Kaufberatung Schlafsack

Nach einem langen Tag spendet ein guter Schlafsack Erholung, Wärme und Geborgenheit. Doch welcher Schlafsack ist der richtige?

Nach einem anstrengenden, abenteuerlichen Tag ist der Schlafsack deine ganz persönliche Komfort-Zone, dein ultimativer Rückzugsort. Ein guter Schlafsack spendet dir Erholung, Wärme und Geborgenheit. In einem gemütlich warmen und kuschelig weichen Schlafsack kannst du nachts deine Akkus aufladen und am nächsten Tag wieder mit frischer Kraft ans Werk gehen. Deshalb ist der Schlafsack auch ein ganz zentraler Bestandteil deiner Outdoor-Ausrüstung. Allerdings ist es nicht einfach, unter hunderten von verschiedenen Schlafsack-Modellen genau den Richtigen und Passenden für dich zu finden. Jeder Schlafsack hat seine eigenen Stärken (und meist auch Schwächen) und es gibt keine eierlegende Wollmilchsau. Das sind die wichtigsten Fragen, die du dir vor dem Kauf deines Schlafsacks stellen musst:

Michael Neumann Nur wer erholsam schläft, ist bereit für neue Taten.

Wie warm muss mein Schlafsack sein?

Welche Temperaturen erwarten dich nachts? Das ist die erste und entscheidendste aller Fragen, wenn du dir einen Schlafsack kaufst. Finde heraus, wie kalt oder warm es nachts an deinem Reiseziel wird. Die Temperaturen können dabei extrem stark variieren, zum Beispiel wenn du in die Tropen verreist oder nach Grönland.

Es spielt eine große Rolle, ob du in einem klimatisierten Zimmer, in einem Zelt oder unter freiem Himmel übernachten wirst. Brauchst du den Schlafsack im Frühjahr, Herbst, Sommer oder Winter? Oder am liebsten rund ums Jahr? Grundsätzlich gilt: je kälter dein Reiseziel, umso wärmender muss dein Schlafsack sein. Je wärmer deine Urlaubsdestination, desto leichter, dünner und atmungsaktiver darf dein Schlafsack ausfallen.

Daher werden Schlafsäcke zumeist in vier Kategorien eingeteilt:

  1. Winterschlafsäcke: Für eiskalte Nächte und Komfort-Temperaturen zwischen -5°C bis -18°C gibt es spezielle Winterschlafsäcke.
  2. Sommerschlafsäcke: Ab Komfort-Temperaturen von oberhalb +10°C sind Sommerschlafsäcke eine gute Wahl.
  3. 3-Jahreszeiten-Schlafsäcke: Zwischen Winter- und Sommerschlafsäcken tummeln sich die 3-Jahreszeiten-Schlafsäcke mit einem Komfort-Temperaturbereich zwischen -4°C bis +9°C. Diese 3-Jahreszeiten-Modelle sind die Allrounder unter den Schlafsäcken und decken einen Großteil der üblichen Outdoor-Aktivitäten ab. Egal ob Trekking-Tour im Herbst, Alpen-Hochtour im Sommer oder Kanutour im Frühjahr, mit einem 3-Jahreszeiten-Schlafsack bist du die meiste Zeit des Jahres gut gerüstet.
  4. Expeditions-Schlafsäcke: Für extreme Berg- und Winter-Touren, die ans Limit gehen und außerhalb der ermittelbaren Werte führen, also alles ab -19°C und kälter!

Die zu erwartende Temperatur wird sowohl die Empfehlung des Temperaturbereiches, des Füllmaterials, als auch der Schlafsackform beeinflussen, auf alles werden wir in dieser Kaufberatung noch im Detail eingehen. Detaillierte Klimadaten der letzten Jahre und die zu erwartenden Nachttemperaturen von deinem Urlaubsziel findest du zum Beispiel hier: https://kachelmannwetter.com/de/messwerte

Was bedeutet der Temperaturbereich bei Schlafsäcken?

Um die Wärmeleistung eines Schlafsackes vergleichbar zu machen, geben die Hersteller Temperaturbereiche für ihre Schlafsäcke an, gemessen nach EN 13537. Die Norm-Temperaturwerte werden in Forschungslaboren mit einer Gliederpuppe ermittelt, die nur mit einem Trainingsanzug und Strümpfen bekleidet im Schlafsack liegt. Gemessen werden die Wärmeverluste in der jeweiligen Umgebungstemperatur. Bei den Temperaturangaben gibt es drei unterschiedliche Angaben:

Die Komfortzone gibt wichtige Orientierung beim Schlafsackkauf.
  1. Komforttemperatur T comf: Dieser Wert wird für eine »Standard-Frau« (25 Jahre, 60 kg, 1,60 m) errechnet, die gerade noch nicht friert. Als Beispiel: In einem Schlafsack mit Komfort-Temperatur 0° kannst du bei knappem Bodenfrost gerade noch schlafen, ohne zu frieren.
  2. Grenztemperatur T lim: Dieser Wert wird für einen »Standard-Mann« (25 Jahre, 70 kg, 1,73 m) berechnet, der gerade noch nicht friert.
  3. Extremtemperatur T ext: Dieser Wert wird für eine »Standard-Frau« (25 Jahre, 60 kg, 1,60 m) unter starker Kältebelastung berechnet. Hier besteht erhöhtes Risiko der Unterkühlung.

Als Orientierungswert beim Schlafsackkauf sollte die Komforttemperatur dienen. Du solltest aber bedenken, dass Kälteempfinden individuell unterschiedlich und tagesformabhängig ist. Wenn du dazu neigst, schnell zu frieren, empfiehlt es sich einen Schlafsack mit einer niedrigeren Komforttemperatur zu wählen. Nach einem sehr anstrengenden Tag, einer zu knappen Mahlzeit oder bei Krankheit, kann das Temperaturempfinden abweichen. Auch Luftfeuchtigkeit, Wind, das Innenzeltmaterial und die Isolierleistung der Isomatte spielen eine große Rolle. Rechne auf jeden Fall eine ausreichende Temperaturreserve ein. Falls der Schlafsack zu warm sein sollte, kannst du den Reißverschluss öffnen, oder den Sack sogar nur als Decke verwenden.

