Planer: Kultur und Wandern im Alentejo

Gut geplant ist halb gewonnen! Deine große Reise beginnt schon bei der Vorbereitung. Alles was du für eine Wander- und Kulturreise in den Alentejo im Süden Portugals wissen musst, erklären wir in diesem Artikel.

Inhalt:

Globetrotter Infos: Portugal

Sprachen: Portugiesisch und Mirandés (kleine Sprachgruppe im Norden Portugals, ca. 15.000 Sprecher:innen).
Einwohner: 10,4 Millionen.
Größe: 92.212 km².
Bevölkerungsdichte: 112 Einwohner pro km² (Deutschland: 233 Einwohner pro km²).
Geld: Euro (€).
Zeitverschiebung: MESZ -1 (Westeuropäische Zeitzone).
Reisezeit: Portugal ist ein ganzjähriges Reiseziel. Im Hochsommer sollte man jedoch besser den Osten und Südosten (das »Hinterland des Alentejo«) meiden, weil die Temperaturen dort die 40 Grad übersteigen können. Die Küste und die Gebirge sind hingegen auch im Sommer angenehm kühl.
Reisebudget:  500 – 1000 €/Woche (ohne Anreise). Der Alentejo ist in weiten Teilen noch relativ günstig.

2 Fakten zum Alentejo

1) Das Wort Alentejo heißt übersetzt: »Das Land jenseits des Tejo«. Der Tejo (Span.: Tajo) ist der längste Fluss der Iberische Halbinsel und mündet südlich von Lissabon in den Atlantik. Das Land jenseits des Tejo ist demnach der Teil Portugals, der südlich des Tejo liegt, ausgenommen natürlich die Algarve (Port.: »der Algarve«), die portugiesische Südküste.

2) Der Alentejo ist eine sehr dünn besiedelte Gegend, die knapp ein Drittel der portugiesischen Festlandfläche umfasst (ca. 27.000 km²), aber nur von etwas mehr als 5 % der Bevölkerung (500.000 Menschen) bewohnt wird.

Wo liegt der Alentejo?

Das »Land jenseits des Tejo« (= Alentejo) nennen die Portugiesen die Region, die im Norden vom Rio Tejo, im Süden von der Algarve, im Osten von Spanien und im Westen vom Atlantik (120 Kilometer Küste) begrenzt wird.

Verwaltungstechnisch gibt es die Region oder das Bundesland Alentejo nicht; der Begriff wird nur historisch oder topgrafisch verwendet und spielt in der Tourismusvermarktung eine gewisse Rolle. Zudem gibt es regionale Bezeichnungen: Alto Alentejo (obere Alentejo → Nordosten), Lezíria do Tejo (Flussniederung des Tejo → Nordwesten), Alentejo Central (zentaler Osten), Alentejo Litoral (Küstenalentejo → Westen), Baixo Alentejo (untere Alentejo, Südosten).

Diese Bezeichnungen sind weitgehend (aber nicht gänzlich) deckungsgleich mit den Distrikten in Portugal, die eine wichtige Verwaltungseinheit darstellen. Da gibt es: Portalegre (identisch mit Alto Alentejo), Santarém (der südliche Teil des Distrikts ist die Lezíria do Tejo), Évora (identisch mit Alentejo Central), Setúbal (das Gebiet der Serra da Arrábida und der nördliche Teil des Alentejo Litoral) sowie Beja (identisch mit Baixo Alentejo). Diese Aufzählung zeigt, dass es sehr verschiedene Möglichkeiten der Abgrenzung gibt und natürliche sowie historische Grenzen mit aktuellen Verwaltungsgrenzen nicht immer zusammenstimmen.

Was ist der Reiz des Alentejo?

Der Alentejo ist eine reizvolle Region, die viele für Portugal typische Attribute aufweist: hügelige Landschaften voller Korkeichenwälder, breite Flusstäler, weiße Dörfer und ummauerte Burgstädte mit bildhübschen Ortsbildern auf bizarren Aussichtsbergen, wiegende Kornfelder und Weinberge, unzählige Dolmen (und weitere Baudenkmäler aus neolithischer Zeit) und eine besonders ursprüngliche Küste. Der Landstrich ist in weiten Teilen sehr dünn besiedelt und lange Zeit galt diese Einsamkeit als Makel. Doch wer Ruhe und Abgeschiedenheit sucht, der ist hier genau richtig. Deswegen ist der Alentejo heute ein Geheimtipp für Individualreisende, die Natur erleben, aber auch die Kultur und Spiritualität dieser Region entdecken wollen. Und besonders Wanderer finden hier ein vielfältiges Angebot: Küstenwanderungen im Westen (z.B. in der Serra da Arrábida und an der Vinzentinischen Küste), eine intakte Flusstallandschaft am Oberlauf des Tejo und am Guadiana, ein paar Bergtouren in der Serra de São Mamede sowie der Serra de Ossa (im Osten) und vieles mehr.

