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Was ist Bushcrafting? Die Grundlagen und passende Ausrüstung im Überblick

Das große Abenteuer wartet nicht nur auf wochenlangen Touren fernab der Heimat. Manchmal braucht es nicht mehr als ein kleines Lagerfeuer, einen gemütlichen Unterstand und die Geräuschkulisse des Waldes, um den Alltag hinter sich zu lassen und die eigenen Batterien wieder aufzuladen. Kein Wunder also, dass Bushcraften sich zunehmender Beliebtheit erfreut. Damit du bald in dein eigenes Bushcraft-Abenteuer starten kannst, haben wir dir hier die wichtigsten Grundlagen und Ausrüstungstipps zum Thema zusammengestellt.

Funktionale Bekleidung und praktische Ausrüstung rund ums Waldhandwerken findest du an dieser Stelle.

Was ist Bushcrafting?

Spätestens seit Fritz Meineckes YouTube Format „7 vs. Wild“ ist Bushcrafting in aller Munde. Doch was ist Bushcrafting eigentlich?

Im weitesten Sinne lässt sich Bushcrafting definieren als die Kunst in der Natur zu leben mit rudimentärer Ausrüstung. Dazu gehört das Beherrschen verschiedener Techniken, zum Beispiel Holzbearbeitung und Feuermachen, sowie die Kenntnis der Pflanzen- und Tierwelt. Der Fokus beim Bushcraften liegt auf einfachen Werkzeugen wie Messer und Axt sowie Unabhängigkeit von moderner Ausrüstung.

Hier geht es zum Experteninterview mit Julius Battenfeld rund ums Thema Bushcraft.

Was ist der Unterschied zwischen Bushcraft und Survival?

Auch wenn die Begriffe oft zusammen genannt werden, gibt es ein paar Unterschiede zwischen Bushcrafting und Survival. Die folgende Gegenüberstellung zeigt dir die wichtigsten Merkmale:


Bushcraft

  • Bushcraft als Selbstzweck und Naturgenuss (Zeit in der Natur als Ziel)
  • Komfort im Vordergrund
  • Bewusste Vorauswahl des Werkzeugs (zum Beispiel Paracord, Axt, Feuerstahl)
  • Möglichkeit der Planung
  • Mitnahme von Proviant

Survival

  • Notfallsituation mit Fokus auf Überleben (Flucht aus der Natur als Ziel)
  • Pragmatismus und Effizienz im Vordergrund
  • Stark begrenzte Ausrüstung (Notwendigkeit eigenes Werkzeug herzustellen)
  • Improvisation
  • Nahrungsmittelbeschaffung

In einfachen Worten: Bushcraft ist ein bewusster Aufenthalt in der Natur, Survival eine Notfallsituation (oder das Trainieren einer Notfallsituation), aus der es herauszukommen gilt. Die Techniken und Kenntnisse beider Disziplinen überschneiden sich, aber die Voraussetzungen und Ziele sind unterschiedlich.

Grundlegende Fähigkeiten und Techniken im Bushcrafting

Wenn du es dir vor einem knisternden Lagerfeuer oder in einem selbstgebauten Bushcraft Shelter gemütlich machen möchtest, brauchst du eine Reihe von Fähigkeiten. Dazu gehören:

  • Feuermachen: Welche Materialien eignen sich als Zunder? Wie kann Zunder entfacht werden? Welches Holz eignet sich am besten? Wie sollte das Holz geschichtet werden?
  • Shelterbau: Welche Art von Shelter möchtest du bauen? Welche Techniken zur Holzbearbeitung mit Messer, Axt und Säge gibt es?
  • Knotenkunde: Wie lassen sich Paracord oder Schnüre auf Spannung bringen? Wie verbindest du Holzstücke miteinander?
  • Wasserfiltern: Wie lassen sich Sedimente aus dem Wasser filtern? Wie können Bakterien und Keime im Wasser unschädlich gemacht werden?
  • Pflanzenkunde: Welche Pflanzen sind essbar? Welche medizinischen Eigenschaften kannst du dir zunutze machen?

Für den Einstieg ins Thema Bushcrafting gibt es eine Reihe nützlicher Helfer in Buchform, mit denen du dir das notwendige Know-How aneignen kannst.


    Ein Bushcraft Shelter bauen

    Bevor es ans Feuermachen geht, solltest du dich zuerst um deinen Unterschlupf, das sogenannte Shelter, kümmern. Dabei sind deiner Kreativität wenig Grenzen gesetzt – vom provisorischen Unterstand bis zur Hütte ist alles möglich.

