Alles über Outdoor-Kindermesser

Wenn die Eltern unterwegs Stöcke schnitzen oder Äpfel schneiden, regt sich auch beim Nachwuchs der Wunsch nach einem eigenen Kindermesser. Die wenigsten Eltern sind spontan begeistert. Doch zum Glück gibt es spezielle Outdoormesser für Kinder – und einige Grundregeln.
Kindermesser im Einsatz

Was ist das Besondere an Kindermessern?

Die auffälligsten Merkmale von Kindermessern sind die kompakte Größe, der für kleine Kinderhände geeignete Griff – und bei den allermeisten Modellen eine abgerundete, stumpfe Spitze. So beugt man gefährlichen Stichverletzungen vor.

Die Klinge allerdings ist in der Regel scharf, damit man damit auch anständig schneiden und schnitzen kann. Übrigens sind stumpfe Klingen keineswegs sicherer als scharfe – weil man mit stumpfen automatisch mehr Kraft aufwendet und leichter abrutscht (das gilt auch für Erwachsene).

Manche Kindermesser verfügen auch über einen breiteren Handschutz (manchmal als Parierstange bezeichnet), der das Abrutschen der Hand auf die Klinge verhindert.

Welche Varianten von Kindermessern gibt es?

Feststehende Messer: Durch die feste Klinge liegt das Messer sicher in der Hand, erlaubt eine gute Kraftübertragung und ist – ohne bewegliche Teile – grundsätzlich sehr stabil. Perfekt für den Einstieg ist das Morakniv Rookie.

Klappmesser und Taschenmesser: Mit beweglicher Klinge, evtl auch mit Zusatzfunktionen (Taschenmesser). Der Vorteil von Klappmessern ist der sichere Transport und die geringe Größe im eingeklappten Zustand. Bei Taschenmessern machen auch die Zusatzfunktionen Spaß beim Werkeln. Beachten: Klappmesser sind etwas instabiler als feste Klingen, zudem können bewegliche Teile verschmutzen und schwergängig bzw. unzuverlässig werden. Ganz wichtig: Bei Modellen mit Schließfeder unbedingt das sichere Schließen des Messers üben. Ein gutes Klappmesser für Kinder ist das Baladeo Papagayo Kid. Ein Klassiker unter den Taschenmessern für Kinder ist das My first Victorinox

Kinder-Schnitzmesser: Für ältere Kinder, die schon Erfahrung mit Messern haben, kann auch ein Schnitzmesser infrage kommen. Bei diesem ist die Spitze allerdings scharf, zum Beispiel um Löffel auszuformen. Die Klinge selbst sollte sehr kurz sein, um sicheren Halt und eine besonders gute Kraftübertragung zu erreichen. Das Morakniv Eldris zum Beispiel können auch erfahrende Kinder schon handhaben

Kinder-Kochmesser: Wer gerne kocht, liebt gutes Werkzeug – das gilt auch für die Kids. Beim Opinel-Kinderkochmesser Le Petit Chef ist die Spitze gerundet und ein Fingerring garantiert eine sichere Handhaltung. Im Gegensatz zu anderen Messern ist die Klinge so breit, dass man damit Wiegen kann – zum Beispiel frisch gesammelte Kräuter.

Ab welchem Alter können Kinder Messer handhaben?

Ab wann man einem Kind ein Messer überlassen kann, ist eine schwierige Frage. Nach unserer Erfahrung sind die weitaus meisten Kinder sehr vorsichtig im Umgang mit Messern. Auch Pfadfindergruppen schulen gezielt die Handhabung von Messern. Allerdings sollte man dabei immer das Naturell des Kindes im Auge haben. Auch der Umgang kann einen Einfluss auf die Entscheidung haben. Ist das eigene Kind vorsichtig, der Freundeskreis aber eher »abenteuerlustig«, ist Vorsicht geboten.

Grobe Faustregel: Ab 8 Jahren sind viele Kinder schon recht umsichtig und können unter Anleitung und Aufsicht ihr ersten Schnitte machen.

Wie bringt man Kindern den sicheren Umgang mit Messern bei?

  • Selber ein gutes Vorbild sein.
  • Das Messer genau erklären (fester Sitz/Stand beim Arbeiten, Handhaltung, Kraftaufwand, Klappmechanismen).
  • Messer nur im Sitzen herausholen, gezielt damit arbeiten und IMMER vom Körper weg bewegen.
  • Vermitteln, dass ein Messer ein tolles, aber auch gefährliches Werkzeug ist, und stets die volle Konzentration erfordert. »Mit einem Messer wird gearbeitet, nicht gespielt!« Die meisten Kinder erfüllt das mit ernstem Stolz.
  • Anfangen mit weichem, griffigem Schnittgut (Gurke, Käse)
  • Abstand zu anderen halten (anderthalb Armlängen)
  • Nach getaner Arbeit säubern, sichern (Klappmessser) und wegpacken.
  • Fuchteln, Laufen, Rennen, Toben etc. mit offenem Messer ist zu 100 % tabu. Dann Messer sofort einkassieren.
  • Wichtige Regel: Rutscht das Messer mal aus der Hand: fallen lassen! Nie ins fallende Messer greifen.
  • Eine kleine Schnittverletzung kann mal vorkommenund muss kein Weltuntergang sein: Kalt abspülen, Pflaster drauf – und darüber reden, wie man den Fehler künftig vermeidet.
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