Kaufberatung Isomatten, Thermomatten und Luftmatratzen

Wie man sich bettet, so liegt man – das gilt auch für die Übernachtung draußen. Wir erklären dir die wichtigsten Fragen, die du dir vor dem Kauf einer Isomatte stellen solltest.

Inhalt:

Michael Neumann

Die Isomatte ist dein Bett beim Camping, beziehungsweise bei Outdoor-Aktivitäten und der Schlüssel zu einem erholsamen Schlaf. Die leichte und kompakt zu verstauende Matte schützt dich vor Steinen, spitzen Gegenständen sowie Unebenheiten und sorgt dafür, dass die Bodenkälte nicht zu dir durchdringt. Ein Schlafsack alleine bietet dir bei Übernachtungen im Freien oder im Zelt keinen ausreichenden Kälteschutz. Erst in Kombination mit einer isolierenden Schlafunterlage wird aus Schlafsack und Isomatte ein passendes System, das dir einen wohligen Schlaf beschert. Im Allgemeinen gibt es zwei Arten von Isomatten: Die Schaumstoff-Isomatten und die aufblasbaren Isomatten. Alle Mattenarten haben ihre spezifischen Vor- und Nachteile. Wir erklären dir die wichtigsten Fragen, die du dir vor dem Kauf stellen solltest.

Was ist der Unterschied zwischen Isomatte, selbstaufblasender Isomatte, Thermomatte, Luftmatratze und Luftbett?

Schaumstoff-Isomatten

Die klassische Isomatte ist eine dünne Schlafunterlage aus kompaktem Schaumstoff zum Rollen oder Falten. Manche Modelle haben zur besseren Wärmeisolierung eine Aluminiumbeschichtung oder sind mit Noppen oder Rillen versehen. Solche Strukturen bilden Hohlräume zwischen Matte und Schlafsack und können den Komfort und die Wärmeleistung erhöhen. Schaumstoff-Isomatten sind sehr robust, du kannst sie sogar auf spitzen Steinchen oder Ästen ausbreiten. Und selbst wenn die Matte ein Loch bekommt, funktioniert ihre Isolation weiterhin tadellos, im Gegensatz zu allen anderen, luftbefüllten Isoliermatten.

Die klassische Isomatte ist ein wahres Multitalent. Du kannst sie als normale Schlafunterlage verwenden; als zusätzliche, robuste Isolationsschicht für eine aufblasbare Isomatte im Winter; als rutschfeste Yoga- und Gymnastikmatte, als Sitzunterlage und als Unterlage, um sich morgens im Stehen vor einem Zelt ohne Stehhöhe anziehen zu können.

Schaumstoff-Isomatten müssen gerollt oder gefaltet werden. Sie sind zwar leicht, aber ihr Packmaß ist vergleichsweise groß. Wenn du von Rückenschmerzen geplagt wirst, ein Seitenschläfer bist oder generell auf großen Schlafkomfort Wert legst, solltest du nach einer aufblasbaren Isoliermatte Ausschau halten. Klassische Schaumstoff-Isomatten zählen mit einer Dicke von ca. 5 – 20 mm (je nach Modell) nicht zu den gemütlichsten Schlafunterlagen. Schaumstoff-Isomatten werden in der Regel aus Polyethylen-Schaumstoff (PE) oder vernetztem Evazote-Schaum (EVA) hergestellt.

EVA-Isomatten:

+ vielseitig
+ geschlossenzellig
+ formstabil
+ langlebig
+ rollbar
+ bessere Isoliereigenschaften als PE
– weniger reißfest als PE
– größeres Packmaß als PE

PE-Isomatten:

+ vielseitig
+ leichter als EVA
+ geschlossenzellig
+ faltbar
+ reißfester als EVA
+ komfortabler und kompakter als EVA, da häufig mit Noppen ausgestattet
– liegt sich mit der Zeit platt
– geringere Isoliereigenschaften als EVA
– großes Packmaß

Selbstaufblasende Isomatten

Selbstaufblasende Isomatten zählen zu den beliebtesten Schlafunterlagen. Aus gutem Grund: sie kombinieren die Wärmeisolierung einer klassischen Isomatte mit dem Schlafkomfort einer Luftmatratze. Weltbekannt wurden diese äußerst funktionellen Matten durch den Marktführer und Erfinder Therm-a-Rest. Selbstaufblasende Isomatten bestehen aus einer Matte aus offenzelligem und flexiblem Polyurethan-Schaumstoff, der von einer robusten, luftdichten Hülle umschlossen wird.

