Planer: Vietnam mit dem Motorroller

Vietnam mit Motorroller
Gut geplant ist halb gewonnen! Deine große Reise beginnt nicht erst am Flughafen, sondern schon bei der Vorbereitung. Alles, was du über eine Reise mit dem Motorroller durch Vietnam wissen musst, findest du in diesem Artikel.

Inhalt:

Vietnam liegt in Südostasien und zieht sich entlang der Ostküste der Indochinesischen Halbinsel. Nachbarstaaten sind Laos, Kambodscha und China.

Globetrotter Infos: dein Rollertrip durch Vietnam

Sprache: Vietnamesisch
Einwohner: ca. 96,5 Millionen
Größe: ca. 331.690 km² (Deutschland: 357.581 km²)
Bevölkerungsdichte: 308 Einwohner pro km² (Deutschland: 233 Einwohner pro km²)
Geld: Vietnamesischer Dong (VND)
Zeitverschiebung: MESZ +5 Stunden
Reisezeit: März, April, Mai
Reisebudget: ca. 350 €/Woche

2 Fakten zu Vietnam:

1) Vietnam, das Land des herabsteigenden Drachens, hat sich erst 1994 dem Tourismus geöffnet und besitzt immer noch einen eigenen, unverdorbenen Charakter und bietet so vielen Reisenden den Flair einer Entdeckertour.

2) Etwa 60.000 Vietnamesen haben in der DDR eine Berufsausbildung. Deshalb trifft man gelegentlich auch auf Personen, die Deutsch sprechen.

Warum sollte man mit dem Motorroller durch Vietnam reisen?

Vietnam ohne Bus, Bahn und Flugzeug zu bereisen, öffnet Einblicke in den Alltag der Vietnamesen und vieler anderer kleiner Völker, die ebenfalls dort leben. Wer sich traut, dieses Abenteuer einzugehen, wird Erfahrungen und Erlebnisse sammeln, die einen das ganze Leben lang begleiten. Viele Reisende erkunden das Land deshalb auf einem Motorbike. Damit sind Motorroller gemeint, die bis zu 150 ccm Hubraum besitzen und durchaus leistungsfähig dem vietnamesischen Klima und den Straßenverhältnissen trotzen können. Mit solch einem einfachen Motorroller lässt sich die faszinierende und atemberaubende Szenerie des vietnamesischen Landes am besten und dazu noch unabhängig erkunden.

Welche Strecke ist mit dem Motorroller durch Vietnam zu empfehlen?

Reisplaner Vietnam Blumen

Die klassische Route zwischen der Hauptstadt Hanoi im Norden und der Wirtschaftsmetropole Ho-Chi-Minh-Stadt (Saigon) im Süden, beträgt knapp 1800 Kilometer und führt mehr oder weniger an der Küste entlang.

Von Hanoi geht es in Richtung Süden durch Provinzen mit extensivem Reisanbau. In Ninh Binh wartet die Trockene Halongbucht – ein Karstgebirge auf dem Festland. Tausende von Höhlen und kleinen Flüssen schlängeln sich durch die Landschaft, die als Keimzelle der vietnamesischen Kultur gilt. Nächster Pflichtstopp ist die alte Kaiserstadt Hue mit der Zitadelle, die auch als Verbotene Stadt bekannt ist und Sitz des Kaisers war. Hier unbedingt ein paar Tage verbringen und auch das Umland erkunden. Weiter geht es nach Da Nang, der modernen Metropole Mittelvietnams mit zahlreichen Museen, Cafés und einem schönen Strand. Hier lohnen sich Ausflüge nach My Son (Tempelstadt der Cham) und in die Berge, wo die Katu wohnen (eine ethnische Minderheit, die noch sehr traditionell lebt). Der nächste Stopp in Hoi An ist nur 35 Kilometer entfernt. Die Stadt wurde vom Krieg verschont, kleine Holzhäuser und Gässchen laden zum Flanieren ein. Schnorcheln und Tauchen ist bei der vorgelagerten Insel Cu Lao Cham möglich.
Anschließend geht es nach Quang Ngai, dem Zentrum der gleichnamigen Provinz. Sehenswert ist die Insel Ly Son. Von Quang Ngai geht es weiter nach Quy Nhon, der Hauptstadt des alten Chamreiches Vijaya. Relikte der Cham finden sich hier noch überall. Nha Trang ist eine der beliebtesten Destinationen Vietnams und die Partystadt des Landes. Der Strand ist weiß und sauber. Hier unbedingt ein paar Tage, vielleicht sogar eine Woche erholen. Es besteht die Möglichkeit, über die N26 ins Bergland zu fahren. Dort leben viele ethnische Minderheiten. Von Da Lat kann man theoretisch direkt nach Saigon fahren – über die N27/N13.

