. In erster Linie lagern hier die Boote der Vereinsmitglieder, aber Bootshäuser sind auch ein Versammlungsort. Hier findest du Kontaktmöglichkeiten zu Gleichgesinnten. Hat das Boothaus direkten Gewässerzugang, dann ist es auch Ein- und Ausstieg zu einer Kanutour und oft auch eine komfortable und preisgünstige Übernachtungsmöglichkeit. In Großstädten liegen Bootshäuser oft in einer Oase der Ruhe inmitten des hektischen Alltagsstresses.

Diese Bootsvielfalt eint das Einsatzgebiet: Wasserwandern.

BOOTSTYPEN sind fast so zahlreich und unterschiedlich wie Paddlertypen. Das reicht vom extrem kurzen Freestyle-Kayak bis zum 12 Meter langen Drachenboot, vom Einer-Kajak bis zum Mannschafts-Kanadier. Bootstypen unterscheiden sich in Paddelstil (Kajak, Kanadier) und im Einsatzbereich (Wildwasser, Wasserwandern, Wettkampf, Freizeit, Angeln, …).

BOOTSWAGEN

Mit einem Bootswagen, den man am Einstieg zerlegen und im Kajak verstauen kann, kommt man an Land kilometerweit.

C wie Camping

CAMPING Paddler lieben Camping. Übernachten am Fluss (mit Zelt, Camper oder Wohnwagen) inklusive Lagerfeuerromantik zählt untrennbar zum Lifestyle der Paddler und ist mindestens genauso wichtig wie das Paddeln auf dem Wasser. Das Tollste ist aber: mit deinem Kanu erreichst du einsame Ufer und traumhaft schöne Schlafplätze, die nur uns Paddlern vorbehalten bleiben.

Nicht für alles Geld der Welt findet man ein solches Hotelzimmer …
So lässt es sich auf die Flut warten: Kajakcamp in Islands Westfjorden.

D wie Dachträger, DKV und Doppelpaddel

DACHTRÄGER Willst du ein festes Kanu von daheim zum Wasser transportieren, brauchst du ein Auto mit Dachträger. Achte auf einen passenden Dachträger für dein Auto, auf robuste Gurte mit Klemmschnallen und überschreite die Dachlast nicht. Zur Sicherheit spannst du ein langes Kanu vorne und hinten zur Stoßstange ab. Das ist dir zu aufwändig? Dann ist ein klein verpackbares Reiseboot für den Kofferraum oder gar den ÖPNV die passende Alternative.

DKV Der Deutsche Kanu-Verband e.V. (DKV) ist der organisierte Dachverband für den Kanusport in Deutschland. Der DKV hat knapp 120 000 Mitglieder, die sich auf rund 1300 Vereine verteilen. Damit ist er der größte Kanuverband der Welt. Der DKV ist seit Jahrzehnten einer der erfolgreichsten Sportverbände Deutschlands, vertritt aber auch die Interessen der Freizeitsportler und befasst sich mit umweltpolitischen Themen.

DOPPELPADDEL dienen der Fortbewegung eines Kajaks. Das Doppelpaddel besteht aus einem dünnen, langen Schaft, an dessen Enden je ein Paddelblatt befestigt ist. Das klingt simpel, ist es aber nicht. Form, Werkstoff und Gewicht sorgen für enorme Unterschiede bei Paddeln. Ein einfaches Kunststoffpaddel mit Aluminiumschaft unterscheidet sich von einem Highend-Leichtpaddel aus Carbonfaser wie ein Hollandrad von einer Tour-de-France-Maschine. Mehr Infos: Kaufberatung Doppelpaddel

DRACHENBOOT ist die geselligste Disziplin beim Kanufahren. 10 bis 20 Paddler passen in ein Drachenboot. Aber Achtung: Eine Tour mit einem Drachenboot ist selten gemütlich, sondern laut und anstrengend, denn die großen Mannschaftsboote werden zumeist bei publikumswirksamen Regatten zu Wasser gelassen. Drachenbootrennen haben sich zu einer modernen, faszinierenden Team-Sportart entwickelt.

