Gewusst-wie: Der Job auf der Alm

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Mit der Kuh auf Du und Du: Pure Natur, einfaches Leben, Arbeiten mit den Händen. Träumst du von einem Almsommer? Wir haben Infos und Tipps – vom Schnupperkurs über Freiwilligen-Programme bis zum professionellen Stellenmarkt.

Inhalt:

Du willst auf eine Alm! Aber was ist das überhaupt?

Eine Alm (oder Alp, Alpe, Alb) ist eine Bergweide, auf der Tiere während des Sommers gehalten werden. Auch die dazugehörigen Hütten oder Höfe werden als Alm bezeichnet. In der Regel werden die Tiere im Frühjahr auf die Alm getrieben und im Herbst wieder ins Tal gebacht. Der Almabtrieb ist oft ein lokales Fest. Hier geht’s zu unserer Almsommer-Story aus dem Globetrotter Magazin #17.

Welche Arten von Almen gibt es?

Wer auf einer Alm arbeiten will, sollte sich zunächst fragen, was er machen möchte: Etwa auf einer kleinen Alm als Allrounder überall mithelfen, oder in der Milchwirtschaft Käse produzieren, oder als Koch oder Kellner Gäste versorgen. Das Job-Angebot richtet sich auch nach der Art der Alm:

  • Alm ohne Milchwirtschaft: Dort werden Tiere gehütet. Meist Kühe (kein Melkvieh, aber Jungtiere, Kalbinnen und/oder Bullen), manchmal auch Schafe, Ziegen oder Pferde. Die Arbeit dreht sich vor allem um Tier- und Landschaftpflege (z.B. Weiden kontrollieren, Zäune reparieren).
  • Alm mit Milchwirtschaft: Weiden auf der Alm Milchkühe, werden diese regelmäßig gemolken und die Milch weiterverarbeitet, etwa zu Käse. Eine sehr spannende, aber auch arbeitsintensive Aufgabe.
  • Bewirtschaftete Alm: Manche Almen sind zudem für Gäste offen und bieten Getränke und/oder Speisen an. Das Angebot variiert von der einfachen Milchtrinkstube bis zur gastronomischen Vollversorgung. Auf diesen Almen wird Küchen- und Servicepersonal benötigt. Bietet die Alm auch Übernachtungen an, kommen weitere Jobs wie Zimmerreinigung hinzu.
  • Bewirtschaftete Berghütte: Auf Wanderer und Bergsteiger ausgerichtete Hütten, oft von den Alpenvereinen betrieben, sind keine Almen, da sie keine Tiere weiden. Wer auf diesen Aspekt verzichten kann, findet in den Berghütten aber ein riesiges Angebot an Saisonjobs im Service-, Küchen- und Allroundbereich.
Claudio Schwarz/Unsplash

Brauche ich auf einer Alm Vorkenntnisse?

Nicht zwingend. Natürlich werden wichtige Aufgaben wie die selbstständige Führung einer Sennerei oder Hütte nur an Menschen mit entsprechender Qualifikation vergeben. Und wer bereits Erfahrung in Landwirtschaft oder Gastronomie mitbringt, hat eine größere Auswahl an Jobs und die Chance auf eine etwas bessere Bezahlung.

Grundsätzlich sind ambitionierte Einsteiger jedoch gerne gesehen, viele Stellen sind speziell für Praktikanten, Studenten oder Allrounder ausgeschrieben.

Eines sollte allen Bewerbern aber klar sein: Es geht um harte körperliche Arbeit in idyllischer Umgebung. Wer eine Art Wellness-Workout mit Kuhglockenuntermalung erwartet, ist bei der Alm-Arbeit falsch. Zudem sind meist längere Engagements gefragt: Will man nur so ein, zwei Wochen reinschnuppern, hat man wenig Chancen. In diesem Fall könnte sich ein Schnupperkurs lohnen (siehe unten).

Wie wird die Arbeit auf einer Alm entlohnt?

Wer richtig Geld verdienen will, ist auf einer Alm ebenfalls falsch. Die Löhne sind in der Regel sehr niedrig, manche Almen setzen auch auf unbezahlte Freiwilligenarbeit. Kost und Logis sind dafür fast immer enthalten.

Nicht zu vergessen ist allerdings der imaterielle Lohn: Almarbeit kann sehr erfüllend und befriedend sein sein. Man erlebt Menschen, Natur, Wetter, Landschaft und Tiere hautnah – und erschafft buchstäblich mit seinen Händen ein Erlebnis, das man nie wieder vergessen wird.

Anders kann es bei professionell bewirtschafteten Almen und Hütten aussehen – diese zahlen oft übliche Gastronomie-Löhne, erwarten aber auch entsprechend professionelle Arbeit.

Wo finde ich Stellenangebote?

Online findet man reichlich Angebote quer durch die Alpen. Ideal für Einsteiger sind Almen und Hütten in Deutschland und Österreich (Entfernung, Sprache, unkompliziertes EU-Arbeitsrecht). Hier unsere Tipps:

  • Freiwillig am Bauernhof: Bei diesem sozial orientierten Projekt werden Bergbauern in Nord- und Osttirol durch freiwillige (unbezahlte) Helfer unterstützt. Freiwillige auf den Berghöfen werden vor allem bei Heu-Ernte, Stallarbeit, Haushalt oder Kinderbetreung eingesetzt. Sie erhalten Kost und Logis und einen sehr direkten Zugang zu den Menschen und ihrem Alltag. Ein Bekannter aus dem Umfeld des Globetrotter Magazins hat einen Einsatz absolviert und einem alleinstehenden Bergbauern mehrere Wochen geholfen. Er beschreibt diese Erfahrung als »sehr anstrengend, aber absolut fantastisch«.
  • Alm-Schnupperkurs und Grundkurs: Helga Hager, Sennerin und Sommelière aus dem Tiroler Valsertal, bietet auf Ihrer Alm Schnupper- und Grundkurse an. Ideal für alle, die sich eine Almwirtschaft erst einmal anschauen möchten. Beim Wochenend-Schnupperkurs bekommt man erste Einblicke und erkundet die Gegend auch wandernd; beim 4-tägigem Grundkurs wird schon richtig angepackt: Sensenmähen, Heu einbringen, Zaun- und Wegpflege, Ziegen-, Bienen- und Kräuterkunde. Ausführliche Infos und einige Medienberichte auf www.helgasalm.at. Hier geht’s zur Anmeldung.
  • Almwirtschaft.com: Die Website richtet sich an Alm-Profis, bietet aber auch einen großen Online-Stellenmarkt für Österreich und Nachbarländer. Dort finden sich auch viele Angebote für Einsteiger.
  • Alpenvereinshütten: Falls es statt einer Alm doch lieber ein Job auf einer bewirtschafteten Berghütte (Schwerpunkt meist Gastronomie/Hotelerie) sein soll, helfen diese Websites:
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