Von Phan Rang geht es innerhalb eines halben Tages nach Phan Thiet, wo der Vorort Mui Ne liegt. Hier ist das Zentrum des vietnamesischen Badetourismus. Hunderte Resorts ziehen sich am Strand entlang. Am besten in Phan Thiet übernachten und in Mui Ne baden, indem man ein Resortzimmer für kurze Zeit mietet oder in einem Restaurant isst. Von Phan Thiet geht es dann noch ein kurzes Stück am Meer entlang, bevor die Nationalstraße nach Westen ins Landesinnere abbiegt und man Kurs auf Ho-Chi-Minh-Stadt nimmt. Saigon, die ehemalige Hauptstadt Südvietnams, ist ein Stadtteil der Kunststadt Ho-Chi-Minh, hat sich aber sehr viel von dem alten Flair bewahrt. Andere Bezirke der Metropole entführen dagegen in die Zukunft. Unbedingt Landmark 81 besuchen, das höchste Gebäude Vietnams und eines der höchsten der Welt. Von Ho-Chi-Minh-Stadt können auch noch viele andere Touren ins Mekongdelta oder die Umgebung durchgeführt werden.

Jeder Abstecher erhöht natürlich die Kilometer. Wer alle Sehenswürdigkeiten Vietnams abfahren möchte, kommt auf etwa 4000 Kilometer – für den durchschnittlichen Motorroller-Fahrer sicher eine Herausforderung, aber es gibt viele Vietnamreisende, die sich dieser stellen. Im Gegensatz zur klassischen Route muss dann mindestens eine Zeit von 2 bis 3 Monaten eingeplant werden.

Ho-Chi-Minh-Stadt
Tron Le / Unsplash Ho-Chi-Minh-Stadt hieß früher Saigon und is oft Ziel einer Reise mit dem Motorroller durch Vietnam.
Motorroller Vietnam
Warren Wong / Unsplash Wer mit dem Motorroller reist, muss sich an den Verkehr gewöhnen, erlebt aber das echte Vietnam.
Vietnam Landschaft
Rod Long / Unsplash Zwischen den Städten reist man viel durch landwirtschaftlich geprägte Regionen.

Wann ist die beste Zeit für eine Reise mit dem Motorroller durch Vietnam?

Das Wetter ist ein Problem, denn im Norden herrscht dann Regenzeit, wenn es im Süden trocken ist und umgekehrt. Man kann dem Regen also kaum entkommen. Aber Regenzeit bedeutet nicht, dass es immer regnet, sondern lediglich ein bis drei Stunden am Tag. Die Trockenzeit kann sehr heiß werden. Die beste Zeit ist während des europäischen Frühlings, also die Monate März, April und Mai. Ab Juni und Juli kommen Taifune auf und in Zentral- und Südvietnam, ab Oktober sind auch Überflutungen möglich. Also am besten früh im Jahr reisen!

Wie kommt man an den Ausgangspunkt und später wieder zurück?

Am besten aus Deutschland mit einem Gabelflug nach Hanoi reisen, per Motorroller nach Ho-Chi-Minh-Stadt und von dort zurück nach Deutschland (oder umgekehrt). Andenfalls sind Inlandsflüge sehr günstig, sodass ein Flug zurück zum Startpunkt das Reisebudget nicht allzu sehr schmälert.

Wie viel Zeit benötige ich für eine Reise mit dem Motorroller durch Vietnam?

Mindestens einen Monat, für ausgedehnte Reisen auch bis zu zwei oder gar drei Monate. Die vietnamesischen Motorräder sind nicht besonders schnell und leistungsfähig. Pro Tag kann ein durchschnittlich erfahrener Motorroller-Fahrer in Vietnam durchaus 200 bis 300 Kilometer schaffen. Wer in Deutschland nur wenig Motorroller fährt, wird in den ersten Tagen sehr ermattet sein und nur langsam vorankommen. Die Strecke zwischen den beiden Metropolen ist in 14 bis 30 Tagen zu schaffen und es gibt noch genug Ruhepausen. Wer mehr Zeit hat, kann mehr Abstecher machen. Im Übrigen muss auch nicht die gesamte Strecke Hanoi-Saigon gefahren werden. Es können auch nur Teilstrecken gefahren werden oder der Motorroller unterwegs für einen Streckenabschnitt per Bus verschickt werden, um dann anderenorts wieder die Fahrt aufzunehmen. Vietnam ist ein sehr flexibles Reiseland.

