Planer: Wandern auf der Rota Vicentina in Portugal

Reiseplaner Rota Vicentina
Gut geplant ist halb gewonnen! Deine große Reise beginnt nicht erst am Flughafen, sondern schon bei der Vorbereitung. Alles was du für einen Wanderurlaub auf der Rota Vicentina in Portugal wissen musst, erklären wir in diesem Artikel.

Inhalt:

Reiseplaner Rota Vicentina
Portugal besteht aus Festlandportugal (Südwesten der Iberischen Halbinsel) und aus zwei Inselarchipelen im Atlantik: Madeira (4 Inseln, zwei davon bewohnt) und Azoren (9 bewohnte Inseln und eine Reihe von unbewohnten Felsinseln). Beide Archipele haben einen Autonomiestatus.

Globetrotter Infos: Portugal

Sprachen: Portugiesisch und Mirandés (kleine Sprachgruppe im Norden Portugals).
Einwohner: 10,4 Millionen.
Größe: 92.212 km².
Bevölkerungsdichte: 112 Einwohner:innen pro km² (Deutschland: 233 Einwohner pro km²).
Geld: Euro (EUR).
Zeitverschiebung: MESZ -1 (Westeuropäische Zeitzone).
Reisezeit: Frühjahr und Herbst eignen sich am besten. Hochsommer ist in der Regel zu heiß.
Reisebudget: ca. 700 – 1500 p.P. für einen zweiwöchigen Wanderurlaub.

2 Fakten zu Portugal

1) Durch die sogenannte Nelkenrevolution (25. April 1974) ging in Portugal die Zeit der faschistischen Diktatur (»Estado Novo« oder »Salazarismus« nach António Oliveira de Salazar, gest. 1970) zu Ende. Bis dahin war Portugal auch Kolonialmacht. Als letzter kolonialer Rest ging 1999 Macau an die Volksrepublik China.

2) Der portugiesische Nationaldichter heißt Luís Vaz de Camões (gest. 1580). Er hat ein Epos mit dem Titel Os Lusíadas geschrieben, das die Geschichte seines Landes zum Inhalt hat. Sein Todestag (der 10. Juni) ist bis heute portugiesischer Nationalfeiertag.

Wo liegt die Rota Vicentina in Portugal?

Die Rota Vicentina oder »Vinzentinische Route« ist ein Netz von Wanderwegen, das zwei Weitwanderwege (Streckenwanderungen) und ergänzende Kurzwanderungen (Rundwanderungen) einschließt. Der Begriff Rota Vicentina kommt daher, weil alle diese Wege an oder in der Nähe der Vinzentinischen Küste liegen. Vinzentinische Küste heißt der südwestlichste Küstenabschnitt Portugals, der gewissermaßen von Sines (große Hafenstadt südlich von Lissabon) bis zum Cabo de São Vicente, dem Südwestkap Portugals, reicht. Benannt ist diese Küste nach dem Heiligen Vinzenz (gest. um 304 n.Chr.), einem frühchristlichen Märtyrer, der eigentlich aus Ostspanien stammt und in der Gegend des Kaps bestattet worden sein soll. Er ist Schutzheiliger der Seefahrt.

Die beiden Weitwanderwege sind einerseits der Historische Weg, der von Santiago do Cacém (etwas östlich von Sines) bis zum Cabo de São Vicente führt, bestehend aus 11 Etappen mit 213 Kilometern Wanderstrecke insgesamt und der Fischerpfad andererseits, der von Sines bis Lagos verläuft, 13 Etappen sowie 226 km umfasst. Der Historische Weg führt zumeist im Landesinneren und berührt nur an ein paar Stellen die Küste, der Fischerpfad hingegeben verläuft die meiste Zeit an der Steilküste.

Korkeiche

Was ist der spezielle Reiz der Rota Vicentina?

Der Reiz der Rota Vicentina besteht in der umgebenden Landschaft. Die Vinzentinische Küste erstreckt sich über 100 Kilometer und gehört zu den schönsten und besterhaltenen Küstenregionen Europas. Die grandiosen Steilküsten schließen beeindruckende Sandbuchten mit wenig besuchten Stränden ein. Die Natur ist in weiten Abschnitten noch unberührt. Die starken Nordwestwinde in Kombination mit der Meeresströmung verleihen dem Küstenabschnitt einen wilden und urwüchsigen Charakter. Der Blick von der Steilküste in die Wellenlandschaft, die sich an den Sandstränden spektakulär formt, ist unvergleichlich. Diese Wellen machen den Südwesten Portugals auch zu einem einzigartigen Surferparadies. Übrigens, aufgrund der geringen Lichtverschmutzung ist der Sternenhimmel in diesem Teil Europas besonders gut auszumachen.

Aber auch das Hinterland – durch welches vor allem der Historische Weg führt – hat seinen Reiz. Es ist dünn besiedelt und sehr ländlich geprägt. Man trifft hier allerorts auf die typische Montado des Alentejo und des Algarve: Kork- und Steineichen kombiniert mit großen Weiden für Rinder, Schafe, Ziegen und Schweine, die sich über die kleinen Hügel ziehen. Ein optischer Genuss.