Alle Angaben unserer Schlafsäcke entsprechen der Norm mit Ausnahme der Expeditionsschlafsäcke (außerhalb der Messwerte) und Kinderschlafsäcke: Hier wurde bis heute keine einheitliche Lösung gefunden. Daher werden dort weiter unsere eigenen Werte angegeben, die eine Mischung aus Herstellerangabe und unserer eigenen Einschätzung eines Produktes darstellen.

Daune oder Kunstfaser – was empfiehlt sich wo?

Nachdem du den richtigen Temperaturbereich ermittelt hast, stellt sich die Frage, ob für dein Vorhaben ein Kunstfaser– oder ein Daunenschlafsack besser geeignet ist. Schläfst du auf deiner Reise im Gebäude, im Zelt oder unter freiem Himmel? Zeltest du nah am Wasser und musst mit starker Taubildung rechnen oder planst du gar eine Reise in ein regenreiches Gebiet? Soll dein Schlafsack leicht und klein komprimierbar sein, oder spielt das Packmaß eine untergeordnete Rolle? Das sind die Fragen, die du dir stellen solltest, ehe du dich für einen Kunstfaser- oder Daunenschlafsack entscheidest. Hier erklären wir die wesentlichen Unterschiede:

Daunenschlafsack

Schlafsack-Daunen sind die Flaumfedern von Enten und (oder) Gänsen und übernehmen im Schlafsack dieselbe Funktion wie in der Natur. Die flauschigen Daunen aus dem Untergefieder der Wasservögel besitzen eine außerordentlich gute Wärmeisolation und können Feuchtigkeit hervorragend aufnehmen und später kontrolliert wieder abgeben. Die dreidimensionalen, hauchfeinen Federn umschließen viel Luft und speichern so die Körperwärme. Das Naturprodukt Daune ist deshalb in vielerlei Hinsicht ein unübertroffenes Füllmaterial von Schlafsäcken.

Hochwertige Gänse- und Entendaunen sorgen für die beste Wärmeisolation im Verhältnis zu Volumen und Gewicht. Die daunenweiche Füllung ist sehr leicht, anschmiegsam und stark komprimierbar. In der Praxis sorgen diese einzigartigen Eigenschaften für viele Vorteile: Daunenschlafsäcke sind bei gleicher Isolationsleistung im Vergleich zu Kunstfaserschlafsäcken leichter, sie sind stärker komprimierbar und damit viel kleiner zu verpacken. Du wirst staunen, wieviel Platz du mit einem klein gestopften Daunenschlafsack in deinem Rucksack schaffen kannst!

Auch das Schlafklima im geschlossenen Daunenschlafsack ist deutlich angenehmer, weil die flauschigen Federchen sehr atmungsaktiv sind, aber auch Körperfeuchtigkeit aufnehmen können.

Bei allen Vorzügen hat Daune auch seine ihre Schwächen. Die zarten Federchen kollabieren, wenn sie richtig nass werden und verlieren dann ihre Isolation. So kann es passieren, dass die Füllung zu klumpen beginnt und kaum noch wärmt. Das passiert dir aber nur, wenn du mit deinem Schlafsack draußen bei sehr starker Taubildung oder sogar im Regen liegst. In jedem Fall musst du einen Schlafsack mit Daunenfüllung regelmäßig lüften und gründlich trocknen. Und du musst beachten, dass ein Daunenschlafsack länger zum Trocknen braucht, als ein Kunstfaserschlafsack. Wenn du aber deinen Schlafsack richtig pflegst und sachgerecht einsetzt, hast du lange Spaß an deinem Daunenschlafsack, denn die Naturdaune verfügt über eine sehr lange Lebensdauer. Liegt dir das Wohl der Tiere am Herzen, wählst du am besten einen Schlafsack, der nach dem »Responsible Down Standard« gefertigt wurde.

Fazit: Ein Daunenschlafsack ist für fast alle sportlichen Aktivitäten, für viele Reisearten und unterschiedlichste Klimazonen die richtige Wahl, solange du dafür sorgst, dass dein Schlafsack trocken bleibt. Und erst recht, wenn du großen Wert auf kleines Packmaß, perfekten Schlafkomfort und hohe Qualität legst. Die Qualität und Einzigartigkeit von Daune schlägt sich allerdings auch im Preis nieder. Daunenschlafsäcke sind im Durchschnitt etwas teurer als Kunstfaserschlafsäcke.

Ein letzter Tipp: du möchtest keinesfalls auf Daune verzichten und trotzdem einen besseren Feuchtigkeitsschutz? Es gibt auch imprägnierte, wasserabweisende Daunenfüllungen, die beständiger gegen Feuchtigkeit sind. Imprägnierte Daunen haben aber auch ihren Preis und du benötigst sie nur, wenn du wirklich alle Reserven aus deinem Daunenschlafsack kitzeln musst.

PRO

  • Leicht
  • Kleines Packmaß
  • Hohe Isolationsfähigkeit
  • Hoher Schlafkomfort
  • Lange Lebensdauer

CONTRA

  • Empfindlich gegen Nässe & Feuchtigkeit
  • Höherer Preis

Kunstfaserschlafsack

Unter feuchtklimatischen Bedingungen spielen synthetische Füllungen ihre Stärken aus.

