Rund 97 Prozent CO2e-Einsparung: So nachhaltig ist das Re-Use Konzept des Globetrotter Re:Think-Stores

Hamburg, den 7. September 2023.

Rund 97 Prozent weniger CO2e-Emissionen, 94 Prozent Re-Use Quote – dies sind nur einige der Er­gebnisse der am 5. September in Bonn vorgestellten EPEA-Studie zum Re-Use Konzept des ersten Re:Think-Stores des Hamburger Outdoor-Ausrüsters Globetrotter.

„Schon bei der ersten Besichtigung des Objektes trieb mich der Gedanke, der Retail und der Ladenbau muss sich ändern. Wir müssen uns ändern. Alles raus und neu, das kann künftig nicht mehr der richtige Ansatz sein,“ erinnert sich Globetrotter Geschäftsführer Andreas Bartmann. CEO Andreas Vogler er­gänzt: „Einer der nachhaltigsten Ansätze ist es, Dinge zu nutzen, die bereits da sind. Es erfordert Mut und Pioniergeist, diesen Weg zu gehen. Doch die Ergebnisse der wissenschaftlichen Untersuchung un­seres Partners EPEA zeigen, dass es sich lohnt.“

Diese wurden am 5. September im Rahmen eines exklusiven Presse-Events im Bonner Store vorge­stellt. Als Keynote-Speaker waren Prof. Michael Braungart, Chemiker und Verfahrenstechniker sowie Miterfinder des Cradle to Cradle-Prinzips und der international tätige Retail-Experte Wolf-Jochen Schulte-Hillen vor Ort.

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick

Ein konventionelles Ladenbau-Projekt vergleichbarer Größe hätte, so Berechnungen von EPEA, rund 105 Tsd. kg CO2e erzeugt. Durch das Re-Use Konzept des Re:Think Stores wurden hingegen nur 3,12 Tsd. kg CO2e emittiert. Die Weiterverwendung bereits vorhandener Materialien trug also zu einer CO2e-Vermeidung von 102,23 Tsd. kg, also rund 97 Prozent, bei. Dies entspricht in etwa der Menge an CO2, die entstehen würde, wenn man die Erde rund ein Dutzend Mal mit dem Auto umrunden würde.

Insgesamt kommt der Store auf eine Re-Use Quote von 94 Prozent – d. h. die meisten der verwendeten Materialien und Möbelstücke waren bereits zuvor in Gebrauch, etwa beim Vormieter Conrad Electro­nic oder aber in einem Globetrotter Store. Rund 88 % der in der Filiale verbauten Materialien können auch in Zukunft wiederverwendet werden, da sie ohne Beschädigung oder erheblichen Aufwand de­montierbar bzw. reparierbar sind. Ein Erfolg, der sich sehen lassen kann und der zeigt: Kreislaufwirt­schaft im Ladenbau ist möglich.

Diese und weitere Ergebnisse sowie Hintergründe zum Projekt finden Sie auch in unserem Blog sowie in der aktuellen Folge von Neue Horizonte, dem Globetrotter-Podcast zum Thema Nach­haltigkeit in der Outdoor-Branche.

Pionierprojekt für die Kreislaufwirtschaft im Retail

Erst vor wenigen Monaten hat Globetrotter seinen ersten Re:Think Store in Bonn eröffnet – einen Laden mit ganz besonderem Konzept: Denn der Retailer hat nahezu die gesamte Einrichtung des Vor­mieters Conrad Electronic übernommen und im neuen Store kreativ weitergenutzt. Und auch sonst wurden fast ausschließlich gebrauchte Materialien verwendet: So wurden Staubsauger-Halterungen zu Rucksack-Trägern umfunktioniert und alte OSB-Platten und ausrangierte Bleche verwandelten sich in eine Teststrecke für Wanderschuhe. Ein Highlight des Stores stellt eine von einem Künstler geschaf­fene Bärenskulptur aus Metallschrott dar. Ergänzt wird das Re:Think-Konzept durch nachhaltige Ange­bote wie eine eigene Reparaturwerkstatt sowie die bis dato größte 2nd Hand Verkaufsfläche in einem Globetrotter-Store.

Ideengeber für neuen Circularity Passports Interior

Im Rahmen der Zusammenarbeit mit EPEA entstand die Idee, einen „Circularity Passport Interiors“, kurz CPI, ähnlich dem bereits bestehenden „Circularity Passport Buildings“, zu entwickeln. Dieser dient dazu, die Umsetzung des Cradle-to-Cradle-Designprinzips in Bezug auf die Innenraumgestaltung zu be­werten. Ziel des Designprinzips ist es, Rohstoffe für Produkte, Prozesse und Gebäude so einzusetzen, dass diese entweder in einem technischen Kreislauf in gleicher Qualität erhalten bleiben oder in einen biologischen Kreislauf zurückgeführt und komplett abgebaut werden können. 

„Der Circularity Passport Interiors beschreibt für Innenräume, welche Produkte und Materialien genau eingesetzt werden und wie groß ihr ökologischer Fußabdruck ist“, sagt Markus Diem, Geschäftsführer von EPEA – Part of Drees & Sommer. „Damit lassen sich künftig verschiedene Innenraumgestaltungs­ansätze hinsichtlich ihres ökologischen Fußabdrucks vergleichen und optimieren und Ressourcen zu sparen und Abfall zu vermeiden“, so Diem weiter.

Über Globetrotter Ausrüstung

1979 eröffnete Globetrotter in Hamburg das erste „Spezialgeschäft“ für Expeditionen, Survival und Trekking. Seitdem ist das Unternehmen zu einem der größten europäischen Outdoor-Händler heran­gewachsen. Der Firmenname steht nicht nur für kompetente Beratung und Qualitätsausrüstung im Bereich Outdoor- und Reisebedarf, sondern auch für Nachhaltigkeit. In seinen Filialen bietet der Out­door-Profi seinen Kund:innen u.a. Reparaturservices, Ausrüstungsverleih und Second Hand Ausrüstung an. 2023 zählt Globetrotter zu den Top5-Unternehmen in der Kategorie „Ressourcen“ des Deutschen Nachhaltigkeitspreises.

Über EPEA

Die EPEA GmbH hat sich seit der Gründung 1987 in Hamburg durch Prof. Dr. Michael Braungart zu einem internationalen Innovationspartner für umweltverträgliche Produkte, Prozesse, Gebäude und Stadtquartiere entwickelt. Ziel ist es, das Cradle to Cradle® Designprinzip für die Kreislaufwirtschaft in allen Industriebranchen zu etablieren. So können Unternehmen dabei unterstützt werden, sich auf den richtigen Weg zu begeben und Teil des Wandels zu sein. Das reicht von der molekularen bis zur modularen Ebene und von der Chemikalie bis hin zur Stadt.

Materialien zum Download: