Young Adventurers: Israel

Auf über 1000km schlängelt sich der Israel National Trail durch das Land. Für Kim und Eike geht es in sechs Wochen quer durch Israel, durch Wüsten und Wohnzimmer. Hinter jeder Ecke warten neue Abenteuer. Young Adventurers, das neue Format der ARD Mediathek.

In „Young Adventurers“ dokumentieren die fünf Abenteurer:innen Samuel Häde, Eike Köhler, Kim Kirstin Mauch und Dennis und Patrick Weinert ihre Erlebnisse. Sie bereisen fremde Länder, lernen neue Menschen und sich selbst besser kennen. Die zwölfteilige Serie ist eine Fortsetzung des 2022 gestarteten Projekts des Norddeutschen Rundfunks und lädt junge Menschen auf Reisen rund um die Welt ein. Gemeinsam mit der ARD Mediathek stellen wir euch die fünf Autor:innen im Portrait vor.

Der Nahostkonflikt und die militärische Eskalation im Oktober 2023

Im Oktober 2022, vor knapp einem Jahr, starteten Eike und Kim ihre Wanderung auf Teilen des Israel National Trail, der sich auf über 1000 km durch das Land schlängelt und beide an ihre Grenzen brachte. Für die jungen Journalisten war es die erste Reise in das Land, das sie bisher nur aus den Nachrichten kannten.
Im Rahmen der Young Adventurer Serie haben wir beschlossen, trotz der anhaltenden Eskalation seit Oktober 2023 auch von dieser Staffel zu berichten, zitieren aber mit Nachdruck das Auswärtige Amt:

“Vor Reisen nach Israel und in die Palästinensischen Gebiete wird aufgrund der Gewalteskalation in der Region gewarnt. Israel befindet sich formell im Kriegszustand.”

Für mehr Informationen und eine politische Einordnung empfehlen wir u.a. die Seiten der Landeszentrale für politische Bildung und das öffentlich-rechtliche Programm: im Netz, TV, Radio und überall dort, wo es Podcasts gibt.

/Anm. d. Red.

Folge 1: Young Adventurers Israel

Kim und Eike in Israel – ein Reisebericht

Die Sonne brennt vom Himmel und die acht Liter Wasser im Rucksack wiegen schwer. Die Berge sind teils so steil, dass ich sie mit Händen und Füßen erklimmen muss. Trotz dieser Qual sind mein Freund Eike und ich in bester Laune, denn mit jedem Schritt kommen wir unserem Ziel etwas näher: Israel einmal von Nord nach Süd zu Fuß zu erkunden. Wir laufen gerade durch ein ausgetrocknetes Flussbett auf dem letzten Teil unserer Reise, der Wüste Negev im Süden des Landes. Hier gibt es keinen Schutz vor der Sonne. Doch als es plötzlich anfängt zu regnen, kommt zu der Sorge zu Dehydrieren, die Angst vor Sturzfluten hinzu. Immer wieder wurden wir vor den Flutwellen in der Wüste gewarnt. Wir retten uns auf eine Anhöhe und sitzen das Gewitter aus.

»Hier ist es üblich, dass man nach seinem Militärdienst durch die Welt reist und wir wollen zuerst in Israel wandern.«, sagt mir Sapir mit einem Feuer in den Augen. Sie will mit ihren Freundinnen, genauso wie wir, auf dem Israel National Trail durch das Land wandern. Auf über 1000km schlängelt sich der Wanderweg durch das Land. Herbergen oder Zeltplätze mit Dusche gibt es nicht. Geschlafen wird meist unter freiem Himmel oder bei sogenannten »Trail Angeln«. Im Internet gibt es eine lange Liste mit Telefonnummer, Ort und Name der Familien, die Reisende bei sich zu Hause aufnehmen. Ob orthodox oder sekulär. In Siedlungen oder auf dem Bauernhof. Wir reisen nicht nur durch das Land, sondern auch durch die Wohnzimmer der Israelis. Bei jeder Begegnung lernen wir eine neue Facette der israelischen Gesellschaft kennen. Der Weg führt über Trampelpfade mit Kletterpassagen am See Genezareth, dem Mittelmeer, dem Toten Meer vorbei, bis zum Roten Meer. Konfliktgebiete meidet der Weg. Insgesamt fühlen wir uns auf dem Weg sehr sicher.

Auch als wir Hilel an einem unserem Nachtlager treffen. Er begrüßt mich mit den Worten 14 Jahre im Gefängnis verbracht zu haben. Auf dem Trail möchte er zu sich finden und dafür macht er keine Kompromisse. »Jeder denkt, er braucht richtige Schuhe zum Laufen«, meint Hilel, als er runter zu seinen Sandalen zeigt. Jeden Meter des Trails läuft er damit, ohne abzukürzen, wie wir es manchmal machen. Denn in sechs Wochen schaffen wir nur etwa die Hälfte der Strecke und überspringen deshalb einige Abschnitte. Denn wir wollen unbedingt im Roten Meer ins Wasser springen und neben den Korallen schnorcheln.

»Für viele Israelis der Trek ihres Lebens – von Nord nach Süd einmal quer durch ihr Land.«

— Kim Kristin Mauch

Auf über 1000km schlängelt sich der Israel National Trail durch das Land. Einige hundert Reisende machen sich jedes Jahr auf den Weg, um einmal das heilige Land zu durchqueren. Zwei von ihnen sind Kim Kristin Mauch und Eike Köhler. Für die jungen Journalisten aus Deutschland ist es die erste Reise in ein Land, das sie bisher nur aus den Nachrichten kennen.

Die Young Adventurer: Kim Kristin Mauch und Eike Köhler

Alter: 28 & 29 Jahre • Heimat: Kiel • Ausbildung: Medienstudium und Volontariat beim NDR • Beruf: Journalist*in
Instagram: @kim_mch @eikefilm

Für die jungen Journalist*innen aus Deutschland ist es die erste Reise in ein Land, das sie bisher nur aus den Nachrichten kennen. Viele Familien nehmen die Reisenden auf. Ob orthodox oder säkular. In Siedlungen oder auf dem Bauernhof. Bei jeder Begegnung lernen sie eine neue Facette der israelischen Gesellschaft kennen.⁣

Wenn Kim Kristin Mauch und Eike Köhler unterwegs sind, läuft die Kamera mit. In ihren Outdoor-Dokus für die Öffentlich-Rechtlichen stecken Sachkenntnis, Ausdauer – und die Bereitschaft, die Komfortzone weit hinter sich zu lassen.
In Deutschland arbeiten die Beiden als Journalist*in beim Norddeutschen Rundfunk. Eike hat mit Kajakfilmen auf YouTube angefangen. Kim ist als Kind schon mit ihren Eltern durch Australien und Nepal gereist, bis sich ihre Wege in der Ausbildung beim NDR gekreuzt haben.

Kim und Eikes Abenteuer auf Instagram

Text: Frederieke Krippeit