    Bevor du dich ans Hacken und Sägen machst, bedenke bitte, dass das Entfernen oder Bearbeiten von Holz in deutschen Wäldern verboten ist und nur auf privaten Grundstücken mit der Erlaubnis der Besitzer:innen bzw. der zuständigen Gemeinde erfolgen darf.

    A-Frame Shelter

    Schon mit verhältnismäßig geringem Aufwand kannst du ein Bushcraft Sehlter bauen, das dich auch ohne Tarp vor Wind und Regen schützt. Das sogenannte A-Frame Shelter ist ein echter Klassiker und soll an dieser Stelle kurz vorgestellt werden.

    1. Für das Grundgerüst brauchst du zwei kürzere, stabile Äste und einen längeren schmalen und geraden Stamm.
    2. Verbinde die beiden kürzeren Äste an einem Ende, zum Beispiel mit Paracord, und lasse etwa 10 cm überstehen. Positioniere die losen Enden der Stöcke auf dem Boden, sodass ein Dreieck zwischen den Stöcken und dem Boden entsteht.
    3. Platziere den Stamm so über dem Dreieck, dass die Konstruktion stabil steht.
    4. Entlang des Stamms kannst du nun auf beiden Seiten in kurzen Abständen weitere Stöcke anlehnen, bis die Längsseiten bedeckt sind. Für eine bessere Abdeckung kannst du biegsame, schmalere Stöcke horizontal hineinflechten.
    5. Verteile nun Laub von der Spitze des Bushcraft Shelters in Richtung des Eingangs, um deinen Unterschlupf zu isolieren und wetterfest zu machen.
    A-Frame Shelter

    Einfach aber effektiv: Das A-Frame Shelter

    Tarp

    Ein Tarp gehört in jede Bushcraft-Ausrüstung, denn es ist leicht, wasserdicht und glänzt mit vielseitigen Einsatzmöglichkeiten. Selbst, wenn du vorhast, dir dein eigenes Shelter zu bauen, kann ein Tarp dich im Notfall vor Durchnässung und Unterkühlung bewahren. Du kannst dein Tarp auch als zusätzlichen Schutz über deinem selbstgebauten Shelter aufspannen.

    Mehr Informationen rund um das Thema Tarp findest du hier.




    Hängematte mit Tarp

    Schutz vor Wind und Wetter.



    Hängematte

    Besonders von März bis November, wenn Zecken wieder ihr Unwesen im Wald treiben, sind Hängematten eine großartige Möglichkeit eine bequeme Nacht im Freien zu verbringen. In Kombination mit einem Tarp bieten sie dir Schutz vor Wind, Regen, Insekten und harten Böden. Besonders empfehlenswert sind Modelle mit eingebautem Moskitonetz.

    Alles Wissenswerte zum Thema Hängematten gibt es in unserer Kaufberatung Hängematten.


    Biwaksack

    Wasserdichte Biwaksäcke sind eine weitere Möglichkeit, sich vor den Elementen zu schützen. Sie nehmen wenig Platz im Gepäck ein und sind in Sekundenschnelle einsatzbereit – ideal als Option für Notfälle oder einfach um unter dem Sternenhimmel einzuschlafen.





      Feuermachen

      Ein flackerndes Lagerfeuer spendet nicht nur Wärme und Licht, es ermöglicht auch die Zubereitung von Lebensmitteln und die Aufbereitung von Trinkwasser durch Abkochen. Damit du auch in deinem Lager dem gemütlichen Knistern des Feuers lauschen kannst, gibt es hier eine kleine Anleitung zum Feuermachen. Informiere dich vorher in jedem Fall über geltende Vorschriften und hole dir die Erlaubnis der Eigentümer:innen des Grundstücks!

      Der Schlüssel für ein langanhaltendes Feuer ist Vorbereitung. Besonders zu Beginn kann eine Flamme schnell erlöschen, wenn sie zu wenig gutes Brennmaterial bekommt. Neben einem Feuerstarter wie Streichhölzern oder Feuerzeug brauchst du möglichst trockenes Holz und Zunder, falls du einen Feuerstahl benutzt.

      Vorbereitung

      Zunächst gilt es Feuerholz zu sammeln. Liegendes Totholz ist oft zu feucht und eignet sich nur schlecht zum Feuermachen. Hängendes und stehendes, hartes Totholz hingegen ist deutlich trockener und dadurch ideales Brennmaterial. Wenn du genug Holz gesammelt hast, kannst du mit dem Zerkleinern und Spalten beginnen, sodass du am Ende eine Auswahl von kleinen, kurzen Ästchen bis zu mitteldicken Holzscheiten hast.