Was muss ich im Alentejo unbedingt gesehen haben?

Es gibt fünf must-do’s im Alentejo:

  1. Kulturinteressierte sollten der weißen Stadt Évora einen Besuch abstatten. Das Altstadtensemble ist UNESCO Weltkulturerbe und bietet mit seinen Bauresten aus römischer Zeit, seiner mittelalterlichen Kathedrale und seinen Palästen aus der frühen Neuzeit außergewöhnliche Kulturdenkmäler, die zu den besten in Portugal zählen.
  2. Zu den schönsten Teilen des Alentejo zählt das Gebiet des Naturparks Serra de São Mamede (im nordöstlichen Alentejo). Dort liegt nicht nur der höchste Erhebung des südlichen Portugal (São Mamede, 1025 m), sondern die Berg- und Hügellandschaft an der Grenze zu Spanien bietet auch viel unberührte Naturlandschaft und schöne Wanderungen.
  3. Eine Besonderheit des Alentejo stellt der Montado da, der lichte und immergrüne Eichenwald (Kork- und Steineichen). Dieses Ökosystem ist zwar von Menschenhand geschaffen (Sekundärwald), scheint aber geradezu ideal für die Landschaft des südöstlichen Portugal. Jeder Besucher des Alentejo sollte zumindest einmal durch die lichtdurchfluteten Reihen eines solchen Waldes spazieren, der in den heißen Monaten Schatten und Kühle spendet, im Winter vor Regen schützt und im Frühling die herrlichsten Blütenpflanzen hervorbringt.
  4. Die Atlantikküste des Alentejo, Vinzentinische Küste genannt, gilt als eine der besterhaltenen Küstenlandschaften Europas. Wildromantische Sandbuchen reihen sich an spektakuläre Steilküsten. Tatsächlich sind die Strände als Badestrände nicht besonders gut geeignet, was mit dem ständigen Wind (und damit verbunden dem stechenden Sand auf der Haut) sowie den morgendlichen Nebeln in der Sommerzeit verbunden ist. Weithin beliebt und attraktiv sind die Strände jedoch für Surfer, weil die portugiesische Westküste die besten Bedingungen für diesen Sport in ganz Europa bietet. An der Küste entfaltet sich zudem eine botanische Wunderwelt mit unglaublichem Reichtum an verschiedenen Blütenpflanzen.
  5. Nicht verpassen sollte man schließlich auch Mértola und das untere Guadiana-Tal. Der größte Fluss des südlichen Portugal schneidet sich dort durch ein altes Mittelgebirge und hinterlässt so eine bizarre Schlucht. Hoch über dem Tal thront die Kleinstadt Mértola mit seiner weithin sichtbaren Burg. Die kleine Stadtpfarrkirche ist eine Mesquita-Igreja, eine ehemalige Moschee, was auf die muslimische Vergangenheit der Region hinweist. Der Besuch der Stadt im Mai zum »Festival Islâmico de Mértola« ist ein besonderes Erlebnis.

Wo muss ich zum Wandern und Trekking im Alentejo hin?

Tatsächlich ist das Angebot recht vielfältig: neben Wegen an der Steilküste am Atlantik gibt es häufig Flusstalwanderungen oder leichte Bergwanderungen. Die besten Wanderregionen liegen im Nordosten, im Südosten und an der Atlantikküste des Alentejo.

Im Nordosten liegt der Naturpark Serra de São Mamede, eine Mittelgebirgslandschaft südlich des Tejo und an der Grenze zu Spanien, die von einigen tief eingeschnittenen Flusstälern durchzogen wird. In dieser von Granitfelsen dominierten alten Kulturlandschaft wurden viele Wanderwege angelegt; die schönsten liegen rund um Marvão und Castelo de Vide.