Reiseplaner Rota Vicentina
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Welche Wanderwege zählen zur Rota Vicentina?

Wie erwähnt besteht die Rota Vicentina aus zwei Weitwanderwegen und einer Reihe von kürzeren Rundwegen (Tages- oder Halbtageswanderungen).

Die beiden Weitwanderwege sind der Historische Weg und der Fischerpfad. Sie starten beide bei oder in der Nähe von Sines und führen jeweils auf unterschiedlichen Routen zum Cabo de São Vicente; der Fischerpfad darüber hinaus (in zwei weiteren Etappen) bis nach Lagos.

Historischer Weg

Der Historische Weg startet in Santiago do Cacém (etwas östlich von Sines) und führt bis zum Cabo de São Vicente. Er besteht aus 11 Etappen mit insgesamt 213 Kilometern Wanderstrecke. Der Wegverlauf führt fast immer im Landesinneren auf breiten und einfachen Erdwegen und manchmal auf Dorfstraßen. Die Küste wird aber nur an ein paar Orten berührt.

Fischerpfad

Der Fischerpfad hingegen verläuft zum überwiegenden Teil an der Steilküste, oft auf Pfaden und zu etwa 50 Prozent auf Sand. Er startet in Sines und führt bis Odeceixe immer auf eigenen Wegverläufen. Von Odeceixe bis Cabo de São Vicente ist der Fischerpfad eng vernetzt mit dem Historischen Weg und führt abschnittsweise auf der gleichen Route. Allerdings endet der Fischerpfad nicht am Kap, sondern führt in zwei Tagesetappen weiter bis Lagos. Der Fischerpfad ist damit insgesamt 13 Etappen und knapp unter 226 km lang.

Zum Komplex der Rota Vicentina gehören auch ein Verbindungsweg zwischen den beiden Weitwanderwegen (weit im Norden) und eine ständig wachsende Anzahl von Tages- und Halbtagesrouten in einzelnen Übernachtungsorten der Weitwanderwege. Wohl meint man, dass Wanderer Ruhetage einlegen und dann vielleicht in der Umgebung Kurzwanderungen unternehmen wollen.

Sind die Wege der Rota Vincentina besonders schwierig oder anstrengend?

Die meisten Wanderungen auf der Rota Vicentina sind als einfach einzustufen. Hohe Berge und extreme An- und Abstiege gibt es nicht. Tatsächlich kann man die Oberfläche der Region als Steilküste und dahinter liegende Hochebene beschreiben. Natürlich gibt es eine Reihe von Hügeln zu überwinden und Täler zu queren, auch Abstiege von der Steilküste Richtung Sandbuchten und zurück kommen immer wieder vor; aber insgesamt werden nur wenige Höhenmeter überwunden.

Auf dem Historischen Weg werden am Tag mit den meisten Anstiegen 500 Höhenmeter überwunden. Sicher schwieriger ist der Fischerpfad, vor allem aber aufgrund der Tatsache, dass etwa 50 Prozent des Weges auf Sand verlaufen. Das ist anstrengend, auch wenn es weitgehend eben dahin geht. Eine Schwierigkeit können auch Bach- und Flussquerungen darstellen, wofür nicht immer Stege und Brücken zur Verfügung stehen, sondern oftmals nur Trittsteine. Den Großteil des Jahres ist das problemlos trockenen Fußes möglich, aber es gibt auch diese Momente in Südwestportugal – besonders im Winter oder nach unerwarteten Regenereignissen -, wenn kleine Rinnsale zu reißenden Bächen werden.

Ein Detail noch: die höchste Erhebung auf dem Historischen Weg ist der São Domingos mit 324 m, am Fischerpfad ist es der Torre de Aspa mit 156 m.

Literatur zur Reisevorbereitung

    Wie lang sind die Etappen auf der Rota Vincentina?

    Die Tagesetappen der Weitwanderwege auf der Rota Vicentina sind meist zwischen 18 und 22 Kilometer lang, wofür man 5 bis 7 Stunden Zeit einkalkulieren sollte.

    Es gibt jedoch ein paar Ausnahmen: zwei Etappen am Historischen Weg sind fast 25 km lang; es sind dies auch die beiden Abschnitte mit den meisten Anstiegen. Allerdings liegen diese zeitlich nicht hintereinander, sondern es sind 5 Tage dazwischen. Den Rekord stellt aber ein Zuweg vom Bahnhof Santa Clara-Sabóia nach Odemira (Historischer Weg) auf (gedacht für Leute, die mit dem Zug anreisen und nur einen Teil des Weitwanderweges gehen). Diese Tagesetappe ist fast 32 km lang, führt aber die meiste Zeit in einem Flusstal (Rio Mira) mit recht wenigen zu bewältigenden Höhenmetern. Die Tagesetappen am Fischerpfad sind etwas kürzer, dafür ist die Wandergeschwindigkeit durch die Sandwege geringer. Dort gibt es auch Tagesetappen von nur 15 km, jedoch auch welche über 20 km, für die man dann 7-8 Stunden Zeit einplanen sollte.