      Bushcraft Lagerfeuer

      Aufbau

      Es gibt mehrere Möglichkeiten dein Holz zu schichten, sodass die Flamme immer mit der richtigen Menge Holz und ausreichend Sauerstoff versorgt ist. Die bekannteste Variante und ein regelrechtes Symbol von Lagerfeuerromantik ist das Pyramidenfeuer. Dazu beginnst du mit einem Dreibein aus kurzen, schmalen Stöckchen. Auf diese Konstruktion schichtest du zunehmend größere Holzstücke. Die Initialflamme wird dabei in die Mitte des Dreibeins gelegt, sodass das Feuer sich von innen nach außen arbeiten kann.

      Noch effizienter brennt das Pagodenfeuer, für das du die Holzscheite wie eine Blockhütte aufeinanderstapelst. Dabei beginnst du mit den großen Holstücken und nutzt mit jeder Etage dünnere Scheite und Äste. Das Feuer wird schließlich an der Spitze gelegt. Die Vorteile des Pagodenfeuers sind einerseits die stabilere Konstruktion; andererseits der geringere Arbeitsaufwand, denn das Feuer muss nach der Zündung nicht mehr gefüttert werden, da genug Brennmaterial bereits in den Aufbau geschichtet ist.

      Wenn du ein Feuerzeug oder Streichhölzer zur Hand hast, reicht es meistens eine Handvoll schmale Späne anzuzünden, um das Feuer in Gang zu bringen. Um zu gewährleisten, dass die Späne möglichst trocken sind, kannst du ein dickeres Stück Holz in vier Stücke spalten und die Späne von der Kernseite des Holzes mit dem Bushcraft Messer abschaben.

      Zunder

      Guter Zunder ist besonders bei der Arbeit mit einem Feuerstahl wichtig. Der Feuerstahl ist dabei nicht nur etwas für alteingesessene Wald- und Wiesenläufer:innen, denn er punktet mit unübertroffener Zuverlässigkeit und Langlebigkeit. Auch bei nassen und windigen Bedingungen produziert er noch Funken, wenn Feuerzeug und Streichholz bereits das Handtuch geworfen haben.

      Je nach Vegetation gibt es eine Vielzahl natürlicher Zundermittel. Vor allem Birkenrinde ist im Nord- und mitteleuropäischen Raum vielerorts verfügbar und ein großartiger Zunder, denn sie enthält die äußerst entzündliche Substanz Betulin. Um das Betulin zu gewinnen, kann die oberste Schicht der Rinde mit einem Messer abgekratzt und zum Beispiel in einem weiteren Stück Birkenrinde aufgefangen werden.


      Bushcraft Zunder

      Birkenrinde ist ein wunderbarer Zunder.


      Alternativ kannst du auch ein Stück Kienspan bzw. Kienholz mit dir führen. Kienholz bezeichnet besonders harzreiches Holz, das vor allem in abgestorbenen Astansätzen der Kiefer eingelagert ist. Kienholz ist ein großartiger Zunder und kann auf Tour entweder selbst gewonnen oder als Reservezunder im Rucksack mitgenommen werden.

      Wenn der Zunder gewonnen ist, braucht es nur noch ein paar Funken mit dem Feuerstahl und die abgeschabte Rinde bzw. das Kienholz brennt lichterloh. Um die kurze Flamme zu erhalten, solltest du sie sofort mit feinem trockenen Holz füttern, zum Beispiel mit einem Featherstick. Dafür brauchst du ein Stück Holz, von dem du mit dem Messer kleine Holzlocken abschabst, ohne diese vom Holz zu trennen. Arbeite dich von unten nach oben, bis du einen zusammenhängenden Büschel dieser Holzlocken hast. Diesen Büschel legst du nun an die Zunderflamme. Über den brennenden Büschel kannst du jetzt beginnen, das übrige Holz zu schichten oder den Büschel auf deinen Pagodenbau legen – fertig ist das Lagerfeuer!





