Kaufberatung Stand-up-Paddling

Beim SUP paddelt man im Stehen, trainiert den ganzen Körper und erlebt selbst in heimatlichen Gefilden spannende Abenteuer.

Inhalt:

Jens Klatt Ob in den Bergen, am Meer oder dem Fluss hinterm Haus – SUP-Paddeln geht überall.

Was ist SUP?

Board, Paddel, Schwimmweste und guten Sonnenschutz – für die ersten Touren braucht es nicht viel.

Anfangs belächelt, hat sich das Stand-up-Paddling (kurz SUP) auch in Deutschland schnell zu einem Trendsport entwickelt und mittlerweile ist es der Wassersport mit den höchsten Zuwachsraten. Die Entstehung des Sports ist nur lückenhaft dokumentiert. Man geht davon aus, dass schon die Polynesier ihre Auslegerkanus im Stehen paddelten, um besser fischen zu können. Auch die Kanadischen Voyageure (Pelzhändler mit Kanus) paddelten ihre Boote nicht selten im Stehen, um einen Überblick in den Stromschnellen zu bekommen. Aus diesen Ansätzen entwickelte sich aber nie ein eigener Sport.

Hawaii war dann wohl der Ort, wo sich aus dem Wellenreiten das heute beliebte Stand-up-Paddling entwickelt hat. In den 1960 Jahren paddelten zunächst Surflehrer mit ihren Longboards (eine größere und längere Form von Surfbrettern) in die Wellen, um die Übersicht über ihre Gruppen zu behalten und Bilder machen zu können. Eine eigene Sportart wurde das Stand-up-Paddeln aber erst, als Surflegenden wie Robby Naish ihre Windsurfboards zum Crosstraining mit dem Paddel verwendeten und schnell das Potential nicht nur zum Wellenreiten, sondern auch zum Streckepaddeln entdeckten. 

Mit neuen, speziell auf das Paddeln im Stehen optimierten Bretten begann in der Folge der Siegeszug des SUP in aller Welt. Dafür sorgte auch, dass die Materialentwicklung in für Jedermann einfach zu handhabende Boards mündete. Spätestens mit der Idee von aufblasbaren Brettern, den sogenannten Inflatables wurde die Idee dann massentauglich.

Warum SUP?

Beim Stand-up-paddeln ist es nötig, sein Board ständig in der Balance zu halten und mit dem Paddel vorwärts zu treiben. Damit dies effektiv und flüssig ablaufen kann, muss der ganze Körper eine Spannung aufbauen. Gleichzeitig müssen Arme, Beine, Bauch und Rücken zusammenarbeiten. Das verbessert das Gleichgewicht und die Koordinationsfähigkeit. Sportlich ambitioniert betrieben, ersetzt Stand-up-Paddeln gar den Gang ins Fitness-Studio. Auch aus gesundheitlicher Sicht gilt SUP als förderlich, weil es verschiedenste Muskelgruppen am ganzen Körper trainiert. Ergotherapeuten sehen jene Bewegungen, die zum Gleichgewichthalten und Paddeln notwendig sind, als förderlich an um z.B. den Rücken zu stärken.

Neben allen positiven Trainingseffekten ist es aber sicher der Freizeitwert, der das Stand-up-Paddeln so erfolgreich macht. Aufs Brett zu steigen, nach ein paar Schlägen mit dem Paddel in die Natur einzutauchen und den stressigen Alltag hinter sich zurückzulassen, wer möchte das nicht? Man beobachtet das Glitzern des Wassers, gleitet unter den ausladenden Ästen von alten Bäumen hindurch und bekommt völlig neue Perspektiven geboten. Erholung pur! Dazu kommt, dass das Stand-up-Paddeln von Groß und Klein sehr leicht erlernbar ist, was es auch zu einem perfekten Familiensport macht. Und haben wir schon die Vielseitigkeit der Ausrüstung erwähnt? Auf ein und demselben Brett (bei einem universellen Einstiegsboard) kann Mama Yogaübungen machen, Papa eine flotte Abendrunde drehen und die Kinder Badeinsel oder Piratenschiff spielen.

Welches Arten von SUPs gibt es?

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Hardboards, die aus Glasfasermatten laminiert werden und einen festen Rumpf haben, und iSUPs – das »i« steht für inflatable, also aufblasbar. 