Im Südosten liegt im Unterlauf des Guadiana-Flusses, an der Grenze zum Alentejo, der Naturpark Guadiana-Tal. Hier wurde v.a. ein natürliches Refugium für den vom Aussterben bedrohten Pardelluchs geschaffen. Das bizarre Flusstal bietet schöne Wanderungen, u.a. zum Wolfssprung (Pulo do Lobo), dem berühmtesten Wasserfall des Alentejo.

An der Atlantikküste liegen derzeit die angesagtesten Wanderwege des Landes. Als Rota Vicentina bezeichnet man zwei Weitwanderwege, die im mittleren Alentejo beginnen (Sines und Santiago do Cacém) und bis an die Südwestspitze Portugals, an das Cabo de Sao Vicente führen. Einer der Wege, der Fischerpfad, führt direkt an der Steilküste, der Historische Weg etwas im Hinterland der Küste.

Was sind die besten Wander-Tipps für den Alentejo?

Die vier besten Tageswanderungen des Alentejo sind meiner Meinung nach:

  1. Die Wanderung durch die Serra da Grândola, etwa 100 km südlich von Lissabon, nicht weit weg von der Atlantikküste. Hier erlebt man den typischen Montado im Rahmen einer ausgedehnten Wanderung (ca. 20 km) westlich der Kleinstadt Grândola.
  2. Eine weitere Top-Tour liegt im Nordosten, beim Naturmonument Portas de Ródão. Dort durchbricht der Tejo-Fluss eine Gebirgslandschaft (Schiefer) und bildet für kurze Zeit eine bizarre Schlucht. Der Ausblick auf dieses Fluss-Fels-Schauspiel ist einzigartig. Zudem hat sich dort eine Gänsegeier-Kolonie angesiedelt, eine zusätzliche Attraktion.
  3. Ein Geheimtipp, allerdings sehr abgelegen und schwierig erreichbar ist der Naturpark Noudar am Westabhang der Sierra Morena, ganz an der spanischen Grenze bei Barrancos. Eingezwängt zwischen zwei Flusstälern liegt eine Bilderbuchlandschaft. Geht man den Wanderweg um das Castelo de Noudar, fühlt man sich in eine andere Zeit und eine andere Welt versetzt.
  4. Nicht auslassen sollte man die Wanderung zum Pulo do Lobo, dem spektakulärsten Wasserfall des Alentejo, am Rio Guadiana, etwas nördlich von Mértola.

Ebenfalls zu empfehlen sind zwei Weitwanderwege:

Der Fischerpfad an der Atlantikküste ist Teil des Weitwanderweges der Rota Vicentina, startet südlich von Sines und führt bis zum Cabo de São Vicente. Er verläuft meist auf einem schmalen und oft sandigen Pfad in Meeresnähe mit unvergesslichen Ausblicken auf eine der schönsten Steilküsten Europas. Der nördliche Teil des Fischerpfades liegt im Alentejo, der südliche Abschnitt gehört zur Algarve.

Der Guadiana-Weitwanderweg führt im Unterlauf des Flusstales von Mértola bis zur Mündung und ist in das Netz der portugiesischen Jakobswege eingebunden. Auch auf diesem Weg wandert man vom Alentejo in die Algarve. Besonders spektakulär ist die Tagesetappe vom kleinen Dorf Mesquita (Südalentejo) nach Alcoutim (Nordalgarve).

Was sind die besten Aktivitäten im Alentejo?

Aufgrund unterschiedlichster Landschaften: Flusstäler, Küste und Berge – würde sich der Alentejo für diverse Outdoor-Aktivitäten eignen. Allerdings wurden bisher wenige Angebote entwickelt, weil der Alentejo als Reiseregion noch nicht besonders gut erschlossen ist.

Die Vinzentinische Küste ist weithin bekannt als Eldorado für Surfer und andere Strandaktivitäten (z.B. Strandreiten). Auch wenn es eine recht große Auswahl an markierten Wegen gibt, so ist Wandern doch eher in den Naturparks (aufgrund der besonderen Landschaften dort und der dichte des Netzes an Wanderwegen) interessant. Radfahren, insbesondere Mountainbiken wird in Portugal zunehmend populärer. Das Routennetz wird kontinuierlich erweitert. Auf diesen Routen fahren inzwischen vermehrt auch Quarts und Jeeps, ein Trend, der nicht zu begrüßen ist.