Wie orientiert man sich unterwegs auf dem Motorroller?

In Vietnam gibt es ein gut ausgebautes Straßennetz mit Beschilderung. Internet ist überall verfügbar, sogar in Saigon gibt es 5G-Netze, sodass Google Maps oder ähnliche Apps überall aufgerufen werden können.

Wo übernachte ich auf einer Reise mit dem Motorroller durch Vietnam?

Motels sind günstig, sauber und funktional. Motorroller können dort abgestellt werden und sind sicher und bewacht. In Vietnam gibt es nur wenig Privatsphäre und deswegen gehen viele Vietnamesen auch in Motels oder Hotels, um den vielen Familienmitgliedern um sich herum zu entkommen. In fast jeder Straße Vietnams gibt es entweder ein Hotel (khach san) oder Motel (nha nghi). Letztere bieten, außer dem Zimmer, kaum Service und ein Frühstück ist ebenfalls nicht inbegriffen. Dafür sind sie sehr günstig, so um die 200.000–350.000 Vietnamesische Dong pro Nacht (ca. 7-13 Euro). Der Preis richtet sich nach Zimmern, nicht nach Person. Auf dem Land dürfen nicht alle Hotels und Motels an Ausländer vermieten. Das kann schon einmal zum Problem werden, aber hilfsbereite Rezeptionisten oder Polizisten vermitteln gerne weiter. Hotels gibt es in allen Preisklassen. Eine Buchung im Voraus ist unnötig. Lediglich um Feiertage herum wäre es besser, schon vorher ein Zimmer zu buchen bzw. Alternativen im Internet herauszusuchen.

Campingplätze sind sehr selten. Wildes Campen ist verboten und kann in dem sozialistischen Land sehr unangenehme Folgen haben.

Was kostet eine Reise mit dem Motorroller durch Vietnam?

Reisplaner Vietnam Roller

Pro Tag kann man bei spartanischer Lebensweise wohl um die 20 bis 25 Euro, bei normaler Lebensweise etwa 50 Euro veranschlagen. Da sind Kosten für die Motorrollermiete, Benzin, Unterkunft und Essen sowie Vergnügen bereits pauschal enthalten. Insgesamt würden bei einem Monat Kosten von ca. 750 bis 1500 Euro zusammenkommen. Dazu käme noch das Visum und vielleicht ein Notgroschen von 500 Euro. Mit 1500 bis 2000 Euro kommt man auf jeden Fall sehr gut aus. Anreise (Flug) ist dabei jedoch noch nicht inbegriffen.

Wie gut muss ich fahren können und brauche ich einen Führerschein?

Vor der Reise musst du einen internationalen Führerschein beantragen. Nur mit diesem und dem deutschen Führerschein darfst du einen Motorroller steuern. Für bis 50 ccm braucht man keinen Motorradführerschein – allerdings wird die Tour so zur Tortur. Für mehr als 50 ccm braucht es einen deutschen Motorradführerschein (Klasse A, A2 oder A1). Die Reise ist anstrengend, sollte aber körperlich nicht allzu sehr auslaugen. Wer in Deutschland nur wenig Sport macht und auch nur wenig Motorroller fährt, wird in den ersten Tagen dennoch sehr ermattet sein und nur langsam vorankommen.

Sollte ich mir in Vietnam einen Motorroller kaufen oder mieten?

Mieten hat klare Vorteile, auch wenn es teurer ist. Der Händler gibt ihn dir, du prüfst ihn und kannst ihn nach der Tour einfach zurückgeben. Für Benzin und auftretende Mängel musst du natürlich aufkommen. Motorroller werden von viele Unternehmen in Hanoi und Saigon vermietet. Oft muss der Pass hinterlegt werden, was bei einer Reise durch Vietnam jedoch nicht möglich ist. In diesem Fall muss eine Kaution hinterlegt werden. Wer in Ho-Chi-Minh-Stadt ein oder zwei Roller mietet, kann diese in der Partnerfiliale in Hanoi wieder abgeben und dort seine Kaution zurückerhalten. Adressen von Vermietern finden sich in einschlägigen Foren, Expat-Gruppen oder aber auch über die Hotelrezeption.

