Trekkingtipps und Rezepte von Markus Sämmer

Für mich ist Trekking die schönste Art zu Reisen, die perfekte Geschwindigkeit, um Land und Leute richtig kennenzulernen. Um an richtig abgelegene Orte zu gelangen und um dort die Einsamkeit in der Natur zu genießen. Auch ist es natürlich optimal, sich dabei langsam an das regionale Klima und die Höhe anzupassen. Eine großartige Zeit um abzuschalten und um innerlich ganz zur Ruhe zu kommen.

Inhalt:

Mein schönstes Trekking-Erlebnis hatte ich in den Peruanischen Anden. Dort haben wir einige Mehrtages-Touren zur Akklimatisierung für die großen Berge der Cordillera Blanca gemacht. Außerdem war allein der Zustieg zu manchem Basecamp schon ein anspruchsvoller, mehrtägiger Trek.

Da hieß es vor allem vorher einen guten Menüplan erstellen.

Damit wir eine Woche ohne weitere Einkaufsmöglichkeit trotzdem gut versorgt waren.

Um das Trekken wirklich genießen zu können, sind gute Vorbereitung, genaue Planung und gute, absolut zuverlässige Ausrüstung das A und O. Das gilt natürlich vor allem auch für die Planung der Mahlzeiten, denn die Tagesmärsche sind oft lang und anstrengend und der nächste Supermarkt meist sehr weit weg.

Ein eigenes kleines Trekking-Abenteuer starten könnt Ihr prinzipiell mit geschultertem Rucksack an der Schwelle Eurer Haustüre. Trekking kann zwar, muss nie extrem sein. Ein Wochenende in der Heimat kann auch spannend sein, fast genauso wie ein mehrwöchiges Trekking am Fuße der Anden oder des Himalaya. Hauptsache raus.

>> Tipps rund um die Trekking-Küche

Damit auch bei Eurer Reise-Küche alles gut klappt, gebe ich Euch gerne ein paar nützliche Tipps rund um die Trekking-Küche:

  • Wasservorräte: je nach Gebiet müsst Ihr genau planen ob überhaupt Wasser verfügbar ist und in welcher Qualität. In Peru z.B. gab es Rinder bis auf knapp 4000m, das Wasser in den Bächen musste folglich entkeimt und abgekocht werden.
  • Brennstoff-Vorräte: je nach Land und Einsatz-Temperatur habt Ihr prinzipiell die Wahl zwischen Gas- oder Benzinkocher. Schraubgas-Kartuschen bekommt Ihr nicht in jedem Supermarkt, Benzin dagegen an jeder Tankstelle. Beide Modelle haben ihre spezifischen Stärken. Wichtig ist bei langen Treks, eine gewisse Redundanz einzuplanen, genügend Brennstoff mitzuführen und zb. einen Micron-Kocher und eine kleine Gaskartusche als Redundanz dabeizuhaben.
  • Kochgeschirr: je nach Personenzahl solltet Ihr möglichst leichtes Kochgeschirr dabeihaben. Eine ganz leichte Lösung ist der 90g schwere Firestick von Primus. Dazu passt zb. das Litech-Geschirr. Etwas mehr Platz in den Töpfen bietet das hervorragende Primetech-Set, dass sogar in zwei Größen erhältlich ist und einen Gas-Brenner im Set beinhaltet.
  • Küchen-Ausstattung: ein klappbares Kochmesser reicht in den meisten Fällen voll und ganz aus. Ergänzen könnt Ihr das mit einem Schäler, Piezo-Zünder oder einem Feuerzeug und einem kleinen Schneidbrettchen. Dazu natürlich noch Teller, Besteck und Tassen oder Becher.
  • Lebensmittel: Gewicht und unnötigen Verpackungsmüll wollt Ihr sicher kaum beim Trekking mit Euch herumtragen. Deshalb schon vor dem Einkauf und beim Beladen des Rucksacks überlegen, welche Zutaten mitkommen und wie diese verpackt werden. So fülle ich mir zB Eier vorher in kleine Boxen um, die ich zusätzlich mit Reis oder Nudeln fülle. So sind die Eier sicher gelagert, der Reis hat keine Verpackung mehr und die Box benutze ich danach für Leftovers oder zum Sammeln von Beeren und Kräutern unterwegs. Für ein Cous-Cous-Gericht mische ich zu Hause bereits alle Trocken-Zutaten und Gewürze in einem Ziplock-Beutel. Das spart Gewicht und Platz, den Beutel danach zusammenfalten und einfach wiederverwenden.