E wie Einstieg, Erste Hilfe und Eskimorolle

EINSTEIGEN Bevor du mit deiner Paddeltour startest, musst du erstmal trocken ins Boot kommen. Das ist anfangs gar nicht so leicht und manchmal gleich der erste Grund zu Kentern. Zum Einsteigen eine Hand am Ufer lassen, die andere hält das Boot. Den ersten, bootsseitigen Fuß mittig ins Boot stellen, den anderen Fuß nachziehen und ins Boot rutschen. Geschafft! Die Tour kann beginnen.

ERSTE HILFE Ernste Verletzungen sind selten beim Kanufahren, anders als etwa bei Temposportarten wie Fahrradfahren. Damit du bei einem Unfall richtig und schnell reagieren kannst, solltest du – wie bei jeder Outdoor-Sportart – die wichtigsten Rettungs- und Erste-Hilfe-Techniken beherrschen und anwenden können. Nicht nur in der Theorie, auch in Stresssituationen! Ein Erste-Hilfe-Päckchen gehört in jede Sicherheitsausrüstung und sollte auf jeder Tour mit dabei sein.

ESKIMOROLLE nennt man die Technik, mit der du dein Kajak nach einer Kenterung schnell wieder aufrichten kannst – und zwar ohne dabei auszusteigen. Inuit haben diese Paddeltechnik im arktischen Eismeer erfunden und perfektioniert. Für sie war eine Kenterung im eiskalten Wasser lebensgefährlich. Beherrschst du die Eskimorolle, bist du bereits kurz nach einer Kenterung wieder voll einsatzfähig und brauchst dein Boot nicht mühsam ans Land zu bringen und zu leeren.

Am Grund hochdrücken gilt nicht: bei der Eskimorolle wird das Paddel in einem Halbkreis auf der Wasseroberfläche entlanggeführt und dann mittels Hüftknick das Boot aufgerichtet. Nicht so einfach wie Fahrradfahren, aber doch in 3-4 Tagen erlernbar – zum Beispiel unter Anleitung eines Kanulehrers im Hallenbad.

F wie Fahrtechnik, Faltboot und Famile

FAHRTECHNIK »Vorsprung durch Technik!« Über die leicht erlernbaren Grundschläge hinaus kannst du dir mit einer fortgeschrittenen Fahrtechnik das Leben als Paddler effizienter und sicherer gestalten. Präzise und wirkungsvolle Schlagtechniken, aber auch die Eskimorolle kannst du in Kanukursen oder -schulen lernen. Ebenso wichtig sind die Fahrtaktik, das »Lesen« des Wassers und die richtige und sichere Einschätzung von Strömungen und äußeren Bedingungen. Die Basisschläge erklären wir dir in diesen Fahrtechnikvideos.

FALTBOOTE in ihrer modernen Form gibt es bereits seit über 100 Jahren. Die zerlegbaren Boote mit einer flexiblen, wasserdichten Außenhaut haben den Kanusport geprägt. In den 1930er-Jahren war Faltbootfahren ein Massenvergnügen und Olympische Sportart, mit Faltbooten wurden die meisten Gewässer Europas erkundet. Heute eignen sich Faltboote besonders für diejenigen Paddler, die wenig Platz zum Legern oder zum Transport ihres Bootes haben. Mehr Informationen: Kaufberatung Falt- und Schlauchboote

FAMILIE Kanufahren ist Familiensport. Dabei können alle Familienmitglieder in einem Boot sitzen (Kanadier), was den Team-Geist und den Familienzusammenhalt stärkt. Es kann aber auch Verantwortungs- und Selbstbewusstsein stärken, wenn jeder sein eigenes Kajak steuert. Egal, welches Boot du wählst: gemeinsame Familien-Erlebnisse schaffen Erinnerungen für das ganze Leben. Nicht vergessen: Auf Kanutour mit Familie haben Sicherheit und Interessen der Kinder immer Vorrang. 

