Wo die halbwilden Tiere wohnen

Bei einem Familienausflug nach Arosa taucht man ein in die wilde Welt der Alpen. Vor Ort kann man allerdings Bekanntschaft mit einer etwas weniger wilden Fauna machen. Bären, Eichhörnchen und Vögel können hier aus allernächster Nähe beobachtet werden. Und alle unter freiem Himmel. Wir waren vor Ort und haben uns umgesehen. Hier kommen unsere Tipps für einen Wochenend-Familien-Trip ins Bündner Bergdorf.

Arosa Bärenland: Ein Zufluchtsort für Braunbären

Das Herzstück von Arosas tierfreundlichen Attraktionen ist das Bärenland. Das Arosa Bärenland, ein einzigartiger Zufluchtsort in den Schweizer Alpen, bietet ein faszinierendes Erlebnis für Familien. Hier finden Bären, die zuvor in schlechten Haltungsbedingungen lebten, ein neues, artgerechtes Zuhause. Gerettet von der Tierschutzorganisation VIER PFOTEN, bieten die natürlichen Gehege mit Weiden, Sträuchern, Felsen, Bächlein und Wald, diesen ehemals misshandelten Bären die Möglichkeit, ihre natürlichen Verhaltensweisen zu erlernen und auszuleben.

Besucher können diese beeindruckende Wandlung auf der Bärenplattform, die über 2.000 Meter über dem Meeresspiegel liegt, beobachten und sich über die bewegenden Geschichten der Bären informieren. Neben dem Hauptattraktionspunkt des Bärenlandes, gibt es auch zahlreiche weitere Aktivitäten für die ganze Familie. Dazu gehören ein Abenteuerweg, ein Bären-Minigolf, ein Erlebnisspielplatz bei der Mittelstation, der Weisshorn Bär und der Erlebnisweg Bärenland. Für den kleinen oder großen Hunger gibt es das Restaurant Brüggerstuba, das sich direkt neben dem Bärenland befindet und in dem man sich nach einem erlebnisreichen Tag stärken kann.

Der Eichhörnliweg: Ein Naturerlebnis für Groß und Klein

Der Eichhörnliweg in Arosa, der das ganze Jahr über geöffnet ist, gilt als der beliebteste Themenweg bei Familien. Dieser malerische Pfad, der bei der Tomeli-Straße beginnt und an der Bushaltestelle Maran endet, führt die Besuchenden durch den Wald, wo sie die Gelegenheit haben, mit den zutraulichen Eichhörnchen zu interagieren. Diese flauschigen Tiere nähern sich den Wanderern oft mutig und lassen sich sogar direkt aus der Hand füttern, was vor allem bei Kindern für Begeisterung sorgt. Mitten im Wald wartet ein großzügiger Spielplatz mit Grillstelle auf die Familien.

Wer die Eichhörnchen füttern möchten, sollten ungeschälte, harte Nüsse verwenden. Dieses Fütterungsverhalten ist wichtig, da die Eichhörnchen ihre Zähne auf diese Weise abwetzen, was für ihre Gesundheit essentiell ist. Erdnüsse und Mandeln können für die Nager schädlich sein.

Neben Eichhörnchen gibt es auch zahlreiche Vogelarten im Wald, die sich ebenfalls aus nächster Nähe beobachten und füttern lassen. Nicht nur die kleinen Meisen und Spatzen, sondern manchmal auch mutige Tannenhäher nähern sich den Besuchenden.

Interessanterweise halten Eichhörnchen keinen Winterschlaf, sondern lediglich eine Winterruhe. Daher legen sie im Herbst Vorräte an, indem sie Sämereien und Nüsse vergraben. Dies bedeutet, dass die Eichhörnchen das ganze Jahr über auf dem Eichhörnliweg beobachtet und gefüttert werden können.

Eichhörnchen in Arosa sind auch als geschickte Akrobaten bekannt. Sie ernähren sich von Knospen, Nüssen, Früchten, Wurzelknollen, Insekten, Pilzen, Vogeleiern und Nadelbaumsamen. Sie können pro Tag bis zu 15 Fichtenzapfen abnagen. Ihr Fell variiert von fuchsrot bis schwarzbraun, wobei in den Bergen fast ausschließlich schwarze Eichhörnchen vorkommen.

