Bike Special

Pendeln mit dem E-Bike

10 gute Gründe 

#1

Alles wird ganz einfach

Die Öffis sind unzuverlässig und überfüllt? Die Straßen verstopft und anstrengend? Und mit deinem Fahrrad ist der Weg zur Arbeit oder Terminen zu weit oder zu schweißtreibend? Dann solltest du mal ein E-Bike probieren. Es verbindet die Vorteile eines eigenen Kraftfahrzeugs mit der Freiheit des Fahrradfahrens. Viele Pendler-Probleme lösen sich im Handumdrehen.   


#2

Du bist viel schneller als du denkst 

Warten an der Kreuzung über mehrere Ampelphasen? Unfall? Umleitung? Parkplatzsuche? Das war mal. Studien belegen, dass bis 10 Kilometer Strecke ein E-Bike meist so schnell wie ein Auto ist, selbst bis 20 km ist der Zeitverlust nicht dramatisch. Probier es einfach selbst aus – und vergleiche dabei die Netto-Zeit von Tür zu Tür. Du wirst staunen.


#3

Dein Weg ist das Ziel

Kein Stau, keine Verspätung – und auch keine Notwendigkeit mehr, mit dem Fahrrad an LKW- und Abgas-verseuchten Hauptstraßen entlang zu hecheln – nur weil es eben die kürzeste Strecke ist. Das E-Bike erlaubt dir eine Routenwahl nach Gusto. Durch den Wald, den Park, über Hügel, durch Nebenstraßen. Den Zeitverlust des Umwegs gleicht der Motor meist locker aus. Einfach testen.


#4

Du bewegst dich mehr

Beim E-Bike entscheidest du selbst, wie fest du in die Pedale trittst. Vielleicht fährst du morgens im Turbo-Modus ins Büro, kommst dort locker aufgewärmt und doch unverschwitzt an. Zurück geht es später im Eco-Modus, um den Kreislauf kräftig in Schwung zu bekommen. Wie auch immer: Du bewegst dich auf einem E-Bike automatisch mehr als mit Auto oder Öffis.


#5

Du bewegst dich NOCH mehr

Hey, du hast jetzt ein E-Bike! Sehr schnell wirst du feststellen, dass das Ding nicht nur auf dem Weg in die Arbeit nützlich ist. Zum Bäcker, zum Briefkasten, zur Grillparty auf der anderen Seite der Stadt. Am Wochenende längere Radtouren, die plötzlich richtig Spaß machen. Und vielleicht sogar im Urlaub. Auch die Wissenschaft hat festgestellt: Wer ein E-Bike besitzt, wird damit immer aktiver und lässt das Auto öfter stehen.


#6

Du schonst die Umwelt

Beim regelmäßigen Pendeln kommen ganz schön Kilometer zusammen. Auf 100 Kilometer setzt du mit einem Benziner ca. 20 kg CO2 frei, mit einem Elektroauto 13,6 kg – und im öffentlichen Nahverkehr 6,4 kg. Beim E-Bike sind es 0,4 kg! Natürlich wäre ein motorloses Fahrrad noch besser, aber E-Biker benutzen ihre Räder in der Regel häufiger und auf längeren Strecken als Normalradler.


#7

Du sparst viel Geld

Ein E-Bike ist nicht billig – erzeugt aber nur geringe Folgekosten. Eine Akkuladung für 50 bis 100 Kilometer kostet etwa 20 Cent. Dazu kannst du als E-Biker die Pendlerpauschale in Anspruch nehmen. Und wenn dein Arbeitgeber Bikeleasing-Modelle wie Jobrad unterstützt, sind Anschaffung und Service ein Schnäppchen – verglichen mit Monatskarte oder Auto.

#8

Du fährt nur bei schönem Wetter

Überraschung! E-Bike-Pendler müssen NICHT jeden Tag und bei jedem Wetter losradeln. Die anderen Wege zur Arbeit sind ja alle noch da: Bus, Bahn, PKW, Car-Sharing. Und warum nicht mal mit dem Taxi – man spart ja sonst viel Geld. Fahr also mit deinem E-Bike, wenn du Lust hast. Das wird wahrscheinlich sein, wenn die Sonne dich anlacht. Zumindest anfangs.

#9

Du fährst NICHT NUR bei schönem Wetter 😉

Erstaunt stellst du nach einer Weile fest: E-Biken macht auch dann noch Laune, wenn es etwas abkühlt, windet oder nieselt. Eine Regenjacke in der Fahrradtasche ist da schon die halbe Miete. Wenn dich der Ehrgeiz packt: Nimm noch Regenhose, Überschuhe, Handschuhe und eine wasserfeste Mütze unterm Helm dazu – und du radelst bei fast jedem Wetter.

#10

Just be happy

Fassen wir zusammen: Du hast weniger Stress, handelst selbstbestimmt, stellst dich neuen Herausforderungen, tust Gutes, sparst Geld und fühlst dich gesünder. Das sind alles Punkte, die laut Glücksforschung direkt auf dein persönliches Wohlbefinden einzahlen. Und ganz nebenbei besitzt du ein ein tolles Gefährt für spannende Touren in deiner Freizeit. Kein schlechter Deal, oder?

Praxistipps

E-Bike: Wie anfangen?