Die gängigste Füllung bei Outdoor-Schlafsäcken ist eine synthetische Isolationsschicht, die aus feinsten, hohlen Polyesterfasern besteht. Mehrere Schichten aus dichtmaschigem Polyester-Vlies übernehmen im Kunstfaserschlafsack die Wärmedämmung. Auch hier gilt: je feiner und bauschiger das Vlies, je mehr umschlossene Luft, umso wärmer der Schlafsack. Hochwertige Füllungen verfügen sogar über Kunstfasern mit Silikonbeschichtung. Das verhindert ein Verhaken der eigentlich recht spröden Faserstruktur und sorgt für eine noch geringere Feuchtigkeitsaufnahme und längere Haltbarkeit. Je aufwändiger diese Oberflächenbehandlung ist, umso hochwertiger und langlebiger sind Füllung und Schlafsack.

Kunstfaserschlafsäcke sind in der Regel günstiger als ein Daunenschlafsack, weil die Herstellung einer synthetischen Füllung weniger kostspielig ist als die Daunenproduktion. Aber der größte Vorteil ist die geringe Feuchtigkeitsaufnahme der synthetischen Isolation. Kunstfaser wärmt auch noch, wenn sie feucht ist, weil sie in feuchtem Zustand nicht klumpt und damit ihre Isolationsleistung nicht verliert. Ganz ähnlich, wie du es vielleicht von deiner Funktionsbekleidung kennst. Das macht Kunstfaserschlafsäcke so beliebt. Sie sind unempfindlich, robust und die Pflege ist unkompliziert. Wird dein Schlafsack einmal nass, oder du kippst aus Versehen ein Getränk darüber? Kein Drama! Der Schlafsack wärmt dich trotzdem noch und trocknet schnell.

Kunstfaser überzeugt mit vielen praktischen Eigenschaften, aber bei Gewicht und Packmaß schneidet auch die beste Kunstfaser schlechter ab als einfache Daune. Die synthetische Polyester-Füllung ist bei gleicher Wärmeleistung weniger komprimierbar und schwerer als Daune. Das spielt eine gewichtige Rolle, wenn du deinen Schlafsack häufig selber tragen musst.

Auch das Schlafklima in einem Kunstfaserschlafsack ist spürbar weniger angenehm, weil die synthetischen Fasern einen geringeren Feuchtigkeitstransport haben und somit nicht den daunentypischen, trockenen Schlafkomfort erreichen. Auch in der Haltbarkeit zieht Kunstfaser im Vergleich mit Daune den Kürzeren, selbst wenn du deinen Schlafsack gut pflegst. Im Lauf der Zeit nimmt die Isolation bei Synthetikschlafsäcken schneller ab als bei (gut gepflegten!) Daunenmodellen. Das relativiert am Ende der Lebensdauer auch die Preisunterschiede von Kunstfaser und Daune.

Fazit: Kunstfaserschlafsäcke bieten überzeugende Leistung zu einem erschwinglichen Preis. Sie sind widerstandsfähig und pflegeleicht. Und wenn du weniger Wert auf Packmaß und Gewicht legst, weil du zum Beispiel lieber Camping machst, anstatt den Schlafsack auf langen Trekkingtouren selber tragen musst, dann liegst du mit einem Synthetikschlafsack genau richtig. Auch wenn der Schlafsack stark beansprucht wird und du ihn oft waschen musst (Kinder!), ist Kunstfaser eine gute Wahl. Eine klare Kaufempfehlung für Kunstfaser gibt es, falls du in Einsatzgebiete mit permanent hoher Luftfeuchtigkeit reist, oder du damit rechnen musst, dass dein Schlafsack nass werden könnte. Bei Reisen in die Tropen, auf einer Kanutour, oder wenn du gerne unter freiem Himmel schläfst (im Biwak), ist ein Kunstfaserschlafsack dein bester Begleiter.

PRO

  • Wärmt auch in feuchtem Zustand
  • Trocknet schnell
  • Robust
  • Pflegeleicht
  • Günstiger Preis

CONTRA

  • Schwerer
  • Größeres Packmaß
  • Geringere Lebensdauer

Mumienschlafsack, Deckenschlafsack oder Eiform? Was sollte ich wählen?

Hast du dich beim Schlafsack für einen Temperaturbereich und eine Füllung entschieden, ist es an der Zeit, die für dich zweckmäßige Passform zu finden.

Schlafsack ist nicht gleich Schlafsack! Je nach Einsatzzweck, Komfortbedarf oder Schlaftyp gibt es mehr oder weniger geeignete Schnitte. Grob unterteilt werden sie in drei Gruppen: Mumienschlafsack, Eiförmiger Schlafsack und Deckenschlafsack.

Mumienschlafsack

Ein Mumienschlafsack ist der Kontur eines liegenden Menschen nachempfunden: Eine eng umschließende Kapuze, an Oberkörper und Armen etwas großzügiger geschnitten, zu den Beinen verjüngt sich der Schnitt wieder. Diese Passform bietet die beste Balance aus Wärmeisolierung, Raumangebot, Komfort und Gewicht. Die Wärmeabgabe kann durch den körpernahen Schnitt optimal gespeichert werden, es gibt keine unausgefüllten Hohlräume, die unnötig mit Körperwärme aufgeheizt werden müssen, denn das kostet dich viel Energie.

Weil der effiziente Schnitt auf überflüssiges Material verzichten kann, profitiert der Mumienschlafsack mit einem vergleichsweise geringen Gewicht und kleinem Packmaß. Wenn du echte Performance von deinem Schlafsack verlangst und wenn du ihn oft bei kühlen Temperaturen verwenden möchtest, dann ist der Mumienschlafsack sehr empfehlenswert. Auch für die meisten Outdoor-Aktivitäten, bei denen Packmaß und Gewicht relevant sind, ist ein Mumienschlafsack die richtige Wahl.

Brauchst du noch mehr Komfort und Bewegungsfreiheit und kannst auf maximale Wärme-Effizienz verzichten, dann solltest du nach einem anderen Schnitt Ausschau halten.