Der Eichhörnliweg bietet somit ein einzigartiges Naturerlebnis für Familien, bei dem sie nicht nur die heimische Fauna aus nächster Nähe kennenlernen, sondern auch spannende Informationen über das Leben der Eichhörnchen und ihre Bedeutung im Ökosystem erhalten.

Hochseilgarten: Abenteuer und Teamgeist in luftigen Höhen

Für die Abenteuerlustigen ist der Hochseilgarten in Arosa ein Muss. Der Parcours mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden bietet Spaß und Herausforderung für alle Altersklassen. Unter professioneller Anleitung können Kinder und Erwachsene ihre Geschicklichkeit, Balance und ihren Mut unter Beweis stellen. Der Hochseilgarten ist ein perfekter Ort, um als Familie Teamgeist zu zeigen und gemeinsam Herausforderungen zu meistern. Sicherheit wird hier großgeschrieben, sodass auch die jüngsten Familienmitglieder bedenkenlos teilnehmen können.

Der Ricola-Spazierweg: Ein Dufterlebnis in den Alpen

Der Ricola-Spazierweg ist eine Ode an die berühmten Schweizer Kräuterbonbons und eine faszinierende Einführung in die Welt der Alpenkräuter. Der Weg führt durch duftende Kräutergärten, in denen die für Ricola-Bonbons verwendeten Kräuter angebaut werden. Entlang des Weges erfahren die Wandernden Interessantes über die Heilkraft der Kräuter und ihre Verwendung in der traditionellen Medizin. Der Spazierweg ist nicht nur lehrreich, sondern bietet auch eine herrliche Aussicht auf die umliegende Berglandschaft.

Der Weg besteht aus 10 interaktiven Stationen, die auf eine spannende Reise durch die Welt von Ricola mitnehmen. Hier können Familien riechen, schmecken und staunen, während sie die großen und kleinen Geheimnisse rund um die berühmten Kräuterbonbons entdecken.

Der Erlebnisweg beginnt entweder beim Hof Maran oder dem Arosa Bärenland, was eine gute Gelegenheit bietet, den Besuch mit anderen Attraktionen in Arosa zu kombinieren. Der Weg ist als leichter Spaziergang konzipiert und kann in etwa einer Stunde absolviert werden, das macht ihn zu einem angenehmen Ausflug für die ganze Familie (auch mit kleineren Kindern).

Der Weg ist für alle Altersgruppen geeignet. Um das volle Erlebnis zu genießen, wird ein Smartphone und eine Internetverbindung benötigt, da viele der Stationen interaktiv gestaltet sind. Der Weg ist in der Sommer-Saison geöffnet und ist flach sowie meist asphaltiert, wodurch er auch für Kinderwägen und Rollstuhlfahrer zugänglich ist.

Der Ricola-Erlebnisweg bietet eine einzigartige Möglichkeit, die Natur und Kultur der Schweizer Alpen zu erleben und gleichzeitig Wissenswertes über die traditionellen Schweizer Kräuterbonbons zu erfahren.


Checkliste für einen entspannten Trip in die Berge … mit Kindern.

Ein Outdoor-Urlaub in den Bergen mit Kindern kann eine wunderbare Erfahrung sein, vorausgesetzt, man ist gut vorbereitet. Hier sind fünf Life-Hacks, die den Trip für die ganze Familie entspannter und angenehmer gestalten.

1. Richtige Planung und Vorbereitung

  • Route wählen, die kinderfreundlich ist: Wähle eine Route mit weniger anspruchsvollen Wegen und interessanten Naturmerkmalen, die Kinder faszinieren.
  • Pausen einplanen: Kinder brauchen häufiger Pausen. Plane die Route so, dass Sie an Orten mit schönen Aussichten oder interessanten Naturschauspielen Rast machen können.

2. Passende Ausrüstung für Kinder

  • Bequeme Wanderschuhe und Rucksäcke: Stelle sicher, dass die Schuhe und Rucksäcke der Kinder gut passen und bequem sind.
  • Leichte Snacks und Wasser: Packe energiereiche Snacks und ausreichend Wasser ein. Kinder sollten jederzeit Zugang zu Snacks und Getränken haben, um ihre Energie aufrechtzuerhalten.

3. Unterhaltung und Motivation

  • Interessante Aktivitäten unterwegs: Plane Spiele oder naturbezogene Aktivitäten ein, um die Wanderung unterhaltsam zu gestalten.
  • Belohnungssystem: Kleinere Belohnungen oder Überraschungen am Ziel oder während der Wanderung können eine große Motivation sein.