Öffnest du das Ventil deiner verpackten selbstaufblasenden Isomatte, dann strömt Luft ins Innere der Matte und der isolierende PU-Schaum entfaltet sich zu seiner vollen Größe. Verpackt und eingerollt, wenn die Füllung maximal komprimiert ist, zeichnet sich eine selbstaufblasende Matte durch sehr handliches und kompaktes Packmaß aus.

Die praktischen Luftmatten sind echte Allrounder unter den Isoliermatten, sie eigenen sich für Camping, Trekking oder Rad- und Kanutouren gleichermaßen. Sie punkten mit einem guten Verhältnis von Komfort und Wärmeleistung und es gibt ein extrem breites Angebot an unterschiedlichen Matten: kurz oder lang, dünn oder dick, schmal oder breit (auch für 2 Personen).

Selbstaufblasende Matten sind naturgemäß etwas empfindlicher gegenüber spitzen Gegenständen und scharfen Steinen auf dem Untergrund. Allerdings bieten sie immer noch einen gewissen Wärmeschutz bei Luftverlust und sie lassen sich (meist) relativ einfach reparieren. Mit einem Flicken und etwas Seam Grip, das gibt es als Reparaturzubehör, sind kleine Löcher schnell abgedichtet.

Pro

+ gute Isolation
+ guter Komfort
+ Matratzenhärte individuell anpassbar
+ gutes Verhältnis von Gewicht & Packmaß
+ robuster als Luftmatratzen

Contra

– schwerer als Schaumstoffmatte, Luftmatratze & Thermomatte
– weniger robust als Schaumstoffmatte

Thermomatten

Aufblasbare Luftkammer-Matten mit Thermofüllung oder – beschichtung sind die High-End-Modelle unter den Isoliermatten. Mit einer gewöhnlichen Luftmatratze haben sie nur noch wenig gemeinsam. Sie sind eine hochentwickelte Synthese aus einer Premium-Luftmatratze und sehr gut isolierenden Füllmaterialien, wie wir sie aus Schlafsäcken kennen, oder ausgeklügelten Kammerkonstruktionen mit isolierenden Zwischenschichten.

Derartige Matten bieten in vielerlei Hinsicht die besten Leistungen im Vergleich mit anderen Matten-Arten. Thermomatten isolieren dank Daunen- oder Mikrofaserfüllung extrem gut, sind deutlich leichter und lassen sich besonders klein verpacken. Sogar wenn du größten Wert auf Schlafkomfort legst, gibt es kaum bessere Alternativen. Eine Thermomatte erlaubt eine sehr hohe Liegehöhe, wie bei einer klassischen Luftmatratze, damit erhältst du einen sehr guten Schlafkomfort.

Egal ob du Seitenschläfer bist, Rückenschmerzen hast oder am liebsten wie auf Wolken schläfst. Die Härte der Matratze kannst du ganz bequem einstellen, indem du Luft aus dem Ventil ablässt oder hinzufügst.

Aber Vorsicht: Thermomatten sind anfälliger gegenüber spitzen Gegenständen und sie verlieren bei Beschädigung vollständig ihre Isolationsfähigkeit und ihren Komfort.

Ihre größten Stärken spielt die Thermomatte aus, wenn du eine Matte mit sehr guter Isolation benötigst, wenn du deine Matte selber tragen musst (Rucksack) oder das Packmaß eine große Rolle spielt (Fahrrad, Kajak). Leichte Thermomatten wiegen 500 Gramm und weniger! Manche Luftmatten machen ein knisterndes Geräusch, wenn du dich bewegst. Das kann für dich oder deine Zeltkameraden störend sein. Du solltest die Matte daher vor deinem ersten Abenteuer Probeliegen.

Pro

+ extrem leicht
+ sehr gute Isolation
+ kleinstes Packmaß
+ sehr komfortabel

Contra

– teurer als Schaumstoffmatte & Luftmatratze
– anfällig gegenüber spitzen Gegenständen
– meistens lauter als selbstaufblasende Modelle bei Bewegungen im Schlaf (raschelt!)