    Muss man sich körperlich auf die Rota Vincentina vorbereiten?

    Wer einen der beiden Weitwanderwege gehen möchte, sollte jedenfalls eine Grundfitness mitbringen. Auch wenn die Wege nicht schwierig sind, so sind doch Tageswanderungen von 18 bis 22 Kilometer und das 11 Tage (oder gar 13 Tage) hintereinander anstrengend und stellen eine körperliche Herausforderung dar. Das Einlegen eines Ruhetages dazwischen ist also durchaus zu empfehlen. Wer gerne und regelmäßig wandert, auch längere Strecken, der braucht für die Wanderungen der Rota Vicentina keine Vorbereitung.

    Wieviel Zeit sollte man für die Wanderwege der Rota Vincentina einplanen?

    Wie oben schon gesagt, die Tagesetappen der Weitwanderwege auf der Rota Vicentina benötigen – je nach Kondition – 4 bis 8 Stunden Wanderzeit. Am Historischen Weg gibt es zwei Etappen, die in 4 Stunden zu bewältigen sind, eine davon ist gar nur 12 km lang. Am Fischerpfad muss man – wegen der Wegbeschaffenheit – immer etwas mehr Zeit einrechnen. Hier ist die kürzeste Etappe 15 km, die man in 4-5 Stunden wandern kann.

    Der Historische Weg umfasst 11 Tagesetappen mit insgesamt 213 Kilometer; mit An- und Abreise und einem Ruhetag sollte man mindestens 2 Wochen einplanen. Abkürzungen auf der Strecke sind nicht möglich. Abkürzungen im Sinne von 2 Etappen an einem Tag wandern wären theoretisch schon denkbar, allerdings müsste man in diesem Fall enorme Tagesetappen (mindestens 35 km) wandern.

    Der Fischerpfad ist – geht man diesen vom Start bis zum Ziel – noch etwas länger: 13 Tagesetappen mit 226 Kilometer Wanderstrecke; damit erhöht sich auch die Gesamtplanungszeit dementsprechend.

    Gibt es gefährliche Passagen auf der Rota Vincentina?

    Gefährliche Passagen gibt es auf den Wanderwegen der Rota Vicentina nicht. In drei Situationen sollte man dennoch Vorsicht walten lassen.

    1. Die Wanderwege berühren manchmal Fahrstraßen. Nach langen einsamen Passagen an der Steilküste oder durch die Montado des Hinterlandes kann es sein, dass man die plötzliche Gefahr von Straßenverkehr unterschätzt.
    2. Eine andere potentielle Gefahrenquelle stellen Haus- und Weidetiere dar. Portugiesische Familien am Land haben sehr oft Wachhunde, manche von ihnen werden auch noch angekettet. Sie haben die Aufgabe, Haus und Grundstücke zu bewachen. Plötzlich auftauchende Wanderer werden von ihnen als Eindringlinge gesehen, was zu vielen Schreckmomenten führen kann. Die besten Strategien dafür sind: gutes Zureden und weite Bögen machen. Gelegentlich führen Etappen der Wanderwege auch über Weiden. Schafe und Ziegen nehmen zumeist Reißaus, sobald sie unbekannte Menschen sehen. Bei Rindern – besonders Mutterkühe mit Kalb – kann dies nicht der Fall sein. Auch hier empfiehlt es sich, einen besonders weiten Bogen um die Tiere zu machen.
    3. Eine dritte mögliche Problemlage auf den Wanderwegen der Rota Vicentina betrifft das Queren von Bächen und Flüssen. Dies kommt tatsächlich recht häufig vor und nicht immer stehen dafür Stege oder Brücken zur Verfügung, sondern oftmals nur Trittsteine, die manchmal rutschig oder sehr hoch angelegt sind (betonierte Trittsteine, die für höhere Wasserstände ausgelegt sind). Den Großteil des Jahres können diese Bäche und Flüsse problemlos trockenen Fußes gequert werden, aber es gibt auch diese Momente in Südwestportugal – besonders im Winter oder nach unerwarteten Regenereignissen -, wenn kleine Rinnsale zu reißenden Bächen werden.

    Wo übernachtet man auf der Rota Vicentina?

    Auf den Weitwanderwegen der Rota Vicentina gibt es auf den vorgeschlagenen Etappenzielen immer Übernachtungsmöglichkeiten. Meistens sind es kleine Pensionen, manchmal auch Hotels oder Appartements; auch eine Jugendherberge ist darunter (Almograve). In Küstennähe gibt es auch an einigen Orten Campingplätze. Die Anzahl dieser Beherbergungsbetriebe nimmt Jahr für Jahr etwas zu. Dennoch sei es angeraten, an manchen Plätzen Vorreservierungen vorzunehmen. Ein Beispiel: auf dem Historischen Weg endet die erste Etappe gewissermaßen im Nirgendwo in Vale Seco, einer kleinen Streusiedlung. Dort gibt es bisher nur eine Pension mit ein paar Zimmern, die in der Hauptwandersaison begehrt sind.