Ein Kauf ist zwar günstig, unterliegt aber strengen Regelungen. Du benötigst einen Residenznachweis (Permant oder Temporary Residence). Ausländische Namen werden in der Regel nicht in den Brief eingetragen. Einige Verkäufer umgehen diese Regelungen, das ist aber eine juristische Grauzone. Nagelneue Motorroller müssen erst eingefahren werden. Gebrauchte Motorräder lassen sich über Expat-Seiten im Internet oder Mund-zu-Mund-Propaganda finden. Sie werden oft unter Eintrag des letzten Besitzers an Ausländer verkauft. Deshalb ist es am besten ist es, einen vernünftigen Motorroller im Bereich 50 – 150 ccm zu mieten. Gängige Marken wie Honda, Yamaha oder Suzuki stehen zur Verfügung. Die Motorräder sind auch schon eingefahren.

Mehr Vietnam im Globetrotter Blog

Du planst eine Reise nach Vietnam? Oder hast nun so richtig Lust bekommen, mit dem Motorroller von Hanoi nach Saigon zu fahren, und unterwegs tolle Landschaften und eine spannende Kultur kennenzulernen. Wir haben noch weitere Inspirationsquellen in unserem Blogarchiv für dich:

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Worauf sollte man beim Motorroller achten?

Die Reifen sollten ein gutes Profil aufweisen und nicht abgefahren sein. Die Bremsen müssen greifen. Vor dem Mieten unbedingt eine kleine Probefahrt machen und alle Funktionen prüfen. Am besten eine zweite Meinung einholen und den Motorroller zu einem anderen Händler bringen und prüfen lassen. Bestehende Mängel direkt anzeigen, auch Kratzer und anderes vor dem Mieten protokollieren. Ansonsten kann es sein, dass diese später den Fahrern angelastet werden und die Kaution nicht ausbezahlt wird.

Was mache ich bei einer Panne?

Werkstätten gibt es in jedem Ort. Geschichten von bösen Mechanikern, die Nadeln oder Glas verstreuen, waren zumindest in der Vergangenheit wahr. Also Vorsicht. Am besten im Internet nach Vertragshändlern (Honda, Yamaha, Suzuki) suchen. Auf dem Lande gibt es nicht viel Auswahl, aber auch hier finden sich viele Werkstätten, die schnell Reifen flicken oder auswechseln können. Wer darin Erfahrung hat, kann auch eigenes Flickzeug mitbringen und versuchen, selbst zu flicken. Aber die Preise sind günstig und Werkstätten deswegen die erste Wahl. Wer nicht weiß wo, am besten zur nächsten Tankstelle laufen. Dort wird einem weitergeholfen.

Wie bin ich bei einer Reise mit dem Motorroller durch Vietnam versichert?

Bei der Miete übernimmt der Händler oft einige Risiken. Für Unfälle solltest du mit einer internationalen Haftpflicht- sowie Krankenversicherung ausgestattet sein.

Wie gefährlich ist der Verkehr?

Der Verkehr ist anders als in Deutschland – und auch tatsächlich gefährlicher. Wenn man sich an die unterschiedlichen Regeln gewöhnt hat, fließt man wie ein Fisch im Schwarm mit. Im Gegensatz zu anderen südostasiatischen Ländern ist der Verkehr sehr übersichtlich. Oft sind Motorräder unter sich. Nur auf der Nationalstraße sind viele Autos und Lastwagen unterwegs. Die Geschwindigkeiten in Vietnam sind eher moderat. In vielen Orten sind 40 km/h erlaubt, außerhalb vor Ortschaften auch 70 km/h. Lediglich die Autobahnen erlauben schnelleres Fahren, dort sind jedoch Motorräder (zumindest unsere Motorroller) nicht erlaubt.

Wer noch nicht erfahren mit der südostasiatischen Fahrweise ist, sollte eine Woche lang durch die Schluchten von Saigon oder Hanoi fahren, um sich mit dem Verkehrssystem vertraut zu machen. In Vietnam wird intuitiv und improvisiert gefahren. Es herrscht zwar Chaos, aber die meisten Teilnehmer fahren schon so, dass sie keinen Unfall haben. Das gelingt nicht immer, aber Motorroller sind wendig und können durchaus ausweichen. Gefährlich wird es bei Begegnungen mit Autos. Hier empfiehlt es sich, den Stärkeren vorzulassen. Unter keinen Umständen nach deutschen »Jetzt-komm-ich« oder »Ich-hab-Vorfahrt«-Mustern fahren. Da wird die Reise schnell enden. Unbedingt achtsamer fahren als in Deutschland, um schnell reagieren zu können.

