Planer: Zu den Berggorillas in Uganda

Gut geplant ist halb gewonnen! Deine große Reise beginnt nicht erst am Flughafen, sondern schon bei der Vorbereitung. Alles was du über einen Besuch der Berggorillas in Uganda wissen musst, findest du in diesem Artikel.

Inhalt:

Globetrotter Infos: Deine Reise nach Uganda

Uganda ist von Seen, dem Weißen Nil, Urwäldern und Savannen geprägt. Der tiefste Punkt des Landes liegt auf 610 m ü. N.N., der höchste Gipfel ist der Margherita Peak mit 5110 Metern.

Sprache: Englisch und Swahili
Einwohner: 44,3 Millionen (Stand 2019) mit einer der jüngsten Bevölkerungen der Welt (Durchschnittsalter 16.7)
Größe: 241.038 Quadratkilometer, etwa zwei Drittel so groß wie Deutschland
Bevölkerungsdichte: 193 Einwohner pro km² (Deutschland: 235 Einwohner pro km²)
Geld: Uganda-Schilling (UGX)
Zeitverschiebung: MEZ +1 Stunde
Reisezeit: Hauptsaison von Dezember bis Februar und Juni bis September
Reisebudget: ab 600 Euro pro Woche, Jeep-Safari ab ca. 1000 Euro pro Woche

Drei Fakten zu Uganda:

  1. Uganda stand bis 1962 unter britischem Protektorat und wurde seit der Unabhängigkeit von nur drei Präsidenten regiert: Milton Obote (1962 bis 1971 sowie 1980 bis 1985), Idi Amin (1971 bis 1979) und Yoweri Museveni (seit 1986).
  2. Neben den offiziellen Amtssprachen Englisch und Swahili werden in Uganda rund 40 weitere Sprachen gesprochen.
  3. Uganda ist zusammen mit Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo das letzte Rückzugsgebiet der aktuell rund 1000 freilebenden Berggorillas.

Afrika ist riesig – was spricht für eine Reise in den Osten nach Uganda?

Die Vielseitigkeit, die beeindruckende Kultur und die reiche Tierwelt des afrikanischen Kontinents begeistern seit jeher Reisende und Abenteurer aus aller Welt. Typische Safari-Ziele wie Südafrika, Namibia, Kenia oder Tansania stehen fast ganzjährig hoch im Kurs. Das kleine Binnenland Uganda im Osten des Kontinents fristet dagegen nach wie vor ein eher bescheidenes Dasein als Reiseland, doch das völlig zu Unrecht. Nicht umsonst hat bereits Winston Churchill das Land als »die Perle Afrikas« bezeichnet.

Uganda kann sicherlich nicht mit der Infrastruktur Südafrikas oder den großen Tierherden Kenias mithalten. Dafür birgt das Land neben der unglaublich grünen und beeindruckenden Landschaft andere Schätze, die es zu etwas ganz Besonderem machen.

Auch wenn man in Uganda Game Drives machen und mit etwas Glück die Big Five (Löwe, Leopard, Elefant, Nashorn, Büffel) sehen kann: Was Uganda so besonders macht, ist die Möglichkeit, unseren nächsten Verwandten im Tierreich so nahe zu kommen wie nirgendwo sonst auf der Welt. Im Bwindi-Nationalpark kannst du den Berggorillas von Angesicht zu Angesicht gegenüberstehen. Ein Besuch bei den letzten ihrer Art und ein Once-in-a-Lifetime-Erlebnis, das tief berührt und weltweit nur im Grenzgebiet von Uganda, Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo möglich ist.

Wie steht es um die Sicherheit beim Reisen in Ostafrika?

Die Lage in den verschiedenen Ländern im Osten Afrikas ist sehr unterschiedlich und verändert sich sehr schnell. Uganda selbst gilt als relativ sicheres Reiseziel. Da es jedoch regelmäßig zu Unruhen oder kriegerischen Auseinandersetzungen in den Nachbarländern Südsudan und Demokratische Republik Kongo kommt, sollten die Grenzregionen gemieden werden.

Planst du dennoch einen Besuch der Nationalparks im Westen (Rwenzori- oder Ishasha-NP), solltest du dich unbedingt vorher über die Sicherheitslage vor Ort informieren.