        Wenn du nur wenig Brennmaterial zur Verfügung hast, ist der Einsatz einer Bushbox (zum Beispiel von Bushcraft Essentials) eine gute Möglichkeit dein Wasser zum Kochen zu bringen. Durch die geschlossene Konstruktion wird die Wärme gebündelt und die Flamme zusätzlich vor Wind geschützt. Auch der Bau eines Dreibeins, um deinen Topf oder Wasserkessel über dem Feuer aufzuhängen, erübrigt sich, weil du diese einfach auf die Bushbox stellen kannst. Eine Alternative zur Bushbox bieten Brennstofftabletten von Esbit. Diese verbreiten zwar weniger Lagerfeuerromantik, brennen dafür aber rauchlos und ohne Funkenflug.

        Mehr zum Thema Trockenbrennstoff findest du in unserer Kaufberatung.




          Sicherheitsvorkehrungen

          Um der Gefahr von Waldbränden vorzubeugen, gilt es einige Sicherheitsmaßnahmen beim Feuermachen zu beachten:

          • Befreie die Feuerstelle in größerem Umkreis von Laub und Ästen.
          • Grenze die Feuerstelle mit Steinen ein.
          • Lasse das Feuer niemals unbeaufsichtigt.
          • Mache kein Feuer unter Nadelbäumen oder überhängenden Ästen, denn diese könnten durch Hitzeentwicklung und Funkenflug ebenfalls Feuer fangen.
          • Halte eine Faltschüssel mit Wasser bereit, um das Feuer im Notfall schnell eindämmen zu können.
          • Lösche das Feuer mit viel Wasser, wenn du fertig bist. Auf keinen Fall sollten glühende Kohlen einfach vergraben werden, denn auch unter der Erde können sie weiterschwelen.
          • Mache niemals Feuer während Trockenperioden. Kleinste Funken können dann schon ausreichen, um einen Waldbrand auszulösen.

          Informiere dich vor dem Feuermachen immer über die aktuelle Rechtslage!


          Bushcraft Hobokocher

          Ein knisterndes Feuer sorgt für urige Gemütlichkeit im Lager.

          Ausrüstung und Werkzeuge für Bushcrafting

          Ob für den Shelterbau oder das Feuermachen – beim Bushcraften wird vor allem Holz bearbeitet. Deswegen steht und fällt dein Abenteuer mit dem richtigen Werkzeug. Dafür stehen dir drei wichtige Helfer zu Verfügung: Das Messer, die Axt und die Säge.

          Das Bushcraft Messer

          Das wichtigste und vielseitigste Werkzeug in deiner Bushcrafting Ausrüstung ist das Bushcraft Messer. Denn damit lassen sich eine Vielzahl von Arbeiten erledigen, von der Zundergewinnung über Schnitzarbeiten bis zum Holzspalten. Durch die starke Beanspruchung eignet sich jedoch nicht jedes Messer für diesen Zweck. Deswegen solltest du bei der Wahl deines Bushcraft Messers auf folgende Eigenschaften achten:

          • Feststehende Klinge (Klappmesser optional als Ergänzung)
          • Zäher, bruchfester Stahl wie z. B. D2, 80CrV2 oder CPM3V
          • Breiter Klingenrücken (mindestens 3 mm)
          • Full-Tang Klinge (ein Stück von der Klingenspitze bis zum Griffende)
          • Ideal: Klingenrücken mit scharfem 90°-Winkel zum Feuerstab abziehen

          Mehr Wissenswertes rund um das Thema Messer findest du in unserer Kaufberatung.



          Neben Messer, Säge und Schaufel sollte die Axt in keiner Bushcraft-Ausrüstung fehlen.

          Die Axt

          Auch die Axt ist ein echtes Multitalent, mit dem du kleinere Bäume fällen und entasten, Pfähle anspitzen, Feuerholz spalten und sogar schnitzen kannst. Doch nicht jede Axt ist für jeden Einsatz gleichermaßen geeignet. Vor allem Größe, Gewicht und Schliff spielen eine große Rolle. Ein kleines Handbeil mit spitzerem Schleifwinkel eignet sich hervorragend zum Schnitzen oder um kleineres Anzündholz vorzubereiten. Große Spaltäxte mit schwerem Kopf, stumpferem Schleifwinkel und langem Stiel hingegen sind grandiose Werkzeuge, wenn du grobe Holzstücke zerkleinern willst, aber denkbar unpraktisch für filigranere Arbeiten. Für Bushcrafter:innen ist deswegen der Mittelweg die beste Lösung: Ein mittelschwerer Axtkopf und ein Stiel von 30 bis 50 cm ermöglichen genug Kraftentwicklung zum Zerkleinern von Holz, sind aber noch leicht genug für präzisere Hiebe.

          Noch mehr Infos zum Thema Äxte gibt es in unserer Kaufberatung Äxte.