Jens Klatt – www.jensklattphoto.com Pump it up! In wenigen Minuten ist ein iSUP fahrbereit.

Hardboards haben Vorteile bei den Fahreigenschaften. iSUPs dagegen sind deutlich leichter zu lagern und zu transportieren. Mit der S- Bahn zum Einstieg? Kein Problem. Das Board im Kofferraum eines Kleinwagens transortieren oder zu Hause im Kleiderschrank lagern? Kein Problem. Moderne iSUPs stehen Hardboards dank verbesserter Konstruktion und höherer Betriebsdrücke in der Leistung auch nur noch sehr wenig nach. So ist (nicht nur) für Anfänger und Reisende meist das iSUP die bessere Wahl. Darauf fällt man übrigens auch weicher, sollte man doch einmal das Gleichgewicht verlieren und dabei auf dem Brett landen. 

Im Globetrotter-Sortiment findet man aktuell allein iSUPs in der Preisklasse zwischen 700 und 1400 Euro vom Marktführer Starboard. Sie überzeugen – im Vergleich zu den oft nur halb so teuren Boards von Lidl & Co. – durch höchste Verarbeitungsqualität, beste Materialien, viele clevere Details, ein stimmiges Design von zeitlos bis kunstvoll und höchsten Nachhaltigkeitsstandards.

Zu erwähnen ist, dass man für iSUPs eine Luftpumpe benötigt, die in der Regel in Form einer Handpumpe bei jedem Board im Lieferumfang dabei ist. Globetrotter hat auch eine separat zu erwerbende elektrische Pumpe im Sortiment, auf die besonders Vielpaddler oder Menschen mit weniger Muckies in den Armen gern zurückgreifen. Beim Pumpen ist zu beachten, dass ein Brett mit zu wenig Luft durchhängt und nicht die Fahreigenschaften erreichen kann, für das es designt wurde. Je nach Herstellerangaben sorgen 15-20 Psi Druck für eine gute Stabilität (1 bar = 14,504 Psi). 

Bei den meisten iSUPs ist im Lieferumfang bereits eine Hand-Pumpe enthalten.
Eine elektrische Pumpe gibt es als optionales Zubehör.

Welches SUP-Board ist das richtige für mich?

Unabhängig ob Hardboard oder Inflatable ist natürlich das Einsatzgebiet für die Wahl des richtigen Bretts entscheidend:

  • Allroundboards bieten einen guten Kompromiss aus Kippstabilität und Spurtreue. Aufgrund ihres breiten Einsatzspektrums eignen sie sich als universelles Familien- und Einsteigerboard, das allen Spaß macht.
  • Touring-SUPs sind in der Regel schmaler und länger und damit auf einen flotten Geradeauslauf getrimmt. Auf ihnen kannst du gut »Strecke machen« und an deiner Fitness arbeiten.
  • Yoga-Boards sind noch breiter als Allrounder. Oberste Priorität ist eine hohe Kippstabilität für die verschiedenen Yoga-Figuren auf dem Wasser. Da es weniger um das Paddeln an sich geht, sind sie meist kürzer und damit deutlich weniger tourentauglich.
  • Wave-Boards: Auch im Wildwasser und beim Wellensurfen braucht es viel Stabilität. Daher haben diese Bretter einen breiten Shape und viel Rocker – sie sind wie ein Ski oder Snowboard vorne aufgebogen. Das gibt den nötigen Auftrieb in Stromschnellen und verhindert, dass die Spitze in Wellen abtaucht. Eine vergleichsweise kurze Länge macht Waveboards agil und drehfreudig.

Wie lang und breit soll ein SUP-Board sein? 

Generell gilt, dass breite Boards durch mehr Fläche auf dem Wasser kippsicherer sind als Bretter mit schlanken Formen. Ein Einsteigermodell ist daher breiter als ein flottes Touringboard, mit dem man Strecke machen will. Letzteres ist länger, schmaler und entsprechend etwas kippeliger.

Die Größenangaben von Stand-up-Brettern werden üblicherweise in Fuß (für die Länge) und Zoll (für die Dicke) gemacht: 1 Fuß = 30,48 cm: 1 Zoll = 2,54 cm. Damit du aber nicht Kopfrechnen brauchst, geben wir bei den technischen Details immer auch die Zentimeter-Angaben an.