    Wildes Zelten: In Portugal ist erlaubt, was nicht verboten ist; aber, die Leute legen sehr großen Wert auf Privatbesitz, sprich einfach auf der Wiese eines Bauern oder im Wald ein Zelt aufzubauen, ohne vorher nachzufragen, das geht gar nicht. In Küstennähe (z.B. in einer Sandbucht) ist das schon einfacher und wird auch von Wandern gemacht. Hier sollte man auf Ebbe und Flut achten. Die Rota Vicentina möchte ein Vorzeigeprojekt für Nachhaltigkeit und Umweltschutz sein. Deswegen sollten Wanderer, die wild campen jedenfalls jede Form von Verschmutzung und Müll tunlichst vermeiden.

    Wann ist die beste Jahreszeit für eine Wanderung auf der Rota Vicentina?

    Die Wanderwege an der Rota Vicentina können das ganze Jahr über begangen werden, allerdings mit einer gewissen Einschränkung im Hochsommer. In allen offiziellen Dokumenten ist zu lesen, dass man ausdrücklich davon abrät, im Juli und August zu wandern, was aber stärker den Historischen Weg im Küstenhinterland betrifft. Dort kann es in den Sommermonaten schon drückend heiß und trocken werden, während es an der Küste – und am Fischerpfad – auch im Juli und August durch Winde und Küstennebel angenehme Wanderbedingungen haben kann.

    Die beste Wanderzeit für die Rota Vicentina ist aber wohl das Frühjahr, v.a. sind es die Monate März bis Mai. Dann steht die Landschaft in Blüte und präsentiert sich von ihrer schönsten Seite. Aber auch der Herbst kann in Südwestportugal reizvoll sein. Wenn in Mitteleuropa schon frostige Zeiten anbrechen, kann es an der Vinzentinischen Küste noch angenehme 20 Grad und mehr bekommen. Wer es extrem und/oder abwechslungsreich liebt, der ist hier auch im Winter gut aufgehoben. Es kann zwar Winterstürme und Regen geben, aber eben auch wochenlang Sonnenschein und milde Temperaturen.

    Der Vorteil von Herbst und Winter ist: es sind wenige Leute unterwegs und man hat die Wucht der Eindrücke für sich und seine Wanderpartner alleine!

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    Braucht man ein Permit für die Rota Vincentina?

    Für die Rota Vicentina ist kein Permit notwendig. Es wird jedoch empfohlen, sich entweder auf der Website der Rota Vicentina zu registrieren oder in der zentralen Informationsstelle (in Odemira) Bescheid zu geben, dass man auf einer der Weitwanderungen unterwegs ist. Man kann davon ausgehen, dass dies aus statistischen Gründen interessant ist, aber weniger dazu dienen kann, Wanderer in möglichen Notlagen zu unterstützen.

    Kann man Etappen abkürzen oder überspringen?

    Die beiden Weitwanderwege der Rota Vicentina sind lang gezogene Streckenwanderungen. Aufgrund der Routenführung sind Abkürzungen so gut wie nicht möglich. Tatsächlich gibt es aber ein paar Stellen, wo man theoretisch einige Kilometer abkürzen könnte.

    Wenn Wanderer Etappen auslassen oder überspringen möchten, dann ist die beste Möglichkeit, ein Taxi (oder gegebenenfalls auch einen öffentlichen Bus) zu nehmen und sich am gewünschten Fortsetzungsort absetzen zu lassen. Dabei muss man jedoch bedenken, dass für das Überspringen von z.B. zwei Etappen gleich einmal 50 bis 60 Kilometer per Auto zurückgelegt werden müssen. Für einen Taxikilometer muss man in Südwestportugal etwa 1 Euro kalkulieren.

    Übrigens: die beiden Weitwanderwege sind an mehreren Stellen miteinander vernetzt, sodass man theoretisch seinen eigenen und individuellen Weitwanderweg kombinieren kann: Start am Historischen Weg, Wechsel zum Fischerpfad und Abschluss wieder am Historischen Weg.

    Wie verpflegt man sich unterwegs am besten?

    Rucksack

    Die beiden Weitwanderwege der Rota Vicentina führen durch größtenteils unbewohnte Gebiete. In den meisten Etappen gibt es nur am Start- und Zielort Bäckereien, Geschäfte, Supermärkte und Restaurants. Deswegen ist es wichtig, ausreichend Verpflegung und Trinkwasser mitzutragen. Gelegentlich (jedoch nicht immer) liegen kleinere Siedlungen oder Dörfer am Wanderweg. Fast jedes Dorf besitzt zumindest ein Café, wo man Getränke und Kleinigkeiten zum Essen bekommt.

    Bezüglich Trinkwasser ist zu sagen: man sollte jedenfalls ausreichend Flüssigkeit auf die Wanderungen mitführen, weil die Etappen lang und die Temperaturen hoch sein können. Es gibt an einigen Stellen zwar gefasste Quellen und Brunnen, jedoch ist nicht immer sicher, ob diese auch ganzjährig Wasser führen.