Im Montado (v.a. in der Serra d’Ossa) haben sich einige Anbieter auf Cork-Trekking spezialisiert. Eine Mischung aus Jeeptour und Wanderung mit Erklärungen zum Kork. Im Alentejo werden zudem regelmäßig Trailruns veranstaltet, wofür sich besonders tief eingeschnittene und wenig erschlossene Flusstäler eignen. Zu erwähnen sind auch Boots- und Schiffstouren auf den großen Flussläufen, auf dem Tejo (v.a. in der Umgebung von Portas de Ródão) und auf dem Guadiana. Von Mértola aus werden Touren auf kleinen Booten mit Möglichkeit zur Beobachtung von Vögeln angeboten.

Sollte ich mir Zeit für Städte nehmen?

Unbedingt! Der Alentejo hat zwar keine großen, aber einige mittelgroße Städte (Bezirkshauptstädte und darunter in der Hierarchie Kreisstädte) mit sehr schönen Stadtbildern und erstklassigen Sehenswürdigkeiten. Oben wurde schon auf Évora hingewiesen. Ebenso ein UNESCO Weltkulturerbe ist die Stadt Elvas, berühmt für ihre ausgeklügelte Festungsarchitektur des 18. Jahrhunderts. Ähnlich interessant sind die Städte Beja, Estremoz oder Portalegre.

Besonders reizvoll sind aber manche Kleinstädte und Dörfer. Oft handelt es sich dabei um ehemalige Burgstädte, meist wahre architektonische Kleinode in besonderer Lage. Die sehenswertesten unter diesen sind: Castelo de Vide und Marvão (im Nordosten), Alcácer do Sal und Santiago do Cacém (im Westen), Monsaraz, Moura und Serpa (im Osten) und Mértola im Südosten.

Wann ist die beste Reisezeit für den Alentejo?

Grundsätzlich ist der Alentejo ein ganzjähriges Reiseziel. Dennoch ist es ratsam, beispielsweise den Osten und Südosten des Landes im Hochsommer (Juli und August) eher nicht zu besuchen, weil in dieser Jahreszeit die Temperaturen ungesund hoch (über 40 Grad Celsius) und es zudem sehr trocken sein kann. Auch sollte man bedenken, dass es im portugiesischen Winter kühl, nass und regnerisch sein kann. Allerdings schwanken Wetterphasen auch und so kann es ebenso im Hochsommer angenehm kühl in der Bergen im Osten Portugals sein oder im Dezember und Jänner milde und sonnige 15 bis 20 Grad im Alentejo bekommen.

Die beste Jahreszeit für Wanderungen im Alentejo ist der Frühling. Ab März erblühen weite Teile der Landschaft und alles erscheint saftig und grün. Besonders eindrucksvoll ist die Zeit der Zistrosen-Blüte im April und Mai. Im Sommer kann es im Hinterland der Küste sehr heiß werden. 40 Grad Celsius im Juli und August sind dann keine Seltenheit. In Küstennähe bleibt es hingeben auch im Hochsommer angenehm kühl, manchmal sogar mit Küstennebel.

Der Herbst taucht den Alentejo in ein neues Licht und in bunte Farben (besonders das Weinlaub). Auch wenn der Sommer an vielen Stellen eine ausgedörrte Landschaft zurückgelassen hat, so sind doch Wanderungen in den immergrünen Kork- und Steineichenwäldern im Herbst ein besonderes Erlebnis. Erste Frühnebel bringen schon im Oktober ersehnte Feuchtigkeit und beleben die Pflanzendecke mit neuem Grün.

Der Winter im Alentejo ist – sieht man von einigen möglichen und dann sensationellen Extremereignissen (zum Beispiel Schneefall) ab – frostfrei. Die Temperaturen bleiben für unser mitteleuropäisches Empfinden angenehm mild (mögliche 15 bis 20 Grad Celsius Tageshöchsttemperaturen von Dezember bis Februar sind möglich). Ab Mitte November bis etwa Ende Februar oder Anfang März ist Regensaison in Portugal. Dann kann es auch tage- oder wochenlang regnen oder eine hartnäckige Nebeldecke breitet sich über das Land.

