Kaufberatung Zelte

Das Zelt ist auf deinem Outdoor-Abenteuer dein zweites Zuhause. Es bietet dir Schutz, Geborgenheit und eine Rückzugsmöglichkeit. Wir zeigen dir, wie du das richtige findest.

Das Angebot an Zelten ist so riesig wie die möglichen Einsatzbereiche: Vom Festival-Wochenende über den Familien-Campingurlaub bis zur Trekkingtour in Skandinavien oder Winterexpedition im Himalaja. Aber keine Bange, wir helfen dir hier durch.

Dein Weg zum perfekten Zelt

Tunnelzelt, Geodät, Sturmabspannung, Ultraleichtzelt … die riesige Auswahl und das Fachchinesisch scheinen beim Zeltkauf anfangs undurchdringlich. Don’t panic! Die Suche nach dem richtigen Zelt beginnt für dich mit vier einfachen Fragen. Darauf folgt etwas Hintergrundwissen zu Einsatzbereichen und Zelttypen. Danach wirst du deine Wahl treffen können, versprochen!

Vier Fragen an dich vor der Zeltauswahl

1. Wie wird das Zelt transportiert?

Bewegst du, wie fast alle Outdoorer, dein Zelt meistens aus eigener Kraft (mit Rucksack, Fahrrad oder Kanu), ist das Gewicht eines der wichtigsten Kriterien. Dann lies weiter.

Suchst du allerdings ein Campingplatz-Zelt für die Familie, das immer im Auto transportiert wird, spielt das Gewicht eine geringe Rolle. In diesem Fall kannst du gleich HIER weiterlesen.

2. Wie viele Personen sollen im Zelt schlafen?

Damit legst du die ungefähre Größe fest.

3. Was ist die typische Tour, die du mit deinem Zelt unternehmen willst?

Viele Einsteiger beginnen gedanklich beim klassischen Allroundbereich: »Ich brauche ein Zelt für zwei bis drei Personen; mal Wanderung, mal Campingplatz; meistens im Sommer, manchmal im Frühjahr oder Herbst«. Das ist auch nicht verkehrt.

Wenn du aber eine »typische Tour« benennen und so den Haupteinsatzbereich eingrenzen kannst, wirst du auch ein besseres Zelt für genau diese Art von Tour finden. Beispiele: Trekkingtour zu zweit in Skandinavien im Herbst. Oder: Solo-Radtour im sonnigen Süden.

Fjällräven

4. Willst du das Zelt darüberhinaus auch für spezielle Trips einsetzen?

Wenn du neben dem Haupteinsatzbereich (Frage 3) auch mit neuen Abenteuern liebäugelst, kannst du deren Anforderungen bei der Zeltwahl vielleicht schon berücksichtigen. Typische Beispiele: Du willst vielleicht mal eine Wintertour probieren, oder mit dem Zelt später mal auf eine große Reise gehen. Oder Nachwuchs ist unterwegs – dann wäre etwas Platzreserve ja nicht schlecht.

Platzangebot, Gewicht, Stabilität, Preis

Nun geht an die Eigenschaften, die dein Traumzelt mitbringen sollte. Die wichtigsten Kriterien sind Platzangebot, Gewicht, Stabilität und der Preis. Das eierlegende Wollmilchzelt, das gleichzeitig riesengroß, superleicht, sturmfest und spottbillig ist, gibt es leider nicht. Aber wenn du weißt, was dir wichtig ist, wird die Auswahl immer einfacher. Gehen wir mal der Reihe nach durch:

Platzangebot

Egal, ob man solo, zu zweit und mit der Familie zeltet – jeder will so viel Platz wie möglich. Allerdings erkauft man sich das mit mehr Gewicht, manchmal auch mit größerer Windanfälligkeit. Die Frage muss daher lauten: Wie viel Platz brauche ich tatsächlich?

Zunächst ist da die reine Liegefläche: Die Designer rechnen mit 50 bis 60 cm Breite pro Person, das entspricht auch der gängigen Isomatten-Breite (Regular: 50 cm, Large: 60 cm). Bei Ultraleichtzelten, wo jedes Gramm gezählt wird, können es auch mal nur 45 cm Liegebreite sein; bei einem Komfortzelt durchaus mehr als 60 cm.