Luftmatratzen

Den Oldtimer der Isoliermatten gibt es inzwischen auch in moderner Form. Bei diesen neuartigen Matten kommen extrem luftdichte, leichte und stabile Materialien zum Einsatz und werden durchdachte Kammerkonstruktionen verwendet. Dadurch bekommen die Luftmatratzen 2.0 deutlich mehr Stabilität und Komfort und sind nicht mehr vergleichbar mit den Luftmatratzen vom Badestrand. Diese modernen Luftmatratzen sind extrem leicht, winzig verpackbar und sehr bequem. Allerdings isolieren sie nicht und eignen sich daher nur als Notbehelf, als leichte Sommermatte oder für den Indoor-Einsatz.

Die klassischen Luftmatratzen – groß, bequem und (relativ) schwer – gibt es natürlich auch immer noch. Wenn du größten Wert auf ein luxuriöses Schlaflager legst und du dich längere Zeit auf einem Zeltplatz aufhältst, dann ist eine reine Luftmatratze auch eine gute Lösung. Dank weicher Oberflächen schläft es sich auf zeitgemäßen Luftmatratzen fast wie im eigenen Bett. Auch diese Luxus-Matratzen solltest du nur bei warmen Temperaturen verwenden, weil sie keine Isolierung bieten. Das heißt, sie eignen sich perfekt für den Sommerurlaub oder für den Indoor-Einsatz. Luftmatratzen gibt es in vielen verschiedenen Breiten und Dicken, sogar für 2 Personen. Sie eignen sich auch perfekt als Gästebetten oder für Reisen mit Camper, Bus oder Auto. Wird die Matratze nich mehr benötigt, kannst du sie kompakt zusammenrollen und (zu Hause) unauffällig verstauen.

Pro

+ sehr bequem
+ günstig
+ überwiegend kleines Packmaß

Contra

– keine Isolation

Luftbett

Das Luftbett ist die Luxusvariante der Schlafunterlagen. Perfekt für Glamping, Camper-Van und Bus, für die Camping-Lounch oder als praktisches, leicht zu verstauendes Gästebett daheim. Mit einer Dicke von mindestens 10 cm bekommst du einen vollwertigen Bett-Ersatz, sogar für deinen Campingurlaub. Als Gästelager ist ein Luftbett unübertroffen: leicht und schnell aufgebaut, bequem und nach Gebrauch musst du das Luftbett nur noch zusammenrollen und kannst es leicht daheim verstauen. Siehe auch: Ich lege Wert auf maximalen Schlafkomfort – worauf sollte ich achten?

Pro

+ schneller Aufbau
+ äußerst komfortabel

Contra

– Packmaß

Wie funktioniert eine selbstaufblasende Isomatte?

In verpacktem, zusammengerolltem Zustand ist die offenzellige Isolationsschicht im Innern der Isomatte stark komprimiert. Rollst du deine Matte auseinander und öffnest das Ventil, dehnt sich der Schaumstoff langsam wieder zu seiner ursprünglichen Größe aus und saugt Luft in seine Poren ein. Ähnlich wie ein Schwamm, der sich mit Wasser füllt. Auf diese Art bläst sich die Matte praktisch von selbst auf. Dieser Vorgang kann mehrere Minuten dauern und funktioniert erfahrungsgemäß bei neuen Matten besser, als bei Alten. Deshalb solltest du deine selbstaufblasende Isomatte immer rechtzeitig vor dem Schlafengehen auspacken und das Ventil öffnen. Ganz neue Matten müssen vor der ersten Benutzung häufig einmal aufgeblasen werden, damit der Schaum „aktiviert“ wird.

Ist die Matte vollständig befüllt, darfst du nicht vergessen, das Ventil zu schließen. Ansonsten entweicht die Luft sofort, wenn du dich auf die Matte legst. Nach Gebrauch musst du das Ventil öffnen, möglichst alle Luft aus der Matte herauspressen und das Ventil wieder verschließen. Nur so kannst du deine Matte möglichst klein verstauen.

Der Begriff »selbstaufblasende Isomatte« ist ein wenig irreführend. Du solltest folgendes beachten, wenn du dir eine solche Matte zulegst: Die Matte wird sich praktisch nie bis zu einem für dich zum Schlafen angenehmen Härtegrad von selbst aufblasen. Um wirklich komfortabel gebettet zu sein, braucht auch eine selbstaufblasende Isomatte zusätzliche Luft. Wie das geht, erklären wir in der nächsten Frage.

Wie pumpe ich eine aufblasbare Isoliermatte auf?