Noch ein Komfort-Tipp: Viele (baugleiche) Modelle kannst du zu einem großen Doppel-Schlafsack koppeln, wenn sie mit Reißverschluss-links und Reißverschluss-rechts ausgestattet sind.

PRO

  • Sehr gute Wärmeisolierung
  • Effizienter Schnitt
  • Geringes Gewicht und Packmaß

CONTRA

  • Weniger Bewegungsfreiheit

Deckenschlafsack

Deckenschlafsäcke sind in der Regel rechteckig mit großem umlaufenden Reißverschluss. Im Deckenschlafsack hast du fast das Gefühl, zuhause in deinem Bett zu liegen. Schlafkomfort ist der größte Trumpf dieser Passform. Im Deckenschlafsack hast du viel Bewegungsfreiheit und genießt eine total entspannte Schlafposition. Wenn du den Reißverschluss komplett öffnen kannst, erhältst du eine große, gemütliche Decke.

Der Preis für den maximalen Komfort sind deutlich verringerte Isolationsleistung, sowie ein merklich größeres Packvolumen und Gewicht. Diese Schlafsäcke sind ideal für sommerliche Temperaturen, für gelegentliches Camping und für Festivals, wenn beim Transport das Packmaß keine Rolle spielt. Klasse auch bei Übernachtungen in geschlossenen Räumen (Hüttenschlafsack), wenn du dich lieber in eigenes Bettzeug hüllen möchtest oder als Gäste-Decke.

PRO

  • Schlafkomfort
  • Meist auch als Decke verwendbar

CONTRA

  • Geringere Isolationsfähigkeit
  • Größeres Gewicht & Packmaß

Eiförmiger Schlafsack

Ein Eiförmiger Schlafsack ist der goldene Mittelweg zwischen maximaler Effizienz und größtmöglichem Komfort, ein guter Kompromiss zwischen Mumienschlafsack und Deckenschlafsack. In einem Eiförmigen Schlafsack hast du viel Platz im Schulter- und Kniebereich, kannst dich (im Schlafsack) drehen und wenden, wie du möchtest. Ideal, wenn du ein bewegungsfreudiger Schläfer bist, oder ein Seitenschläfer, der lieber mit angezogenen Knien schläft. Auch als kräftig gebauter Schläfer bist mit dieser Form gut beraten.

Außerdem ist ein Eiförmiger Schlafsack eine gute Wahl für Camper und Outdoor-Sportler, die mit dem etwas eingeschränkten Platzangebot eines Mumienschlafsack nicht zurechtkommen, aber mehr Wärme brauchen, als ein Deckenschlafsack zu bieten hat. Den Extra-Komfort bezahlst du allerdings mit größerem Gewicht und Packmaß. Und dir muss klar sein, dass ein Eiförmiger Schlafsack nicht an die Isolationsfähigkeit herankommt, die dir der effiziente Schnitt des Mumienschlafsacks bieten kann.

PRO

  • Guter Kompromiss aus Effizienz & Komfort
  • Für bewegungsfreudige Schläfer

CONTRA

  • Geringere Isolationsfähigkeit
  • Größeres Gewicht & Packmaß

Wie finde ich die richtige Schlafsacklänge?

Komfort und Wärmeleistung eines Schlafsackes sind nicht nur abhängig von Temperaturbereich, Füllung und Passform. Es ist auch entscheidend, dass du für deine Körpergröße die richtige Länge und Breite des Schlafsackes auswählst. Es ist ganz einfach: Je besser dir dein Schlafsack passt, umso wärmer ist er. Wir helfen dir, die richtige Größe zu finden.

Auch wenn du auf jedes Gramm und jeden Millimeter Packmaß achtest: dein Schlafsack sollte auf keinen Fall zu klein ausfallen. Wenn du mit Kopf, Schultern und/oder Füßen am Außenmaterial anstößt und die Füllung komprimiert wird, entstehen Kältebrücken im Schlafsack und du verlierst merklich an Wärmeleistung. Ist der Schlafsack zu groß, musst du unnötig viel Raum mit deiner Körperwärme aufheizen. Energie, die du vielleicht dringender zur Erholung benötigst. Wenn es einen Schlafsack in unterschiedlichen Größen gibt, wähle das nächstgrößere Modell, das deiner Körpergröße am nächsten kommt. Vermeide, wenn möglich, unnötige Leerräume. Schließlich soll dein Schlafsack effizient wärmen und außerdem schleppst du keinen unnötigen Ballast mit dir herum.

Willst du auf Nummer sicher gehen, dann kommst du um ein Probeliegen nicht herum. Nur so kannst du wirklich feststellen, ob der Schlafsack richtig passt. Ideal ist, wenn bei aufgezogener Kapuze zwischen Kopf, Füßen und Schlafsack jeweils noch eine Handbreit Platz ist. Teste auch, ob der Schlafsack deiner bevorzugten Schlafposition (Rückenschläfer, Seitenschläfer, Bauchschläfer) nachkommt. Viel Komfort und Wärme verschafft dir eine vorgeformte Fußbox. Sie erlaubt dir, in einer natürlichen Fußhaltung zu schlafen, ohne dass die Zehen am Außenmaterial anstehen.

Welche Konstruktions- und Ausstattungsunterschiede gibt es bei Schlafsäcken?

Bauschkraft, Kammerkonstruktionen und viele clevere Details sorgen für große Preis-und Ausstattungsunterschiede bei Schlafsäcken.

Bauschkraft

Das auffälligste und greifbarste Qualitätsmerkmal eines Schlafsacks ist die Bauschkraft. Sie gibt an, wie schnell der Schlafsack, nachdem er komprimiert wurde, wieder seine ursprüngliche Form einnimmt. Bei einem Daunenschlafsack kommt es dabei vor allem auf die Qualität, die Zusammensetzung und die Menge der Daunen an.