Faustregel: Wenn du etwas mehr Platz möchtest, weil du groß bist, unruhig schläfst, gerne mal deinen Hund oder auf einer Wintertour besonders viel Gepäck dabei hast – dann wähle dein Zelt eine Nummer größer: Also statt eines 2-Personen-Zelts mit 120 cm ein 3-Personenzelt mit 180 cm. Oft gibt es auch Zwischengrößen (z.B. 2-bis-3-Personenzelte mit 150 cm).

Neben der Liegefläche brauchst du Ablageflächen für Rucksack, Schuhe und Kleinkram. Die großen und evtl. schmutzigen Sachen deponierst du im Vorzelt, auch Apsis genannt. Bei langen Touren mit wechselhaftem Wetter ist ein großzügiger Vorraum Gold wert. Aber auch im Innenzelt tragen ein eigenes Eckchen für den Waschbeutel oder praktische Seitentaschen für Taschenlampe und Co. zum Komfort bei. Achte auf solche Ablagemöglichkeiten.

Nicht zu vergessen ist das Thema Sitzhöhe. Wer sein Zelt wirklich nur zum Schlafen braucht, dem genügt im Prinzip eine niedrige Höhle. Je mehr Zeit man allerdings im Zelt verbringt – wegen schlechten Wetters, oder weil der Tourenpartner gerne lange ausschläft, desto wichtiger wird der Bereich, in dem man aufrecht sitzen und sich gut bewegen kann, zum Beispiel beim Umziehen. Bei den meisten Menschen liegt dieser Bereich bei ca. 100 bis 110 cm Innenzelthöhe. Wie groß diese Zone ist, hängt auch von Zelttyp und -Konstruktion ab, ein Tunnelzelt bietet zum Beispiel steilere Wände und damit mehr Lufthoheit als ein Kuppelzelt – aber dazu später mehr.

Tipp: Auf globetrotter.de findest zu allen Zelten Skizzen mit den genauen Innenmaßen.

Gewicht

Je leichter das Zelt, desto schöner die Tour. Beim Gewicht rechnet man am besten in »Kilogramm pro Schläfer«. 1,0 bis 1,5 kg sind für normale Zelte sehr gute bis gute Werte; 1,6 bis 2,0 kg noch tragbar. Für eine Tour zu viert kann ein 4-Personen-Zelt mit 5,5 kg also die leichtere Wahl sein als zwei 2-Personen-Zelte mit je 3,5 kg. (Bei solchen Gruppentouren verteilt man das Gewicht der gemeinsamen Ausrüstung entsprechend: Zum Beispiel nimmt einer das Außenzelt, einer das Innenzelt, einer das Gestänge und einer den Kocher).

Beim Gewicht zeigt sich auch das Können der Zeltdesigner, denn Gewicht spart man – erstens – durch kluge Konstruktionen, die oft seit zig Jahren immer wieder verbessert werden. Und – zweitens – durch den Einsatz bester Materialien bei Zeltstoffen und Gestänge, die viel aushalten und wenig wiegen. Das alles kostet. Aber je öfter und weiter du dein Zelt tragen wirst, desto mehr lohnt sich die Investition – quasi mit jedem Schritt.

Wer beim Zelt so richtig Gewicht sparen will, für den werden Ultraleichtzelte interessant, die weit unter 1 kg pro Schläfer wiegen können (1-Personen-Zelt unter 0,7 kg; 2-Personen-Zelt 1,1 kg). Dieser Gewichtsvorteil bringt aber in der Regel gewisse Einschränkungen bei Robustheit und Komfort mit sich.

Stabilität

Alle Zelte im Globetrotter Sortiment kommen mit ungemütlichen Bedingungen klar und wettern auch mal einen echten Sturm ab. Wer aber von vornherein weiß, dass er in extrem windigen oder regenreichen Regionen unterwegs ist – etwa Nordskandinavien, Schottland, Patagonien oder Hochgebirge – , sollte besonderen Wert auf die Stabilität legen. Es gibt nichts Beruhigenderes in einem Unwetter als ein Zelt, auf das man sich zu 100 Prozent verlassen kann.