FLUSSFÜHRER sind Nachschlagewerke mit wertvollen Informationen für den Kanusport. Ein guter Fluss- oder Gewässerführer beschreibt geeignete Ein- und Aussetzstellen, Entfernungen, Gefahrenstellen (z.B. Stauwerke & Hindernisse), aber auch Gewässersperrungen und Naturschutzgebiete. Sie sind sehr hilfreich, wenn sie darüber hinaus Infrastruktur, Sehenswürdigkeiten, Übernachtungsmöglichkeiten und Kanuverleiher entlang der Gewässer erwähnen. Im Blog haben wir zahlreiche Tourentipps: 5 Paddeltipps in Europa, Kanutipp Köln, Kanutipp Berlin, Kanutipp Dresden, Kanutipp Hamburg, Kanutipp Hannover und viele mehr.

G wie Gefahren, Gepäck und Grundtechnik

GEFAHREN Wasser ist weich! Die Verletzungsgefahr beim Paddeln ist gering. Und wenn du einige Grundregeln befolgst, dann ist Kanufahren ein sicherer Sport. Die größten Gefahren für Paddler sind künstliche Einbauten an Flüssen (Stauwerke, niedrige Brücken) und Unterkühlung bei widrigen Wetterbedingungen. Vorsicht auch bei Fließgewässern mit Hochwasser. Dagegen hilft eine gute Vorbereitung auf die Tour, mit Flussführer, entsprechender Ausrüstung und ausreichend Kälteschutz. Eines ist klar: Nichtschwimmer gehören nicht ins Kanu!

Wer sich so nah an ein Stauwerk wagt, sollte genau wissen, was er tut. Besser: sich einfach fern halten!

GEPÄCK In die meisten Kanus und Kajaks passt eine Menge Gepäck und auf dem Wasser spürst du die Extra-Kilos kaum noch. Zelt, Proviant und Bekleidung passen in der Regel bedenkenlos in den Stauraum. Achte aber auf die Zuladung deines Bootes. Du musst aber niemals peinlich genau auf jedes Gramm Gepäck achten, wie etwa beim Wandern. Besonders Kanus sind echte Lastkähne.

Zelt, Schlafsack, Isomatte, Ersatzkleidung und die ein oder andere Flasche Rotwein samt Rotweingläsern – beim Wasserwandern wird Verzicht klein geschrieben.

GRUNDTECHNIKEN Vorwärts und rückwärts paddeln, das Boot drehen – die Grundtechniken des Paddelns sind rasch erlernt. Paddeln ist ein kein komplizierter Sport und mit den wenigen Grundtechniken bist du schnell bereit für neue Abenteuer im Kanu. Übe deine ersten Paddelschläge auf ruhigen Gewässern ohne Schiffsverkehr. Du wirst sehen: mit jedem Paddelschlag wächst deine Sicherheit im Boot.

H wie Hindernisse und Helm

HINDERNISSE sind vor allem auf Fließgewässern eine potentielle Gefahr. Das können natürliche Hindernisse (Felsen & Bäume) in starker Ströung oder künstliche Hindernisse (Stauwerke & Brücken) sein. Vorausschauendes Fahren und eine gute Paddeltechnik sind gute Voraussetzungen für die frühzeitige Erkennung und das sichere Umgehen der Hindernisse. 

Handbetriebene Schleusen sind kein echtes Hindernis – eher das Salz in der Suppe und eine hervorragende Möglichkeit, um sich mal die Beine zu vertreten. Man findet sie oft an Wanderflüssen in Mittel- und Norddeutschland.

HELM Entscheidender Bestandteil deiner Wildwasserausrüstung. Er schützt bei Kenterungen deinen wichtigsten Körperteil: den Kopf. Aber auch auf vielen Kleinflüssen haben sich Helme bewährt. Hier hängen Äste und Strauchwerk oft bis dicht über die Wasseroberfläche.

HERSTELLER Klein aber fein – das gilt für die meisten Hersteller von Kanus, Kajaks und Paddelzubehör. Viele davon sind Familienbetriebe und blicken auf eine jahrzehntelange erfolgreiche Historie im (Wettkampf-)-Kanusport zurück. Eine Übersicht aller Marken im Globetrotter-Sortiment findet sich hier (Hersteller von A bis W)

I wie Indianer und Inuit

INDIANER haben den Kanadier in den unwegsamen Waldgebieten Nordamerikas als Transportboot verwendet. Trapper und Pelzhändler übernahmen diesen ursprünglich aus Birkenrinde gefertigten Bootstyp der Ureinwohner. Britische Abenteurer brachten den Kanadier im 17. Jahrhundert nach Europa. 