    Lieber geführt oder individuell wandern?

    Diese Frage ist für mich persönlich einfach zu beantworten: selbstverständlich individuell wandern, weil das Erlebnis größer und eindrücklicher ist. Aber letztendlich hängt diese Entscheidung vom Wandertyp ab und ist vor allem eine Frage der Zeit, der Organisation und wohl auch des Budgets. Die Wege sind fast durchgehend sehr gut markiert und der Wegverlauf deswegen auch leicht zu finden; geführte Touren, um den richtigen Weg oder Pfad zu finden braucht man also nicht.

    Zweifelsohne gibt es auch Vorteile, sich einer geführten Tour anzuschließen. Der Fischerpfad entlang der Steilküste führt durch eine botanische Wunderwelt. Versierte Guides werden vermutlich jede einzelne Blütenpflanze kennen und erklären können. Organisatorisch kann man bei geführten Touren auch davon ausgehen, dass Unterkünfte reserviert sind, dass das Großgepäck transportiert wird und man nur einen Tagesrucksack tragen muss, dass man wohl auch nur die schönsten Abschnitte wandert, nicht aber Fahrstraßen usw.

    Was gehört alles auf die Packliste für die Rota Vicentina?

    Auf die Packliste für einen Weitwanderweg der Rota Vicentina gehört alles, was für eine gut geplante Wanderung sonst auch von Nöten ist:

    Neben individuell abgestimmter Verpflegung ist eine leichte und wiederbefüllbare Trinkflasche wichtig, um den unsäglichen Plastikverbrauch möglichst gering zu halten. Außerdem eine kleine Miniapotheke sowie Sonnen-, Regen- und Wärmeschutz. Die Temperaturen und die Sonneneinstrahlung können das ganze Jahr über (für mitteleuropäisches Empfinden) hoch sein. An der Küste geht sehr oft Wind, manchmal in Sturmstärke; eine Hardshelljacke ist daher unerlässlich. Für Viele nicht zu glauben, aber dennoch wahr: im Sommer kann es an der Küste zähen Nebel geben, der erst um die Mittagszeit verschwindet. Deswegen können die Morgenstunden (auch von Juni bis September) empfindlich kühl sein und dies zu einer Tageszeit, wo man die Wanderung startet und der Körper sich noch nach Wärme sehnt.

    • Abzippbare Wanderhosen: 90 Prozent der Wanderungen führen auf Routen, die man problemlos mit kurzen Hosen begehen kann. Doch es gibt auch ein paar Wegstücke (Pfade), die durch Buschland mit dornigem Gestrüpp (z.B. Stechginster) führen. Dort sind jedenfalls lange Hosenbeine zu empfehlen.
    • Abwehr von Tieren: Oben wurde bereits auf die Gefahr von Wachhunden oder allenfalls auch streunenden Hunden hingewiesen. Wer sich dadurch stark bedroht fühlt, dem sei empfohlen, legale Formen von Hundeabwehr einzupacken (z.B. Sprays). Fliegende Plagegeister (Stechmücken) gibt es in Südwestportugal normalerweise nicht, allerdings können außergewöhnliche Wettersituationen deren Verbreitung befördern.
    • Kompass und Navigationsgerät: Beides ist nicht unbedingt notwendig (weil die Wege gut markiert sind), aber können das Wandervergnügen verstärken. Fast alle Smartphones haben inzwischen Navigationsfunktionen bzw. können auf diesen als Apps installiert werden. So sieht man den Routenverlauf und auch den eigenen Standort, was zu einer guten Einschätzung der noch verbleibenden Distanz und eigenen Energie beitragen kann.
    • Mobiltelefon: In jedem Fall soll man ein Telefon mitführen, um im Notfall Hilfe anzufordern. Ergänzend dazu sollte man auch eine Powerbank mitführen, insbesondere wenn man die Wege trackt, was etwas mehr Stromverbrauch zur Folge hat.

    Gibt es auch Gepäcktransport auf der Rota Vicentina?

    Auch wenn man individuell auf der Rota Vicentina unterwegs ist, gibt es Möglichkeiten, den Rucksack oder das Gepäck von Etappenziel zu Etappenziel transportieren zu lassen. Zwei Optionen stehen hierbei zur Verfügung:

    1. Manche Pensionen oder Hotels organisieren den Gepäckstransport für ihre Gäste, selbstverständlich gegen Aufpreis.
    2. Es gibt einen Taxidienst, der Rucksäcke/Koffer abholt und zu Zielherbergen transportiert. Dies kann man für die gesamte Weitwanderung im Vorhinein vereinbaren. Genauere Informationen und Kontakte zu Taxiunternehmen sind auf der Website der Rota Vicentina zu finden.