Diese Stabilität in Extremsituationen erreicht man durch High-End-Materialien und ausgetüftelte Konstruktionen: Bei guten geodätischen Zelten etwa überkreuzen sich die Zeltstangen an statisch wichtigen Punkten, was die Gesamtstabilität dramatisch verbessert. Auch windschnittige Designs oder strategisch platzierte Abspannleinen machen Zelte sturmfest.

Preis

Du ahnst es bereits: Je hochwertiger ein Zelt, also leicht und gleichzeitig stabil, desto teurer ist es auch in der Herstellung. Ein kleiner Leitfaden:

Gelegenheits-Camper, die eine einfache Behausung fürs Festival, Microadventure oder die jährliche Zelttour mit den Kumpels suchen, finden bereits für 80 bis 100 Euro passende Modelle.

Einsteiger, die das Thema Trekking und Zelten erst noch erkunden möchten, sind in der Regel mit einem Allrounder gut beraten – oft ein solides Kuppelzelt für 2 bis 3 Personen in der Preisklasse zwischen 200 bis 300 Euro.

Zelt-Profis, die regelmäßig auf Tour gehen, investieren oft in ein Traumzelt mit ganz besonderen Eigenschaften, das sie dann viele Jahre nutzen und genießen. Für solche Dauernutzer wird das Zelt zum Reisebegleiter, zum integralen Bestandteil vieler wunderbarer Trips. Die Zelt-Oberklasse bei Trekkingzelten beginnt bei etwa 350 Euro. Je nach Größe, Ausstattung und Einsatzbereich kann es auch deutlich teurer werden. Ein expeditionstaugliches Winterzelt für zwei Personen kann dann auch mal über 1000 Euro kosten – ist sein Geld aber wert, denn ohne so ein Spezialzelt wäre eine autarke Wintertour gar nicht erst möglich.

Jahreszeit und Klimazone

Ein guter Weg, das richtige Zelt zu finden, liegt in der Frage nach dem zu erwarteten Wetter. Dieses hängt ab von der Reisezeit und der Klimazone der Zielregion. Praktisch jedes Zelt lässt sich in eine der drei folgenden Kategorien einordnen:

2-Jahreszeiten-Zelt

Für sommerliche Bedingungen, aber auch die Übergangszeiten Spätfrühling und Frühherbst (daher der Begriff 2-Jahreszeiten-Zelt); ideal auch für Reisen in warme und/oder tropische Gebiete.

Wichtige Kriterien sind maximale Belüftung und ausreichend Insektenschutz. Ein hochgezogenes Außenzelt (eine halbe bis ganze Handbreit Abstand zum Boden) lässt die Frischluft strömen, auch die Zeltöffnungen lassen sich bei Bedarf weit aufziehen. Das Innenzelt besteht zu großen Teilen aus Moskito-Gaze und kann im Idealfall auch separat (also ohne Außenzelt) aufgestellt werden. So kannst du in warmen und trockenen Sommernächten in die Sterne schauen, ohne dass dich Insekten nerven (Tipp: Bei Mücken-Alarm auf Tour kann man das Innenzelt auch mal schnell als Schutzkabine für die Mittagspause aufstellen). Und sollte es doch anfangen zu regnen, zieht man einfach schnell das Außenzelt drüber.

2-Jahreszeiten-Zelte gibt es in unterschiedlichen Größen und Formen.

Die meisten 2-Jahreszeiten-Zelte sind deshalb unkomplizierte Kuppelzelte (hier geht’s zu den unterschiedlichen Zelttypen) mit separat aufstellbarem Innenzelt. Bei Tunnelzelten und manchen Geodäten lässt sich das Innenzelt bauartbedingt nicht separat aufstellen. Einige Hersteller bieten hierfür aber Aufstellsets an.

Hitzegewitter Gewitter, Regenphasen und kräftige Winde verkraftet ein gutes 2-Jahreszeiten-Zelt natürlich auch, aber im Vordergrund stehen Luftigkeit und Leichtigkeit – es ist ja Sommer!