          Die Säge

          Die Aufgabenbereiche der Axt und der Säge überschneiden sich zum Teil stark, denn beide Werkzeuge dienen vor allem dazu, Holz zu zerkleinern. Auch wenn Schnitzarbeiten und Spalten der Axt vorbehalten bleiben, bringt die Säge einige Vorteile mit sich:

          • Leichtere Ablängung von Holz
          • Kraftsparendere Gewinnung von Brennholz
          • Kleines Packmaß
          • Leichtes Gewicht (150 bis 300g)
          • Präzise Schnitte
          • Geringeres Verletzungsrisiko
          • Geringere Belastung der Handflächen
          • Möglichkeit Einkerbungen für unterschiedliche Holzkonstruktionen zu sägen

          Zusätzlich zu deinem Messer hast du im Idealfall sowohl Axt als auch Säge dabei, denn so bleibst du flexibel und hast mehr Möglichkeiten bei der Wahl deiner Bushcraft-Projekte.


          Bonus: Der Spaten

          Spaten gehören zwar nicht zur Trias der vorgestellten Holzwerkzeuge, doch auch sie sollten einen festen Platz in deiner Bushcrafting Ausrüstung. Denn damit lassen sich nicht nur Pfähle mittels Spatenstich leichter im Boden einlassen; mit ihnen können auch Löcher für Grubenfeuer oder Entwässerungsgräben ausgehoben werden, die das Shelter bei starken Regenfällen schützen. Dank eines praktischen Klappmechanismus passen die meisten Feldspaten dabei in jeden Rucksack.



            Der passende Bushcraft-Rucksack

            Ohne Rucksack kein Bushcraft. Schließlich kommt der Wald nicht zu dir und deine Bushcrafting Ausrüstung muss über Wurzeln und Gestrüpp zu deinem auserkorenen Lagerplatz transportiert werden. Auch wenn im Grunde jeder Rucksack diesen Zweck erfüllen kann, gibt es Modelle, die speziell für den Einsatz im Wald konzipiert wurden. Auf diese Eigenschaften solltest du bei der Wahl deines Bushcraft-Rucksacks achten:

            • Robustes Material: Besonders Cordura hat sich durch seine große Abriebfestigkeit für intensivere Einsätze bewährt.
            • Flexible Befestigungsmöglichkeiten: Rucksäcke mit Materialschlaufen oder MOLLE-System, das dir die Anbringung weiterer Taschen erlaubt, zum Beispiel von Tasmanian Tiger oder Savotta, sind ideal fürs Bushcraften.
            • Naturnahe Farben: Bushcraft-Rucksäcke sind häufig grün oder braun, um optisch mit der Umgebung zu verschmelzen und somit weniger Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.

            Bushcraft-Rucksäcke gibt es in unterschiedlichen Größen. Für den Kurztrip in den Wald ohne Schlafsack reicht ein Rucksack mit 20 bis 30L Volumen. Für sogenannte Overnighter, bei denen du die Nacht im Wald verbringst, empfiehlt sich ein Rucksack mit 40 bis 50L Volumen.

            Bushcraft Rucksack





              Die richtige Bekleidung für Bushcraft

              Von den Stiefeln über die Bushcraft Hose bis zur Kopfbedeckung: Deine Bekleidung erfüllt beim Bushcraften mehrere Zwecke. Zum einen schützt sie deine Haut vor Gestrüpp, rauem Holz und Splittern. Zum anderen hält sie dir Blutsauger und andere Plagegeister vom Hals. Fjällrävens G-1000 Faser ist optimal für den Einsatz im Wald geeignet, denn das Material ist abriebfest, schnell trocknend und erschwert Mücken das Stechen. Idealerweise verfügt deine Kleidung zudem über Taschen für Gegenstände, die du regelmäßig brauchst, zum Beispiel dein Bushcraft Messer. Robuste Lederhandschuhe sollten ebenfalls nicht fehlen, denn sie schützen deine Hände vor Holzsplittern und Blasenbildung beim Umgang mit der Axt.