4. Sicherheit und Gesundheit

  • Erste-Hilfe-Set: Ein grundlegendes Erste-Hilfe-Set ist unerlässlich. Vergiss auch nicht Sonnenschutzmittel und Insektenschutz mitzunehmen.
  • Bekleidung für alle Wetterbedingungen: In den Bergen kann das Wetter schnell umschlagen. Sorge für ausreichend Schutzkleidung gegen Regen und Kälte.

5. Geduld und Flexibilität

  • Seie bereit, Pläne zu ändern: Manchmal müssen Routen oder Zeitpläne angepasst werden, um den Bedürfnissen der Kinder gerecht zu werden.
  • Spaß und Entspannung priorisieren: Der Schlüssel zu einem erfolgreichen Ausflug ist, dass sich alle wohlfühlen und Spaß haben.

5. Die richtige Unterkunft wählen

  • Was sollen die Leute denken!? Es gibt Hotels. Und es gibt Familienhotels! – Letztere kommunizieren allen Gästen (ja, allen – auch denen die ohne Kinder anreisen), dass bei ihnen Kinder willkommen sind. Was für eine Erleichterung ist es, wenn beim Abendessen im Hotelrestaurant am Nachbartisch noch mehr gekleckert wird als am eigenen. Und wenn alle anwesenden ein Herz und Geduldsfaden für Kinder haben! Ferienwohnung oder Campingplatz sind zumeist auch nervenschonend.

Ein Wanderurlaub in den Bergen mit Kindern kann eine Herausforderung sein, aber mit der richtigen Einstellung und Vorbereitung wird es zu einem unvergesslichen Abenteuer für die ganze Familie.


Spiele, Spiele und nochmals Spiele!

Für einen Wanderurlaub in den Bergen mit Kindern haben wir ein paar Spielideen für euch zusammengestellt. Probiert sie doch mal aus. Viel Spaß!

Natur-Bingo

  • Beschreibung: Erstelle vor der Wanderung Bingokarten mit Bildern oder Namen von Dingen, die man in der Natur finden kann (z.B. eine bestimmte Blumenart, ein Vogel, ein Insektenhotel).
  • Spielweise: Während der Wanderung suchen die Kinder nach diesen Dingen. Wer zuerst eine Reihe (waagerecht, senkrecht oder diagonal) auf seiner Karte voll hat, ruft »Bingo!« und gewinnt eine kleine Belohnung.

Schatzsuche mit Naturmaterialien

  • Beschreibung: Gib den Kindern eine Liste von Naturmaterialien, die sie sammeln müssen (z.B. einen Kiefernzapfen, einen glatten Stein, eine Feder).
  • Spielweise: Die Kinder sammeln die Gegenstände während der Wanderung. Am Ende können sie ihre Funde präsentieren und vielleicht sogar kleine Kunstwerke daraus basteln.

Tiergeräusche-Raten

  • Beschreibung: Dieses Spiel ist besonders spannend in Wäldern oder Gebieten, in denen verschiedene Tierarten leben.
  • Spielweise: Die Kinder müssen lauschen und versuchen, die Geräusche von Vögeln, Insekten oder anderen Tieren zu identifizieren. Der Erwachsene kann dazu vorab Informationen über die heimischen Tierarten sammeln und bereitstellen.

Fotografie-Herausforderung

  • Beschreibung: Dies ist eine tolle Möglichkeit, die Beobachtungsgabe und Kreativität der Kinder zu fördern.
  • Spielweise: Jedes Kind (oder jede Familie) erhält eine Digitalkamera oder ein Smartphone. Die Aufgabe ist es, während der Wanderung bestimmte Motive zu fotografieren (z.B. etwas Rundes, etwas Blaues, etwas, das wächst). Später können die Fotos gemeinsam angeschaut und besprochen werden.

Diese Spiele und Aktivitäten bieten nicht nur Unterhaltung, sondern fördern auch das Interesse der Kinder an der Natur und helfen ihnen, ihre Umgebung bewusster wahrzunehmen.

In Arosa sind viele Aktivitäten im Sommer für Übernachtungsgäste inklusive. Langeweile ist hier ausgeschlossen. Infos zur sogenannten »Arosa Card« gibt es hier ↩︎.


Text: Tom Jutzler
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