Luftmatratzen, Thermomatten aber auch selbstaufblasende Isomatten müssen vor Gebrauch aufgepumpt werden. Der simpelste Weg wäre, die Matte mit dem Mund aufzublasen. Allerdings solltest du dabei bedenken, dass mit der Atemluft Keime und Feuchtigkeit in die Matte gelangen. Auf Dauer können sich dadurch Schimmel oder Algen innerhalb der Matte bilden, was die Hygiene, aber auch Isolationsfähigkeit, die Fähigkeit sich selbst zu entfalten und Haltbarkeit deiner Matte beeinträchtigen kann. Bei sehr kalten Außentemperaturen kann es außerdem passieren, dass Feuchtigkeit in der Matte gefriert. Eiskristalle in der Matte schränken Isolationsfähigkeit und Komfort der Matte ebenfalls stark ein.

Für das Aufpumpen deiner Luftmatte gibt es viele praktische Helfer: mit einem Pumpsack, einer handbetriebenen oder elektrischen Luftpumpe (elektrisch funktioniert nur bei leichten Thermomatten, außer die Pumpe ist sehr groß) ist deine Arbeit im Handumdrehen erledigt!

Übrigens: wenn die Matte nachts leicht »schlapp macht« kann dies daran liegen, dass sich die Luftfüllung bei Auskühlung zusammenzieht.

Welche Matte ist warm genug?

Die Wärmeleistung einer Isoliermatte hängt nicht von ihrer absoluten Dicke ab, sondern von Dicke und Art der Isolationsschicht. Zum Vergleich: selbst mit einem 20 cm dicken Luftbett wirst du im Winter frieren, während dich eine 2 cm dünne EVA-Schaumstoffmatte auch bei Minusgraden warm halten kann. Je dicker die Schaumschicht (PE, EVA, PU) deiner Matte, je mehr Füllung (Daune & Mikrofaser) umso wärmer ist deine Matte. Überlege deshalb vor dem Kauf zunächst genau, für welche Jahreszeit und für welchen Temperaturbereich du eine Isomatte brauchst.

Der R-Wert

Das Wärmedämmvermögen einer Isomatte wird über den R-Wert definiert. Er sagt aus, wie stark deine Matte isoliert. Je höher der R-Wert, desto stärker isoliert eine Matte. Der R-Wert ist ein guter Anhaltspunkt, um verschiedene Matten miteinander zu vergleichen. Die Skala des R-Wertes ist linear. Das heißt, eine Matte mit einem R-Wert von 2 ist doppelt so warm wie eine Matte mit einem R-Wert von 1. Wintertaugliche Matten weisen einen R-Wert von mindestens 5 auf. Wenn du zwei Matten miteinander kombinierst, kannst du ihren R-Wert addieren.

R-WertTemperatur im ZeltEinsatzmöglichkeiten
1bis +15°C Grad CelsiusHochsommer
2bis +10°C Grad CelsiusSommer
3bis +5°C Grad Celsiusgemäßigte 3-Jahreszeiten
4bis 0°C Grad Celsius3-Jahreszeiten
5bis -5°C Grad Celsiusgemäßigter Winter
6bis -10°C Grad CelsiusWinter

Wie wird der R-Wert gemessen?

Um Isomatten untereinander besser vergleichen zu können, wird der R-Wert anhand eines überraschend einfachen, aber durchaus praxisnahen Tests ermittelt: Bei diesem ASTM-Teststandard klemmt eine handelsübliche Isomatte unter Druck zwischen einer kalten und einer warmen Platte (35°C). Die untere Platte simuliert den kühlen Untergrund, die obere Platte den menschlichen Körper. Anhand der Energie, die nötig ist, um die warme Platte auf der Soll-Temperatur zu halten, errechnet sich der R-Wert.

Schlafsystem

Wie kuschelig warm es nachts in deinem Schlafsack wird, hängt ebenfalls entscheidend von deiner Matte ab. Erst ein ideales Schlafsystem aus passender Matte und Schlafsack ist der Schlüssel zu einer erholsamen Nacht. Ein warmer Schlafsack nützt dir nichts, wenn deine Isomatte nicht genügend isoliert. Erdboden leitet Wärme 60 mal schneller als Luft! Hast du keine ausreichende Isolationsschicht zwischen deinem Schlafsack und dem Boden, wirst du zwangsläufig frieren. Mit der Wahl deiner Matte trägst du ganz entscheidend dazu bei, wie warm und bequem du schläfst. Du kannst dich sogar für einen etwas leichteren Schlafsack entscheiden, wenn du eine Matte wählst, die wärmer ist, als du sie eigentlich brauchst!