Ein Kriterium für eine gute Reisezeit sind auch geöffnete Hotels, Restaurants und Geschäfte. Nahezu alle Kreisstädte des Alentejo verfügen über ein gutes Angebot an Hotels und Pensionen, an Lebensmittelgeschäften und größeren Supermärkten, die ganzjährig geöffnet sind. Auch ein Café gibt es nahezu in jedem Dorf und nachdem diese vor allem von der lokalen Bevölkerung aufgesucht werden, sind die meisten fast immer geöffnet. Nicht so Restaurants; auch wenn es eine hohe Dichte an Gaststätten gibt, so sind diese in der Nebensaison (November bis Februar) nur teilweise offen. In den kleineren Kreisstädten gibt es Absprachen, dass zumindest jeden Tag ein Restaurant mit Speiseangebot geöffnet hat.

Zusammengefasst: Mit guter Planung und einer gewisser Flexibilität kann man den Alentejo getrost das ganze Jahr über bereisen und so beispielsweise auch eine Wanderreise in den Südosten Portugals zu Zeiten unternehmen, die sonst weniger von Touristen nachgefragt werden.

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Wie bereite ich einen Trip in den Alentejo vor?

Eine große Vorbereitung auf eine Alentejo-Reise ist nicht nötig. Dennoch bereichert es an Eindrücken und Erfahrungen, wenn man sich auf das Land vorbereitet. So gibt es auch literarische und musikalische Werke mit Bezug zum Alentejo, die man schon hierzulande lesen oder hören kann. Der portugiesische Literaturnobelspreisträger José Saramago hat ein eindrückliches Buch mit dem Titel »Hoffnung im Alentejo« (in deutscher Übersetzung) zu der Region geschrieben. Die erzählte Geschichte illustriert das Leben auf einem Landgut im Alentejo in der Zeit der faschistischen Diktatur in Portugal. Die typische und traditionelle Musik der Gegend ist der Cante Alentejano, ein polyphoner Gesang, der heute noch im südlichen Alentejo in den Dörfern zu hören ist. Im Internet findet man viele Hörbeispiele dafür.

Was die konkrete Planung der Reise betrifft macht es Sinn, die Reiseroute im Vorfeld zu überlegen und allenfalls Hotels und Übernachtungsangebote zu reservieren. Die Zahl von Beherbergungsbetrieben ist in dem dünn besiedelten Land (abseits von der Küste) nicht besonders dicht. Eine Vorreservierung von Wanderungen ist nicht notwendig. Realistischerweise wird man unterwegs im Alentejo (abseits der Küste) kaum andere Touristen treffen, was wieder ein besonderer Reiz des Alentejo ist.

Wie viel Zeit sollte ich für den Alentejo einplanen?

Der Alentejo ist flächenmäßig eine recht große Region und zwischen den Städten und Naturparks sind zum Teil erhebliche Distanzen zurückzulegen. In einer Woche kann man einen der Naturparks im Osten recht gut erkunden und zudem auch der Stadt Évora einen ausgiebigen Besuch abstatten. Wer zwei Wochen zur Verfügung hat kann überdies einen Abstecher an die Vinzentinische Küste einplanen.

Wie reise ich in den Alentejo?

Wer von Mitteleuropa anreist wird höchstwahrscheinlich mit dem Flugzeug in Lissabon ankommen. Einen internationalen Flughafen im Alentejo gibt es bisher nicht. Alternativ könnte man auch nach Faro fliegen und von dort aus in die nördlich gelegene Region reisen.

Abgesehen vom Flugzeug gibt es auch Zug- und Busverbindungen von Mitteleuropa nach Portugal, die allerdings mit mehr bis viel mehr Zeitaufwand verbunden sind.

Für die Weiterreise von Lissabon in den Alentejo gibt es ein reichhaltiges Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln (v.a. Busse und – eingeschränkter – auch Züge). Alle Distriktshauptstädte sind an das überregionale Verkehrsnetz gut angebunden. Wer kleine Dörfer mit dem Linienbus besuchen möchte, sollte sich im Vorfeld gut erkundigen und die Fahrpläne im Internet gründlich studieren. Theoretisch sind die meisten Dörfer und Kleinstädte in Portugal an das öffentliche Verkehrsnetz angeschlossen, allerdings verkehren die Busse dorthin nicht täglich.

Ein Mietauto ist sicher die beste Möglichkeit, den Alentejo zu bereisen und auch Plätze aufzusuchen, die etwas fern der üblichen Verkehrsrouten liegen.

Wie reise ich vor Ort?

Hier gilt, was zuvor schon gesagt wurde: Grundsätzlich ist ein Reisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln möglich, aber fernab der größeren Städte kann es sehr mühsam und zeitaufwendig sein. Ein Mietauto ist sicher die beste Möglichkeit, den Alentejo zu bereisen und auch Plätze aufzusuchen, die etwas fern der üblichen Verkehrsrouten liegen.