Womit du anfängst, ist erst mal egal. Leih dir ein E-Bike bei Freunden, im Rad-Shop oder notfalls bei der Bundesbahn. Teste deinen Arbeitsweg, variiere Strecken. Fahr deine Wege ein paar Mal. Es macht Spaß und geht besser als gedacht? Na also 😉 

Willst du nun ein E-Bike kaufen, lass dich bei einem guten Fachhändler beraten. Für die häufige Alltags-Nutzung sollte dein E-Bike bequem (Geometrie, Sitzposition, Sattel, Griffe) und zuverlässig sein. 

Typischer Anfängerfehler: Man kauft ein E-Mountain-Bike – nicht, weil man im Gelände fahren will, sondern weil es cool aussieht. Später realisiert man, dass beim Mountain Bike ja Licht, Schutzbleche, Gepäckträger und Ständer fehlen – lauter Dinge, die im Pendler-Alltag wichtig sind. Zudem wird ein Mountain Bike auf glatter Piste schnell sehr unbequem, da viel Körpergewicht auf dem Lenker lastet (im Gelände sinnvoll, auf freier Strecke nicht).

Fazit: Bist du Einsteiger, wähle ein solides City- oder Trekking-Bike mit Schutzblechen, Gepäckträger und Lichtanlage. Beim Motor solltest du auf bekannte Namen wie Bosch, Shimano, Brose oder Yamaha setzen. 

Wichtiges Detail: Der Akku sollte unbedingt entnehmbar sein. Wenn nicht, musst du das Rad zum Laden – daheim oder bei der Arbeit – immer neben einer Steckdose parken können.

E-Bike: Wo kaufen?

Unbedingt beim Fachhändler in der Nähe. Als Pendler bist du heavy user und auf dein Bike angewiesen. Gibt es zum Beispiel Probleme mit Motor oder Akku, wickelt dein Fachhändler den Garantiefall schnellstmöglich ab. Bei Billig-Bikes aus dem Baumarkt oder vom Discounter kann das sehr schwierig werden; auch bei Internet-Händlern sind zusätzliche Verzögerungen kaum zu vermeiden. 

Ein guter Fachhändler ist auch dein erster Ansprechpartner bei Service, Reparaturen und Ersatzteilen.

Was brauche ich als E-Bike-Pendler noch?

Helm, Gepäcktasche und Schloss sind die Grundausstattung, dazu eine leichte Regenjacke, die auch bei Trockenheit kühlen Fahrtwind abhält. 

Im nächsten Level geht es darum, das persönliche Wetterfenster zu erweitern: Gegen Nässe und Kälte schützen Regenhose, eine wasserdichte Mütze unterm Helm, Überschuhe und Handschuhe.

Zuhause sollte man eine kleine Grundausstattung an Werkzeug und Pflegemitteln haben, am Arbeitsplatz evtl. ein zweites Ladegerät für den Akku.

Du brauchst übrigens keineswegs Fahrradmechaniker sein, denn schon bescheidene Schrauber-Fähigkeiten sparen dir Unmengen an Zeit, Nerven und Geld: Platten flicken, die Kette säubern und ölen – und die Bremsbeläge erneuern. Alles andere überlässt du dem Service oder lernst es mit der Zeit.  

Geht das nicht schneller? 

Das klassische E-Bike heißt im Amtsdeutsch Pedelec und unterstützt dich beim Radeln bis zu 25 km/h. Viele Pendler hätten es gerne etwas schneller. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten: 

• Tuning: Mit illegalen elektronischen Einbauten lässt sich die Abregelung bei 25 km/h umgehen. Klingt cool, ist aber gar keine gute Idee. Durch das Tuning nimmt man aus Juristensicht ein nicht zugelassenes KfZ in Betrieb, das gilt als Straftat. Bei einer Kontrolle drohen hohe Strafen, bei einem Unfall sogar der Verlust des Versicherungsschutzes. Also lass es bitte bleiben. 

• S-Pedelec: Das »Speed-Pedelec« darf bis 45 km/h unterstützen, gilt aber juristisch als Kleinkraftrad. Das bedeutet: Versicherungspflicht mit Kennzeichen, Helmpflicht und Pflichtausstattung wie Rückspiegel etc. 

Der größte Haken am S-Pedelec ist aber ein anderer: Während ein Standard-Pedelec überall fahren darf, wo auch ein normales Fahrrad erlaubt ist, gelten beim S-Pedelec mehr oder weniger die Regeln für Mofas: Fast alle Fahrradwege und Forstwege sind somit verboten. Wer dort trotzdem fährt, begeht eine Ordnungswidrigkeit (Bußgeld 15 Euro).

Das S-Pedelec hat in Deutschland nur einen winzigen Marktanteil – trotzdem kann es bei einem entsprechenden Arbeitsweg (z. B. 20 Kilometer Strecke über kleine Landstraßen) die perfekte Pendler-Lösung sein. Ausführliche Infos findest du hier

Erfahrung kommt von Fahren

Bei deinen täglichen Touren lernst du schnell, wie lange der Akku wirklich hält, ob es in der Fahrradtasche trocken bleibt oder ob das übergroße Schloss im Alltag nervt. Mit der Zeit hast du deine Lieblingsstrecken, die du nach Lust und Laune variierst. Du lernst deine gesamte Ausrüstung sehr gut kennen – und wirst das ein oder andere Teil verbessern oder austauschen. Eines Tages auch das Rad selbst. 

Viele begeisterte E-Bike-Pendler erzählen stolz, dass sie nun das perfekte Rad für sich gefunden haben – allerdings erst beim zweiten E-Bike 😉 Also: Leg einfach los, mit Zeit kommt Rad.


TEXT: Stephan Glocker

FOTO: Kay Tkatzik, pd-f.de