Welche Isomatten sind wintertauglich?

  • Für eine Winterübernachtung solltest du mindestens eine Isomatte mit einem R-Wert von 5 wählen. Dann hast du eine ganzjährig, gemäßigt wintertaugliche Isoliermatte, die bis ca. -5° Grad warmhält.
  • In hochalpinem Gelände, auf Wintertouren oder Expeditionen in großer Höhe brauchst du eine noch wärmere Schlafunterlage, dann solltest du eher einer Matte mit einem R-Wert von mindestens 6 vertrauen. Wenn du auch noch auf das Gewicht achten musst, solltest du nach einer aufblasbaren Thermomatte mit Füllung Ausschau halten. Diese Matten bieten ein extrem gutes Verhältnis von Gewicht und Wärmedämmung.
  • Du kannst auch zwei Isomatten miteinander kombinieren, um dir eine ausreichend warme Schlafstätte zu bauen. Verwende eine klassische Schaumstoff-Isomatte als Untergrund verwenden und lege zum Beispiel eine selbstaufblasende Isomatte darüber. Die Addition der R-Werte beider Matten ergibt deinen Gesamtwert. Diese Kombination hat sich auf vielen Wintertouren bewährt!
  • Als Notbehelf kann auch trockene Bekleidung dienen, die unter die Isomatte gelegt wird. Das können die Regensachen, das Tarp, Fleecepullover, Packsäcke usw. sein. Auch trockene Blätter oder trockenes Moos (unter dem Zelt) erhöhen den R-Wert.

Wie groß und wie dick soll meine Isomatte sein?

Länge

Wenn du viel Wert auf einen komfortablen Schlaf legst, sollte deine Isomatte mindestens so lang wie deine Körpergröße sein. Bist du ein Minimalist und möchtest auf jedes überflüssige Gramm verzichten, kannst du auch eine kürzere Matte wählen und den Rest mit Bekleidung oder Ausrüstung überbrücken. Von Kopf bis Hüfte solltest du aber mindestens auf der Matte liegen.

Breite

Die Standardbreite von Isomatten der Größe M liegen bei 49-53 cm, Matten der Größe L sind zwischen 63-64 cm breit. Matten, die über den Werten der jeweiligen Größenkategorien liegen, zählen zu den Komfort-Matten. Noch mehr Platz hast du auf einer 2-Personen-Matte, die bis zu 140 cm breit sein können. Beim Kauf der Isomatte solltest du die Abmessungen deines Zeltes beachten, vor allem wenn du nicht alleine im Zelt schlafen willst und sich die Isomatten nicht überlappen sollen. Und nicht vergessen: Die Größe der Liegefläche richtet sich nicht nur nach deiner Körpergröße, sondern auch nach deinen Schlafgewohnheiten. Ein Rücken- und Bauchschläfer möchte womöglich lieber eine breitere Matte, als ein Seitenschläfer, damit die Arme beim Schlafen nicht neben der Matte liegen. Und wenn du dich im Schlaf viel bewegst, ist eine breite Komfort-Matte ebenfalls sehr von Vorteil.

Dicke

Isomatten variieren je nach Modell von 0,5 cm bis 10 cm. Während extrem dünne EVA-Matten mit 0,5 cm allenfalls als minimalistische Schlafmatte oder als Unterlage für empfindlichere Thermomatten dienen, sind die 10 cm starken Komfortmatten echte Outdoor-Luxusbetten für den Campingurlaub. Minimum für Komfort- oder Seitenschläfer ist eine Mattenhöhe von ca. 5 cm. Rückenschmerzen sind häufig eine Folge von einer zu harten Matte. Entweder ist die Matte zu stark aufgeblasen oder zu dünn. Wähle besser eine dickere Matte und blase sie weicher auf. So passt sich die Matte deinem Rücken besser an. Bei Nackenproblemen kann ein Kopfkissen, das Kopf und Halswirbel stützt, wahre Wunder bewirken!

Gewicht

Dein Einsatzbereich bestimmt das Gewicht deiner Isomatte. Wenn bei Wander- oder Trekkingtouren jedes Gramm für dich zählt, dann solltest du nach einer leichten Matte suchen. Wenn du mit dem Auto zum Zeltplatz fährst, darf’s auch ein bisschen mehr sein! Ultraleichte Isomatten liegen unter 500 Gramm. Allround-Matten wiegen in der Regel zwischen 500 und 1000 Gramm, während dicke Komfort-Matten (mit Schaumkern) schnell die 1-Kilo-Marke überschreiten können.