Viel Platz für Pelze oder Passagiere – der Kanadier ist der Familienvan unter den Booten.

INUIT haben das Kajak für die Jagd auf dem arktischen Eismeer entwickelt. Sie fertigten ihre schnellen und wendigen Kajaks aus einem Gerüst aus Treibholz und Knochen, das mit Tierfellen bespannt wurde. Kajaks sind im Gegensatz zu Kanadiern geschlossen und werden mit einem Doppelpaddel gesteuert. Nur so konnten Inuit ihre berühmte Eskimorolle praktizieren. 

K wie Kälteschutz, Kanu, Kajak und Kanadier

KÄLTESCHUTZ »Dress for water, not for air.« Übersetzt heißt das: Deine Bekleidung soll der Wassertemperatur angepasst sein und nicht der Lufttemperatur. Kaltes Wasser leitet die Wärme eines Körpers bis zu 25-mal schneller ab als kalte Luft. Deshalb brauchst du beim Paddeln auch im Sommer einen Kälteschutz (z.B. Neopren), wenn das Wasser kälter als Badetemperatur ist. Bei widrigen Wetterbedingungen (Wind, Regen, Kälte) zählt ein Kälteschutz zur Grundaussattung.

KANU – KAJAK – KANADIER Was denn nun? Kanu ist der Oberbegriff für alle Arten von Paddelbooten, in denen der Fahrer mit Blick in Fahrtrichtung sitzt und das Paddel frei in der Hand führt. Kanus unterscheidet man in Kajaks und Kanadier. Kanadier waren ursprünglich das Transportboot der Indianer. Sie sind oben offen, werden im Kniesitz und mit einem Stechpaddel vorwärtsbewegt. Kajaks entstanden aus dem Jagdboot der Inuit, sind (meist) bis auf eine Sitzluke geschlossen und werden mit einem Doppelpaddel gesteuert. Perfektionisten differenzieren zwischen Kanadier (Bewohner Kanadas) und Canadier (Boot).

KANUABTEILUNG In den Globetrotter Kanuabteilungen findest du fachkundige Beratung, die auf deine Anforderungen und Wünsche eingeht. In den Erlebnisfilialen Köln, München und Dresden kannst du Kanus vor Ort in der Kanuabteilung im Testbecken, in Hamburg gleich auf der Alster ausprobieren. Jedes Frühjahr findet in den Städten Hamburg, Berlin, Frankfurt, Köln, Dresden, Stuttgart und München unser Outdoor-Testival, die Freiluft statt. Dort hast du die Möglichkeit, deinen eigenen Kanu-Test zu machen und die Boote direkt miteinander zu vergleichen.

KANUSCHULEN bieten Paddlern und solchen, die es werden wollen, ein grundlegendes Schulungskonzept. Das Angebot kann vom Anfängerkurs über Führungsfahrten, bis hin zu Kanu-Reisen oder Erste-Hilfe-Kursen sehr umfassend sein. In der Kanuschule lernst du gemeinsam mit Gleichgesinnten und kannst dir von erfahrenen Kanulehrern zeigen lassen, wie paddeln richtig geht. Kanukurse sind eine gute Gelegenheit, verschiedenes Bootsmaterial auszuprobieren, bevor du es dir selbst zulegen möchtest.

KENTERUNG = denkbar ungünstigste Variante des Aussteigens. Denn einer Kenterung folgt in der Regel das unfreiwillige Verlassen des Bootes unter Wasser. Diese ungewollte Form des Aussteigens solltest du unter kontrollierten Bedingungen immer wieder üben, das nimmt die Angst vorm Umkippen. Abhilfe schafft die Eskimorolle – zumindest in Bootstypen, die dafür überhaupt geeignet sind wie geschlossene Kajaks.

KEHRWASSER sind Parkplätze auf Fließgewässern. Sie entstehen im Strömungsschatten nach einem Hindernis, zum Beispiel hinter großen Felsen oder Ausbuchtungen am Ufer. Ist die Strömung noch so reißend, im Kehrwasser kannst du anhalten, verschnaufen oder ein- und aussteigen. Aufgrund des Strömungsunterschiedes benötigst du eine gute Fahrtechnik beim Anfahren und Verlassen eines Kehrwassers.