Davon abgesehen muss man sich der Tatsache bewusst sein, dass Uganda zwar in den letzten Jahren ungeheure Erfolge im Kampf gegen die Armut erzielt hat, aber immer noch etwa ein Fünftel der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze lebt und Touristen generell als reich angesehen werden. Man sollte also gesunde Vorsicht walten lassen und etwa Menschenansammlungen oder Nachtfahrten vermeiden.

Wann ist die beste Reisezeit für Uganda?

Uganda kann ganzjährig bereist werden. Die beste Zeit für Tiersichtungen ist in den Trockenzeiten, wenn die Vegetation etwas weniger üppig ist. Uganda hat zwei Trockenzeiten von Dezember bis Februar und Juni bis September. Das sind die besten Zeiten fürs Gorilla-Tracking und auch die besten Monate für Safaris in den übrigen Nationalparks des Landes. Selbst in der Trockenzeit muss immer wieder mit Regenfällen und unpassierbaren Straßen gerechnet werden.

Brauche ich ein Visum für Uganda?

Deutsche Staatsangehörige benötigen für die Einreise nach Uganda ein Visum. Die Einreise kann ausschließlich online über das Uganda E-Immigration System beantragt werden. Dabei sind eingescannte Passkopien, Passbilder, Gelbfieberimpfungsnachweis und gegebenenfalls andere Nachweise hochzuladen. Das Visum wird dann gegen Vorlage von Pass und Originalnachweisen sowie Zahlung der Visagebühr (bar, in US-Dollar oder Landeswährung) bei Einreise erteilt.

Welche Impfungen sind bei der Einreise nach Uganda vorgeschrieben?

Um nach Uganda einreisen zu dürfen, musst du eine Gelbfieberimpfung nachweisen. Der Nachweis muss bereits bei der Beantragung des Visums vorgelegt werden.
Nicht zwingend erforderlich aber sicherlich sinnvoll sind zudem die Standardimpfungen (gemäß RKI) und eine Impfung gegen Hepatitis A.

Kann ich Uganda auf eigene Faust bereisen?

Natürlich ist es möglich, Uganda auf eigene Faust und mit einem Mietwagen zu bereisen, allerdings setzen das Land und die Infrastruktur etwas Erfahrung voraus. Die Straßen abseits der Hauptverkehrsadern sind nicht immer (fast nie) in dem Zustand, wie wir das in Europa gewohnt sind und verzichten nahezu gänzlich auf Schilder und Straßennamen. Zudem sind die Gästehäuser und Lodges oft nur über Schotterpisten zu erreichen, die Fahrer, Fahrzeug und Passagieren alles abverlangen.

An den Grenzen zur Demokratischen Republik Kongo und dem Südsudan kommt es immer wieder zu Konflikten. Man sollte sich deshalb im Vorfeld gut informieren, welche Landesteile besser gemieden werden sollten.
Nicht nur die Kriegsflüchtlinge aus eben jenen Ländern, auch viele Menschen in Uganda leben nach wie vor in einfachsten Verhältnissen und unterhalb der Armutsgrenze. Gerade als Individualreisender sollte man keine Berührungsängste haben und den Menschen offen und respektvoll begegnen.

Uganda ist sicherlich kein Land für »Afrika-Einsteiger«, aber mit etwas Erfahrung durchaus machbar.

Brauche ich vor Ort einen Mietwagen?

Uganda ist aufgrund der herausfordernden Infrastruktur kein klassisches Selbstfahrer-Ziel. Die meisten Touristen buchen ein Fahrzeug mit Fahrer, um das Land individuell zu erkunden.

In den Städten gibt es reichlich öffentliche Verkehrsmittel, angefangen von »Boda Bodas« (Motorradtaxis) über Busse bis hin zu klassischen Taxis. Sobald man allerdings abseits der Ballungszentren und evtl. sogar zu den Nationalparks reisen möchte, wird man nicht um einen Mietwagen oder eben ein Mietfahrzeug mit Fahrer herumkommen.