Ist der Alentejo auch ein Reiseziel für Kinder?

Der Alentejo ist auf jeden Fall ein Reiseziel für Familien. Es gibt inzwischen eine Reihe von Hotels, die sich auf Familienurlaube spezialisiert (v.a. für Familien aus den portugiesischen Großstädten) und eigens Angebote für Kinder entwickelt haben, darunter Streichelzoos, diverse interaktive Workshop-Angebote, Bootsfahrten (auf den Stauseen), geführte Wanderungen mit kindergerechten Vermittlungskonzepten usw.

Viele der Wanderungen im Alentejo sind auch für Kinder geeignet. Zudem können die genannten Burgstädte mit Mauern und zahlreichen Türmen als eine Art mittelalterlicher Kinderspielplatz gesehen werden. Die dortigen Souvenirgeschäfte leisten auch ihren Beitrag dazu: so gibt es vor Ort viel Spielzeug und Anschauungsmaterial für Kinder zu diesen Themen zu kaufen.

Was muss mit auf die Packliste für den Alentejo?

Auf die Packliste für eine Wanderreise in den Alentejo gehört alles, was für eine gut geplante Wanderreise auch sonst von Nöten ist.

  • Eine leichte und wieder befüllbare Trinkflasche, um den unsäglichen Plastikverbrauch möglichst gering zu halten.
  • Eine kleine Miniapotheke
  • Sonnen-, Regen- und Wärmeschutz: Die Temperaturen und die Sonneneinstrahlung können das ganze Jahr über (für mitteleuropäisches Empfinden) hoch sein. An der Küste geht sehr oft Wind, manchmal in Sturmstärke. Und für Viele nicht zu glauben, aber dennoch wahr: im Sommer kann es an der Küste zähen Nebel geben, der erst um die Mittagszeit verschwindet. Deswegen können die Morgenstunden (auch von Juni bis September) empfindlich kühl sein.
  • Abzippbare Wanderhosen: Die meisten Wanderungen im Alentejo führen auf Routen, die man problemlos mit kurzen Hosen begehen kann. Doch es gibt auch ein paar Wegstücke (Pfade), die durch Buschland mit dornigem Gestrüpp (z.B. Stechginster) führen. Dort sind jedenfalls lange Hosenbeine zu empfehlen.
  • Abwehr von Tieren: Es gibt in Portugal viele Wachhunde (leider auch noch immer Tiere an der Kette) und streunende Hunde. Wer sich dadurch stark bedroht fühlt, dem sei empfohlen, legale Formen von Hundeabwehr einzupacken (z.B. Sprays). Fliegende Plagegeister (Stechmücken) gibt es im Alentejo normalerweise kaum, allerdings können außergewöhnliche Wettersituationen deren Verbreitung befördern.
  • Kompass und Navigationsgerät: Sind nicht unbedingt notwendig, weil die Wanderwege in Portugal in der Regel gut markiert sind, können aber das Wandervergnügen verstärken. Fast alle Smartphones haben inzwischen Navigationsfunktionen bzw. können auf diesen als Applikationen installiert werden. So sieht man den Routenverlauf und auch den eigenen Standort, was zu einer guten Einschätzung der noch verbleibenden Distanz und eigenen Energie beitragen kann.
  • Mobiltelefon: In jedem Fall soll man ein Telefon mitführen, um im Notfall Hilfe anzufordern. Ergänzend dazu sollte man auch eine Powerbank mitführen, insbesondere wenn man die Wege trackt, was etwas mehr Stromverbrauch zur Folge hat.

Lieber geführt oder individuell wandern?

Diese Frage ist für mich persönlich einfach zu beantworten: selbstverständlich individuell wandern, weil das Erlebnis größer und eindrücklicher ist. Aber letztendlich hängt diese Entscheidung vom Wandertyp ab und ist vor allem eine Frage der Zeit, der Organisation und wohl auch des Budgets.

Zweifelsohne gibt es auch Vorteile, sich einer geführten Tour anzuschließen. Versierte Guides kennen die schönsten Wegstrecken und können unterwegs viele Informationen (Geologie, Morphologie, Flora und Fauna, Geschichte etc.) weitergeben. Zudem sind bei geführten Reisen und Touren Unterkünfte reserviert, Verpflegung und/oder Restaurants organisiert etc. Man muss sich also um nichts kümmern und kann Wanderungen und Besichtigungen in der Gruppe uneingeschränkt genießen.