Nha Trang
Arvydas Arnasius / Unsplash Die Bucht von Nha Trang ist perfekt für ein paar entspannte Tage am Strand.
Hoi An
Toomas Tartes Hoi An ist bekannt für viele Kanäle und eine gut erhaltene Altstadt.
Halong bucht
Ammie Ngo Einer der großen Klassiker in Vietnam: die Halong-Bucht

Was sollte man bei einer Reise nach Vietnam unbedingt sehen?

Die Altstadt von Hanoi, die Zitadelle und den Schwertsee. Die Halong-Bucht oder das Bergland von Sapa. Die Kaiserstadt Hue, die Weltkulturerbestätten in Zentralvietnam wie Hoi An und My Son. Die Strände von Nha Trang und Mui Ne. Das pulsierende Nachtleben Saigons und dessen koloniales Erbe.

Welches Gericht muss man in Vietnam unbedingt probieren?

Das vietnamesische Nationalgericht ist die Pho, eine schmackhafte Nudelsuppe mit Rindfleisch. In Hoi An die Cau Lao, ebenfalls eine Nudelsuppe. Im Süden frisches Seafood und Pfannkuchen (banh xeo). Ein absolutes Muss sind die vietnamesischen Frühlingsröllchen (frisch oder gegrillt). Generell ist das vietnamesische Essen recht einfach. Es fehlt die Pracht des chinesischen Essens oder die Vielfalt der Thai-Küche. Vietnam hat bis Mitte der 1990er Jahre noch Mangelernährung und sogar Hungersnot erlebt. Dennoch ist die vietnamesische Küche schmackhaft und vor allem gesund.

Garküchen gibt es überall. Morgens und abends, zu den üblichen Essenszeiten bauen viele Vietnamesen kleine Stände vor ihren Häusern auf und verkaufen die Mahlzeit direkt vor der Tür. Restaurants finden sich in allen Städten, die von einfachen Reisgerichten bis zu raffinierten Mehr-Gänge-Menüs alles anbieten und das zu oft günstigen Preisen. In den großen Städten finden sich auch vegetarische, vegane und halal-Restaurants. Auf dem Land kann die Auswahl dagegen schon sehr eingeschränkt sein. Die Restaurants und Garküchen sehen zwar abenteuerlich aus, sind aber hygienisch. Übrigens, Hundefleisch ist hier eine Delikatesse. Abenteuergeschichten, die darüber berichten, dass einem Hundefleisch untergeschoben wurde, gehören in den Bereich der urbanen Legenden. Es ist sehr teures Fleisch.

Für welche Stadt sollte ich mehr Zeit einplanen?

Nha Trang und Phan Thiet (Mui Ne) sind beliebte Badeorte mit schönen Stränden. Sonnenanbeter und Wassersportler können sich hier erholen. Eine Woche, inklusive Fahrten ins Umland, sind eine schöne Erholung. Da Nang im nördlichen Zentralvietnam ist ein kleines Gegenstück zu Ho-Chi-Minh und Ausgangspunkt zu Touren ins Umland, zum Beispiel an die laotische Grenze und zu den Relikten der mysteriösen Cham-Kultur, die hier zwischen 200 und 1500 n. Chr. existierte. Das nah gelegene Hoi An ist der beliebteste Ausflugsort Vietnams. Hier kann man locker zwei Wochen verbringen und viele Ausflüge nach Hoi An/Hue unternehmen. Hanoi und Saigon laden zum Shopping, aber auch zu Kulturerlebnissen ein. Je nach Interesse sollte man für die beiden Metropolen durchaus jeweils eine Woche oder länger einplanen.

Wie bekomme ich ein Visum für Vietnam?

Reisplaner Vietnam Lampion

Deutsche benötigten für eine Einreise bis zu 15 Tagen kein zusätzliches Visum. Es wird bei Einreise in den Pass gestempelt. Darüber hinaus gehende Aufenthalte müssen durch ein Visum abgedeckt werden, das bei einer vietnamesischen Botschaft oder einem Konsulat beantragt werden kann. Es kann auch im Internet beantragt werden, das bestätigte Formular muss bei Einreise am Flughafen vorgelegt werden (Visa on arrival). Ein Touristenvisum ist gültig für einen Monat und kann bei Bedarf verlängert werden. Während der Covid-19-Pandemie besteht ein generelles Einreiseverbot für Ausländer. Nach Ende der Pandemie dürften sich die Bestimmungen wieder erheblich lockern, um den Tourismus anzuregen.