Wenn du selbst fahren möchtest, solltest du etwas Erfahrung mitbringen und bei der Auswahl des Mietwagens neben dem Preis auch auf den Zustand und die Ausstattung schauen. Allradantrieb ist zwingend erforderlich.

Wo übernachtet man am besten in Uganda?

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Lodges belasten zwar die Reisekasse, heben das Erlebnis aber nicht selten auf ein anderes Level.

Obwohl sich der Tourismus in Uganda seit Mitte der 90er-Jahre im stetigen Aufwärtstrend (Corona ausgenommen) befindet, steckt das Land immer noch in der Entwicklung und steht in der Anzahl der jährlich ankommenden Touristen weit hinter seinen Nachbarn Kenia und Tansania zurück.

Trotz der landschaftlichen Vielfalt und reichen Tierwelt wird das Land hauptsächlich als Ziel für Gorilla- und Schimpansen-Tracking wahrgenommen, was zur Folge hat, dass die begrenzte Anzahl an Permits auch die Anzahl der Touristen im Land bestimmt. So hält sich in Uganda vielerorts das Angebot der Übernachtungsmöglichkeiten in Grenzen und das Angebot von Buchungsplattformen wie Booking.com oder Airbnb hält sich in Grenzen.

Wenn du abseits der Städte bzw. in der Nähe der Nationalparks übernachten möchtest, bleibt oft nur die Wahl zwischen spartanischen Campingplätzen oder einer Lodge, für die man in der Regel tief in die Tasche greifen muss. Da der Tourismus um den Bwindi-Nationalpark am stärksten ausgeprägt ist, findet man dort alle Kategorien von Unterkünften.

Auch wenn du deine Reise selbst zusammenstellst, macht es Sinn, einen Blick auf die Angebote von Reiseveranstaltern zu werfen. So bekommst du ein Gespür für die Möglichkeiten und die Preise.

Welches Budget muss ich für eine Reise nach Uganda einplanen?

Uganda kann ein sehr günstiges Reiseland sein, wenn man seine Ansprüche nach unten schraubt und die Aktivitäten in Grenzen hält. Wer allerdings etwas erleben und auch noch schön übernachten möchte, muss relativ tief in die Tasche greifen.

Organisierte Gruppenreisen inklusive Flug, Unterkunft, Verpflegung und Permits beginnen etwa ab 3000 Euro pro Person. Nach oben gibt es kaum eine Grenze: Wer mit eigenem Fahrzeug und Fahrer unterwegs sein möchte und in Luxuslodges absteigt, durchbricht schnell die 10.000-Euro-Grenze für eine zweiwöchige Reise.

Natürlich geht es auch etwas günstiger, wenn man auf eigene Faust oder in der Regenzeit unterwegs ist. Sparen kann man, indem man mit eigenem Mietwagen oder öffentlichen Verkehrsmitteln reist, in günstigen Gästehäusern oder auf Campingplätzen übernachtet und sich selbst verpflegt oder auf Street Food zurückgreift.

Selbst bei niedrigsten Ansprüchen und während der Regenzeit sollte man allerdings mindestens 2000 Euro pro Person für eine zweiwöchige Reise inkl. Flug und Gorilla-Permit einplanen.

Wieso gibt es nur noch so wenige Berggorillas?

Nachdem der Bestand an Berggorillas aufgrund von Jagd und Wilderei in den 1950er-Jahren mit rund 600 Tieren seinen Tiefststand erreicht hatte, ist es Wissenschaftlerinnen wie Dian Fossey (»Gorillas im Nebel«) und diversen Schutzprojekten zu verdanken, dass sich die Population wieder etwas erholt hat und es aktuell etwas mehr als 1000 freilebende Berggorillas auf unserer Erde gibt. Damit sind die Berggorillas die einzigen Menschenaffen weltweit, deren Bestand in freier Wildbahn wieder wächst.

Die letzten Rückzugsgebiete der Gorillas befinden sich an den Hängen der Virunga-Vulkane im Grenzgebiet der demokratischen Republik Kongo zu Ruanda und Uganda und im Bwindi-Nationalpark im Südwesten Ugandas auf Höhen von 2000 bis 4000 Metern.