    Eine Option, möglichst wenig Gepäck über lange Strecken zu tragen wäre auch, 2-3 fixe Standorte entlang des Weitwanderweges auszuwählen und Hin- und Rückreise zu den einzelnen Etappen jeweils mittels Taxi oder öffentliche Verkehrsmittel (oder eine Kombination von beiden) zu organisieren. Dies ist recht umständlich, auch kostspielig und zeitaufwändig, aber machbar.

    Wie reise ich zu den Startpunkten und wie komme ich vom Ziel wieder weg?

    Für die Anreise von Mitteleuropa nach Südwestportugal werden die meisten Reisenden auf den Flugverkehr zurückgreifen. Die zum Wandergebiet nächstgelegenen Flughäfen sind in Lissabon und Faro.

    Anreise über Lissabon

    Lissabon wird mit Linienflügen der TAP (Transportes Aéreos Portugueses), Lufthansa und Swiss sowie durch mehrere Charterfluggesellschaften von fast allen größeren Flughäfen Deutschlands, der Schweiz und Österreichs aus angeflogen. Die Weiterreise an die Costa Vicentina mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist etwas aufwendig. Mit dem Zug erreicht man von Lissabon (Station »Entrecampos«) das Dorf Santa Clara (Station »Santa Clara-Sabóia«) in ca. 2:15 Stunden. Direkt am Bahnhof Santa Clara-Sabóia startet der Verbindungsweg nach Odemira (die schon erwähnte »längste Tour« der Rota Vicentina Tour entlang des Flusstals des Rio Mira), der einen direkten Anschluss an den Historischen Weg ermöglicht. Santiago do Cacém und Sines erreicht man von Lissabon aus (Station »Sete Rios«) mit dem öffentlichen Bus. Die Strecke wird von verschiedenen Busfirmen (z. B. Rede Expresso, Renex) mehrmals täglich gefahren; die Busfahrt dauert etwa 2–2:30 Stunden. Die Preise der Bahn- und Bustickets sind sehr kostengünstig (unter 20 Euro). Bequemer reist man mit einem Flughafentaxi an, das man in jedem Fall vorreservieren sollte. Für die rund 150 Kilometer Taxistrecke muss man mit Kosten von rund 120 bis 150 Euro rechnen.

    Anreise über Faro

    Faro liegt der internationale Flughafen der Algarve, der mit Linienflügen der TAP, von Lufthansa sowie von mehreren Charterfluggesellschaften von fast allen größeren Flughäfen Deutschlands, der Schweiz und Österreichs aus angeflogen wird. Die Weiterreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln an die portugiesische Südwestküste ist auch umständlich. Lagos, der Endpunkt des Fischerpfades ist von Faro aus mit einem Regionalzug in ca. 1.45 h zu erreichen. Von Lagos aus gibt es regelmäßige (stündliche) Busverbindungen zum Cabo de São Vicente, dem Endpunkt des Historischen Weges. Von hier aus könnte man also den Weg umgekehrt gehen, was aber von der Zielorientierung nicht ganz ideal ist. Wer es schnell und einfach möchte, kann ein Taxi von Flughafen Faro nach Sines oder Santiago do Cacém nehmen: ca. 2 Stunden Fahrzeit und etwa 150 Euro muss man dafür kalkulieren.

    Reiseplaner Rota Vicentina
    Reiseplaner Rota Vicentina
    Reiseplaner Rota Vicentina

    Was kostet eine Wanderreise auf der Rota Vincentina etwa?

    Portugal ist als Reiseland etwas günstiger als Mitteleuropa. Die Kosten der Anreise variieren sehr stark von der Saison (die Flugpreise auch von der langfristigen Planung) und von der Geschwindigkeit der Anreise (Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit Taxis). Im billigsten Fall kann man das mit 200 Euro pro Person schaffen, im teuersten Fall kann es 500 bis 600 Euro pro Person kosten.

    Eine Übernachtung in einem Mittelklassehotel oder einer komfortablen Pension (inkl. Frühstück) bekommt man für 50 bis 80 Euro. Auch billiger ist es möglich, teurer natürlich ebenso; aber insgesamt ist die Auswahl (v.a. an Luxusunterkünften) nicht besonders groß. Tatsächlich kann man es aber auch ganz billig bekommen: mit einem Zelt am Campingplatz (um ca. 10-15 Euro), am Strand oder mit einem Bett im Schlafsaal (für 15 Euro).

    Einkaufen in Supermärkten ist spürbar billiger als in Mitteleuropa, ebenso Essengehen in Restaurants (10-15 Euro inkl. Getränke).

    Hochgerechnet kann demnach ein zweiwöchiger Wanderurlaub in Südwestportugal (inkl. Anreise) zwischen 700 und 1500 Euro pro Person kosten, auf Basis individueller Planung (keine Pauschalreise) und natürlich grob geschätzt.

    Was sollte ich noch an der Küste Portugals entdecken?