Auf dem Wasser sollte man Kinder vor dem Untergehen (Schwimmweste), der Kälte (z. B. Neoprenanzug) und der Sonne (Sonnenhut und UV-Schutz 50+) schützen.

KINDER können im Kanu gut mitpaddeln, sobald sie schwimmen können und an Wasser gewöhnt sind. Kanutouren mit Kids solltest du an die Ausdauer der Kleinen anpassen. Nehmt euch viel Zeit zum Spielen und Entdecken. Kinder sollten immer einen Kälteschutz und eine Schwimmweste tragen. Ab etwa 8 Jahren können Kinder lernen selbständig ihr eigenes Boot zu paddeln.

L wie Luftboote und Lagerfeuer

LUFTBOOTE punkten mit ihrer simplen Art. Luftpumpe anschließen, aufpumpen, fertig! Großer Vorteil sind der leichte Transport und ihr kleines Packmaß. Luftboote sind dank des gewaltigen Auftriebs praktisch unsinkbar, haben einen sehr geringen Tiefgang und sind äußerst leicht. Formbedingt (flacher, breiter Boden) sind sie sehr kippsicher, allerdings auch relativ langsam und windanfällig. Mehr Informationen: Kaufberatung Falt- und Schlauchboote

Hat nichts mit einem Schlauchboot aus dem Baumarkt gemein. Mit hochwertigen Luftbooten ist auch leichtes Wildwasser nur eine Frage der Fahrtechnik.

LAGERFEUER in einer lauschigen Nacht am Ufer eines Gewässers sind die Krönung jedes gelungenen Kanu-Trips. Sie zählen zum Lifestyle der Kanufahrer wie das Paddel zum Boot. Beachte aber regionale Anordnungen für offene Feuer. Verwende nur Treib- oder Bruchholz und lösche dein Feuer vollständig nach Verlassen des Lagerplatzes.

M wie Meer und Mehrtagestouren

MEER Salzwasser-Reviere haben ihren besonderen Reiz, sind aber definitiv nichts für Anfänger. Du brauchst viel Erfahrung mit Wetter und Gezeiten, Durchhaltevermögen und eine gute Ausdauer. Und nicht zuletzt brauchst du als Hochseepaddler die richtige Ausrüstung mit Trockenanzug und Seekajak. 

MEHRTAGESTOUREN sind für viele Paddler die wahre Essenz des Kanusport. Denn: »Wo Wasser ist, ist auch ein Weg!« Du musst ihm nur folgen. Mit Proviant, Zelt und Gepäck im Kanu spürst du eine Freiheit sondergleichen und hast jederzeit die Freiheit zu entscheiden, wie deine Tour weiter verläuft. Anhalten und den Tag genießen oder weiter paddeln? Es liegt ganz an dir. 

Alles ins Boot und für ein paar Tage Freiheit und Natur genießen.

N wie Naturschutzgebiete

NATURSCHUTZGEBIETE gibt es, weil der Mensch die Natur – also Tiere, Pflanzen und ihre Lebensräume – immer weiter zurückdrängt. Oft gehören Wasserflächen und -läufe dazu, denn hier ist die Artenvielfalt hoch. In Naturschutzgebieten herrschen strenge Regeln, der Mensch darf dort nichts verändern. Informiere dich deshalb vor Fahrtbeginn über besondere Verhaltens- und Befahrungsregeln. Du solltest aber auch die Vielfalt, Eigenart und Schönheit von Natur und Landschaft außerhalb von Naturschutzgebieten schätzen und naturbewusst paddeln. Nur so erhalten wir zukünftigen Generationen die Möglichkeit zum Naturerlebnis.

So vorbildlich wie hier am Lech sind Naturschutzmaßnahmen selten ausgewiesen, daher immer vor Fahrtbeginn über Strecke und Regelungen informieren.