Daunen-Bauschkraft wird in »Cuin« gemessen. Gute Schlafsäcke sollten 600 Cuin überschreiten, ab 800 Cuin ist dein Schlafsack im Highend-Bereich. Auch auf das Verhältnis von Daunen und Federchen solltest du achten. Je mehr Daune, umso wärmer und bauschiger ist dein Schlafsack, allerdings auch teurer. Eine Angabe von 90/10 bedeutet ein Mischverhältnis von 90 % Daune und 10 % Federn und spricht schon für einen richtig guten und warmen Schlafsack.

Bei Kunstfaserschlafsäcken gibt es kein einheitliches Messsystem wie bei Daune, trotzdem versuchen Hersteller mit aufwändig beschichteten Synthetik-Füllungen die natürliche Bauschkraft von Daune zu imitieren.

Kammerkonstruktion

Ein weiterer Kostenfaktor sind komplizierte Kammerkonstruktionen, welche das Verrutschen der Füllung verhindern und damit Kältebrücken verhindern.

  • H-Kammer: Einfachste Kammerkonstruktion für Daunenschlafsäcke, leicht und bewährt. Viel Platz zum Aufbauschen der Daunenfüllung.
  • V-Kammer: Bietet bei Daunenschlafsäcken eine sehr gute Isolation. Dank der großen Überlappung sind Kältebrücken fast ausgeschlossen, gute Fixierung der Füllung. Perfekt für warme Winterschlafsäcke. Aufgrund des erhöhten Material- und Nahtaufwand relativ schwere Kammer-Bauweise.
  • Trapez-Kammer: Guter Kompromiss aus Wärmeleistung, Stabilität und Daunen-Fixierung. Effiziente Vermeidung von Kältebrücken und Reduzierung des Gewichts. Ideal für 3-Jahreszeiten-Schlafsäcke.
  • Schindel: Ziegelartiger Kammeraufbau und gängige Konstruktion für Kunstfaserschlafsäcke. Gleichmäßige Verteilung der Kunstfaser-Füllung über dem gesamten Schlafsack. Ein Verrutschen des Materials innerhalb des Schlafsackes ist praktisch unmöglich.

Verarbeitungsdetails

  • Wärmeoptimierung: Wenig Nähte auf der Außenhülle verhindern Kältebrücken und verringern die Windanfälligkeit. Ein flauschiger Wärmekragen, eine gedämmte Reißverschlussabdeckung und eine körpernah geschnittene Kapuze sorgen für Extra-Wärme, weil damit deine Körperwärme länger im Schlafsack konserviert wird!
  • Einfaches Handling: Viele clevere Details, die du auch schon bei Mittelklasse-Schlafsäcken findest, machen deinen Schlafsack komfortabler und wärmer. Das tägliche Handling ist unkomplizierter, wenn dein Schlafsack über Klemmschutzband am Reißverschluss, 2-Wege-RV, Zipper-Garage und eine Innentasche verfügt.
  • Reißverschluss: Viele Schlafsäcke sind mit links- oder rechtsseitigem Reißverschluss erhältlich. Auf welcher Seite der Reißverschluss angebracht ist, ist letztlich nur eine Frage des Geschmacks und persönlicher Angewohnheiten. Rechtshänder tun sich leichter mit einem Reißverschluss auf der linken Seite und umgekehrt. Entscheidender ist, dass der Zipper mit einer gefütterten Wärmeleiste abgedeckt ist. Sie verhindert einen schnellen Wärmeverlust am ungedämmten Reißverschluss. Mit einem 2-Wege-RV kannst du deinen Schlafsack auch am Fußende öffnen und besser klimatisieren.
  • Günstige Sommerschlafsäcke gibt es ab 50 € aufwärts, aufwändige Expeditions- und Winterschlafsäcke können bis zum 10- oder 20-fachen kosten. Die Preisunterschiede liegen in Qualität, Verarbeitung, Performance und an vielen nützlichen Detaillösungen.

Schlafsäcke to Go: Was muss ich berücksichtigen, wenn ich mit dem Rucksack, Fahrrad oder Kajak unterwegs bin?

Wenn du deinen Schlafsack, im Rucksack, in der Fahrradtasche oder Bootsluke unterbringen musst, solltest du neben den bereits erwähnten Auswahlkriterien (Temperatur, Feuchtigkeit, Form und passende Größe) ein besonderes Augenmerk auf das Packmaß des Schlafsacks legen. Auch das Gewicht spielt natürlich eine große Rolle, wenn man es täglich selber schultern muss.

  • Auf einer Rucksackreise, einer Fahrrad- oder Kanutour sind deine Transportkapazitäten in der Regel streng limitiert und Platz ist ein knappes Gut. Außerdem spürst du jedes überflüssige Gramm, sobald du dein Gepäck selbst bewegen musst! Deshalb bist du gut beraten, wenn du einen möglichst kleinen und leichten Schlafsack mit dir trägst . Weil Daunenschlafsäcke das beste Verhältnis von Wärme zu Gewicht und Packmaß bieten, eignen sie sich am besten als Schlafsack to Go. Kleiner und leichter als ein Daunenschlafsack geht nicht! Vor allem, wenn du deinen Schlafsack mit einem Kompressionsbeutel auf sein minimales Packmaß schrumpfen lässt. Falls du mit hoher Luftfeuchtigkeit rechnen musst, z. B. beim Übernachten in Gewässernähe, aber im Packmaß so limitiert bist, dass ein Kunstfaserschlafsack nicht in Frage kommt, dann sind Schlafsäcke mit imprägnierte Daunen die erste Wahl.
  • Beim Wandern spielt das Gewicht deines Schlafsackes die wichtigste Rolle, gefolgt vom Packmaß. Es empfiehlt sich den Schlafsack in einem wasserdichten Beutel einzupacken, da die meisten Trekkingrucksäcke keinen hundertprozentigen Schutz vor Regenwasser bieten.
  • Auf Radreisen steckt der Schlafsack üblicherweise in einer wasserdichten Fahrradtasche. Wichtigster Faktor ist hier das Packmaß, gefolgt vom Gewicht. Ob das Rad mit einem Schlafsack von 1000 g oder 1300 g beladen ist, spielt nahezu keine Rolle.
  • Beim Paddeln kommt es auf die Größe des Bootes an. Eigentlich ist hier nur das Packmaß entscheidend und das Gewicht nur bei häufigem Umtragen relevant. Der Schlafsack (wie auch die restliche Ausrüstung) sollte immer wasserdicht verpackt sein.
Erik Boomer Wer bei einer Kanutour nicht auf seinen Daunenschlafsack verzichten will, muss besonders aufpassen, dass die »Penntüte« nicht nass wird.