Touring-Boards sollten eine Länge von 12 Fuß und mehr haben. Einsteiger machen auf kippsicheren Boards mit 10 Fuß schnelle Fortschritte. Wichtig ist auch die Gewichts- bzw. Volumenangabe des Herstellers. Ein 130-Kilo-Kerl wird auf einem 85-kg-Board keinen Spaß – und immer nasse Füße – haben. 

Wozu dient die Finne?

Ein weiteres unverzichtbares Utensil ist die Finne, die in einer Art Schiene mit einer Schraube befestigt wird oder besser noch durch ein Stecksystem, bei dem man keine Teile verlieren kann und für die es kein zusätzliches Werkzeug braucht. Stand-up-Bretter ohne Finne zu paddeln bedeutet Kreise zu drehen, denn erst die Flosse im Heck sorgt für die notwenige Spurtreue. In der Regel gehört eine passende Finne beim Kauf bereits dazu. Es lohnt sich aber mitunter das Board zu »pimpen«. Eine deutlich längere Finne kann den Geradeauslauf signifikant verbessern. Eine kurze Finne macht dagegen auf Kleinflüssen mehr Spaß, da man so Bodenberührungen vermeidet.

Bretter, die auf Geschwindigkeit und Langstrecke optimiert sind, haben meist eine Finne. Paddelt man viel in flachen Gewässern, legt aber trotzdem Wert auf guten Geradeauslauf, ist das 3-Finnen-Setup ratsam. Dieses punktet auch beim Surfen quer zur Welle, da die breitere Anordung der jeweils im Wasser befindlichen Kante besseren Halt verleiht.

Was ist eine Leash?

Mit dieser flexiblen Leine stellt man eine fixe Verbindung von Board und Benutzer her, damit sich diese nach einem unfreiwilligen Tauchgang nicht zu sehr voneinander entfernen. Das ist vor allem auf offenen Fließgewässern mit hoher Strömungsgeschwindigkeit wichtig und mehr noch bei Wind auf offenen Wasserflächen. Die Leash wird mittels einer Klettmanschette am Fußgelenk befestigt und ist bestenfalls spiralförmig ausgeführt. So stört sie nicht beim Paddeln und im Falle eines Abflugs kann sie sich bis über drei Meter ausdehnen. Das verhindert einen abrupten Zug am Fußgelenk.

Die Leash stellt eine Verbindung zwischen Paddler und Board her ohne zu stören.

Welches Paddel brauche ich?

Es gibt einteilige Paddel, die aber eher im stationären Verleih benutzt werden. Für alle, die gern mobiler sind, sind mehrteilige und in der Länge verstellbare Paddel die bessere Wahl. Damit kann man auch in Ruhe austesten, welche Länge denn nun die richtige ist. Darüber hinaus kann das Paddel in der Familie je nach Größe der Person weitergegeben werden. Und zu guter Letzt haben teilbare Paddel natürlich besagten Vorteil beim Transport. Teilbare Paddel sind gegen ein unabsichtliches Verdrehen der beiden Schaftteile durch Splinte gesichert.

Ein weiteres wichtiges Merkmal beim Kauf sind Gewicht und Flexibilität. Hat das Paddel einen Schaft aus Aluminium, wiegt es schnell mal 500 Gramm mehr als ein Highend-Teil aus Vollcarbon. Der Schaft sollte sich nicht zu stark durchbiegen, denn dann wird das Fahrverhalten schwammig. Richtig steife Schäfte sind dagegen eher was für Profis, da sie direkter auf Muskelgruppen wirken und ein ständiges Training bedingen. Einen guten Kompromiss aus Preis und Qualität bieten Einsteigermodelle mit Glasfaserschaft und Kunststoffblatt.

Worauf ist bei der Wahl des richtigen Paddelblatts zu achten?

Paddelblätter aus Kunststoff oder glasfaserverstärktem Kunststoff sind für die allermeisten Anwender die richtige Wahl: Sie sind deutlich weniger bruchanfällig (besonders in flachen, steinigen Gewässern relevant) und haben einen gelenkschonenden Flex. Ein Vollcarbonpaddel, bei dem sowohl Schaft als auch Blatt aus dem teuren Material bestehen, ist eher etwas für Racer und bedarf eines sehr sorgsamen Umgangs.

