Planer: Wandern in Albanien

Reiseplaner Albanien
Gut geplant ist halb gewonnen! Deine große Reise beginnt nicht erst am Flughafen, sondern schon bei der 
Vorbereitung. Alles was du über deine Wanderreise nach Albanien wissen musst, erklären wir dir in diesem Artikel.

Inhalt:

Reiseplaner Albanien
Albanien grenzt im Norden an Montenegro und den Kosovo, im Osten an Nordmazedonien und im Süden an Griechenland.

Globetrotter Infos: Albanien

Sprache: Albanisch
Einwohner: 2.900.000 (2019)
Größe: 28.748 km²
Bevölkerungsdichte: 105 Einwohner pro km²
Geld: Lek (ALL)
Zeitzone: MEZ
Reisezeit: Früh- und Spätsommer sind für Outdoor-Aktivitäten am geeignetsten. Juli und August sind sehr heiß. Im Winter ist es kalt und in den Bergen liegt Schnee.
Reisebudget: Albanien ist für Mitteleuropäer ein relativ günstiges Reiseland. Mit einem Budget von 600€/Woche bekommt man mittleren Komfort.

2 Fakten zu Albanien

1) Albanien hat 14 Nationalparks. Besonders in den schwer zugänglichen Gebieten findet man noch gefährdete Arten wie Wölfe, Luchse, Adler und Braunbären.

2) Der 192 Kilometer lange Fernwanderweg »Peaks of Balkan« führt neben Kosovo und Montenegro auch mit mehreren Etappen durch die Berge von Albanien.

Warum sollte man nach Albanien reisen?

Ganz einfach: Land und Leute. Das kleine Mittelmeerland ist landschaftlich und kulturell wahnsinnig vielfältig. Ob die UNESCO-Welterbestätte Butrint ganz im Süden aus der Antike, kommunistische Architektur in der Hauptstadt Tirana, die Altstadt von Gjirokastra aus osmanischer Zeit oder Naturschätze wie Buchenurwälder im Norden oder Karstquellen im Boden in Finiq oder dem Shala-Tal – überall gibt es Schätze zu entdecken. Sie waren in der Zeit der Abschottung lange verborgen.

Der Wandertourismus steckt noch in den Anfängen und entwickelt sich rasant weiter. Noch sind bepackte Wanderer eine Besonderheit, die in den Bergregionen Aufmerksamkeit erregen. Schnell wird man zu türkischem Kaffee und Raki eingeladen und landet auf dem besten Platz im Garten oder Wohnzimmer – egal ob man über Sprachbarrieren hinweg kommunizieren kann oder nicht.

Wohin sollte man in Albanien reisen?

In allen Himmelrichtungen lässt sich beim Wandern die landschaftliche Vielfalt Albaniens entdecken. An der Albanischen Riviera im Südwesten des Landes lassen sich Strand- und Wanderurlaub perfekt miteinander verbinden. In der Region zwischen dem Llogara-Nationalpark und Himarë geht es auf einem Panoramaweg von Bucht zu Bucht. Manche sind nur zu Fuß oder vom Wasser aus zu erreichen und entsprechend naturbelassen. Im nächsten Küstendorf liegt schon fangfrischer Fisch auf dem Grill. Das gebirgige Hinterland ist nicht weniger attraktiv. In mehrtägigen Wandertouren durch Oliven-, Zitronen- und Orangenhainen sind verschlafene Bergdörfer und spektakuläre Aussichten auf das glitzernde Mittelmeer zu entdecken.

Im Inland von Südalbanien bietet das Vjosa-Tal eine ganz andere Landschaft. Einer der letzten naturbelassenen Flüsse Europas und seine Zuflüsse prägen die Region um Permet. Die Stadt ist Ausgangspunkt für Touren über und um das Dhëmbel-Nëmerçka-Gebirge. Hier sind Mountainbike- und Rafting- oder Kajaktouren möglich und ein Bad in warmen Quellen.

Schroff und beeindruckend kommen die Albanische Alpen im Norden daher. Das auch Prokletije oder Bjeshkët e Nemuna – die »verwunschenen Berge« – genannte Gebirge bildet den Abschluss und höchsten Teil der Dinarischen Alpen. In den drei Hochtälern Vermosh, Valbona und Shala (Theth) bieten ein- oder mehrtägige Touren in unterschiedlichen Schwierigkeiten entlang hochalpiner Steilwände, durch breite, von Gletschern geformte Trogtäler oder wüste Karstfelder. Höhepunkt der Region ist mit 2694 Metern der Jezerca, der zweithöchste Gipfel Albaniens. Um ihn herum windet sich der grenzüberschreitende und etwa 200 Kilometer lange Rundwanderweg Peaks of the Balkans.