Was muss ich tun, damit ich unterwegs gut im Schlafsack übernachten kann?

Damit die Nächte auch unterwegs erholsam sind, solltest du deinem Schlafsack ausreichend Pflege und sorgsames Handling anvertrauen.

  • Nimm deinen Schlafsack rechtzeitig vor dem Schlafen (am besten eine Stunde vorher) aus dem Kompressionsbeutel und schüttele ihn vorsichtig (sonst können die Kammern reißen) auf, damit sich die Bauschkraft der Füllung voll entfalten kann.
  • Am nächsten Morgen, nach dem Schlafen, den Schlafsack erneut aufschütteln, gut auslüften und möglichst vollständig trocknen lassen, falls er feucht geworden ist.
  • Um den Schlafsack in dem Kompressionsbeutel zu verstauen, den Schlafsack mit dem Fußende beginnend Stück für Stück in den Beutel stopfen. So kann die Luft aus dem Schlafsack besser nach oben entweichen und es wird jede Ecke des Packsacks ausgefüllt. Damit kannst du den Schlafsack noch kleiner komprimieren. Schlafsäcke mit Membran werden übrigens immer mit der Innenseite nach außen eingepackt, da die Lust sonst nur schwer entweichen kann.
  • Den Schlafsack nicht zusammenrollen oder falten. Das beschädigt die Daunen- oder Kunstfaserfüllung, weil der Füllstoff und die Kammerwände immer an der gleichen Stelle geknickt und komprimiert werden. Der Schlafsack verliert so an Dichte und Isolationsfähigkeit.
Michael Neumann Regelmäßiges Lüften und Trocken – vor allem bei Daunen essentiell.

Was muss ich beim Biwakieren im Schlafsack beachten?

Für die einen ist es der pure Notfall, für andere ein echter Traum. Ein Biwak unter freiem Sternenhimmel verlangt auf jeden Fall nach einem guten Schlafsack – nur so behältst du das unvergessliche Naturerlebnis in guter Erinnerung!

  • Wenn du nachts auf dein Zelt verzichten und unter freiem Himmel übernachten möchtest, solltest du darauf vorbereitet sein, dass du richtig nass werden kannst. Selbst (oder gerade) wenn keine Wolken am Himmel sind und es nicht einmal regnet! Sinkt die Temperatur der Luft unter ihren Taupunkt, was in unseren Breiten häufig bei bodennaher Luft in den frühen Morgenstunden der Fall ist, dann verflüssigt sich ein Teil des Wasserdampfes und schlägt sich als Tau oder Nebel auf deinem Schlafsack nieder. Das Resultat kann ein klatschnasser Schlafsack sein, der dann seine Isolationsfähigkeit stark einbüßt.
  • Im Freien schützt dich ein Biwaksack vor Feuchtigkeit und Schmutz. Ein Biwaksack ist eine wind- und wasserdichte Hülle für deinen Schlafsack. Zusätzlich zum Nässeschutz bringt dir ein Biwaksack ein Plus von etwa 5°C Wärmeleistung.
  • Nicht atmungsaktive Biwaksäcke sind nicht mehr als ein Wind- und Regenschutz für Notsituationen. Diese Modelle sind nicht dampfdurchlässig, das Schlafklima ist daher recht feucht und nicht sehr angenehm.
  • Für ein trockenes und komfortables Biwak bei kalten und nassen Bedingungen benötigst du eine atmungsaktive Schlafsackhülle. Du solltest aber wissen: wie bei jedem Funktionsgewebe sind der Dampfdurchlässigkeit physikalische Genzen gesetzt. Komplett trocken bleibst du auch in einem Biwaksack nur selten. Und achte darauf, dass der Reißverschluss von Biwaksack und Schlafsack möglichst auf derselben Seite sind.
  • Biwaksäcke aus gewachster oder imprägnierter Baumwolle stellen einen guten Kompromiss zwischen sehr guter Atmungsaktivität, leichtem Feuchtigkeitsschutz und Schmutzschutz dar. Sie sind deshalb ideal für die Verwendung in Kombination mit einem Tarp und eignen sich zum Beispiel sehr gut für Pfadfinder.

Welche Schlafsäcke sind koppelbar?

Du kannst zwei Schlafsäcke an den Reißverschlüssen miteinander koppeln und zu einem großen, kuscheligen Doppelschlafsack verbinden. Dazu braucht es bestimmte Voraussetzungen. Du benötigst zwei Schlafsäcke des gleichen Modells – einmal mit Links-, einmal mit Rechts-Zipper. Außerdem müssen die Reißverschlüsse genau übereinstimmen und die gleiche Länge haben, damit die Kopplung reibungslos funktioniert.

Ich suche einen günstigen Schlafsack für Gäste.

Du suchst einen günstigen Schlafsack für gelegentliche Übernachtungen deiner Gäste? Dann brauchst du natürlich keinen aufwändigen 3-Jahreszeiten- oder Highend-Winterschlafsack aus Daune.

