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        Reisemedizin

        Zecken

        30. Mai 2012, Text: 4-Seasons

        Auch in unseren Breiten können Zecken sehr gefährliche Krankheiten übertragen. Dr. Tomas Jelinek vom Berliner Centrum für Reise- und Tropen­- ­medizin klärt die sechs wichtigsten Fragen zu den achtbeinigen Vampiren.

        Wann und wo besteht Zeckengefahr?
        Von März bis Oktober. Besonders gefährlich sind Waldränder und Lichtungen mit Gras.

        Wie greifen Zecken an?
        Um auf einen Wirt zu gelangen, braucht die Zecke »Körperkontakt«. Sie lauert gern auf Gräsern oder Büschen in bis zu 1,50 Meter­n Höhe und lässt sich »mitnehmen«.

        Welche Krankheiten übertragen Zecken?
        In Mitteleuropa vor allem die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Sie kann zu Gehirnhautentzündung führen. Mittlerweile gilt fast die gesamte Südhälfte Deutschlands als Risikogebiet. Wer sich dort häufig in der Natur bewegt, sollte sich gegen FSME impfen lassen. Außerdem: In ganz Deutschland können Zecken Bakterien übertragen, die eine Borreliose auslösen. Man erkennt eine Infektion daran, dass an der Einstichstelle nach einigen Tagen eine Rötung auftritt. Therapiert wird mit Antibiotika, eine Impfung gegen Borreliose gibt es nicht. Weil Borreliose-Bakterien frühestens nach zehn Stunden in den Wirt gelangen: Nach jedem Ausflug ins Grüne den Körper auf Zecke­n absuchen und die Tiere rechtzeitig aus der Haut entfernen!

        Wie entferne ich Zecken?
        Die Zecke mit einer Pinzette — bitte nicht mit bloßen Fingern — so nah wie möglich an der Haut greifen und langsam von der Einstichstelle wegziehen. Kein Problem, wenn der Stechapparat in der Wunde verbleibt, er wird vom Körper abgestoßen. Einstichstelle mit Desinfektionsmittel betupfen.

        Warum keine Hausmittel?
        Vermeintliche »Geheimtips« wie das Beträufeln mit Öl machen alles nur schlimmer: Eine derart irritierte Zecke erbricht all ihre Krankheitserregern in die Stichstelle.

        Wie kann man einem Zeckenstich vorbeugen?
        Geschlossene Schuhe sowie Kleidung mit langen Ärmeln und Hosenbeinen tragen. Strümpfe über die Hosenbeine ziehen. Hell­e Kleidung erleichtert das Entdecken einer Zecke. Anti-Insektenmittel helfen höchstens eine Zeit lang.

        Dr. Thomas Jelinek klärt Mythen und Fakten zu Zecken auf.

        15. Juli 2016, Text: Thomas Jelinek
        • 9 Monate dauert die Zecken-Saison normalerweise: von März bis Oktober.
        • Bis ca.1,5 Meter über dem Boden herrscht Zeckengefahr. Denn entgegen eines Irrglaubens lauern Zecken nicht auf Bäumen. Vielmehr warten sie an hohen Gräsern oder in Büschen darauf, von ihren Opfern abgestreift zu werden. Dagegen hilft: geschlossene Schuhe, Hosenbeine in die Socken stecken, helle Kleidung, um Zecken leichter zu entdecken.
        • 99 Prozent ihres Lebens verbringen Zecken mit dem Warten auf einen Wirt. Sie können bis zu zwei Jahre ohne Blutnahrung auskommen.
        • 3 Entwicklungsstadien: Larve, Nymphe und erwachsene Zecke. Schon die Larven (0,5 Millimeter klein) befallen kleine Säugetiere.
        • Jede 5. Zecke trägt Borrelien in sich. Borrelien sind Bakterien, die beim Menschen eine Lyme-Borreliose auslösen können. Gegen diese Infektionskrankheit gibt es keine Impfung.
        • Borrelien gelangen erst nach frühestens 10 Stunden von der Zecke in den Menschen. Die Zecke rechtzeitig zu entfernen, ist also ein sicherer Schutz vor Borreliose. FSME-Viren hingegen gelangen unmittelbar nach dem Zeckenbiss ins menschliche Blut. Hier empfiehlt sich die FSME-Impfung als wirksamer Schutz.
        • Von 295 gelten 145 deutsche Landkreise (Stand Mai 2015) als FSME-Risikogebiet. Diese liegen insbesonders im Süden.
        • 4 Stellen des Körpers sind bei Zecken besonders beliebt: zwischen den Beinen, in den Kniekehlen, unter den Armen und am Nacken. Diese Stellen besonders gründlich absuchen, nachdem man im Freien war.
        • Mind. 60 Sekunden lang sollte man an der Zecke ziehen, wenn man sie aus der Haut entfernen möchte. Und zwar, indem man den Kopf der Zecke so nah wie möglich über der Haut mit einer Pinzette greift. Keinesfalls sollte man die Zecke mit bloßen Fingern am Körper packen. Sonst erbricht sie ihren Darminhalt mit allen Krankheits­­er­regern in die Wunde. Finger weg auch von vermeintlichen Geheimtipps wie dem Abbrennen der Zecke oder Beträufeln mit Olivenöl – beides eher gefährlich als hilfreich.
        • Eine vollgesogene weibliche Zecke wiegt ungefähr 200 Mal so viel wie vor der Blutmahlzeit. Um diese Menge Blut aufzunehmen, saugt die Zecke bis zu 10 Tage.

        Das Berliner Centrum für Reise- und Tropenmedizin berät in den Reisepraxen der Globetrotter-Filialen. Infos: www.bctropen.info.

        Unser Doktor
        Berlin
        Dr. Jelinek

        Medizinischer Direktor des BCRT

         

        Prof. Dr. med Tomas Jelinek ist Medizinischer Direktor des BCRT Berliner Centrum für Reise- und Tropenmedizin, wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reise- und Tropenmedizin Düsseldorf, Vertragsarzt (Consiliarius Tropenmedizin) am Bundeswehrkrankenhaus Berlin, Lehrbeauftragter der Universität zu Köln (Institut für Medizinische Mikrobiologie, Immunologie und Hygiene), Consulting Expert der WHO und Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste.

         
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