Obwohl nicht weit voneinander entfernt, haben die beiden Populationen nicht mehr die Möglichkeit, ihr Erbgut zu vermischen, da die Schutzgebiete durch menschliche Siedlungen und Feldwirtschaft voneinander getrennt liegen. Nach wie vor wird der Bestand der Menschenaffen bedroht durch Wilderei, kriegerische Auseinandersetzungen und einen enormen Siedlungsdruck auf die Nationalparks.

Wie teuer ist das Gorilla-Tracking in Uganda?

Das Permit kostet in 700 US-Dollar und beinhaltet den Eintritt in den Nationalpark, Ranger, Guides und Spurenleser. Das Permit berechtigt dich dazu, eine habituierte Gorillagruppe für maximal eine Stunde zu beobachten.
Die Einnahmen aus dem Verkauf der Permits sind ein essenzieller Beitrag zum Schutz der Tiere. Es werden damit Waldflächen gekauft, Ranger bezahlt und soziale Projekte in den Gemeinden rund um den Bwindi-Nationalpark gefördert.

Das Gorilla-Tracking ist zwar absolut kein Schnäppchen, aber das Erlebnis ist den Preis auf jeden Fall wert und das Geld zur Erhaltung der Art gut investiert.

Kann jeder ein Gorilla-Tracking machen? Welche Voraussetzungen gibt es?

Du musst kein Leistungssportler sein, eine gewisse körperliche Fitness und Leidensfähigkeit schaden bei diesem Erlebnis aber sicher nicht. Bei der Buchung über einen Reiseveranstalter, setzt dieser sich bei fehlender Ausdauer dafür ein, ein Permit für eine Gorillagruppe zu bekommen, die sich in der Nähe des Waldrandes aufhält. Da die Tiere sich aber im Park frei bewegen, gibt es keine Garantie, dass der Trip wirklich ein »Spaziergang« wird.

Der Wald heißt nicht umsonst »Impenetrable Forest«. Teilweise wird der Weg durchs Unterholz mit der Machete freigeschlagen und man kriecht auf allen vieren die Hänge hoch, bleibt ständig irgendwo hängen oder bricht ins Gehölz ein. Bei unserem Tracking waren wir rund sechs Stunden unterwegs, bis wir die zugeteilte Gorillagruppe endlich gefunden hatten.

Unbedingt berücksichtigen sollte man ebenfalls, dass man den Nationalpark nur gesund (keine Erkältung, Durchfall, Corona-Infektion, etc.) betreten darf, um die Gorillas nicht anzustecken.

Wie weit voraus sollte ich meinen Besuch bei den Berggorillas planen?

Auch wenn man bei seiner Reise durch Uganda gerne flexibel bleiben möchte, sollte man die Gorilla-Permits so früh wie möglich (in der Hochsaison mindestens sechs Monate vorher) reservieren. Die Permits können direkt bei der Uganda Wildlife Authority oder über den Reiseveranstalter gebucht werden. Die Buchung über einen Veranstalter macht die Logistik und Organisation deutlich einfacher.

Das Gorilla-Tracking startet früh am Morgen und man sollte seine Unterkunft entsprechend der zugeteilten Gorilla-Gruppe wählen. Aufgrund der Straßenverhältnisse und des Wetters rund um den Bwindi kann eine lange morgendliche Anreise schnell zur absoluten Stressprobe werden.

Gibt es eine Garantie, dass ich die Berggorillas zu sehen bekomme?

Die etwa 450 im Bwindi-Nationalpark beheimateten Gorillas leben in Gruppen von vier bis vierzig Tieren, angeführt jeweils von einem dominanten Silberrücken. Einige dieser Gruppen wurden über viele Jahre hinweg habituiert. Das heißt, sie wurden an die Gegenwart von Menschen in ihrer Nähe gewöhnt. Man darf sich den Park allerdings nicht als Streichelzoo vorstellen.

Die Tiere leben in freier Wildbahn und entscheiden selbst, ob sie die Begegnung tolerieren oder nicht. So ist die Wahrscheinlichkeit zwar relativ hoch, die Gorillas auch wirklich sehen zu können, eine Garantie gibt es aber nicht.

Gefährden die vielen Touristen nicht die Berggorilla-Populationen?