Mit seinen Wiesenhängen ist das Korab-Gebirge im Osten samt gleichnamigen höchsten Berg Albaniens (2754 m) etwas lieblicher. Angrenzend an den Kosovo und Nordmazedonien führen mehr und mehr Wanderwege durch die Region Dibra. Die Stadt Peshkopia ist ein guter Startpunkt.

Neben Wandertouren in den Bergen und am Meer lohnt sich auch der Besuch von Städten wie Tirana und Shkodra oder Berat und Gjirokastra, die das Prädikat UNESCO-Welterbe tragen. In den letzten Jahren haben zahlreiche Slowfood-Restaurants geöffnet, die die kulinarischen Köstlichkeiten des Landes auftischen. Weingüter laden zur Entdeckung heimischer Reben und außergewöhnlicher Weine ein (siehe Was isst man in Albanien?).

Was ist die beste Reisezeit für Albanien?

Die beste Wanderzeit ist von Mitte Mai bis Ende Juni und von Anfang September bis Ende Oktober. Der Hochsommer im Juli/August ist auch in den Bergen sehr heiß und trocken, teilweise versiegen Wasserquellen in den Wandergebieten. In den Hochlagen im Norden und Osten ist von Anfang November bis April Schnee möglich. Pässe und Nebenstraßen werden nicht geräumt und können nicht befahren werden. Viele Hotels und Restaurants an der Küste sind von Mitte Oktober bis Anfang Mai geschlossen. Eine Wintersaison ist (noch) nicht etabliert. Für Schneewanderungen oder Skitouren kann man organisierte Reisen buchen.

Wie bereite ich mich auf eine Albanien-Reise vor?

  1. Mit Schnaps zum Frühstück 😉 Türkischer Kaffee und hausgebrannter Raki sind das Standardfrühstück in den Bergen. Für hungrige Wanderer halten die Gastgeber allerdings auch so viele andere Leckereien bereit, dass sich der Aufbruch gerne mal verzögert.
  2. Mit einem Blick in die Rother Wanderführer Albanien und Peaks of the Balkans.
  3. Mit ein paar Brocken Albanisch. »Mirdita«, »mirupafshim« und »faleminderit« wirken Wunder.

Was kostet eine Reise nach Albanien?

Das Preisniveau ist moderat: warmes Abendessen circa 10 Euro, Kaffee für 1 Euro, Übernachtungen mit Halbpension ab 20 Euro, Mietwagen in Saisonrandzeiten ab 10 Euro/Tag. Die Übernachtungs- und Mietwagenpreise folgen der üblichen Tourismuskonjunktur: in den Städten ist alles meist teuer als auf dem Land. Während der Hochsaison ist es teurer als zu Randzeiten (Frühsommer oder Spätsommer/Herbst).

Saranda an der albanischen Riviera ist der beliebteste Badeort des Landes.
Das Nationalmuseum in der albanischen Hauptstadt Tirana.
Eine Fährfahrt über den Koman-Stausee gehört unbedingt zu einem Albanien-Trip.

Wie viel Zeit sollte ich für eine Reise nach Albanien einplanen?

Mindestens 10 Tage. Albanien ist zwar ein kleines Land, landschaftlich und kulturell aber sehr vielfältig. Reizvoll ist eine Kombination aus: Wandern in den albanischen Alpen oder im Vjosa-Tal, Kurzbesuch der Hauptstadt Tirana, Besichtigung einer der UNESCO-Weltkulturerbestätten und Entspannung an ursprünglichen Mittelmeerstränden. Dafür braucht man circa drei Wochen. Um die Wandergebiete im Norden, Osten und Süden zu erreichen, muss man von Tirana aus für An- und Abreise mindestens einen Tag einplanen.

Was für Outdoor-Aktivitäten kann man in Albanien machen?

Unbedingt Wandern! Das ist die beste Möglichkeit, Land und Leuten zu begegnen. Zu Fuß nimmt man die meisten Eindrücke auf – seien es duftende Bergkräuterhänge oder der bretternde Wind auf dem Panoramaweg an der Küste. Nur so erreicht man die entlegensten Naturschätze wie die Quelle Syri i Kalter im Shala-Tal, unberührte Buchenwälder in den albanischen Alpen oder warme Quellen im Vjosa-Tal. Und das beste Essen gibt es einfach in den entferntesten Bergdörfern! Inzwischen sind Routen wie die von Theth nach Valbona in den Albanischen Alpen fast zu Klassikern geworden. Wenig begangene Strecken gibt es aber selbst im beliebten Norden noch viele – zum Beispiel nach Vermosh.