Welche Isomatten eignen sich für Camping und Zelturlaub?

Wenn du mit dem eigenen Auto zum Campingplatz anreist und Größe sowie Gewicht deiner Schlafunterlage keine bedeutende Rolle spielen, dann kannst du bedenkenlos eine größere, vielleicht auch schwerere und deutlich komfortablere Isomatte wählen. Diese sind übrigens oft kostengünstiger als vergleichbare Leichtgewichtsmodelle. Die Wärmeleistung deiner Matte spielt beim Zelturlaub womöglich eine geringere Rolle. Trotzdem solltest du dich vor Reiseantritt über die Tiefsttemperaturen deines Urlaubsziels informieren und eine Isomatte mit passendem R-Wert auswählen. Willst du per Bahn oder mit dem Flugzeug verreisen, dann benötigst du eine leichtere Isomatte mit kleinerem Packmaß, die auch gut in dein Reisegepäck passt.

Welche Isomatten brauche ich für einen Urlaub to Go?

  • Beim Trekking und Wandern, bei Fahrradreisen oder Wasserwandern sind die vermutlich wichtigsten Eigenschaften einer Isomatte ihr Gewicht und Packmaß. Wenn du deine Matte Tag für Tag selbst tragen musst, spürst du jedes überflüssige Gramm. Wichtig ist, dass deine Matte im Zusammenspiel mit deinem Schlafsack ein perfektes Schlafsystem bildet. Temperaturbereich deines Schlafsackes und R-Wert der Matte sollten gut zueinander und zu den Temperaturen in deinem Reiseland passen, insbesondere nachts.
  • Leichtgewichte unter den Schlafunterlagen sind klassische Isomatten aus Schaumstoff. Sie sind sehr preisgünstig, aber aufgrund der geringen Dicke nicht sonderlich komfortabel. Weitaus besser für Trekking, Expedition & Co. eignen sich leichte Thermomatten. Diese mit Daune, Mikrofaser oder Aluminiumbeschichtung isolierten und aufblasbaren Matten haben ein extrem gutes Verhältnis von Wärmeleistung, Gewicht aber auch Komfort. Sie isolieren sehr gut, sind bequem, besonders leicht und lassen sich gut zusammenpacken. Für eine gute Thermomatte musst du allerdings mehr investieren, als in eine einfache Schaumstoff-Isomatte. Mit den Kosten steigen aber auch die Chancen auf besseren und erholsameren Schlaf, denn Thermomatten sind sie ideal für kalte Nächte, für gewichtsbewusste Kunden und für alle, die großen Wert auf hohen Liegekomfort legen.
  • Es gibt noch weitere Sparmaßnahmen für Minimalisten: Mit einer kurzen (3/4) Isomatte kannst du viel Gewicht und Packmaß einsparen, du musst dann aber beim Schlafen die fehlende Länge mit Bekleidung oder Ausrüstung (z.B: Fleecepullover, Daunenjacke, Rucksack) überbrücken. Isomatten mit Mumienform reduzieren Material und Gewicht, wo es nicht unbedingt benötigt wird: An Schultern und Hüfte mehr Liegefläche, an den Beinen weniger. Bei allen Leichtgewichtsmatten solltest du Gewicht und Robustheit gegeneinander abwägen und dir genau überlegen, wo du deine Matte ausbreitest. In einem Zelt mag eine Leichtgewichtsmatte sicher und geschützt liegen, wenn du aber ein Biwak planst, solltest du eine dünne (EVA) Unterlage nicht vergessen, die Biwaksack und Matte schützt.

Ich lege Wert auf maximalen Schlafkomfort – worauf sollte ich achten?

Wenn Gewicht und Packmaß keine Rolle spielen, kannst du auch im Campingurlaub schlafen wie zuhause – oder besser! Die Bandbreite von breiten Matten, Doppelmatten, Matten mit einer Dicke bis 15 cm oder Luftbetten für echtes Komfort-Camping ist groß. Komfortable Größen haben eine Breite von 65 – 100 cm. Achte aber natürlich darauf, dass deine Matte in dein Zelt passt!