Genau das Gegenteil ist der Fall. Zum einen, weil die Anzahl der Gorilla-Permits und damit der Touristen stark begrenzt ist und zum anderen, weil die Einnahmen aus dem Gorilla-Tourismus nötig sind, um das Schutzgebiet zu erhalten.

Es gibt aktuell 17 habituierte Gorilla-Gruppen in Uganda und jede dieser Gruppen darf täglich von maximal acht Touristen für eine Stunde besucht werden, wobei die meisten Gruppen oft nur an zehn bis zwanzig Tagen im Monat aufgesucht werden. Die Anzahl der Touristen ist also durchaus überschaubar und diese Anzahl an Permits dirigiert prinzipiell auch den Großteil des Tourismus im restlichen Land. Denn wer nach Uganda kommt, der möchte in der Regel auch Gorillas sehen.

Für die Erhaltung des Nationalparks und damit einer der letzten Berggorilla-Populationen ist es essenziell, dass Touristen in das Gebiet kommen, dort Geld lassen und den Einheimischen so eine Verdienstquelle abseits vom Ackerbau eröffnen. Sei es als Guide, Träger, Verkäufer oder Angestellter in einem der Gästehäuser.
Nur wenn die Gemeinschaften vor Ort an den Gorillas mitverdienen, werden sie sich auch für deren Schutz einsetzen.

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Was hat Uganda neben den Berggorillas zu bieten?

Uganda bietet auf relativ kleiner Fläche eine ungeheure Vielfalt an Landschaften und zahlreiche Nationalparks, die einen Besuch lohnen. Die »grüne Perle Afrikas« hat ihren Namen nicht von ungefähr, denn im Südwesten explodiert das Grün förmlich ob der Fruchtbarkeit des Bodens und äußert sich in dichtem Bewuchs und intensiver Agrarnutzung.

Neben den Berggorillas kann man in Uganda auch mit Schimpansen auf Tuchfühlung gehen. Doch nicht nur Primaten begeistern in dem kleinen Land. Mit etwas Glück kann man beim Besuch der Nationalparks auch die Big Five (Löwe, Leopard, Elefant, Nashorn, Büffel) sehen.

Uganda hat zwar keinen Meerzugang, liegt jedoch am Victoriasee, dem zweitgrößten Süßwassersee der Welt. Dieser wiederum wird gespeist vom mächtigen Nil und kein Besuch des Murchison-Falls-Nationalpark ist komplett ohne einen Blick auf die berühmten Wasserfälle.

Auch wer sich seine Highlights gerne selbst erarbeitet, kommt in Uganda auf seine Kosten. Das einzigartige Rwenzori-Gebirge lockt Berg- und Trekkingfreunde aus der ganzen Welt und ist mit seinen über 5000 Meter hohen vergletscherten Gipfeln das drittgrößte Gebirge Afrikas.

Neben den atemberaubenden Landschaften und außergewöhnlichen Tierbegegnungen machen die Freundlichkeit der Ugander und die reichen Kulturen der verschiedenen Volksstämme das Land zu einem absolut lohnenden Reiseziel.

Kann man in Uganda auch klassische Safaris machen?

Uganda kann nicht mit den großen Herden der Nachbarländer Kenia und Tansania aufwarten. Während der Herrschaft von Idi Amin und den Kriegen jener Zeit wurden einige der Nationalparks von den Soldaten regelrecht »leergeschossen« und obwohl seitdem fast vierzig Jahre ins Land gezogen sind und einiges zum Schutz der Tierwelt getan wurde, haben sich die Wildbestände noch nicht vollkommen erholt.

Allerdings kann man auch in Uganda klassische Safaris unternehmen und mit etwas Glück die Big Five sehen. Wer vorher noch nie Giraffen, Elefanten oder Löwen in freier Wildbahn gesehen hat, wird auch auf den Safaris in Uganda aus dem Staunen nicht herauskommen.

Was ebenfalls für klassische Safaris in Uganda spricht, sind die wenigen Touristen. Wie erwähnt bestimmt die Anzahl der ausgegebenen Gorilla-Permits den Großteil der Touristen im Land und so muss man in allen Nationalparks keine Angst davor haben, mehr Safari-Fahrzeuge als Tiere vor die Linse zu bekommen.