Als Gästeschlafsack eignet sich hervorragend ein einfacher, komfortabler Hütten- oder Deckenschlafsack. Ideal ist ein gemütlicher, breiter Schlafsack mit langem, umlaufenden Reißverschluss, so dass du ihn auch als Decke verwenden kannst.

Solange deine Gäste nicht im Freien übernachten sollen, musst du dich auch nicht um den Temperaturbereich kümmern, ein Sommerschlafsack ist bei einer Übernachtung in geschlossenen Räumen praktisch immer ausreichend. Entscheidest du dich für einen Schlafsack mit Kunstfaserfüllung, bekommst du ein extrem pflegeleichtes Gästebett zu einem günstigem Preis. Möchtest du deinen Gästen mehr Luxus und maximalen Schlafkomfort bieten, dann bist du mit Daune gut beraten.

Für hochsommerliche Temperaturen eignen sich auch Leicht-Reiseschlafsäcke und Inletts aus Baumwolle, Seide oder Fleece. Du kannst die praktischen Hütten- oder Deckenschlafsäcke natürlich auch selbst verwenden. Sie sind ideal für Sommertouren mit Bulli, Camper oder Dachzelt, für Hostel oder Berghütte. Wird der Schlafsack nicht benötigt, verschwindet er dank kleinstem Packmaß daheim in jedem Schrank!

Brauche ich ein Schlafsack-Inlett?

Ein Inlett ist ein dünner, leichter und aus einfachem Material geschnittener Schlafsack, der wie ein Bettbezug für deinen Schlafsack funktioniert. Wir empfehlen dir zu deinem Schlafsack ein passendes Inlett, denn mit einem Inlett kannst du gleichzeitig den Schlafkomfort, die Isolationsfähigkeit und die Haltbarkeit deines Schlafsackes erhöhen. Du kannst das Inlett ergänzend zu deinem Schlafsack, aber auch eigenständig als dünnen Sommer- oder Hüttenschlafsack nutzen. Das macht ein Inlett so vielseitig. Es gibt Inletts in Mumienform und in rechteckiger Form.

  • Das Inlett verlängert die Lebensdauer deines Schlafsackes. Deinen Schlafsack solltest du so selten wie möglich, aber so häufig wie nötig waschen. Als Faustregel gilt: Ein Schlafsack benötigt nach ca. 60 Nächten (ohne Verwendung eines Inletts) oder ca. 120 Nächten (mit Inlett) eine Wäsche. Jede Wäsche reduziert die Wärmeleistung des Schlafsacks im Vergleich zum Neuzustand.
  • Ein Inlett verbessert die Schlafsackhygiene und schützt deinen wertvollen Schlafsack vor Schmutz und Schweiß. Das Inlett kann immer und jederzeit leicht gewaschen werden. Auch und besonders für Kinder ist ein Inlett eine gute Wahl!
  • Auch als Hüttenschlafsack oder als Schutz in fragwürdigen Hotels leistet ein Schlafsack-Inlett hervorragende Dienste. In vielen Unterkünften (Hostels, Jugendherbergen & Hotels) dient dir ein Inlett als Deckenersatz, Hüttenschlafsack oder als hygienische Alternative zur vorhandenen Bettwäsche. In warmen oder tropischen Gegenden ist ein Inlett meist der ideale Ersatz für einen (zu warmen) Schlafsack.
  • Wenn du ein Inlett häufiger als Leicht- und Hüttenschlafsack in Gebrauch hast, dann bringt dir eine rechteckige Form mehr Bewegungsfreiheit und Schlafkomfort.
  • Wenn du das Inlett hauptsächlich in Verbindung mit deinem Mumienschlafsack verwendest, bist du mit einem mumienförmigen Inlett gut beraten. Achte auch auf ein Kapuzen-Kopfteil mit Kordel, wenn du dein Inlett als zusätzliche Isolationsschicht einplanst.

Es gibt Inletts mit unterschiedlichen Dicken und Materialien für unterschiedliche Temperaturen und Einsätze:

  • Baumwolle ist günstig, strapazierfähig und besonders in der warmen Jahreszeit sehr angenehm. Im Gegensatz zu Kunstfaser-Inletts trocknen sie jedoch etwas langsamer.
  • Ägyptische Baumwolle ist besonders langfaserig und deutlich weicher und leichter als Baumwolle. Sie ist ebenfalls strapazierfähig, trocknet aber schneller als klassische Baumwolle.
  • Seide ist sehr angenehm weich auf der Haut und temperaturausgleichend. In heißen Gebieten kühlt Seide angenehm, wogegen sie bei Kälte wärmt und ein deutliches Temperaturplus erzielt. Seide hat eine geringe Nass-Reiß-Festigkeit und ist deshalb auch in Ripstop-Varianten erhältlich. Das beste Wärme-Gewichts-Verhältnis haben Seiden-Inletts.
  • Merinowolle ist die kratzfreie, weiche und hochwertige Wolle des Merinoschafs. Sie ist temperaturregulierend und bleibt auch bei häufiger Nutzung geruchsneutral. Merinowolle muss seltener gewaschen werden, da sie selbstreinigend ist und wärmt auch bei Nässe (bis die Wolle gesättigt ist).
  • Fleece ist atmungsaktiv, pflegeleicht, trocknet schnell und bietet einen hohen Wärmerückhalt. Auch als Hüttenschlafsack oder für Wintertouren ideal.

Tipps gegen Frieren

Auch ein guter Schlafsack kommt unter erschwerten Bedingungen an seine Komfort-Grenzen. Zum Beispiel kann dich ein unerwarteter Kälteeinbruch in deinem Schlafsack bibbern lassen, oder dir wird vor Müdigkeit und Erschöpfung gar nicht mehr richtig warm. Wenn du deine Komfort-Temperatur nicht mehr erreichen kannst, gibt es immer noch ein paar Tricks, wie du es mollig warm im Schlafsack bekommen kannst. Du solltest nicht vergessen: Dein Schlafsack kann keine Wärme produzieren – er kann nur deine vorhandene Körperwärme bewahren!