    Wollt Ihr minimalistisch und „ultralight“ unterwegs sein, könnt Ihr verschiedene Lebensmittel auch gefriergetrocknet einpacken, so lassen sich z.B. Milch, Eier etc. sehr gut in Pulverform transportieren, Gemüse wie Rote Beete, Paprika, Knoblauch, Zwiebeln und Kräuter und sogar Früchte und Beeren gibt es ganz oder in Stückchen gefriergetrocknet. Insgesamt profitiert Ihr hier natürlich, mit Abstrichen bei Geschmack und Frische, vor allem durch eine sehr hohe Platz- und Gewichtsersparnis.
  • Organisation im Rucksack: an Einfachsten ist es wenn Ihr sowohl Lebensmittel als auch die Camping-Küche in verschiedenfarbige, wasserdichte Packsäcke verstaut. So ist alles gut organisiert und stets griffbereit. Auch kann weder Nässe von außen Euren Lebensmitteln etwas anhaben oder im Falle eines Missgeschicks wie zb. auslauferndem Öl, bleibt der Rest des Rucksack-Inhalts immer gut geschützt. Die Säcke eigenen sich außerdem hervorragend zum Wasser holen. Dreht sie dazu vorher um, damit sie innen trocken bleiben.

Um Euch den Start von der Haustüre weg zu erleichtern, habe ich Euch ein paar Rezepte zusammengestellt, deren Zubereitung Ihr auch als Film auf der Globetrotter-Seite finden könnt…

>> Rezept #1 Shakshuka

Zutaten für 2 Personen | 30 Minuten

1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1/2 Chilischote
1/2 TL Korianderkörner
2 EL Olivenöl
1 rote Paprikaschoten
3 Strauchtomaten
1-2 TL Tomatenmark
Salz
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
4 Eier
1 Bund Schnittlauch (optional)

  1. Zwiebeln und Knoblauch schälen und fein würfeln. Die Chilischote halbieren, entkernen, waschen und fein hacken. Den Koriander im Mörser zerstoßen. Alles in einer Pfanne im Öl bei mittlerer Hitze etwa 5 Minuten anschwitzen.
  2. Inzwischen die Paprika waschen, halbieren, entkernen und die Hälften klein würfeln. Die Tomaten waschen und würfeln, dabei die Stielansätze entfernen.
  3. Paprika und Tomaten zur Zwiebelmischung geben und ebenfalls kurz anschwitzen. Das Tomatenmark hinzufügen, alles mit Salz und Pfeffer würzen und verrühren. Dann abgedeckt (geht zb mit einem Teller) bei mittlerer Hitze noch etwa 5-10 Minuten köcheln lassen.
  4. Anschließend mit einem Löffelrücken nebeneinander 4 Mulden in die Tomatenmischung drücken. Die Eier einzeln aufschlagen und jeweils in eine Mulde gleiten lassen. Zugedeckt noch 4–5 Minuten garen, bis das Eiweiß gestockt ist.
  5. Zum Servieren den Schnittlauch waschen, trocken tupfen und in feine Röllchen schneiden. Die Shakshuka damit bestreuen und in der Pfanne auf dem Tisch anrichten.

Ultralight Option: statt der Strauchtomaten 1 El dreifach konzentriertes Tomatenmark, Paprika und Schnittlauch Gefriergetrocknet, Eipulver statt der frischen Eier verwenden


>> Rezept #2 Kichererbsen-Curry

Zutaten

1 große Dose oder Glas Kichererbsen  (ggf. in Beutel umfüllen)                
3-4 reife Fleischtomaten oder 1 Dose Pizza-Tomaten
1 mittelgroße Zwiebel
1-2 Zehen Knoblauch
1 kleine Chilischote
1 kleines Stück Ingwer
2 EL Rapsöl
Salz, Pfeffer, ½ Tl brauner Zucker
Gewürze wenn vorhanden: je ½ TL Koriander, Kreuzkümmel, Curcuma, Garam Marsala
Optional: ½ Bund Petersilie oder Koriandergrün, frischer Blattspinat, Hühnerbrust-Stücke

  1. Zwiebel und Knoblauch schälen und hacken. In einem Topf oder großer Pfanne mit Rapsöl anschwitzen, Ingwer und Chili und die gemahlenen Gewürze zugeben. Tomaten zugeben und ca 10min einkochen.
  2. Kichererbsen abspülen und zugeben, einmal aufkochen und abschmecken, evtl. mit Kräutern verfeinern.

Dazu passt am Besten Naan- oder Fladenbrot oder auch Reis. Resteverwertung: Schmeckt super auch kalt als Snack im Fladenbrot.