Welche Nationalparks sollte ich in Uganda besuchen?

Bei den meisten Reisenden ganz oben auf der »Must-Do-Liste« steht natürlich der Bwindi Impenetrable Forest Nationalpark mit seinen rund 400 Berggorillas.

Wer Schimpansen in freier Wildbahn sehen will, kann dies im Kibale Forest, der Kyambura Gorge oder im Budongo Forest. Die Suche nach den Tieren ist körperlich weit weniger anspruchsvoll als das Gorilla-Tracking, allerdings sind die Chancen die Tiere zu sehen auch nicht so hoch und durch die dichte Vegetation in Kibale und Budongo ist es sehr schwierig, gute Fotos zu schießen. Wir waren in Budongo nur zu zweit mit Guide unterwegs und hatten das Glück, einem der Schimpansen sehr nahe kommen zu dürfen.

Eigentlich auf keiner Reise fehlen darf der Murchison-Falls-Nationalpark mit den gleichnamigen Wasserfällen, die sich in den mächtigen Nil ergießen. Wir waren hier vor allem von den vielen Giraffen und Büffeln beeindruckt und genossen es, den Elefanten beim Baden im Nil zuzusehen.

Auf keinen Fall verpassen sollte man auch den Queen-Elisabeth-Nationalpark, der deutlich grüner und tierreicher ist als Murchison Falls. Ein besonderes Safari-Highlight ist eine Bootsfahrt auf dem im Park gelegenen Kazinga-Kanal, der die beiden Seen Lake George und Lake Edward miteinander verbindet. Nicht nur, dass der Kanal eine der weltweit dichtesten Populationen von Flusspferden und Nilkrokodilen beheimatet, er zieht ebenso unzählige Vogelarten, Antilopen und Elefanten an. Wir hatten dort sogar das Glück, einen Leoparden zu sehen. Der Südteil des Parks, auch Ishasha-Sektor genannt, sollte ebenfalls nicht fehlen. In dem landschaftlich sehr schönen Teil mit seinen großen Grassavannen lebt Ugandas einzige Population von Baumlöwen.

Ein spannendes Erlebnis ist es, sich einem der 33 imposanten im Land lebenden Breitmaulnashörner zu Fuß zu nähern. Im Ziwa Rhino Sanctuary wurden die in Uganda 1983 ausgerotteten Tiere erfolgreich wieder angesiedelt und rund um die Uhr von Rangern bewacht. Leider steht das Artenschutzprojekt aktuell auf Grund von Landstreitigkeiten vor dem Aus.

Ideal gelegen auf dem Rückweg vom Bwindi-Nationalpark nach Kampala, ist der Lake Mburo Nationalpark oft die letzte Station einer Safari-Rundreise. Der Park beheimatet die größte Population Zebras in Uganda. Unzählige Paviane tummeln sich auf den Felsen und aufgrund der wenigen Raubtiere und Elefanten können die Safaris teilweise zu Fuß stattfinden.

Wie verständige ich mich in Uganda?

Bis 1962 war Uganda englische Kolonie und wurde von der britischen Krone regiert, deshalb ist neben Swahili auch Englisch noch heute offizielle Amtssprache und wird fast überall verstanden. Im Alltag werden allerdings bis zu vierzig weitere Sprachen gesprochen, allen voran die Bantu-Sprache Luganda, die vor allem in den zentralen und südlichen Teilen des Landes weit verbreitet ist.

Wie bezahlt man in Uganda?

Die Landeswährung ist der Uganda Schilling (UGX) und da ein Euro aktuell ungefähr 4.250 UGX entspricht, wird man hier schnell zum Millionär. Die Landeswährung kannst du vor Ort direkt am Automaten abheben oder in einer der vielen kleinen Wechselstuben Euro oder US-Dollar in Schilling tauschen. Je mehr getauscht wird, desto besser der Kurs.

Zudem empfiehlt es sich – je nach Reisedauer –, einen höheren Betrag US-Dollar mitzuführen, die überall im Land als Zahlungsmittel gerne gesehen sind. In den größeren Städten des Landes kommt man ebenfalls mit den gängigen Kreditkarten durch, aber auf dem Land gilt: Nur Bares ist Wahres.