3-Jahreszeiten-Zelt

Für Frühjahr, Sommer und Herbst, ordentlich Reserven für schlechtes Wetter, klassisches Allroundzelt für Mittel- und Nordeuropa, Berge, kühle und feuchte Regionen.

3-Jahreszeiten-Modelle sind die Allrounder schlechthin. Ein breites Angebot deckt verschiedene Qualitätsstufen (einfach bis High-tech), Konstruktionsweisen (Kuppel, Tunnel, Geodät) und auch Einsatzschwerpunkte ab – manche Modelle tendieren Richtung leichtes Sommerzelt, andere sind nahezu wintertauglich.

Typischerweise bieten 3-Jahreszeitenzelte ausreichend Reserven für kühles, stürmisches und nasses Wetter. Das geht im Vergleich zum 2-Jahreszeitenzelt zu Lasten der Belüftung, die Innenzelte sind weniger luftig und die Zeltöffnungen kleiner. Das wird häufig über zusätzliche Lüfter im Außenzelt kompensiert. Die größere Robustheit der Konstruktion schlägt auch etwas aufs Gesamtgewicht.

Natürlich kann man sein 3-Jahreszeitenzelt trotzdem auch bei Sommerhitze nutzen. Einige Hersteller (z.B. Fjällräven, Hilleberg) bieten sogar separat zu kaufende Innenzelte für den Sommereinsatz an.

In Sachen Aufbau hat man die Wahl: Entweder – wie beim 2-Jahreszeitenzelt – ein separates Innenzelt, über das man danach das Außenzelt zieht. Oder eine gekoppelte Konstruktion, die den Aufbau in einem Arbeitsgang erlaubt. Wer je im Platzregen ein Zelt errichtet hat, weiß dieses Feature zu schätzen. Mehr dazu bei den Zelttypen.

4-Jahreszeiten-Zelt

Für Wintertouren, Expeditionen und Hochgebirge. »Normaler Einsatz« ist natürlich auch möglich 😉

Wintercamping ist die unbestrittene »Königsklasse« und verlangt auch deinem Zelt viel ab. Winter- bzw. 4-Jahreszeiten-Zelte sind so konstruiert, dass sie heftigen Winden und erheblichen Schneelasten trotzen und zu jeder Jahreszeit eingesetzt werden können. Sie haben ein bis auf den Boden gezogenes Überzelt und ein robustes, dickes Gestänge, das jeden Sturm abschmettert. Mit zahlreiche Abspannleinen lassen sie sich sicher verankern. Wichtig ist, dass du alles mit Handschuhen aufbauen und bedienen kannst. Innen- und Außenzelt werden in einem Rutsch gemeinsam aufgebaut, der Haupteingang zur wetterabgewandten Seite.

Im Inneren bieten sie große Ablageflächen und Platzreserven – erstens hast du mehr Gepäck als sonst dabei, und zweitens musst du vielleicht länger im Zelt bleiben als gedacht. Die Belüftung im Winterzelt ist gut, allerdings lassen sich bei Schneesturm alle Öffnungen und Lüfter verschließen, da sonst Schnee ins Innere gedrückt werden kann. Kurz: Wenn der Sturm beginnt, ist dein 4-Jahreszeiten-Zelt ein beruhigender Zufluchtsort.

Zelttypen: Kuppelzelt, Tunnelzelt, Geodät, Hybrid

Drei Grundkonstruktionen dominieren den Markt: Kuppel, Tunnel und Geodät, dazu kommen noch Hybridzelte (Mischformen der drei Grundtypen). Alle haben verschiedene Vor- und Nachteile – es kommt also wieder mal darauf an, was du vor hast.

Weitere Zelttypen wie Tipis, Autodachzelte oder aufblasbare Zelte sind eher für Spezialanwendungen gedacht.

Kuppelzelt – der Klassiker

Beim klassischen Kuppelzelt (auch Igluzelt genannt) kreuzen sich die Gestängebögen über dem Zeltmittelpunkt. Kuppelzelte sind zuverlässig und stabil, Auf- und Abbau denkbar einfach. In der Regel wird das Gestänge durch Kanäle oder Clips mit dem Innen- oder Außenzelt verbunden.

