Quebec im Winter: 10 Unternehmungen und Highlights

Die Winter in Quebec sind schneereich, sonnig – und eisig kalt. Doch die Quebecer haben ihre Wege gefunden, der Kälte zu trotzen. Unsere Redakteurin Claudia war dort und stellt ihre Ausflugsfavoriten vor.

1. Mont-Tremblant – Wintersport für alle

2. Karneval auf Québécois

3. Eishotel “Hôtel de Glace” bei Quebec City

4. Montmorency-Wasserfall bei Quebec City

5. Zuckerhütten – Ahornsirupgenuss pur

6. Schneeschuhwandern im Gatineau Park

7. Die drei Hügel von Stoneham – Skigebiet (nicht nur) für Nachteulen und Profis

8. Die Gaspésie und der Rocher Percé – von der Natur gemalt

9. La Mauricie – Winterspielplatz für Groß und Klein

10. Mont-Sainte-Anne – von Winter-Canyoning bis Skitour

Quebec – das war für mich lange Zeit dieser weit entfernte Ort auf der anderen Seite des Atlantiks, von dem ich mal im Französischunterricht gehört hatte, weil nun ja, man dort Französisch spricht. Dass ich viele Jahre später genau diese Region im Winter bereisen und die Orte aufsuchen konnte, über die ich damals ein Referat gehalten hatte, war für mich ein ganz besonderes Erlebnis. Plötzlich war ich mittendrin im berühmten Karneval in Quebec City, rauschte die Pisten von Mont Tremblant hinab und wanderte mit Schneeschuhen durch die traumhafte Winterlandschaft in Gatineau Park. Welche Ausflüge mir in Quebec im Winter besonders gut gefallen haben, liest du hier.

Noch ein Hinweis, bevor es losgeht: Im Winter liegt in Quebec viel Schnee und es ist kalt. Sehr kalt. Das Thermometer fällt tagsüber schonmal auf -25°C. Pack dir also unbedingt warme Winterbekleidung und Winterschuhe ein! Am besten kombinierst du verschiedene Kleidungsschichten im Zwiebellook, damit du bei sportlichen Aktivitäten oder beim Cafébesuch nicht ins Schwitzen gerätst. Mehr zum Thema erfährst du in unserer Kaufberatung Lagenprinzip.

Bild Claudia Seebothe

Quebec-Reisende und Globetrotter-Redakteurin Claudia                                                                                                                                                                                            

  • Quebec Mont Tremblant Skifahren

Ob Anfänger:in oder Expert:in, auf Abfahrtsskiern, dem Snowboard oder Langlaufskiern – in und um Mont-Tremblant ist für jede:n was dabei. © Unsplash/René Pierre Normandeau

1. Mont-Tremblant – Wintersport für alle

„Du fährst gerne Ski? Dann musst du unbedingt nach Mont-Tremblant!“ Wie konnte ich anders, als diesem Ratschlag meiner kanadischen Freundin zu folgen und mit ihr eben dorthin zu fahren? Sie hatte nicht zu viel versprochen. Der Mont Tremblant ist mit 968 Metern der höchste Berg der Laurentinischen Berge und das gleichnamige Skigebiet bietet über 100 abwechslungsreiche Pisten für alle Ski- und Snowboard-Niveaus. Wer früh aufsteht und die erste Bahn nach oben nimmt, erlebt einen wunderschönen Sonnenaufgang über der Bergwelt. 

Für den Nationalpark Mont-Tremblant hatten wir leider keine Zeit, aber auf meiner Bucket-List steht er ganz oben. Denn erstens laden um die 80 Loipen-Kilometer dazu ein, die schneestille Natur auf Langlaufski zu entdecken. Und zweitens erwartet dich auf jeder Strecke eine gemütliche Schutzhütte aus Holz (fr.: „refuge“), in der du pausieren und dich am prasselnden Kaminfeuer aufwärmen kannst.

Wer nach einem langen Wintertag draußen Lust auf Wellness hat, dem sei ein Besuch in einer der Thermen im pittoresken Dorf Mont-Tremblant (ja, auch das heißt so!) empfohlen.

Skisaison in Mont-Tremblant ist von Ende November bis Mitte April. Die Langlaufloipen sind von circa Mitte Dezember bis Mitte März geöffnet. Mehr Infos bietet die offizielle Seite von Mont-Tremblant (auf Englisch).