Brauche ich bestimmte Impfungen für eine Reise nach Vietnam?

Es gibt keine spezielle Impfpflicht, aber die für Deutschland empfohlenen Impfungen wie Tetanus, Tollwut und Hepatitis-Varianten sind empfehlenswert. Lass dich außerdem von einem Reisemediziner beraten, welche Impfungen gegen Tropenkrankheiten noch sinnvoll sein können. In eine Reiseapotheke gehören neben Wundsalben, Desinfektionsmitteln und Verbandszeug für kleinere Malheurs mit dem Roller auch Mücken- und umfangreicher Sonnenschutz. Eine Auslandskrankenversicherung ist ein Muss.

Was gehört für einen Trip mit dem Motorroller durch Vietnam auf die Packliste?

In den Städten gibt es Einkaufszentren, Supermärkte und viele kleine Läden, in denen man so gut wie alles erwerben kann. Aus Deutschland brauchst du daher nur die wichtigsten Dinge mitzubringen. Bedenke dabei, dass jedes Kilogramm mehr eine Last für die Motorroller-Tour darstellt. Mitnehmen solltest du:

  • Luftige, aber bedeckende Kleidung; langärmelige T-Shirts, Hemden
  • Feste Schuhe fürs Fahren; Flipflops gehören an den Strand
  • Regenschutz, am besten als Jacke/Hose. Schutz auch für den Rucksack
  • Freizeitkleidung – weniger ist mehr, unterwegs waschen!
  • Reiseapotheke; Kohletabletten, Mückenschutzmittel
  • Mückennetz
  • Sonnenschutz, Kappe/Hut, Sonnenbrille
  • Wasch- und Hygieneartikel (Seife, Shampoo, Duschgel in Tütchen oder Fläschchen)
  • Flickzeug für Reifen
  • Klebeband, Kordel und Kabel zum Flicken und Befestigen
  • Taschenlampe, falls es dunkel wird bzw. der Strom ausfällt
  • Beutel, Plastikbeutel zum Aufbewahren von Dokumenten, Geld etc.
  • Kleines Handtuch, Waschlappen
  • Toilettenpapier
  • Batterien, Ersatzladegeräte und Powerbank für das Handy
  • Dokumente (Pass, Tickets, Impfpass, Versicherungsdokumente; Kredit- und Bankkarte)
  • Straßenkarten, evtl. ein Kompass
  • Eventuell Camping-Koch-Utensilien
  • Eventuell Schlafsack oder Hängematte
  • Kamera, Tage- oder Notizbuch sowie Kugelschreiber
  • Bargeld, Reiseschecks oder sonstiges (sicher am Körper aufbewahren)

Was gibt es noch zu beachten?

Am besten erstellt man eine Reiseroute mit provisorischen Reisedaten im Voraus und legt ein Datum fest, wann man mindestens/spätestens an einem bestimmten Ort sein muss, damit das Zeitmanagement unterwegs nicht aus den Fugen gerät. Es kann immer etwas dazwischen kommen.

Wer ausgelaugt ist, kann auch zwischendurch auf Bus und Bahn umsteigen. Der gemietete Motorroller kann ebenfalls damit transportiert werden. Wenn die Reise zu anstrengend ist, lieber ein wenig zurückschalten und ausgiebige Pause machen.

Die Autoren und ihr persönlicher Vietnam-Bezug:

»reisefroh« | Reiseblogger-Kollektiv

Die Tipps für eine Reise mit dem Motorroller durch Vietnam stammen aus der Feder der Autoren des Blogs »reisefroh«. Reisefroh ist einer der größten deutschsprachigen Reiseblogs und möchte alle Abenteuerlustigen dazu ermutigen, den Rucksack zu packen und hinaus in die Welt zu gehen. Der Fokus liegt insbesondere auf der Planung von Weltreisen, echtes Insiderwissen verschiedenster Länder sowie viele Tipps und Touren für Outdooraktivitäten und die Wahl des richtigen Reisezubehörs. Zu den Lieblingsthemen gehören Solarenergie für Reisende sowie nachhaltiges Reisen. Neugierig geworden? Dann schaut einfach mal vorbei.

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