Für ein Matratze mit gutem Liegekomfort brauchst du eine Mindestdicke, genug Härte und eine stützende Füllung. Deine Matte sollte also mindestens 5 cm dick sein, damit du auch bequem auf der Seite liegen kannst. Luxus-Versionen haben eine Dicke von 7,5-15 cm. Die Härte deiner Matratze kannst du ganz individuell durch die Luftmenge beeinflussen (fest aufpumpen = hart, weniger Luft = weich). Stützkraft bekommt eine Matte zum Beispiel durch eine Schaumfüllung, etwa eine selbstaufblasende Isomatte. Reine Luftmatratzen können deshalb nicht denselben hohen Liegekomfort bieten.

Achte bei deiner Luxus-Matte auch auf eine angenehme, rutscharme und beflockte Oberfläche. Damit rutschst du seltener von der Matte ab, es raschelt weniger bei Bewegungen und die Oberfläche fühlt sich nicht so glatt und kalt an, wie bei unbeschichteten Matten. Beachte auch eine ausreichende Isolation (R-Wert), wenn du im Zelt mit kühlen Temperaturen rechnen musst.

Ein letzter Tipp: ein gutes Kopfkissen trägt ebenfalls maßgeblich zum Schlafkomfort bei!

Welche Isomatten und Luftmatratzen eignen sich als Gästebett?

Eine dicke Luftmatratze (ab 10 cm Dicke) ist ein praktisches Gästebett für daheim. Das Bett ist schnell aufgebaut, bequem und lässt sich nach Gebrauch kompakt und unauffällig verstauen. Wenn du deinen Gästen viel Liegekomfort gönnen möchtest, dann ist eine große und dicke Komfortmatte (mit Schaumstofffüllung) die beste Wahl (siehe maximaler Schlafkomfort). Gästebetten benötigen keine Isolierung, sofern sie in geschlossenen Räumen verwendet werden.

Gibt es spezielle Matten für Camper-Vans und Bullis?

Die meisten Komfortmatten eignen sich für den Einsatz in einem Camper-Van oder Bulli. Ideal sind Doppelmatten mit einer Breite von 115 – 140 cm und einer Dicke von mindestens 5 cm. Mit einer dicken Isomatte kannst du die Unebenheiten und Aussparungen der umgeklappten Sitze ausgleichen und den Schlafkomfort in deinem Bus bedeutend steigern. Achte auf eine ausreichende Isolation, denn auch im Innern deines Autos kann es empfindlich kalt werden!

Wie werden Isomatten am besten gelagert?

Lagere deine Isomatten an einem trockenen und dunklen Ort bei Zimmertemperatur. Schaumstoffmatten und Luftmatratzen kannst du auch verpackt oder zusammengerollt verstauen, solange sie vollkommen trocken sind und nicht schimmeln können. Thermomatten und selbstaufblasende Isomatten lagerst du besser ausgerollt und mit offenem Ventil. So kann sich die Füllung dekomprimieren und Feuchtigkeit aus der Matte entweichen. Du kannst die Matte liegend (unterm Bett) oder stehend (hinter Schrank oder Türe) verschwinden lassen.

Kann ich eine Isomatte reparieren?

Luftbefüllte Matten lassen sich recht einfach mit einem Reparaturkit reparieren. Bei vielen hochwertigen Matten ist oft ein Set mit Flicken und Kleber dabei. Bewahre das Reparaturset gut auf und vergesse es nicht, wenn du unterwegs bist. Du kannst Reparaturmaterialien aber auch nachträglich kaufen. Die Reparatur einer Isomatte ist vergleichbar mit dem Flicken eines Fahrradschlauches.

Wie das genau funktioniert kannst du in unserem Blog nachsehen: www.globetrotter.de/magazin/isomatte-flicken

Wie finde ich vor dem ersten Einsatz heraus, ob die Isomatte für mich die richtige ist?

In den Globetrotter Filialen kannst du den Komfort verschiedener Matten auf unterschiedlichen Untergründen unmittelbar testen. Zu Hause kannst du mit stumpfen und stabilen Haushaltsgegenständen (glatte und saubere Steine, Zeitschriften, glatte und splitterfreie Holzstücke) einen natürlichen Untergrund simulieren und Probeliegen. Dann merkst du sehr schnell, ob die Matte deinen Ansprüchen und Schlafgewohnheiten (Seiten-, Rücken-, Bauchschläfer) entspricht.

Text: Globetrotter
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