Andere Outdoor-Aktivitäten wie Mountainbiken, Kajaken, Raften und Klettern stecken noch in den Kinderschuhen. Umso erlebnisreicher können die Touren sein!

Wolf Illustration Reiseplaner Albanien

Was muss ich unbedingt auf einer Albanienreise gesehen haben?

Die Tagestour vom Bergdorf Theth nach Valbon und von dort per Transfer weiter zum Stausee Koman ist inzwischen kein Geheimtipp mehr, aber dennoch beeindruckend. Wer nicht viel Zeit hat, kann hier einen ersten Eindruck der Albanischen Alpen gewinnen.

Erfahrene Wanderer kommen auf der Gipfeltour zum Arapi und zum Jezerca auf ihre Kosten. Beide Touren führen durch hochalpines Gelände und erfordern Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Dafür gibt’s oben eine spektakuläre Aussicht über das Prokletije-Gebirge. Mit Glück lässt sich ein Steinadler blicken. Startpunkt für beide ist das Bergdorf Theth.

Ausdauernde Wanderer mit ausreichend Zeit sollten sich die 5-Tage-Rundtour von Theth ins Vermosh-Tal ganz im Norden und retour (Startort Theth-Nikç-Lëpush-Vermosh-Lëpush über Qafa Bordolecit zurück nach Theth) nicht entgehen lassen. Wer später im Jahr – ab Mitte Oktober – unterwegs ist, wenn der Winter im Norden schon Einzug genommen hat, kann alternativ vier Tage von Bergdorf zu Bergdorf durch das Zagoria-Tal wandern (Startort: Përmet).

Über diese Wanderdestinationen hinaus sollte man sich Zeit für einen Spaziergang durch das Bloku-Viertel in der Hauptstadt Tirana und eine Mittagspause am Llogara-Pass lassen, der Wetterscheide, die die Grenze zwischen Adriatischem Meer im Norden und Ionischem Meer im Süden bildet. Das Ionische Meer bietet die imposantere Küste.

Der Geschmack der albanischen Küche sollte auf keiner Albanienreise fehlen. In den Bergen kommt man in den Gästehäusern quasi en passant in den Genuss ihrer reinsten Form.

Mehr Albanien im Globetrotter Blog

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Ist Albanien auch ein Reiseziel mit Kindern?

Lange Wegstrecken und fehlende Infrastruktur sind oft ein Hindernis für Touren mit Kindern. An der albanischen Riviera und im Vjosa-Tal gibt es kürzere und doch reizvolle Touren, die sich zum Beispiel mit Bademöglichkeiten kombinieren lassen. Der Dajti, der Hausberg von Tirana, mit Gondelfahrt und diversen Aktivitäten kann ebenfalls für Kinder unterschiedlichen Alters interessant sein. Auch Theth bietet die ein oder andere Familientour.

Ist Albanien gefährlich?

Nein, das Land genauso gefährlich oder sicher wie andere europäische Länder. 1997 bis 2000 gab es politische Unruhen, die für erhebliche Unsicherheit im gesamten Land gesorgt haben. Aus dieser Zeit haftet Albanien ein gewisser Ruf an. Die Situation im Land hat sich aber längst stabilisiert. Besonders in den Bergregionen hat der Gast traditionell eine besondere Stellung und steht im Schutz seiner Gastfamilie. Aufgrund der fehlenden Bergrettung sollte man unnötige Risiken beim Wandern vermeiden. Lieber einen Ruhetag einlegen, als bei drohendem schlechten Wetter die nächste Etappe anzutreten.

Lieber organisiert reisen oder auf eigene Faust?

Auf eigene Faust loszuziehen bietet die Chance auf manch überraschende Entdeckung und Begegnung. Mit etwas Vorbereitung ist das ohne Probleme möglich. Nicht jeder Busfahrplan erschließt sich auf den ersten Blick und nicht überall findet sich die erhoffte offizielle Herberge. Aber dank der albanischen Hilfsbereitschaft findet sich immer eine Lösung.

Es gibt einige lokale Anbieter, die alles von einer komplett organisierten Rundreise, der Organisation einzelner Touren bis zur Buchung einzelner Übernachtungsmöglichkeiten oder Transfers anbieten. Ein paar haben sich auf Mountainbiken, Kajaken, Klettern, Reiten oder Schneeschuh- und Skitouren spezialisiert. Hier findet ihr eine Auswahl: Nord Albania Travel Agency, Zbulo (v.a. Wandern und Mountainbike), Outdoor Albania, Xplore Albania, Albania Adventure, Sondor Travel, Albanian Trip (Kultur- und Kulinarikreisen)

Wie reise ich am besten nach Albanien?

