Achtung Zecken: so könnt ihr euch schützen

Auch in unseren Breiten können Zecken gefährliche Krankheiten übertragen. Globetrotter erklärt die wichtigsten Fragen zu den achtbeinigen Vampiren und wie ihr euch vor ihnen schützt.

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Shutterstock Eine Zecke hat sich festgestochen und beginnt Blut zu saugen.

Wann und wo besteht Zeckengefahr?

In Mittel- und Osteuropa sind Zecken von März bis Oktober aktiv. Besonders gefährlich sind Waldränder und Lichtungen mit Gras.

Wie greifen Zecken an?

Um auf einen Wirt zu gelangen, braucht die Zecke »Körperkontakt«. Sie wartet an hohen Gräsern oder in Büschen in bis zu 1,50 Meter­n Höhe darauf, von ihren Opfern abgestreift zu werden. Es ist ein Irrglauben, das Zecken auf Bäumen lauern und sich fallen lassen. Außerdem stechen Zecken und beißen nicht.

99 Prozent ihres Lebens verbringen Zecken mit dem Warten auf einen Wirt. Sie können mehr als zwei Jahre ohne Blutnahrung auskommen. Zecken durchlaufen in ihrem Leben drei Entwicklungsstadien: Larve, Nymphe und erwachsene Zecke. Schon die Larven (0,5 Millimeter klein) befallen kleine Säugetiere. Eine vollgesogene weibliche Zecke wiegt ungefähr 200 Mal so viel wie vor der Blutmahlzeit. Um diese Menge Blut aufzunehmen, saugt die Zecke bis zu 10 Tage.

Welche Krankheiten übertragen Zecken?

In Mitteleuropa übertragen Zecken vor allem die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Sie kann zu Gehirnhautentzündung führen. Mittlerweile gilt fast die gesamte Südhälfte Deutschlands als Risikogebiet. Wer sich dort häufig in der Natur bewegt, sollte sich gegen FSME impfen lassen. Denn die FSME-Viren gelangen schon unmittelbar nach dem Zeckenstich ins menschliche Blut.

Außerdem trägt jede fünfte Zecke in Deutschland Borrelien in sich. Borrelien sind Bakterien, die beim Menschen eine Lyme-Borreliose auslösen können. Man erkennt eine Infektion oft daran, dass an der Einstichstelle nach einigen Tagen eine Rötung auftritt, die sich ringförmig ausbreitet und einen Durchmesser von mehr als fünf Zentimetern erreichen kann. In diesem Fall unbedingt einen Arzt aufsuchen. Therapiert wird mit Antibiotika, weil es eine Impfung gegen Borreliose nicht gibt.

Gut ist aber: Borrelien gelangen erst nach frühestens 10 Stunden von der Zecke in den Menschen. Die Zecke rechtzeitig zu entdecken und zu entfernen, ist also ein guter Schutz vor Borreliose.

Tipp: Eine FSME-Impfung bekommst du auch in den Reisepraxen der Globetrotter Filialen.

Wie entferne ich Zecken?

Langsam (mind. 60 Sekunden lang) sollte man mit einer Pinzette oder einer Zeckenkarte an der Zecke ziehen, wenn man sie aus der Haut entfernen möchte. Und zwar, indem man den Kopf der Zecke so nah wie möglich über der Haut mit einer Pinzette greift.

Keinesfalls sollte man die Zecke mit bloßen Fingern am Körper packen. Sonst erbricht sie ihren Darminhalt mit allen Krankheits­­er­regern in die Wunde.

Es ist kein Problem, wenn der Stechapparat (kleine schwarze Punkte) in der Wunde verbleibt, er wird vom Körper abgestoßen. Die Einstichstelle anschließend mit Desinfektionsmittel betupfen.

Achtung: Haushaltstipps wie das Beträufeln mit Öl sind gefährlich. Eine derart irritierte Zecke erbricht all ihre Krankheitserregern in die Stichstelle.

Wo setzen sich Zecken gerne fest?

Vier Stellen des Körpers sind bei Zecken besonders beliebt: zwischen den Beinen, in den Kniekehlen, unter den Armen und am Nacken. Diese Stellen besonders gründlich absuchen, nachdem man im Freien war.

Wie kann man einem Zeckenstich vorbeugen?

Je mehr Haut bedeckt ist, desto besser. Geschlossene Schuhe und Kleidung mit langen Ärmeln und Hosenbeinen sind ideal. Damit die Zecken nicht vom Socken das Bein hoch unter die Hose wandern können, am besten die Strümpfe über die Hosenbeine ziehen.

Hell­e Kleidung erleichtert das Entdecken einer Zecke. Überhaupt wandern Zecken oft erst noch an besonders warme Stellen am Körper (Kniekehle, Leiste, etc.). Wer eine Zecke rechtzeitg entdeckt, kann sie oft noch vom Bein pflücken, bevor sie zugestochen hat.

Tipp: Anti-Insektenmittel helfen auch gegen Zecken, sind allerdings nicht ganz so wirksam wie gegen Mücken.

Kann ich mich mit spezieller Kleidung gegen Zecken schützen?

Ja. Firmen wie Royal Robbins, Craghoppers, Buff oder ExOfficio bieten spezielle Kleidung, die durch eine chemische Behandlung vor Insekten schützt. Der Name der Technologie (Bug Barrier, Nosilife, BugsAway) ist je nach Hersteller anders, der Wirkstoff und die Wirkweise aber identisch. Der Hauptbestandteil dieser Ausrüstung ist das Insektizid Permethrin. Permethrin hält auch Zecken fern. Das Angebot reicht von Socken, Hosen, über Hemden und Pullover bis zu Schlauchtüchern und Hüten.

Was ist Permethrin?

Permethrin ist ein Insektizid und es ist somit nicht von der Hand zu weisen, dass es sich hierbei um ein Gift handelt.  Es ist als Kontakt- und Frassgift unter anderem Wirksam gegen Läuse, Flöhe, Zecken, Milben und Stechmücken. Der Kontakt über die Haut ist für Menschen im Allgemeinen aber unbedenklich.

Wie lange schützt Permethrin?

Der volle Schutz von vorbehandelten Kleidung reicht für etwa 25 Wäschen. Aber auch nach 70 Wäschen wirkt das Permithrin noch, es wird halt schwächer. Zusätzlich kannst du die Kleidung mit speziellen Sprays wie zum Beispiel von Nobite, nachimprägnieren. Auch ganz normale Kleidung kannst du damit behandeln.

Care Plus

Schützen Insektensprays vor Zecken?

Ja, die meisten – aber ihre Wirksamkeit hält nicht so lange wie etwa gegen Mücken. DEET-haltige Hautsprays von Nobite oder Care Plus schützen etwa vier Stunden gegen Zecken. Ein spezielles Anti-Zecken-Spray von Care Plus wirkt bis zu sechs Stunden.

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