Durch die kompakte Konstruktion benötigen Kuppelzelte eine geringe Stellfläche und nur wenige Heringe (oder, falls freistehend, gar keine). Diese Stärken spielen sie zum Beispiel beim Zelten im Wald (wenig Platz zwischen den Bäumen) oder auf felsigen Untergründen aus.

Kuppelzelte sind windstabil und verfügen konstruktionsbedingt über schräg abfallende Innenwände und Vorzelte, was das Platzangebot etwas einschränkt. Ordentliche Sitzhöhe bietet meist nur die Zeltmitte. Das Verhältnis von Platz zu Gewicht ist oft schlechter als bei gleich großen Tunnelzelten.

PRO

  • kompakte Stellfläche
  • windstabil
  • meist selbsttragend oder freistehend
  • Innenzelt häufig solo aufstellbar
  • meist vielfältige Belüftungskonstruktionen

CONTRA

  • höheres Gewicht als Tunnelzelt
  • geringere Raumnutzung als Tunnelzelte
  • Apsiden kleiner als bei Tunnelzelten

Geodät – das clevere Zelt

Geodätische Zelte sind eine besonders sturmsichere Weiterentwicklung des klassischen Kuppelzelts. Charakteristisch sind mindestens drei sich an mehreren Stellen überkreuzende Gestängebögen. Dadurch wird die Außenzeltfläche in kleinere Flächen unterteilt und das Zelt erhält die Form einer Halbkugel. Infolgedessen erhöhen sich Wind- und Gesamtstabilität deutlich. Je mehr Gestängebögen und je mehr dieser Kreuzungspunkte existieren, desto stabiler wird das Zelt. Vor allem Expeditionen und Alpinisten setzen auf Geodäten. Die geodätische Form ist selbsttragend, stabil gegen starken Wind und große Schneemassen. Allerdings schlägt der erhöhte Materialbedarf aufs Gewicht.

PRO

  • sehr sturmstabil
  • verträgt hohe Schneelasten
  • freistehend oder selbsttragend

CONTRA

  • hohes Gewicht durch robuste Materialien und Gestänge
  • eingeschränktere Belüftungsmöglichkeiten gegenüber anderen Zeltformen

Tunnelzelt – die nordische Variante

Das Tunnelzelt wurde in Skandinavien entwickelt – und stellt eine echte Alternative zur klassischen Kuppel dar: Es wird von einem oder mehreren parallel verlaufenden Gestängebögen getragen, über die sich das Zelt wie ein Tunnel spannt. Weil ein Tunnelzelt keine sich kreuzenden Gestänge hat, ist es nicht so windstabil wie ein Geodät oder ein Kuppelzelt. Zudem benötigt es bombenfest verankerte Heringe.

Das große Plus: Die Tunnelform bietet ein sehr gutes Gewichts-zu-Raum-Verhältnis und wegen der steilen Seitenwände ein unschlagbares Platzangebot in Vorzelt und Innenzelt. Tunnelzelte lassen sich außerdem sehr schnell aufbauen, weil ihr Außen- und Innenzelt gekoppelt ist. Das heißt, auch beim Auf- oder Abbau im Regen bleibt das Innenzelt trocken.

Kurz: Überall, wo genug Platz und Abspannmöglichkeiten sind, sind Tunnelzelte eine sehr gute Wahl. Zum Beispiel für das weite skandinavische Fjäll mit seinem wechselhaften Wetter – genau dafür wurden sie erfunden.

PRO

  • einfacher Aufbau
  • sehr gutes Gewichts-zu-Raum-Verhältnis
  • meist sehr viel Platz auch im Vorzelt

CONTRA

  • zum Aufbau sind Heringe notwendig
  • benötigt eine größere Stellfläche als ein Kuppelzelt
  • etwas weniger sturmstabil

Hybridzelte – die Mischung macht’s

Natürlich haben die Zeltdesigner den Grundbaukasten weiterentwickelt. Zum Beispiel konstruiert man das Innenzelt als klassische Kuppel, vergrößert aber das Vorzelt durch einen Zusatzbogen in Tunnelzeltmanier. Oder man ersetzt – wie beim Hubba von MSR – die einzelnen Zeltstangen durch ein zusammenhängendes Gestängesystem, dass sich trickreich verzweigt und die Raumausnutzung optimiert.