Am einfachsten erfolgt die Anreise aus Deutschland, Österreich, Schweiz per Flugzeug mehrmals wöchentlich zum Nënë-Tereza-Flughafen Tirana. Um in die Wandergebiete der albanischen Alpen im Norden zu gelangen, kann es günstiger sein, nach Podgorica/Montenegro zu fliegen und von dort mit dem Bus nach Shkodra weiterzureisen. Autofahrer nehmen die Route über Bosnien oder entlang der Küste über Kroatien und Montenegro. Das Schienennetz in Albanien ist rudimentär, es gibt kaum Verbindungen. Dafür fahren Busse und Minibusse in alle Städte und die meisten Dörfer. Die Taktung der Busse ist am Morgen höher; ab Nachmittag fahren kaum noch Busse ab.

Was muss auf die Albanien-Packliste?

Warme Kleidung und Regenschutz gehören für Schlechtwetterphasen und die Stunden nach Sonnenuntergang auch im Hochsommer ins Gepäck. Wer die Etappen in den Albanischen Alpen flexibel gestalten will, nimmt ausreichend Proviant und einen Schlafsack für Übernachtungen auf Hirtenalmen mit. Die Hirtenalmen im Norden sind abhängig vom Tauwetter erst ab Mitte Juni bewirtet. Wer seine Touren noch individueller gestalten will, packt ein Zelt ein. Camping ist außerhalb der Grenzen der Nationalparks erlaubt. Jenseits der großen Städte sind keine Kartenzahlungen möglich. Deshalb ausreichend Bargeld, in den Bergen auch Kleingeld mitnehmen.

Wie reise ich in Albanien am besten?

Man braucht kein eigenes Auto, das Busnetz verbindet die größeren Städte zuverlässig. In kleinere Dörfer, z.B. in den Bergen kommt man regelmäßig mit Kleinbussen. Abfahrtszeiten und -orte ändern sich regelmäßig, am besten vor Ort im Hotel/Hostel erfragen. Straßenverhältnisse sind teilweise schwierig. Lieber im Minibus mit erfahrenem Fahrer in die Berge fahren – auch im Sinne des Umweltschutzes. Einige Pässe können bis Mitte Mai verschneit sein.

Wo übernachte ich in Albanien am besten?

Am schönsten im Zelt unterm Sternenhimmel – Zelten ist außerhalb der Nationalparks erlaubt. An der Küste gibt es alles von Ferienwohnungen, Pensionen bis zu schicken Hotels. Hier empfiehlt sich besonders im Hochsommer vorab zu reservieren.

In den Bergregionen reicht die Auswahl vom einfachen Bettenlager bei Hirten über familiär geführte einfache Pensionen (bujtina) und kleine Holzhäuschen (eko katun) bis zum 3-Sterne-Hotel. Die familiär geführten bujtinas sind eine gute Wahl, weil es köstliche Hausmannskost gleich dazu gibt: selbst gebackenes Brot, hausgemachter Käse und frische Milch, manchmal frischer Fisch, Gemüse und Obst vom eigenen Feld. Und natürlich selbst gebrannter Raki, manchmal auch Wein aus eigener Herstellung. Inzwischen haben alle Bergdörfer und Hirtenalmen Strom und warmes Wasser aus Sonnenenergie. Es gibt jedoch nicht überall Mobilfunk. Daher ist eine Reservierung oft nicht möglich, aber auch nicht nötig. Das lokale Verständnis von Gastfreundschaft gebietet es, für jeden Gast eine Übernachtungsmöglichkeit zu finden.

Straßen sind in Albanien sind nicht alle perfekt. Wenn nicht selber fahren mag, kommt aber mit Minibussen so gut wie überall hin.
Paddeln auf der Vjosa. Der Fluss gilt als einer der letzten freifließenden Wildflüsse Europas.
Außerhalb der Nationalparks ist Camping in Albanien erlaubt. Immer gilt: keine Spuren hinterlassen.

Wie verständige ich mich in Albanien?

In den Städten und mit Jüngeren funktioniert die Verständigung auf Englisch am besten. Viele sprechen Italienisch, manche auch Deutsch, weil sie eine Zeit im Ausland gearbeitet haben. Bei Älteren und in den Bergdörfern helfen einzelne Brocken Albanisch sowie Hände und Füße. Dafür gibt’s meist viel Anerkennung in Form von Kaffee, Tee oder Raki.