Ultralight Option: getrocknete Kichererbsen, Tomaten durch 3-fach konzentriertes Tomatenmark ersetzen, Zwiebel-, Ingwer- und Knoblauch-Pulver. Chili getrocknet, Kräuter gefriergetrocknet


>> Rezept #3 Ganzer Fisch vom Grill

Ganze Fische zu grillen ist eigentlich ziemlich einfach. Wenn Ihr ein paar Dinge beachtet, sind der Erfolg und ein 1a Geschmackserlebnis garantiert. Egal ob Süß- oder Salzwasserfisch, Hauptsache eher festfleischig und etwas fett. So eignen sich Forelle, Hecht und Aal genauso wie Dorade, Makrele und Brasse.

Zutaten:

1-2 Fische, je nach Größe
1/2 Bio-Zitrone
½ Bund Petersilie oder Thymian und Rosmarin
1 TL Butter
1 TL Olivenöl
Salz, Pfeffer, optional: 1 Zehe Knoblauch

  1. Fische gut auswaschen und trockentupfen. In der Bauchhöhle gut mit Pfeffer und Salz würzen, Zitrone in Stücke schneiden und evtl. leicht über dem Fisch mit der Hand auspressen, mit Butter und Kräutern zusammen in den Bauch füllen.
  2. Evtl. Knoblauch mit einem Messer samt Schale plattdrücken, halbieren und auch in den Bauch geben. Den Fisch außen kurz vor dem Grillen mit etwas Olivenöl einreiben und pfeffern und salzen.
  3. Nun habt Ihr mehrere Möglichkeiten: es gibt spezielle Fisch-Körbchen in die Ihr den Fisch zum grillen einspannen könnt. So fällt nie etwas aus dem Bauch, der Fisch ist leicht zu wenden und kann nicht auseinander fallen. Also immer meine erste Wahl. Habt Ihr nur einen Rost, dann schließt die Bauchhöhle am Besten mit einem Zahnstocher oder Stöckchen und legt den Fisch vorsichtig darauf. Die dritte Möglichkeit ist den Fisch in Alufolie zu wickeln, dann braucht Ihr im Grunde nicht mal einen Grillrost.
  4. Wichtig ist in allen Fällen: nie zu heiß grillen bzw. mit genügend Abstand. Sonst verbrennt Euch der Fisch außen und bleibt innen roh. Achtet auch darauf, ihn nicht zu lange auf dem Grill zu lassen, sonst wird er trocken. Frischer Fisch darf ruhig noch leicht glasig sein. So braucht eine Forelle oder Dorade insgesamt ca. 15 Minuten auf dem Grill.

Wenn sich die Rücken-Flosse bei dem Fisch leicht herausziehen lässt, ist er gar.

Ultralight Option: Ihr könnt natürlich auch einige Stücke Trockenfisch (Bacalhau) mitnehmen. Der sollte dann aber am besten am Vortag in reichlich kaltem Wasser eigeweicht werden um ihn wieder weich zu bekommen und das viele Salz herauszuziehen. Diesen dann in Stückchen schneiden, kurz anbraten und am Besten gleich im Risotto mitkochen.


>> Rezept #4 Risotto

Grundrezept

1/2 mittelgroße Zwiebel oder 1 Schalotte
1 Zehe Knoblauch
1 Tasse Risottoreis
1-2 El Bio-Gemüsebrühe
2 El gefriergetrocknetes Rote-Beete Pulver, Spinatpulver oder Brennessel-Pulver
Salz, Pfeffer
Rapsöl
Butterflocken (wenn vorhanden)
geriebenen Parmesan (oder anderen Hartkäse)

  1. Die Trocken-Zutaten zu Hause in einem Ziplock-Beutel vormischen.
  2. Etwas Rapsöl in den Topf oder Pfanne geben, die Zwiebeln, Knoblauch und evtl andere Zutaten wie z.B. Gemüse kurz anschwitzen. Reis zugeben und kurz mitschwitzen.
  3. Mit Wasser ablöschen, Wasser nur nach und nach aufgießen und immer wieder einkochen damit der Reis nicht platzt. Dabei rühren oder schwenken. Nach ca. 10-15 Minuten (je nach Reis-Sorte) könnt Ihr den Kocher bereits komplett ausschalten und das Risotto noch fünf weitere Minuten mit aufgesetztem Deckel ziehen lassen.
  4. Jetzt ein paar Butterflocken und/oder den geriebenen Parmesan unterheben, evtl Kräuter zugeben und nochmal mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Varianten: Je Nach Geschmack können entweder auch Safran, Tomatenmark, Kräuter, getrocknete Pilze etc. zugeben werden. Frische Kräuter bitte immer am Ende des Kochvorgangs unterrühren!

Ultralight Option: Auch hier könnt Ihr ggf. wieder Zwiebel und Knoblauch in Pulverform verwenden.

Viel Spaß bei Eurem nächsten Abenteuer und beim Kochen unterwegs.

Euer Markus Sämmer

Text: Markus Sämmer
Impressum | Mediadaten