Die Blattgröße sollte dem Kraftaufwand entsprechen – eine zu große Paddelfläche macht die Schläge träge. Auch hinsichtlich der Blattform gibt es Unterschiede: schmale, lange Blätter lassen sich eng am Board vorbeiführen, was hilfreich für einen guten Vortrieb ist. Sie haben jedoch auch mehr »Tiefgang« – in flachem Wasser kann das ein Problem sein. Allroundblätter haben daher meist eine nach unten hin breiter werdende Tropfenform, die auch bei nicht ganz eingetauchtem Blatt für ausreichend Vortrieb sorgt.

Die richtige Paddellänge und Paddelhaltung

Einen Anhaltspunkt für die richtige Paddellänge bekommt man, wenn man mit fast ausgestrecktem Arm noch den Griff des auf dem Boden stehenden Paddeln greifen kann. In der Realität wird sich nicht sklavisch an diese »Regel« gehalten und es gibt Variationen, je nach persönlichen Vorlieben. Sportliche Paddler fahren z.B. meist etwas kürzere Schäfte als die Daumenregel besagt. Den optimalen Abstand zwischen deinen Händen kannst du messen, indem du das Paddel so über deinen Kopf hältst, dass die Unterarme einen rechten Winkel bilden.

Im Globetrotter Sortiment finden sich nur teleskopierbare SUP-Paddel. Das hat auch den Vorteil, dass man sich nicht beim Kauf auf eine Länge festlegen muss.

Welche Bekleidung brauche ich ?

»Dress for water, not for air« ist eine Faustregel, die zwingend eingehalten werden sollte. Denn mag die Lufttemperatur auch noch so warm sein, fällt man ins Wasser, ist es allein die Wassertemperatur, auf die es ankommt. Nur im Hochsommer nach langen Schönwetterperioden, die das Wasser aufgeheizt haben, sind allein Badehose oder Bikini angebracht.

Leider gibt es solche Tage in deutschen Gefilden viel zu selten. Besonders im Frühjahr, wenn die Saison beginnt und die ersten warmen Tage die Menschen aufs Wasser locken und man an Land schon ein T-Shirt tragen könnte, ist das Wasser oft noch richtig kalt und meist nicht viel wärmer als 6 bis 12 Grad. Ein sogenannter Long John – das ist Neoprenanzug ohne Arme – bietet dann eine entsprechende Sicherheitsreserve, sollte man doch einmal ins Wasser fallen. Neoprenschuhe oder Turnschuhe kombiniert mit wasserdichten Neoprensocken halten die Füße, die im ständigen Kontakt mit dem Wasser sind, warm. Steigen die Temperaturen, kann man den Long John z.B. durch eine Neoprenshorts ersetzen. Damit kann man auch mal auf dem Board pausieren, ohne sich gleich zu verkühlen. Spezielle Lycrashirts und Hosen trocknen im Handumdrehen. Im Sommer reicht ein T-Shirt oder dünnes Longsleeve mit UV-Schutzfaktor zusammen mit Sonnenbrille (samt Brillenband) und Hut aus, um den Stand-up-Paddler vor der Sonneneinstrahlung auf dem Wasser zu schützen, die durch die Reflexionen nun besonders intensiv ist.

SUP-Kleidung für Frühling …
… Sommer …

… und echte Hochsommertage.

Jens Klatt Selbst bei einem unfreiwilligem Bad bleiben in einem Trockensack Wechselsachen und Co. trocken.

In einem wasserdichten Sack oder Box, den man unter dem idealerweise vorhandenen Gepäcknetz verzurrt, ist es immer gut, eine winddichte Jacke und Ersatzkleidung für den Fall der Fälle (Gewitter, Reinfaller, aufkommender Wind) dabei zu haben. Für Wertsachen wie Smartphone, Schlüssel und Geld empfehlen sich auch wasserdichte Kapseln oder Beutel, die um den Hals gehangen werden.

Wie lagere und transportiere ich mein SUP? 

Man fühlt sich schon ein wenig wie ein Surfer, wenn man mit dem Brett unter den Arm geklemmt zum Wasser geht. Griffschlaufen in Bordmitte erleichtern dabei das Tragen bei iSUPs. Mulden haben denselben Hilfseffekt bei Hardboards.

Beim Transport spielen iSUPs ihre Stärken aus: In der Regel ist ein Transport- oder Rucksack inklusive, dank dem man das Board bequem zum Wasser und wieder zurück bekommt.