Diese Mischformen nennt man Hybridzelte. Wegen der Vielfalt an Konstruktionen lassen sich die Vor- und Nachteile nicht pauschal benennen – diese findest du im Webshop bei den Einzelbeschreibungen. Oder du kommst zum Anschauen und Fachsimpeln einfach in deiner Globetrotter Filiale vorbei.

Kleine Materialkunde

Expertendiskussionen über Zeltmaterial füllen ganze Lagerfeuer-Nächte. Hier kommen – einfach und verständlich – die Basics:

Zeltstoff

Die allermeisten Zelte bestehen aus Kunstfasern wie Polyester oder Polyamid. Den Herstellern steht dabei eine schier unendliche Zahl an Qualitäten (Gewicht, Robustheit etc.) zur Wahl. Von günstiger Industrieware bis zu eigens entwickelten und immer wieder optimierten Hightech-Stoffen ist alles dabei. Das verwendete Material, immerhin einige Quadratmeter für jedes Zelt, ist entscheidend für den späteren Endpreis.

Beschichtung

Lars Schneider Bei silikonbeschichteten Zelten kommt Nahtdichter statt Tape zum Einsatz.

Wasserdicht werden die Stoffe durch eine Beschichtung mit Polyurethan (PU) oder Silikon (SI). Beides hat Vor- und Nachteile:

PU-Beschichtungen werden auf der Innenseite des Zeltstoffs aufgebracht und sind günstig in der Herstellung – und dabei abriebfest, flexibel und sehr wasserdicht. Die Nähte werden mit Tape verklebt. Eine PU-Beschichtung altert allerdings schneller und ist weniger reißfest als eine Silikon-Beschichtung.

Silikon-Beschichtungen werden auf beiden Seiten des Zeltstoffs aufgebracht (»doppelt silikonisiert«), sie sind sehr hochwertig, leicht, elastisch und langlebig. Im Gegensatz zu PU kann man die Nähte nicht tapen, sondern muss sie mit Nahtdichter bearbeiten. SI liegt bei Gewicht, Robustheit und Langlebigkeit also vorne, ist aber teuer in der Verarbeitung. Deshalb wird es vor allem bei Highend-Zelten eingesetzt.

Gestänge

Als Rückgrat eines Zelts ist das Gestänge maßgeblich für Stabilität, Gewicht und Preis. Je nach Einsatzbereich, Größe und Preisklasse kommen verschiedene Materialien und Konstruktionen zum Einsatz. Auch Durchmesser und Länge der Gestängebögen sind auf den jeweiligen Zelttyp abgestimmt.

Aluminium ist bei Zeltgestängen DER Standard und in vielen verschiedenen Legierungen und Qualitäten zu haben. Auch hier müssen die Hersteller den goldenen Mittelweg zwischen Gewicht, Robustheit und Preis finden. Die Königsklasse ist Featherlite-Aluminium: superleicht und extrem stabil. Hülsenlose Übergänge zwischen den Stangensegmenten lassen die Stangen stressfrei durch die Kanäle gleiten, meist schützt zudem eine Eloxierung das Material.

Pimp your Zelt: Heringe

Bei Globetrotter gibt’s über 20 verschiedene Sorten. Warum?

Fall 1: Bei günstigen Zelten werden die Heringe oft etwas stiefmütterlich behandelt: Der Hersteller packt billige Teile dazu, die schlecht halten und auch noch schnell verbiegen. Das nervt dann auf jeder Tour – auch wenn das Zelt ansonsten okay ist. Da lohnt sich ein Satz ordentlicher Heringe, die du schon für kleines Geld bei uns bekommst.

Fall 2: Du hast gute Allroundheringe, planst jetzt aber eine spezielle Tour? Dann passe die Heringe dem Gelände an: Wir haben Spezialheringe für Sand oder Schnee, Schwerlast-Heringe für absolut sturmfeste Basecamps und auch Sonderformen wie Spiralheringe und Nägel für ganz schwierige Fälle.

Text: Globetrotter
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