Ist Uganda ein familientaugliches Reiseziel?

Eine Reise durch Uganda ist ein Abenteuer, das Kinderaugen leuchten lässt und sicherlich lange in Erinnerung bleibt. Zudem sind die Ugander sehr kinderfreundlich, haben in der Regel selbst eine große Familie und keine Berührungsängste, sodass passende Spielkameraden schnell gefunden sind. Auch die Begegnungen mit Löwen, Elefanten oder den Berggorillas sind ohne Frage noch intensiver, wenn man sie mit der ganzen Familie erleben kann.

Es ist durchaus möglich, Uganda als Familie zu entdecken, allerdings können Eltern und Kinder die Reise sicherlich mehr genießen, wenn die Kids bereits etwas älter sind. Die langen und holprigen Überlandfahrten können sehr strapaziös sein und Zeit zum Ausruhen bleibt in der Regel wenig, denn wer in den Nationalparks die besten Chancen auf Tiersichtungen haben möchte, muss vor Sonnenaufgang aufbrechen.

Nicht außer Acht lassen sollte man auch das Malaria-Risiko. Uganda ist ein Malarialand und es besteht ganzjährig ein hohes Infektionsrisiko, dementsprechend wird Reisenden eine medikamentöse Prophylaxe empfohlen, welche mit zahlreichen Nebenwirkungen verbunden sein kann. Man muss sich die Frage stellen, ob man das seinem Kind zumuten möchte.

Auch beim Thema Familienreisen in Afrika ist Uganda kein Einsteigerland und ich würde dazu raten, für die ersten Safaris eher (nahezu) malariafreie und einfachere Reiseländer wie etwa Namibia und Südafrika zu wählen.

Was isst und trinkt man in Ostafrika?

Auf einer Safari-Rundreise durch Uganda werden in den Lodges generell viel Fleisch und Gerichte serviert, die vor allem dem europäischen Gaumen munden. Wer die traditionelle Küche kennen lernen will, muss sich unters Volk mischen und wird mit kulinarischen Highlights fernab von Einheitskost belohnt.

Die Küche in Uganda ist neben den traditionellen Gerichten geprägt von arabischen, asiatischen und englischen Einflüssen. Das Land ist sehr fruchtbar und so wird viel selbst angebaut, entsprechend frisch und schmackhaft ist das Essen. Ein Gericht, welches man beispielsweise in ganz Ostafrika findet, ist Ugali. Aus Maismehl wird ein Brei oder Kugeln hergestellt, die dann als Beilage zu Fleisch oder Fisch, heiß oder kalt gegessen werden können.

Im fruchtbaren Hochland rund um Fort Portal in Uganda erstrecken sich Teeplantagen soweit das Auge reicht und so verwundert es nicht, dass schwarzer Tee eines der beliebtesten Getränke des Landes ist, ebenso wie Pombe, ein durch Gärung von Hirse und Banane gebrautes Bier.

Auch für die Snack-Kultur ist gesorgt und die Not wird zur Tugend gemacht. Die regelmäßigen Heuschreckenplagen liefern ideale Proteinquellen direkt vor die Haustür und frittiert schmecken die Insekten tatsächlich wie Erdnüsse.


Der Autor ist nicht nur Afrika-Experte

Frank Rottmann | Filialleiter Globetrotter Karlsruhe

Für Frank ging ein Kindheitstraum in Erfüllung, als er den Berggorillas Auge in Auge gegenüberstand. Seitdem hat er nicht nur weitere Länder in Afrika bereist, sondern ging weltweit auf Tuchfühlung mit Buckelwalen, Tigerhaien, Orang-Utans und vielen mehr. Die nächste Reise ist bereits geplant und wird ihn (so Corona will) nach Mexiko und zur größten Walhai-Versammlung der Welt führen, die jeden Sommer vor der Halbinsel Yucatán stattfindet.

Frank ist Filialleiter bei Globetrotter in Karlsruhe und steht euch bei der Auswahl der Ausrüstung für eure nächste Reise, ob nah oder fern, gerne mit Rat und Tat zur Seite.

Text: Frank Rottmann
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