    Ziege

    Die Küste Südwestportugals hat einige Besonderheiten zu bieten, die man nicht versäumen soll:

    Die meisten Besucher kommen hierhin, um die spektakuläre Steilküste und die wildromantischen Sandbuchten zu sehen und zu erleben. Tatsächlich sind die Strände als Badestrände nicht besonders gut geeignet, was mit dem ständige Wind (und damit verbunden dem »stechende Sand« auf der Haut) sowie den morgendlichen Nebeln in der Sommerzeit verbunden ist. Weithin beliebt und attraktiv sind die Strände jedoch für Surfer, weil die portugiesische Westküste die besten Bedingungen für diesen Sport in ganz Europa bietet.

    Abgesehen davon ist die Küste auch für Liebhaber von Flora und Fauna interessant. An der Küste entfaltet sich geradezu eine botanische Wunderwelt mit unglaublichem Reichtum an verschiedenen Blütenpflanzen. Auch die Tierwelt bietet einige Sensationen. Die Wanderer am Fischerpfad werden die vielen brütenden Störche an der Steilküste sehen und diesen allenfalls keine weitere Bedeutung schenken. Allerdings: dies ist der einzige Ort der Welt, wo Störche – die sonst das Meer scheuen – direkt auf den Felsen der Steilküste brüten, wohl in Ermangelung anderer Plätze.

    Auch geologisch Interessierte kommen hier auf ihrer Rechnung. So gibt es Dinosaurierabdrücke zu entdecken, aber auch – besonders schöne – Exemplare von Paläodünen und vieles anderes mehr.

    Welche kulinarischen Highlights sollte ich unterwegs nicht verpassen?

    Das Gebiet der Rota Vicentina erstreckt sich über zwei Regionen mit zwei verschiedenen kulinarischen Traditionen: Der Alentejo (im Norden) und der Algarve (im Süden). Der Alentejo ist die Region der Montado (Kork- und Steineichenwälder, in Kombination mit Weiden) und der großen Landgüter. Der Algarve hat besonders lange Küsten und viel Obstanbau.

    Selbstverständlich kann man an der Vinzentinsichen Küste sehr viel frischen Fisch bekommen: Gegrillte Sardinen und Dorade (Goldbrasse) sind auf den Speisekarten fast immer zu finden. Typisch für die Region sind aber Fischeintöpfe, in denen sich verschiedene Fische und Meeresfrüchte mit Gemüse, aromatisch gewürzt (fast immer mit Koriander) finden. Caldeirada oder Cataplana sind die Bezeichnungen dafür, je nachdem, welchen Topf man für die Zubereitung nutzt. Ein großartiges Gericht der Region ist auch Arroz com mariscos, übersetzt »Reis mit Meeresfrüchten«, eine Art portugiesischer Paella, allerdings in einem geschlossenen Tontopf zubereitet und flüssiger als ihr spanisches Pendant. Ein Reisgericht ist ein guter Anzeiger dafür, dass früher in der Region auch Reis angebaut wurde.

    Übrigens, eine besondere Spezialität, aber wohl nicht für alle Gaumen geeignet sind Entenmuschen (Port: Perceba), die gekocht und »ausgesaugt«, begleitet mit Knoblauchbrot gegessen werden; die Hauptsaison ist von November bis März.

    Für Liebhaber von Schnäpsen gibt es in Südwestportugal eine Besonderheit: Medronho ist der Brand der eingemaischten Früchte des Erdbeerbaums, eine echte Rarität.

    Welche kulturellen Highlights sollte ich unterwegs nicht verpassen?

    1755 brachte das große Erdbeben (bekannt als »Erdbeben von Lissabon«) erhebliche Zerstörungen in Südportugal. Viele Höfe, Dörfer und Städte wurden dem Erdboden gleichgemacht. Ein Augenzeugenbericht hält fest, dass zum Beispiel von dem Städtchen Vila do Bispo nur ein einziges Haus stehen blieb und unter den Trümmern viele Opfer begraben wurden. Diese Naturkatastrophe ist dafür verantwortlich, dass kaum ein Bauwerk in Südwestportugal original aus der Zeit vor der Mitte des 18. Jahrhunderts stammt.

    Dennoch gibt es ein paar kulturgeschichtlich interessante Sehenswürdigkeiten, die man nicht verpassen sollte. Berühmt ist die Fortaleza de Sagres, historisch bezeugt die Wohnburg (und auch der Sterbeort) von Heinrich dem Seefahrer (gest. 1460), dem Organisator der frühen portugiesischen Überseeexpansion. Hier soll sich die von ihm initiierte sagenumwobene »Seefahrerschule« befunden haben. Von alldem ist nichts mehr zu sehen, nur noch wenige Mauern und eine Festung aus späterer Zeit. Allerdings strahlt der Ort schon eine gewisse Faszination aus und liegt v.a. auf einer eindrucksvollen Felshalbinsel, die jedenfalls einen Besuch lohnt. Wer sich für die Geschichte der portugiesischen Seefahrer interessiert, der sollte das kleine Museum bei der winzigen Kirche von Guadalupe – unweit von Sagres – besuchen. Diese gut erhaltene Kirche zählt übrigens zu den wenigen Bauwerken aus dem Mittelalter (gotische Architektur), die über die Zeit des Erdbebens bewahrt werden konnten.