  • Carnaval de Quebec

Ein großes Fest für Winterfans, Familien, Sportbegeisterte und Kunstinteressierte: Der Karneval in Quebec City. © Claudia Seebothe

2. Karneval auf Québécois

Als ich höre, dass es während meines Besuchs in Quebec City tagsüber um die -20°C werden sollen, ist mein erster Gedanke, dass ich am besten doch zuhause bleibe. Da, wo es schön warm und gemütlich ist. Darüber würden die Quebecer wahrscheinlich lachen. Die haben nämlich dem Winter gleich ein zehntägiges Fest gewidmet, den „Carnaval de Québec“, der natürlich im Freien stattfindet! Und den will ich mir dann doch nicht entgehen lassen.

Also packe ich meine dicksten Winterklamotten ein und fahre hin. Und bin fasziniert von den lokalen und internationalen Eiskünstler:innen, unter deren geduldigen Händen aus riesigen Schneeblöcken kunstvolle Skulpturen werden. Bin überrascht, wie viele Menschen sich am Abend, als es dunkel und nochmal deutlich kälter ist, in der Innenstadt versammeln, um die prächtigen Kostüme und Showeinlagen des Karnevalsumzugs zu sehen. Und ich bin erstaunt, dass man es bei -20°C doch ganz gut draußen aushält, mit entsprechender Kleidung und Aufwärmstopps in den gemütlichen Cafés in Quebec Citys wunderschöner Altstadt.

Aktuelle Termine und das Programm findest du auf der Website des Carnaval de Québec (auf Englisch).

  • Eishotel Hôtel de Glace Quebec City

Das Eishotel bei Quebec City ist mit seinen Eisskulpturen, Dekorationen und der stimmungsvollen Beleuchtung ein architektonisches Kunstwerk. © Claudia Seebothe

3. Eishotel “Hôtel de Glace” bei Quebec City

Zugegeben, für eine Übernachtung im Hôtel de Glace (dt. Eishotel) hat mein Budget nicht gereicht. Doch zum Glück kann man das ungewöhnliche Hotel auch einfach tagsüber besichtigen. Und das lohnt sich unbedingt! Denn das Hôtel de Glace ist ein faszinierendes Kunstwerk komplett aus Eis und Schnee. Säulen, Gewölbe, Eisskulpturen und verschiedenste Dekorationen zieren die Gänge, und die Themensuiten warten mit kunstvollen Verzierungen und stimmungsvollen Lichteffekten auf. Eisarchitektonisches Highlight ist die Kirche, in deren magischen Ambiente natürlich auch geheiratet werden kann.

Das klingt jetzt alles sehr frostig – tatsächlich liegt die Temperatur im Hotel konstant zwischen +3°C und -5°C – doch allerlei Annehmlichkeiten im Hotel und ringsum wärmen dich garantiert auf. Für tagsüber gibt es ganz in der Nähe eine Eislaufbahn, Snowtubing und Snowrafting. Abends dann stehen dir im Spa-Bereich des Eishotels Whirlpools und Saunen zur Verfügung, und die Betten sind mit einer isolierenden Matratze sowie einem kuschelig-warmen Winterschlafsack ausgestattet.

Geöffnet von Anfang Januar bis Ende März, 20 Minuten von Quebec City entfernt, zur Hotelwebsite (auf Englisch).

  • Montmorency Wasserfall bei Quebec City

Mit 83 Metern ist der Montmorency-Fall knapp 30 Meter höher als die bekannten Niagarafälle südlich von Toronto. © Claudia Seebothe

4. Montmorency-Wasserfall bei Quebec City

Das tosende Wasser dröhnt in meinen Ohren als ich über die Hängebrücke des Montmorency-Wasserfalls Wasserfalls schlendere. Ganze 83 Meter stürzt es unter mir in die Tiefe! Wasserfälle im Sommer finde ich toll, Wasserfälle im Winter vielleicht noch eine Nummer toller. Denn Kälte, Eis und Schnee bilden eine faszinierende, bisweilen bizarre Landschaft. So wie den Eiskegel, der durch die gefrierende Gischt unterhalb des Wasserfalls entsteht und den die Quebecer liebevoll „Zuckerhut“ nennen. Die Wände neben dem Wasserfall verwandeln sich in eisbedeckte Klippen, von denen die Westseite gar zum Eisklettern freigegeben wird.

Wer wie ich mit Steigeisen und Eisgeräten weniger vertraut ist, kann den Wasserfall auf den geräumten Spazierwegen aus den unterschiedlichsten Perspektiven erkunden. Der „Cliffside Boardwalk“ führt beispielsweise zu einem Aussichtspunkt und zur Hängebrücke. Überquerst du diese, kannst du auf der anderen Seite den „Résurgences Trail“ dranhängen, der sich am Flussbett entlang Richtung Norden schlängelt.

Der Parc de la Chute de Montmorency ist circa. 15 Minuten von Quebec City entfernt und gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar.