P wie Paddel, Paradies und Pegel

PADDEL ist das Instrument jedes Paddlers. Erst mit dem Paddel bekommst du dein Kanu zum Gleiten. Das Paddel führst du frei in deinen Händen, im Gegensatz zu einem Ruder, das fest an Bord befestigt ist. Anhand des Paddels kannst du den Bootstyp identifizieren: Doppelpaddel benutzt man im Kajak, Stechpaddel im Kanadier. Und welches Paddel für sich das richtige ist, verrät unsere Kaufberatung (Link).

PARADIES ist ein Ort deiner Idealvorstellung. Du wirst dich wundern: mit deinem Kanu kannst du diesen Ort erreichen. Und es passiert häufiger, als du denkst! Denn mit einem Kanu dringst du an Plätze vor, die oft nur Paddlern vorbehalten bleiben. In tiefen Schluchten oder auf Gewässern fernab von Zivilisation erlebst du als Paddler Natur pur. Schön wie das Paradies! 

Karibik? Nein, Nordnorwegen. Mit dem Kajak lassen sich leicht Paradiese erschließen.

PEGEL ist eine Messstelle um den Wasserstand eines Gewässers festzulegen. Früher  musste man jeden Pegel vor Ort an einer Messlatte ablesen, heute kann man die Höhe des Wasserspiegels zahlreicher Gewässer bequem vom Schreibtisch oder Handy aus abgerufen werden – zum Beispiel auf www.river-app.net. Das vereinfacht die Planung einer Paddeltour immens.

R wie Regionen und Reiseboote

REGIONEN In nahezu allen Regionen dieser Erde findet man geeignete Gewässer zum Kanufahren. Auch deutsche Regionen bestechen mit Vielfältigkeit und landschaftlichen Reizen. Von der norddeutschen Tiefebene mit ruhig strömenden Flüssen, über die großen und kleinen Seen in Mecklenburg, durch die deutschen Mittelgebirge bis hin zum Alpenrand mit herausforderndem Wildwasser. Paddler haben überall zu tun. Im Blog haben wir Tourentipps: 5 Paddeltipps in Europa, Kanutipp Köln, Kanutipp Berlin, Kanutipp Dresden, Kanutipp Hamburg, Kanutipp Hannover und viele mehr.

REISEBOOTE Falt- und Luftboote sind die gängigsten Vertreter der Gattung der Reiseboote. Im Gegensatz zu den starren Festrumpfbooten (meist aus Polyethylen oder faserverstärkten Kunststoffen) sind die klein verpackbaren Reiseboote echte Verwandlungskünstler. Klein zerlegt, passt ein Reiseboot in einen großen Rucksack, in jeden Kofferraum. Die mobilen und flexiblen Boote lassen sich problemlos per Bahn oder Flugzeug transportieren. Daheim verbraucht ein zusammengelegtes Reiseboot kaum Lagerplatz. Mehr Infos: Kaufberatung Falt- und Schlauchboote

S wie Spritzdecke, Sicherheit und Schwimmweste

SPRITZDECKE ist die merkwürdige Schürze, die Kajakfahrer um den Bauch tragen. Mit einer Spritzdecke kannst du die Sitzluke deines Kajaks wasserdicht abschließen. Sie kann den entscheidenen Unterschied in der Manövrierbarkeit deines Bootes ausmachen – zwischen einem leichten und wendigen Kajak sowie einem vollgelaufenen U-Boot.

SICHERHEIT zählt beim Kanusport zu den obersten Geboten. Paddeln ist eine sichere und ungefährliche Outdoor-Sportart, solange man sie mit Bedacht und Voraussicht betreibt. Gefahr droht durch Wetterumschwünge jeder Art, überraschend auftauchende Hindernisse oder Selbstüberschätzung. Mit der richtigen Vorbereitung, mit passender Bekleidung und Sicherheitsausrüstung kannst du aber das Risiko minimieren. 