Bitte keine Ratschen-Gurte! Mit Spanngurten wie diesem von Sea to Summit wird ein SUP auf dem Autodach festgeschnallt.

Auf dem Auto werden SUPs mit zwei Spanngurten auf dem Dachträger verzurrt. Bitte keine mit Gurte mit Ratschen verwenden. Mit diesen zieht man unweigerlich zu fest an. Mehrere Bretter können übereinander verzurrt werden, um Platz zu sparen. Hardboards benötigen eine extra Polsterung in Form von Schaumstoffauflagen oder Gummilitzen um keine Dellen davonzutragen. Auch aufblasbare Boards können auf dem Autodach gefahren werden. Im Fachhandel werden außerdem spezielle Bügel angeboten, die das Verzurren erleichtern können.

iSUPs lagert man trocken zusammengerollt (vorher mit klarem Wasser abwaschen, Salzwasser abspülen). Liegen diese einmal länger ungenutzt (z. B. über den Winter hinweg) und man hat genügend Platz, ist es dem Material förderlich das Board leicht aufgepumpt aufzubewahren. Hardboards liegen gut an einem wetter- und sonnengeschützen Platz im Garten oder natürlich in der Garage. Angst vor Frost muss man nicht haben. 

Welche Verhaltensregeln muss ich beim SUP beachten?

Hier ist das Anlegen zumindest erwünscht, an den meisten privaten Stegen dagegen ein Tabu.

Stand-up-Paddler sind niemals die einzigen Nutzer auf dem Wasser. Daher bitte unbedingt vor dem Einsetzen der Bretter über das Revier informieren! So bietet man keinen Anlass für künftige Befahrungsverbote oder Gewässersperrungen. Es ist selbstverständlich, sich an bestehende Naturschutzregeln zu halten, die aus einem kontinuierlichen Ringen zwischen den Wassersportverbänden und dem Naturschutz über Jahrzehnte gewachsen sind.

Auf Gewässern mit Schifffahrtsverkehr oder anderen motorsierten Wassersportlern müssen unbedingt die Verkehrsregeln eingehalten werden!

Darüber hinaus gehört es zur »SUP-Etikette« größere Ansammlungen von Wasservögeln möglichst zu umfahren und nicht in Schilfgebiete hinein zu paddeln. Zur Brutzeit hält man außerdem einen möglichst großen Abstand zum Schilfufer. Steilufer meidet man beim Anlanden, da hier nicht selten Vögel ihre Niströhren gegraben haben. Auch das dauerhafte Abstoßen vom Flussgrund verbietet sich, denn so stört man das Bodenleben im Gewässer.

Für das Ein- und Aussetzen sowie das Pausieren nutzt man keine privaten Stege. Dasselbe gilt für die Nutzung von Einrichtungen auf Campingplätzen und Gasthöfen – es sei denn, man fragt zuvor freundlich. Anglern an den Ufern weicht man aus, um nicht mit ihrem Angelgeschirr in Konflikt zu geraten. Sämtlicher eigener Müll wird wieder mitgenommen und umweltgerecht entsorgt. Und es schadet auch nicht, wenn man hin und wieder den Müll der anderen einsammelt. Der Sport wird es euch danken.

Ist SUP gefährlich?

Nicht, wenn man sich ganzheitlich um die Sicherheitsaspekte Gedanken macht. Diese unterteilen sich in drei Kategorien: Die »käufliche Sicherheit«. Dazu zählen Auftriebshilfen, eine Leash und wetter- wie saisongerechte Kleidung

Auf dem offenen Meer oder im Wildwasser wird eine Schwimmweste Pflicht.

Auch wenn sie nicht so cool wie ein freier Oberkörper oder ein schickes Bikini-Oberteil sind, bieten Schwimmwesten besonders auf größeren Seen eine wichtige Sicherheitsreserve. Neben dem Auftrieb profitieren Paddler von Prallschutz und Wärmeisolierung. Schön, dass Schwimmwesten in der Regel auch Taschen haben und man so sein wasserdicht verpacktes Handy oder die Kamera stets in Griffweite hat.