Übrigens, die Wanderwege im Alentejo sind fast durchgehend sehr gut markiert und der Wegverlauf deswegen auch leicht zu finden; geführte Touren, um den richtigen Weg oder Pfad zu finden braucht man also nicht.

Wo übernachtet man im Alentejo am besten?

In den meisten Kreisstädten verfügt der Alentejo über ein gutes Angebot an Unterkünften, oft in mehreren Kategorien. In den Dörfern sind Unterkünfte aber rar. Dort bieten sogenannte Turismo Rural gemütliche Zimmer mit Familienanschluss und mit Frühstück an. Häufig sprechen die Besitzer allerdings nur Portugiesisch. Leider gibt es bisher keine Website, die das volle Angebot dieser Art abbildet. Eine gute Auswahl findet man auf: www.toprural.pt.

Wer traditionellen Komfort, reichhaltiges und authentisches Essen sowie Übernachtungen in gediegenen historischen Bauwerken schätzt, sollte sich bei den Pousadas umsehen. Die ehemals staatlichen Hotels (*** oder *Kategorie) sind meist in historischen Gebäuden untergebracht und gehören heute zur Pestana-Hotelgruppe. Das Preisniveau liegt ca. 25 % über den landesüblichen Preisen: www.pousadas.pt

Derzeit erhöht sich das Angebot an Apartments und Ferienhäusern kontinuierlich. In der Umgebung der größeren Naturschutz- und Wandergebiete gibt es auch eine steigende Anzahl an Campingplätzen (port. Parque de Campismo). Eine gute Übersicht bietet: www.camping.info

Was die Preise betrifft, kann man sich an folgenden Zahlen orientierten: Zeltstellplätze bzw. Betten in Schlafsälen von Jugendherbergen kosten 10 bis 30 Euro. Pension und **Hotels kann man – je nach Standort – für 30-40 Euro das Zimmer bekommen. Hotels im höheren Preissegment (und ****Hotels) findet man v.a. in größeren Städten und ab 50 Euro aufwärts. Zimmer in Pousadas kosten ab 100 Euro pro Nacht.

Wie verständige ich mich im Alentejo?

Die Muttersprache im Alentejo ist Portugiesisch. Fast alle Beschäftigten im Tourismus (Hotels, Restaurants, Tourismusinformationen) sprechen Englisch, nicht selten auch etwas Deutsch. Zudem haben alle jüngeren Portugiesen Englisch in der Schule gelernt und können die Sprache in der Regel auch gut anwenden.

Dennoch, ältere Leute sprechen nicht selbstverständlich eine Fremdsprache und so kann man theoretisch bei einer Alentejo-Reise auf ortsansässige Menschen treffen, die nur Portugiesisch sprechen, beispielsweise in den Cafés im Dorf. Bei sehr viel gutem Willen auf beiden Seiten sind aber dennoch Bestellungen mit ein paar Brocken Portugiesisch und Englisch kein Problem. Eine andere Möglichkeit, wo es zu Verständigungsschwierigkeiten kommen kann, ist in den Landhotels / Landgasthöfen (Turismo Rural). Manche dieser Übernachtungsmöglichkeiten sind auf Bauernhöfen. Dort kann man auf ältere Leute treffen, die tatsächlich nur Portugiesisch sprechen. Aber auch in diesem Fall findet man in der Regel eine verständliche Form der Kommunikation.

Übrigens, viele ältere Leute in Portugal sprechen Französisch, weil über mehrere Generationen hinweg Frankeich das wichtigste Gastarbeiterland für Portugal war. In ihrer Rente sind viele dieser Gastarbeiter wieder nach Portugal zurückgekehrt. Und wie sieht es mit Spanisch als Sprache in Portugal aus? Portugiesen verstehen in der Regel problemlos Spanisch, weigern sich aber manchmal, dies auch zuzugeben. Hier kommt ein altes Vorurteil durch: Spanier meinen oft, Portugiesisch sei eh nur ein Dialekt von Spanisch und respektieren die deutlichen Unterschiede der Sprachen nicht. Portugiesisch ist für Spanier tatsächlich nur mit Mühe zu verstehen.

Was isst man im Alentejo?