SCHWIMMWESTEN sind bei Kälte und bei starker Strömung ein Muss, dürfen aber eigentlich auf keiner Kanutour fehlen. Ungeübte Schwimmer (Kinder!) sollte man mit einer Rettungsweste ausstatten, die einen im Wasser in Rückenlage drehen. Ansonsten sind im Kanusport »Schwimmhilfen« üblich. Diese Schwimmwesten geben nur Auftriebshilfe, sind aber nicht ohnmachtssicher. Schwimmhilfen wie Schwimmflügel oder ähnliches gehören nicht in ein Kanu. Mehr Informationen: Kaufberatung Paddelbekleidung und Schwimmwesten

Mit solch einem Kragen wird die Schwimmweste zur Rettungsweste, da sie den Kopf des Kinds auch bei einer Ohnmacht oben hält.

STROMSCHNELLEN sind Anreiz und Tummelplatz der Wildwasserfahrer. Hier nimmt ein Fluss durch erhöhtes Gefälle, Untiefen oder Verengungen rasant an Fahrt auf. Das kann von kleinen Wellen und »Plätscherwasser« bis hin zu extremen, felsdurchsetzten Katarakten reichen. Der Übergang von Stromschnelle zu Wasserfall ist »fließend«, im wahrsten Sinne des Wortes!

STECHPADDEL dienen der Fortbewegung eines Kanadiers. Das Stechpaddel besteht aus einem dünnen Schaft, an dessen einen Ende das Paddelblatt, am anderen ein Griff oder Handknauf befestigt ist. Eine Hand fasst den Schaft, die andere den Knauf, dann taucht man das Paddel üblicherweise immer auf derselben Seite ins Wasser. Im Tandem paddelt einer links, der andere rechts. Mehr Infos: Kaufberatung Stechpaddel

U wie Umtragen

UMTRAGEN ist eine unvermeidbare Anstrengung, wenn ein unbefahrbares Hindernis auf einem Gewässer den Weg blockiert. Das kann eine kurzes Umheben von einem Baum sein, aber auch länger dauern, wenn zum Beispiel ein Kraftwerk die Kanutour unterbricht. Spezielle, faltbare Bootswagen können umfangreiche Umtrageaktionen mit voll beladenen Kanus deutlich erleichtern.

Boote und Gepäck werden Stück für Stück umtragen.

V wie Verein und Verleih

VEREIN Einen Kanusport-Verein gibt es fast an jedem Gewässer, in fast jeder Stadt Deutschlands. Vereine organisieren gemeinsames Training und Ausfahrten mit Gleichgesinnten. Auch praktisch: im Verein findest du (fast) immer erfahrene Paddler, von denen du das Kanufahren lernen kannst. Vereine haben häufig ein Bootshaus. Diese sind nicht nur Treffpunkt, sondern auch eine Möglichkeit Ausrüstung auszuleihen oder zu lagern. 

Gemeinsame Ausfahrten sind das Herzstück des Vereinsleben. Nicht nur Paddeltechnik sondern auch die Logistik des Auto-Umstellens lernst du so.

VERLEIH Du möchtest Kanufahren unbedingt einmal ausprobieren, hast aber kein eigenes Boot? Macht gar nichts! Bei einem Kanuverleih, den es an vielen beliebten Gewässern gibt, bekommst du notwendige Ausrüstung, Tipps fürs erste Abenteuer auf dem Wasser und immer eine kleine Einführung in die Paddeltechnik.

W wie Wasserdicht, Wasserfall, Wasserwandern

WASSERDICHT Kanufahren ist Wassersport. Du bist gut beraten, wenn du deine Ausrüstung wasserdicht verpackst und so gegen Wellen, Kenterung oder auch Regen schützt. Für Zelt, Schlafsack, Bekleidung und Proviant, aber auch für Wertsachen, Kleinteile und elektronische Geräte gibt es passende Aufbewahrungslösungen für den wasserdichten Transport. Das können wasserdichte Taschen und Packsäcke, Boxen, Tonnen und Kanister in verschiedensten Größen sein.

WASSERFALL Klar, Kanufahren kann auch Extremsport sein, muss es aber nicht. Hohe Wasserfälle und wilde Expeditionen sind jeweils nur eine Facette des vielschichtigen Abenteuers Kanufahren. Und nein, wer einen Wasserfall höher als zehn Meter befährt, ist noch lange kein Verrückter. Der Rekord liegt derzeit bei 56 Meter!

Die Grenzen des Machbarens werden immer wieder verschoben. Hier Adrian Mattern im Winter auf Island.
Auch vor deiner Haustür findet sich ein Kanu-Idyll.