Was isst man in Albanien?

Vor allem in den Bergen hat jede Familie ihre kleinen Äcker und Gärten voller Gemüse und Obst, meist auch eine Kuh sowie Ziegen und Schafe für Milchprodukte. Wer gut essen will, ist in einem familiär geführten Gästehaus am besten aufgehoben. Traditionell wird viel mit Gemüse gekocht. Fisch oder Fleisch, häufiger Ziege oder Lamm als Rind und Schwein, wird zu besonderen Anlässen gereicht, z.B. wenn Gäste da sind. Rezepte werden von Generation zu Generation weitergereicht und so hat jede Familie ihre eigene Variante von traditionellen Rezepten der Region.

Erst seit kurzer Zeit hat die traditionelle albanische, saisonale Kochkunst wieder Einzug in die Restaurants des Landes erhalten. So bilden beispielsweise 21 Köche in Permët (Vjosa-Tal) eine Slow-food-Allianz. Unterstützer dieser Entwicklung sind u.a. Fernsehkoch Sokol Prenga oder Bledar Kola, ehemals Koch im berühmten Noma in Kopenhagen. Tipp: Essen in seinem Restaurant Mullixhiu in Tirana.

Albanischer Wein ist ebenso wie traditionelles Essen im Kommen. Da das Land im Kommunismus lange von der Außenwelt abgeschirmt war, sind hier zehn sehr alte Reben erhalten, die es nirgendwo anders gibt. Bisher produzierten albanische Winzer meist Standardweine aus Merlot- oder Chardonnay-Trauben. Die lokale Bevölkerung wählte für besondere Anlässe lieber gute Tropfen aus Italien oder Frankreich. Langsam breitet sich aber unter Winzern eine ähnliche Philosophie wie beim Essen aus: traditionelle und biologische Herstellung aus regionalen Trauben. Wer gerne Wein trinkt, sollte unbedingt ein Glas Rotwein aus Kallmet-Trauben oder ein Weißwein aus Shesh-Trauben probieren. Lokale Weine gibt es in ausgewählten Supermärkten und in guten Restaurants. Nicht erschrecken: Preise für lokalen offenen Wein sind ähnliche wie in Deutschland, für Flaschen 10-12 Euro und mehr. Preislich können die Wein nicht mit günstigen Importen mithalten, geschmacklich aber absolut lohnenswert.

Einige Winzer haben ihre Weingüter für Gäste geöffnet, beispielsweise Kantina Alpeta, Kantina çobo, Uka Farm, Kantina Arbëri, Kantina Kokomani, Kantina Nurellari. Das Angebot reicht von Übernachtungen und Restaurant bis zu Weinverkostungen und Direktverkauf. Ähnlich wie beim Wandern gibt es stets neue Angebote. Aktuelle Informationen unter den Schlagwörtern »agrotourism« oder »farmstay«.

Ju bëftë mirë – guten Apetit!

Wie bezahle ich in Albanien?

In Albanien zahlt man in der Landeswährung Lek (1 Euro = 122 Lek. Stand September 2021) oder in Euro. Die Herbergen in den Bergen akzeptieren manchmal nur Euroscheine. Für kleinere Beträge ausreichend Kleingeld in Lek mitnehmen.

Die Autorin und ihr Bezug zu Albanien:

Reiseplaner Albanien Autorin

Kathrin Bosse-Steinweg, Wanderführer-Autorin

Vor 10 Jahre reiste Kathrin zum ersten Mal mit dem Rucksack durch den westlichen Balkan. Am meisten faszinierte sie Albanien. Ur-Buchenwälder, einer der letzten Wildflüsse Europas, gletschergeformte Steinwüsten, unbegrenzte Gastfreundschaft und köstliche Spezialitäten traditionell in höchster Bioqualität – das macht die Vielfalt dieses kleinen Fleckchen Erde aus. Seit 2014 ist sie mit Diktiergerät und Kamera für den Rother Bergverlag in den albanischen Bergen, seit 2020 auch mit Kind und Campingbus auf Straßen, an Stränden und in historischen Stätten unterwegs.

In den Rother-Wanderführern »Albanien« und »Peaks of the Balkans« liefert sie zusammen mit Max Bosse viel Wissenswertes zu Land und Leuten – inklusive Tipps zu Spezialitäten aus Küche und Keller, die den Abenteuerurlaub im »Land der Skipetaren« genussvoll abrunden.

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