Zur Sicherheitsausrüstung auf einem SUP gehört auf jeden Fall auch eine Leash. Das ist eine Kabelverbindung vom Paddler zum Brett, so das man beim Reinfallen das Board nicht verliert. Ohne diese Verbindung kann der Wind ein allein dahintreibendes Board sehr schnell außer Reichweite blasen. Das gilt besonders für offene Wasserflächen. Auf wilden Kleinflüssen wird dagegen wegen der Strömung auf eine Leash verzichtet oder nur eine solche mit Schnellauslösung auf Hüfthöhe verwendet. Ans Ufer zu kommen ist hier in der Regel nicht das Problem. 

Die zweite Kategorie ist eine der Tour angepasste Fitness. Dabei ist es immer gut, Reserven zu haben und sich nicht zu überschätzen. Wer nur auf dem Baggersee paddelt, für den spielt dieser Punkt eher keine Rolle. Wer sich dagegen an längeren Touren über Fluss und See versuchen möchte, sollte sich langsam steigern. Mit der Erfahrung kommt dann alles von ganz allein. 

Die allerwichtigste Kategorie ist aber der gesunde Menschverstand. Dazu gehört, sich den Wetterbericht anzusehen, sich über die Auswirkungen von Wind, Wellen und Strömung bewusst zu sein und über eventuelle Gefahrenstellen wie Wehranlagen vorab zu informieren. 

Wo kann ich mit meinem SUP paddeln?

Ganz Deutschland ist SUP-Land! Zu den allerschönsten Erlebnissen gehören mit Sicherheit Touren in den deutschen Alpen und Voralpen. Das glasklare Wasser der Seen wie z.B. Walchensee, Hopfensee, Forggensee, Staffelsee und Eibsee warten darauf, vom Paddel durschnitten zu werden. Hier ist man teils unterwegs in einer Bergkulisse, wie man sie eher in Kanada vermuten könnte. Nicht minder spektakulär und schön sind die Küstengebiete und Bodden der Ostsee. Weiße Sandstrände finden wir nicht nur auf Fehmarn und Rügen, sondern die ganze Küste entlang. Ein tolles Beispiel dafür sind die schneeweißen Strände östlich von Warnemünde. Echtes Wellenreiter-Feeling kommt auf, wenn man sich mal in den kleinen Ostseewellen versucht. Für ein dickes Grinsen auf dem Gesicht ist nicht einmal ein Spezialbrett vonnöten, kleine Wellen kann man auch mit einem Allround-Brett reiten.

 Doch auch mitten in Deutschland wird für SUPer viel geboten. Hier zu nennen ist natürlich der Spreewald mit seinen verzweigten grünen Kanälen, die meist einen perfekten Windschutz bieten oder die Mecklenburger Seenplatte, wo vom großen See bis zum kleinen Fließ ganz viel Idylle und Natur auf den Besucher warten. Aber auch Stauseen wie der der Oker im Harz, die Rurtalsperre im Nationalpark Eifel oder der Brombachsee im Norden Bayerns laden zum Gleiten und Staunen ein. Dann sind da natürlich noch die Paddelstädte mit ganz viel Wasser in Form von See, Fluss und Kanälen. In Hamburg und Berlin kann man Weltstadtflair direkt von der Planke aus genießen und dem großstädtischen Treiben vom Wasser aus zuschauen. Darüber hinaus warten unzählige kleine und große Flüsse auf eine spannende Befahrung, bei der hinter jeder Kurve neue Überraschungen warten. Diese Liste könnte beinahe unbegrenzt verlängert werden. Und dann wäre da noch der Fluss hinter eurer Haustür, dem ihr bisher keine Beachtung geschenkt habt und der euch eure Heimat aus einem ganz neuen Blickwinkel erleben lässt. 

Mittlerweile gibt eine kleine Anzahl von Büchern, die sich den Tourengebieten für Stand-up-Paddler widmen wie z.B. der SUP-Guide Hamburg und Umland, SUP-Guide Ostseeküste und Holstein, SUP-Guide Bayerisches Alpenvorland, SUP-Reiseführer Deutschland. Sollte einmal keine SUP-spezifische Literatur zur Verfügung stehen, kann man getrost auf Kanubücher zurückgreifen. Alle Infos darin sind in der Regel auch für Stand-up-Paddler relevant.

Wie paddelt man geradeaus?