    Tatsächlich gibt es auch ein paar Gebäudereste aus der muslimischen Periode in Südwestportugal, die hier um 1250 zu Ende ging. Dazu zählt etwa die Festung in Aljezur, von der jedoch nur noch wenige Mauern übrig sind oder auch ein paar Gebäudereste von muslimischen Fischerdörfern an der Küste, die man in den letzten Jahrzehnten archäologisch gesichert hat.

    Wer kleine alte Dörfer, Städte und Stadtkerne liebt, der findet in Santiago do Cacém. Odeceixe, Aljezur, Bordeira (das ist jedoch winzig) und in Lagos die lohnendsten Orte für Entdeckungen. In Lagos findet sich übrigens mit der Kirche Santo António eine der sogenannten Goldkirchen des Landes: üppiges portugiesisches Barock, großartige Holzschnitzereien, die mit Blattgold überzogen sind und mit den typischen Kacheln (Port: Azulejos) für eine außergewöhnliche Atmosphäre sorgen. Lagos ist jedoch bereits ein hotspot des Tourismus im Algarve, mit deutlich mehr Besucheraufkommen als an der Südwestküste.

    Kann man die Wanderungen auch mit Mountainbike machen?

    In Portugal ist übrigens MTB viel populärer als Wandern. In der Region der Rota Vicentina gibt es über 1000 Kilometer markierte MTB-Strecken. Genauere Informationen unter: www.rotavicentina.com.

    Die beiden Weitwanderwege können zum Teil mit dem MTB zurückgelegt werden, jedoch wird davon abgeraten, südlich von Odeceixe das MTB auf den Wanderwegen zu benutzen.

    • Der Historische Weg führt zum überwiegenden Teil auf breiteren Erdwegen und überwindet so einige Hügel und quert Täler und Flüsse. Er ist also bestens für MTB geeignet.
    • Der Fischerpfad hingegen führt – wie erwähnt – viel auf Sand und ist zudem ein schmaler Pfad; die Gefahr von Kollisionen mit Wanderern ist evident, weswegen Fahrräder auf dem Fischerpfad nur an wenigen Stellen (z.B. Abschnitt Cabo Sardão bis Entrada do Barca) erlaubt sind.

    Was sind die wichtigsten Tipps für die Rota Vincentina?

    • Wenn du zeitlich flexibel bist, dann komm im April an die Rota Vicentina. Dann ist die Blüte der Zistrosen (der Zeitpunkt ist abhängig vom Winterwetter; die Blüte zieht sich aber über 3-4 Wochen). Diesen Moment an der Rota Vicentina zu haben ist etwas Besonderes.
    • Kombiniere den Historischen Weg mit dem Fischerpfad, dann kannst du Küste und Montado gleichermaßen erleben. Es gibt an mehreren Stellen Übergänge und Verbindungswege.
    • Versäume nicht einige der schönsten Aussichtspunkte und Panoramablicke des Landes: Ponta em Branco (nördlich von Odeceixe), Ponta da Arrifana, Ponta de Aspa (nördlich von Vila do Bispo) u.v.a.m.
    • Wenn du dörfliches Leben erleben willst, dann bleib ein paar Tage in Odeceixe (hier gibt es eine gute Auswahl an Pensionen), Pedralva oder in Bordeira.
    • Ein Muss ist der Besuch der Fortaleza de Sagres: Auch wenn man wenige historische Bauwerke sieht, hier wurde Geschichte geschrieben und der Ort übt auch wegen seiner Lage eine gewisse Faszination aus.
    • Du solltest einen der Küstenabschnitte mit den spektakulären Storchennestern wandern. Zu finden sind diese in der Nähe der Praia do Malhão (nördlich von Vila Nova de Milfontes), bei Entrada da Barca (nördlich von Zambujeira do Mar) oder an der Küste südlich von Praia de Odeceixe.

    Die Autoren und ihr Bezug zu Portugal:

    Franz Halbartschlager

    Franz Halbartschlager ist promovierter Historiker und Geograf, der seit vielen Jahren in der Entwicklungspolitik und im Tourismus arbeitet. Einen Teil seiner Studienzeit verbrachte er in Portugal.

    Gerhard Russ

    Gerhard Russ ist Ergotherapeut. »Vor allem in Wälder und in der freien Natur unterwegs zu sein, ist es, was mir Ruhe bringt. Diese Ruhe nehme ich in den Alltag mit – besonders in unruhigen Zeiten. Im Beruf tut es gut, ausgeglichen zu sein und mit der Ruhe andere »anstecken« zu können.«

    Wandern ist eine gemeinsame Leidenschaft und Portugal für beide ein seit zehn Jahren zu entdeckendes Wanderparadies. Die Rota Vicentina war der erste wirkliche Weitwanderweg, den die beiden unternommen haben. Wenn Familie und Beruf es erlauben, dann sollen noch weitere folgen. Sie sind die Autoren des Rother Wanderführer Rota Vincentina, aber auch Algarve, Portugal-Nord, Baskenland.

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