Generell ist die portugiesische Cuisine variantenreich und geschmackvoll und die Portugiesen sind zu Recht stolz auf ihre gastronomische Tradition. Manche meinen, die »Seele der portugiesischen Gastronomie läge im Alentejo«, weil hier die besten Zutaten zu finden seien: Olivenöl, Käse, Bauernbrot, Fleisch »glücklicher Schweine« usw. Generell ist die Regionalküche geschmackvoll-ländlich mit viel Tradition und einer Reihe von lokalen Gerichten. Beispielhaft dafür steht Migas, ein traditionelles Hirten- und Bauerngericht, zubereitet aus altem Weißbrot, Olivenöl, Fleischbrühe und Knoblauch als Basis und unzähligen und variantenreichen Verfeinerungen durch frische Kräuter, Gemüse, Choriço oder Bacalhau. Heute findet sich Migas als Beilage zu unzähligen Gerichten.

Die Essenszeiten in Portugal sind in der Regel:

  • Frühstück (o pequeno-almoço) – ab 8.00 Uhr
  • Mittagessen (o almoço) – zwischen 12.00 und 14.00 Uhr
  • Abendessen (o jantar) – zwischen 19.00 und 22.00 Uhr

In den Städten gibt es zumeist eine gute Auswahl an Restaurants. Anders ist es in den Dörfern, wo es manchmal »Cafés«, nicht immer aber Restaurants gibt, sieht man einmal von touristisch gut erschlossenen Gebieten ab.

Supermärkte für den Einkauf von Tagesverpflegung und von Getränken gibt es in der Regel in allen Kreisstädten. In den kleinen Dörfern sind kleine Gemischtwarengeschäfte oft mit Cafés kombiniert. Es lohnt sich nachzufragen, denn manchmal sind diese Geschäfte für Ortsfremde nicht sichtbar.

Was kostet eine Reise in den Alentejo?

Portugal ist kein Billigreiseland mehr. Allein die Anreise ist meist schon teurer als in viele andere Länder in Süd- und Westeuropa. Billiger als in Mitteleuropa sind Lebensmittel, Restaurants, Mietautos, öffentlicher Verkehr und Hotels; teurer ist Treibstoff an Tankstellen.

Wer kostengünstig Urlaub im Alentejo machen möchte, der kann mit 500 Euro pro Woche (exklusive Anreise, Transport mit Bus und Zug, Übernachtung in Herbergen und Hotels, Verpflegung zumeist aus dem Supermarkt) durchkommen. Wer mit Mietauto reist, etwas luxuriöser übernachten möchte und regelmäßig ins Restaurant geht, muss mit 1000 Euro pro Woche kalkulieren.

Selbstverständlich gibt es gehörige regionale Unterschiede: Je näher der Küste und größeren Städten, desto höher sind auch die Preise. Innerhalb Portugals ist der Alentejo – was Lebenshaltungskosten – betrifft etwas kostengünstiger als der Durchschnitt, was Tourismusinfrastruktur betrifft (Hotels) etwas teurer.

Die Autoren und ihr Bezug zum Alentejo:

Franz Halbartschlager

Franz Halbartschlager ist promovierter Historiker und Geograf, der seit vielen Jahren in der Entwicklungspolitik und im Tourismus arbeitet. Einen Teil seiner Studienzeit verbrachte er in Portugal.

Gerhard Russ

Gerhard Russ ist Ergotherapeut. »Vor allem in Wälder und in der freien Natur unterwegs zu sein, ist es, was mir Ruhe bringt. Diese Ruhe nehme ich in den Alltag mit – besonders in unruhigen Zeiten. Im Beruf tut es gut, ausgeglichen zu sein und mit der Ruhe andere »anstecken« zu können.«

Wandern ist eine gemeinsame Leidenschaft und Portugal für beide ein seit zehn Jahren zu entdeckendes Wanderparadies. Die Rota Vicentina war der erste wirkliche Weitwanderweg, den die beiden unternommen haben. Wenn Familie und Beruf es erlauben, dann sollen noch weitere folgen. Sie sind die Autoren des Rother Wanderführer Alentejo (ab 01.04.23) und Rota Vincentina, aber auch Algarve, Portugal-Nord, Baskenland.

Über die Fernwanderung auf der Rota Vincentina haben die beiden auch für Globetrotter einen Reiseplaner geschrieben.

Text: Franz Halbartschlager und Gerhard Russ
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