WASSERWANDERN ist die gemütlichste Disziplin des Kanusports: Langsam im Wasser vorantreiben, den Wolken hinterherschauen und Ruhe pur genießen. Das passende Revier zum Wasserwandern sind sanfte Gewässer, daher findet das ruhige Paddeln auf Binnenseen und zahmen Flüssen vor allem bei Anfängern, Familien und Naturfreunden großen Anklang. In Deutschland gibt es jede Menge wanderbarer Gewässer. Knapp 40 000 Gewässerkilometer sind geeignet für wassertouristische Aktivitäten.

WETTKAMPF Kanufahren ist auch Leistungssport. Beim Kanurennsport wird auf Flachwasser darum gekämpft, möglichst schnell ins Ziel zu kommen. Im Kanuslalom schlängeln sich die Kanuten um Torstangen eine Wildwasserstrecke hinunter. Drachenboot, Kanupolo, Freestyle und Wildwasserrennsport sind weitere Wettkampfdisziplinen. Der Kanusport gilt seit vielen Jahren als sicherer Garant für Medaillen bei Olympiaden und Weltmeisterschaften. 

Neben Flachwasser-Rennsport ist Kanuslalom die zweite Olympische Kanudisziplin. In Deutschland gibt es in Markkleeberg bei Leipzig und in Augsburg spezielle Wettkampfstätten auf internationalem Niveau dafür.

WURFSACK ist ein signalfarbiger Sack, befüllt mit einer schwimmfähigen Rettungsleine. Der Wurfsack ist ein wichtiges Element der Sicherheitsausrüstung von Wildwasserpaddlern und dient zur Rettung eines Schwimmers vom sicheren Stand am Ufer aus. Den Umgang mit dem Wurfsack sollte man unter kompetenter Anleitung immer wieder üben.

With a little help from a friend: Wurfsacktraining im klaren Wasser der Verzasca.

WEHRE sind künstliche Flusssperren, die den Wasserstand eines Fließgewässers regulieren. Sie werden zur Energiegewinnung gebaut, zur Schiffbarmachung des Oberwassers, zum Ableiten von Wasser, aber auch um die Dynamik und das Gefälle von Flüssen zu bändigen. Solche Einbauten sind oft X wie unfahrbar, und müssen dann umtragen werden. Häufig sind Wehre nicht nur für Kanuten unüberwindbar, Fische stehen meist vor dem gleichen Problem.

WILDWASSER sind Flüsse, die mit viel Gefälle über Stromschnellen und Wasserfällen zu Tal stürzen. Wildwasser (WW) wird in sechs Stufen eingeteilt, von  WW I (leicht) bis WW VI (eigentlich unfahrbar). Der Tanz auf dem dynamischen Gewässer löst bei vielen Kanuten ein unvergessliches Flow-Erlebnis aus. Aber Vorsicht: eine Wildflussfahrt erfordert eine gute Fahrtechnik, Erfahrung und körperliche Fitness.

Topspot in Norddeutschland für alle Wildwasseraspiranten: die Oker im Harz.

X wie X

X WIE UNFAHRBAR Ein X auf Schildern, Brücken, Karten und in Flussführern weist auf eine unfahrbare Stelle hin und sollte dich sofort aufmerksam werden lassen. In der Regel folgt auf ein deutliches X ein künstliches Hindernis wie ein Stauwerk, manchmal aber auch natürliche Hindernisse wie ein unüberwindbarer Wasserfall. In jedem Fall bist du gut beraten, wenn du rasch das Ufer ansteuerst, aussteigst und den weiteren Flussverlauf erkundest. An unfahrbaren Stellen ist dann auch Umtragen angesagt. 

Z wie Zahmwasser

ZAHMWASSER sind Gewässer, die nicht als Wildwasser eingeordnet werden, also stehendes oder sanft fließendes Wasser. Zahmwasser kann zwar auch schnelle Strömung, enge Kurven oder Hindernisse aufweisen, hat aber keine Stromschnellen. Der Übergang zu WW I ist fließend.

Und wann dürfen wir dich auf dem Wasser begrüßen?

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