  • Hol deinen Schlafsack frühzeitig aus dem Kompressionsbeutel heraus, schüttele und breite ihn im Zelt aus. Nur so kann er seine volle Bauschkraft und Wärmeleistung entfalten. Abends musst du nur noch in den flauschigen Schlafsack schlüpfen.
  • Isomatte und Schlafsack müssen ein aufeinander abgestimmtes Schlafsystem bilden. Der beste Winterschlafsack nutzt dir nichts, wenn kalter Boden oder zirkulierende Luft deinem Körper Energie rauben. Deshalb brauchst du auch eine Isomatte, die den entsprechenden Außentemperaturen angepasst ist. (Tipp: Man kann auch zwei Matten kombinieren. Der R-Wert addiert sich. Notlösung: Bekleidung, Tarp und andere nicht benötigte Sachen unter die Isomatte legen oder trockenes Moos oder Laub unter dem Zelt ausbreiten).
  • Wenn du schon ausgekühlt in den Schlafsack schlüpfst, wird dir so schnell auch nicht warm. Wärm dich am Lagerfeuer auf, trage genug warme Kleidung vor dem zu Bett gehen, oder mache ein paar Aufwärm-Übungen bis dein Kreislauf anspringt und deinen Körper mit ausreichend Wärme versorgt.
  • Die Leistung deines Schlafsacks kannst du ganz einfach erhöhen, indem du lange Funktionswäsche und dicke Socken trägst. Je mehr Schichten, umso wärmer wird dir. In einer kalten Nacht hilft auch eine Mütze. Kopf und Gesicht sind im Schlafsack der einzige Kontakt zur kalten Außenluft. Eine Mütze ist daher ein effektiver Kälteschutz.
  • Trage keine feuchte, verschwitzte Kleidung im Schlafsack. Durch die Verdunstungskälte verlierst du viel Energie. Achte auf trockene Ersatzwäsche!
  • Geh nicht hungrig ins Bett. Wenn du deine Energiereserven nicht auffüllst, kannst du auch nicht genug Wärme produzieren und frierst schneller. Auch dehydriert kann dein Köper nicht mehr richtig heizen. Du solltest also auch ausreichend trinken.
  • Du kannst eine dichte und stabile Wasserflasche mit warmem Wasser füllen und am Fußende platzieren. Das wirkt Wunder! Solange du sicher bist, dass die Flasche kein Wasser verliert.
  • Ein Inlett verbessert die Wärmeleistung deines Schlafsackes deutlich. Wenn du kein Inlett hast, kannst du dir auch mit deiner Kleidung aushelfen. Breite dazu eine trockene Regenjacke oder noch besser eine Daunenjacke über dem Fußende aus. Damit kannst du bestimmt besser einschlafen.
  • Kombiniere zwei Schlafsäcke zu einem! Du kannst zum Beispiel einen Sommerschlafsack und einen etwas größeren 3-Jahreszeiten-Schlafsack ineinanderstecken und erhältst eine pfiffige Lösung für gelegentliche Wintertouren.

Brauche ich im Schlafsack ein Kopfkissen?

Wenn du Seitenschläfer bist, wirst du dich in einem Schlafsack ohne Kopfkissen sehr schwer tun. Du kannst etwas Kleidung in deinen Schlafsackbeutel stopfen und diesen als Kissenersatz benutzen. Sobald deine Sportwäsche zu müffeln beginnt, ist das aber kein Genuss. Zum Glück gibt es funktionale Reisekissen, die in jeden Rucksack passen und deinen Schlaf noch erholsamer machen.

Reisekissen gibt es in unterschiedlichsten Ausführungen und Funktionen. Sie reichen von klein verpackbaren, wattierten Kunstfaserkissen über praktische Nackenstützkissen (für Bus, Bahn & Flugzeug) bis hin zu ultraleichten Campingkissen zum Aufblasen. Die leichtesten Outdoorkissen sind minimalistische Meister. Unter 50 Gramm schwer, aufblasbar und verpackt sind sie kleiner als Faustgröße. Tagsüber merkst du kaum, dass du sie im Rucksack trägst, nachts sind sie das entscheidende I-Tüpfelchen für deine erholsame Nachtruhe.

Für besten Schlafkomfort gibt es sogar Reisekissen aus Viskose-elastischem Memoryschaum. Bist du oft in Hotels, Hostels und Jugendherbergen unterwegs, und traust der Kissenqualität und den Hygienestandards nicht, dann ist ein eigenes (passendes) Kissen im Gepäck auch eine gute Entscheidung!

Ein Aufbewahrungsbeutel verhindert ein dauerhaftes Komprimieren des Lofts.

Wie lagere und pflege ich meinen Schlafsack richtig?

Damit du dich möglichst lange in deinem Schlafsack wohlfühlst, braucht dein Schlafsack die richtige Pflege und Lagerung. Schlafsäcke brauchen für die Lagerung viel Platz, damit ihre Bauschkraft erhalten bleibt. Deshalb kommt der Schlafsack nur unterwegs in den Kompressionsbeutel. Daheim lagerst du deinen Schlafsack am besten in einem großen Aufbewahrungsbeutel.

Je häufiger du deinen Schlafsack verwendest, umso stärker wird er verunreinigt. Das kann Schmutz von außen sein, in der Regel setzt ihm aber dein Körper am meisten zu. Fette, Öle und Salze verkleben mit der Zeit die Füllung. Damit sinken Bauschkraft und Isolation. Du solltest daher deinen Daunen- oder Kunstfaserschlafsack regelmäßig waschen. Hier gilt: So selten wie möglich, so oft wie nötig.

Ausführliche Tipps für den Gebrauch und die Pflege deines Schlafsackes kannst du in unserer Beratung »Produktpflege Schlafsäcke« nachlesen.

Text: Manuel Arnu
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