Um ein Gefühl für die Balance auf dem Board zu bekommen, ist es nicht verkehrt, sich erst einmal mittig auf das Brett zu knien und so ein paar Runden zu drehen. In dieser Stellung fasst die obere Hand natürlich nicht an den Griff, sondern intuitiv weiter unten an den Schaft. Einmal eingefahren, ist es Zeit für den nächsten Schritt. Man richtet sich aus der knienden Stellung ebenfalls mittig auf, die Füße stehen parallel, mittig und schulterbreit auf dem Brett. 

Für den Vorwärtsschlag tauchen wir das Paddel mit gestrecktem unteren Arm weit vorn und nahe am Board ins Wasser. Ist das Paddelblatt komplett im Wasser eingetaucht, ziehen wir das Paddel parallel zum Brett nach hinten. Und immer dran denken: ist das Paddel im Wasser und auf Zug, kann man sich ganz prima daran festhalten. Diese Stabilität endet aber, sobald das Paddelblatt das Wasser verlässt.

Fortgeschrittene Paddler verstärken den Paddelzug durch gleichzeitige Rotation des Oberkörpers und nehmen so die stärkeren Muskelgruppen im Rücken »zur Hilfe«. Erreicht das Paddelblatt die Füße, beginnt man das Paddel aus dem Wasser zu heben, ohne dabei viel Wasser mit nach oben zu schaufeln, und führt es in der Luft mit der Blattfläche parallel zum Board für den nächsten Schlag erneut nach vorn. Paddelt man mit Rotation, rotiert man während des Rückholens den Körper in Ausgangsposition.

Hat man ein Board, das einen guten Geradeauslauf besitzt, muss man nun alle 6-10 Schläge die Seite wechseln, um in relativ gerader Linie vorwärts zu kommen. Neigt das Board schon nach zwei, drei Schlägen zum Drehen, muss man häufiger die Paddelseite wechseln oder am Ende des Vorwärtszuges das Paddel ein kleines Stück weiter hinter den Körper ziehen, während man bei gleichzeitiger Drehung des Blattes nach außen den sogenannten J-Schlag vollführt. Mit diesem kleinen Steuerimpuls wirkt man dem Weggieren der Spitze zur Gegenseite entgegen. 

Stetiger Wind von einer Seite kann dazu führen, dass das Paddeln erheblich erschwert wird und man kaum noch vorankommt. In einem solchen Fall bekommt die Knietechnik der ersten Übungsversuche eine neue Bedeutung, da man so deutlich weniger Angriffsfläche für den Wind bietet. Also bei viel Wind einfach auf den Knien weiterpaddeln. 

Wie fährt man eine Kurve?

Eine Kurve wird mit dem sogenannten Bogenschlag deutlich erleichtert. Dafür setzt man das Paddelblatt ebenfalls so weit vorn wie möglich am Board ein. Das Blatt weist dabei allerdings mit der Druckfläche vom Brett weg. Jetzt wird das Blatt in einem Halbkreis weit vom Körper weg hinten ans Heck gezogen. Durch gleichzeitige Gewichtsverlagerung nach hinten kann der Kurvenradius des Brettes deutlich verringert werden – bis hin zum Drehen auf dem »Teller«. 

Eine Möglichkeit, die Fahrt des Brettes zum Drehen zu nutzen, ist, das Paddel im 45 Grad Winkel mit der Vorderseite des Blattes nach außen einzustechen und an dieser Stelle stationär zu halten. So wird das Board samt Paddler um die Kurve gedrückt. Profis passen den Winkel mit abnehmender Kurvengeschwindigkeit an. Besonders stark wirkt diese Technik, wenn man das Paddel über das Bord gekreuzt auf der anderen Boardseite (die Seite, in die man drehen möchte) in gleicher Weise einsetzt, nur mit dem Blatt spiegelverkehrt. Geht man nun übergangslos zu einen Bogenschlag über und zieht das Blatt vor dem Bug bis auf die andere Seite, beherrscht man den sogenannten Crossbow-Turn und kann das Bord mit einer Bewegung um 180 Grad drehen. 

Mit dem Stützschlag halten wir die Balance, wenn es einmal kurz wackelig wird. Dafür schlagen wir in einiger Entfernung vom Brett mit dem Paddelblatt kurz auf das Wasser und reißen es sogleich wieder in Paddelausgangstellung, um weiter reagieren zu können. Je schneller man unterwegs ist, desto weiter hinten führt man diese Technik aus.

Text: Globetrotter
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