  • Zuckerhütte Quebec Ahornernte

Mithilfe von Eimern wurde früher der Ahornsaft direkt aufgefangen, verbreiteter sind heute allerdings Leitungen direkt von den Bäumen zur Zuckerhütte. © Claudia Seebothe

5. Zuckerhütten – Ahornsirupgenuss pur

Ein Ausflug zu einer Zuckerhütte ist so herrlich typisch kanadisch und damit einer meiner absoluten Ausflugsfavoriten für den Winter in Quebec! Genauer gesagt für den März, wenn die Temperaturen nachts noch unter null Grad liegen, aber tagsüber in den Plusbereich klettern. Dann wird der Saft der Ahornbäume geerntet und in den Zuckerhütten durch Einkochen zu Ahornsirup verarbeitet. Der Ahornsirup wiederum dient als Basis für allerlei deftige und süße Leckereien, die in den rustikalen Hütten verspeist werden können. Oft gibt es dazu sogar noch Live-Musik.

Wie wäre es mit gebackenen Bohnen mit Speck und Ahornsirup? Einem süßen Stück Ahornkuchen oder einer Scheibe frisch gebackenes Brot mit Ahornbutter? Unbedingt probieren solltest du auch das Ahorn-Toffee (en.: maple taffy, fr.: tire d’érable)! Dafür wird geschmolzener Ahornsirup auf Schnee gegossen und mit einem Holzstäbchen aufgewickelt. Einfach lecker! Weil die Zuckerhütten meist direkt im Wald liegen, bietet sich nach dem Essen ein Verdauungsspaziergang zwischen den Ahornbäumen an oder du erkundest die Umgebung bei einer Fahrt mit dem Pferdeschlitten.

Zuckerhütten (en.: sugar shack, fr.: cabane à sucre) gibt es an verschiedenen Orten in Quebec. Ich war bei Chez Ti-Mousse in Papineauville (Website auf Französisch).

Pommes auf Kanadisch

Wer nach einem ereignisreichen Tag im Schnee Hunger verspürt, sollte sich die Quebecer Spezialität „Poutine“ nicht entgehen lassen. Frittierte Kartoffelspalten, Käsebruch und Bratensoße – mehr braucht es nicht für Poutine. Erfunden wurde das Gericht in den 1950er Jahren im ländlichen Quebec, in den dort typischen Imbissen. Heute wird Poutine in ganz Kanada serviert, und das nicht mehr nur in Imbissen, sondern ebenso in gehobenen Restaurants.

  • Schneeschuhwandern Gatineau Park Quebec

Gemütliche Pause am Kamin in den bequemen, typisch nordamerikanischen Adirondack-Stühlen. © Claudia Seebothe

6. Schneeschuhwandern im Gatineau Park

Im Gatineau Park, vor den Toren der kanadischen Hauptstadt Ottawa, hatte ich das erste Mal Schneeschuhe an den Füßen, oder besser gesagt den Winterstiefeln. Ausgeliehen hatte ich sie im Besucherzentrum in der Nähe des Örtchens Chelsea, wo es obendrauf eine kleine Einführung zur Benutzung gab. Und schon ging es los auf den ersten Trail. Bei dem es nicht blieb, da mir zum einen das Mit-Schneeschuhen-Unterwegs-Sein unglaublich gut gefiel. Zum anderen bietet der Naturpark Gatineau mit über 60 Kilometern ein höchst abwechslungsreiches Terrain.

Die Schneeschuhwanderungen führen durch tief verschneite Wälder, an zugefrorenen Seen entlang und hoch zu Aussichtspunkten mit fantastischer Sicht auf das winterliche Quebec. Für Einsteiger:innen gibt es kurze, leichte Strecken. Wer sich mehr fordern möchte, kann eine der längeren Touren wählen oder verschiedene Trails miteinander kombinieren. Ausführliche Informationen inklusive Schneezustand bietet die Website des Gatineau Parks (siehe unten). Welche Ausrüstung und Bekleidung wir für Schneeschuhwanderungen empfehlen, liest du auf unserer Themenseite

Für die Benutzung der Schneeschuhwanderwege ist ein (Tages-)Pass erforderlich. Diesen erhältst du im Gatineau Park Visitor Centre (Website auf Englisch). Hier kannst du auch Schneeschuhe ausleihen.