                Bedeutung von Nachhaltigkeit und Naturverbundenheit im Bushcrafting

                Naturverbundenheit und Bushcrafting gehen Hand in Hand. Inmitten des Waldes, eingebettet in die Geräuschkulisse zwitschernder Vögel und rauschender Baumkronen, können wir uns auf das Wesentliche zurückbesinnen. Damit diese Erfahrung auch für die nächsten Waldläufer:innen nicht getrübt wird, gibt es für den Naturgenuss ein paar einfache Regeln. Die oberste: „Leave no trace“ – hinterlasse keine Spur. In der Bushcraft-Community wird viel Wert darauf gelegt, jeden Lagerplatz so zu hinterlassen, wie er vorgefunden wurde. Das bedeutet:

                • Keinen Müll oder Lebensmittelreste hinterlassen.
                • Feuerstelle sachgemäß löschen.
                • Keine Bäume beschädigen. Nur Totholz verwenden.
                • Lager wieder abbauen und das Holz in der Umgebung verteilen.
                • Unterholz meiden, da dieses ein Zufluchtsort für Tiere ist.
                • Und vor allem: Der Wald ist kein Klo! Wenn es sich absolut gar nicht vermeiden lässt, solltest du deine Hinterlassenschaften in einem etwa 20 cm tiefen Loch vergraben.

                So wird gewährleistet, dass der Wald sowohl für seine tierischen Bewohner als auch die menschlichen Besucher ein intakter und schöner Ort bleibt.

                Sicherheit beim Bushcraften

                Weil auch im Wald Vorsicht besser ist als Nachsicht, solltest du ein paar Dinge beim Bushcraften beachten.

                Wenn du vorhast im Wald zu übernachten, überprüfe deinen Lagerplatz und seine Umgebung weitläufig auf tote Bäume und Äste. Besonders bei Sturm und im Sommer und Frühherbst, wenn die Baumkronen belaubt sind und viel Angriffsfläche für den Wind bieten, kann es passieren, dass Bäume umstürzen. Auch tote Äste können herabfallen und zur Gefahr werden. Wenn Sturm vorausgesagt ist, verschiebst du deine Tour also am besten.

                Auch wenn es in deutschen Wäldern keine Bären und nur wenige, scheue Wölfe gibt, ist eine gewisse Vorsicht vor Wildschweinen geboten. Denn besonders im Frühjahr, wenn die Bachen Frischlinge haben, können Wildschweine sehr aggressiv werden. Um die Wahrscheinlichkeit einer Konfrontation zu verringern, solltest du in jedem Fall das Unterholz meiden, denn die Tiere nutzen dieses als Rückzugsort. Das gilt besonders in Naturschutzgebieten, denn dort dürfen die Wanderwege gar nicht erst verlassen werden. Weil Wildschweine äußerst feine Nasen haben, empfiehlt es sich zudem keine Lebensmittel oder ungewaschenen Töpfe im Lager herumliegen zu lassen. Am besten verstaust du deinen Proviant in einem wasserdichten Packsack und hängst diesen über Nacht an einen Baum.


                Bache mit Frischlingen

                Bache mit Frischlingen: Nicht zum Scherzen aufgelegt.


                Da du beim Bushcraften die Wege verlässt, durch hohes Gras gehst und im Laub kniest, solltest du auch auf Zecken achtgeben. Behandle deine Kleidung vor der Tour mit Zeckenmittel und überprüfe nach deinem Waldbesuch, ob sich irgendwo eine Zecke festgesetzt hat.

                Schließlich: Wo Axt, Messer und Feuerzeug zum Einsatz kommen, darf auch ein Erste-Hilfe-Set mit Rettungsdecke, Pflastern, Wundauflagen, Wundkompressen, Mullbinden und Klammerpflaster nicht fehlen!



                  Ist Bushcrafting in Deutschland erlaubt?

                  Die ernüchternde Antwort ist: In der Regel nicht. Wenn du keine Genehmigung der Waldbesitzerin oder des Waldbesitzers bzw. der verwaltenden Gemeinde hast, darfst du folgende Dinge generell nicht in deutschen Wäldern tun:

                  • Holz entnehmen und bearbeiten (auch kein Totholz).
                  • Feuermachen außerhalb ausgewiesener Feuerstellen.
                  • Wildcampen im Wald. In einigen Bundesländern ist ein ungeplantes Notbiwak geduldet, der Bau eines Shelters fällt jedoch nicht darunter.
                  • In Nationalparks und Naturschutzgebieten gelten meist noch strengere Regeln.

                  Die Verbote, Holz zu bearbeiten, Feuer zu machen und planmäßig im Wald zu übernachten machen es sehr schwer, legal in Deutschland zu bushcraften, wenn man keine Waldeigentümer:innen kennt oder selbst Wald besitzt. Über das Buchen spezieller Bushcraft-Kurse gibt es jedoch die Möglichkeit, sich im Waldhandwerk auszuprobieren.

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