Leider hatte ich nicht genug Zeit, all den Empfehlungen für Unternehmungen im winterlichen Quebec nachzugehen. Einige davon möchte ich aber im Folgenden noch kurz vorstellen:

7. Die drei Hügel von Stoneham – Skigebiet (nicht nur) für Nachteulen und Profis

Wenn es am Nachmittag langsam dunkel wird, heißt das in den meisten Skigebieten, dass der Skispaß gleich vorbei ist. Nicht so in Stoneham! Ganze 19 Pisten sind hier am Abend beleuchtet. Das mittelgroße Skigebiet mit 42 Pisten in der Nähe von Quebec City erstreckt sich entlang dreier Berge. Stoneham, das bedeutet Skiurlaub für alle, denn neben einer Skischule und leichten Pisten für Anfänger:innen, kommen hier auch Profis auf ihre Kosten. Über die Hälfte der Pisten ist schwarz und Freestyler:innen können in den Snowparks und in der Halfpipe ihr Können perfektionieren. Kein Wunder also, dass hier seit 2007 die Snowboard FIS World Cup Finals stattfinden. Unsere Tipps rund um Alpinski-Bekleidung und -Zubehör findest du auf unserer entsprechenden Themenseite.

Stoneham liegt rund 20 Minuten von Quebec City entfernt. Skisaison in Stoneham ist von Ende November bis Anfang April. Mehr Infos bietet die offizielle Seite von Stoneham (auf Englisch).

  • Rocher Perce Quebec Winter

Der Rocher Percé ist das Wahrzeichen der Gaspésie. © Tourisme Percé

8. Die Gaspésie und der Rocher Percé – von der Natur gemalt

Eine raue Bergwelt im Innern und wilde Küste am Sankt-Lorenz-Golf zeichnen die Halbinsel Gaspésie aus. Das Wahrzeichen dieses dünn besiedelten Fleckchens ist der Rocher Percé, ein riesiger Kalksteinfelsen mit Loch. Im Winter, wenn die Landschaft mit Schnee bedeckt ist und es nur wenige Besucher:innen gibt, entfaltet Percé seine ganze Schönheit. Zu Fuß oder mit Schneeschuhen kannst du durch den Unesco-Geopark wandern – atemberaubende Ausblicke und spannende Fakten über die geologische Entwicklung des Ortes inklusive. Wer mehr Action möchte, kann bei Coin-du-Banc schneebedeckte Strände und Wiesen mit dem Fatbike erkunden oder macht eine geführte Eisklettertour mit.

Der Ort Percé liegt ca. 750 km von Quebec City entfernt. Der Unesco-Geopark hat das ganze Jahr über geöffnet. Mehr Informationen gibt es auf der Website der Touristinformation Percé (auf Englisch).

  • Quebec La Mauricie Fatbiken

Fatbiken, Eisfischen oder Schlittschuhlaufen – die Region La Mauricie kannst du auf abwechslungsreichen Wegen erkunden. © Tourisme Mauricie

9. La Mauricie – Winterspielplatz für Groß und Klein

Tiefverschneite Wälder, eiserstarrte Wasserfälle und zugefrorene Seen prägen die Landschaft der Region La Mauricie. Kein Wunder, dass bei so viel Wasser das Eisfischen hier Tradition hat. Ausgewiesene Plätze gibt es z. B. am Lac Blanc, wo der frisch gefangene Fisch sogar gleich über einem Lagerfeuer zubereitet werden kann. Tatsächlich ist La Mauricie eine richtige Spielwiese für Winterfans! Neben dem Eisfischen kannst du beispielsweise Schneeschuhwandern, Langlaufen, schneebedeckte Wege mit dem Fatbike erkunden oder bei Notre-Dame-du-Mont-Carmel auf Schlittschuhen 15 Kilometer durch den Wald rauschen.

Die Region La Mauricie ist circa zwei Stunden von Montreal entfernt. Ausflugstipps, Restaurants und Unterkünfte bietet die Website der örtlichen Touristinformation (auf Englisch).

10. Mont-Sainte-Anne – von Winter-Canyoning bis Skitour

Dass Canyoning nicht nur eine Aktivität für den Sommer ist, sondern im Winter genauso viel Spaß macht, kannst du in Mont-Sainte-Anne erleben. Mithilfe von Seil und Steigeisen geht es dort einen 41 Meter hohen Wasserfall hinunter. Auch sonst hat das Skigebiet Mont-Saint-Anne am gleichnamigen, 800 Meter hohen Berg viel zu bieten, getreu dem Motto „Wintersport für alle“. An drei Hängen können sich Anfänger:innen bis Profis austoben, für Skitourengeher:innen gibt es ausgewiesene Wege. Für alle, die es ruhiger mögen, stehen Langlauf und Schneeschuhwanderungen auf dem Programm.

Bist du noch auf der Suche nach der passenden Ausrüstung für deine Skitour, findest du hier unsere Tipps.

Mont-Sainte-Anne liegt circa 40 Minuten von Quebec City entfernt. Das Skigebiet ist von Ende November bis Mitte April geöffnet. Winter-Canyoning wird von Dezember bis März angeboten. Mehr Infos bietet die offizielle Seite von Mont-Sainte-Anne (auf Englisch).