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Wenn Outdoor-Ausrüstung kaputt geht:
Was lässt sich reparieren und was nicht?

Von Rissen im Zelt bis hin zu abgenutzten Sohlen – diese 10 häufigen Ausrüstungsdefekte zeigen, dass selbst die robusteste Ausrüstung ihre Grenzen hat. Erfahre, welche Reparaturen sich lohnen – und wann eine Neuanschaffung notwendig ist.

Diese Schäden lassen sich in der Regel reparieren:

1. Risse und Löcher in Textilien (Zelte, Jacken, Rucksäcke)

Risse und Löcher in Stoffen können oft mit speziellem Reparaturband oder Stoffflicken genäht oder geflickt werden. Die Flicken sind beispielsweise auch in GoreTex-Ausführung erhältlich, sodass die Atmungsaktivität und der Schutz vor Wind und Feuchtigkeit wiederhergestellt werden kann.

Nähte an Regenjacken und -hosen müssen möglicherweise professionell versiegelt werden. Eure Globetrotter-Werkstatt vor Ort kann euch dabei helfen.

2. Reißverschlüsse

Nach vielen Jahren oder intensiver Nutzung kann es vorkommen, dass ein Reißverschluss nicht mehr richtig schließt, hakt oder Teile wie der Schiebergriff abbrechen oder ausleiern.

Wenn der Reißverschluss klemmt, reinige ihn gründlich mit einem Tuch und Seifenwasser. Seife, Kerzenwachs, Graphit aus Bleistiftminen (insbesondere bei Reißverschlüssen mit Metallzähnen) oder spezielle Schmiermittel helfen, den Schieber wieder leichtgängig zu machen. Bitte beachte jedoch, dass Graphitspuren auf der Kleidung zurückbleiben können. Möchtest du dies verhindern, solltest du auf ein professionelles Pflegeprodukt zurückgreifen.

Wenn der Reißverschluss ersetzt werden muss, kannst du dies entweder selbst tun oder in einer Schneiderei erledigen lassen. Viele Reißverschlüsse sind leicht zu reparieren, da sie aus standardisierten und austauschbaren Teilen bestehen.

Wenn die Zähne nicht mehr richtig ineinander greifen, liegt dies oftmals daran, dass der Schieber ausgeleiert ist. Du kannst zunächst die verbogenen Elemente mit einer Spitzzange vorsichtig wieder in ihre Position zurückbiegen und danach den Schieber austauschen. Achte beim Geradebiegen unbedingt darauf, dass dabei keine Zähne abbrechen. In unserer Anleitung „Reparatur eines Reißverschlusses“ erfährst du, wie du beispielsweise einen defekten Schieber ersetzen kannst.

Bei wasser- und winddichten Materialien – wie sie beispielsweise in Regenjacken, Zelten oder Rucksäcken verwendet werden – sollte die Reparatur von Spezialisten für Outdoor-Ausrüstung durchgeführt werden, da die Nähte möglicherweise professionell verschweißt werden müssen. Deine Globetrotter-Werkstatt vor Ort berät dich gerne.

Reissverschlüsse reparieren: Verbogene Zähne können mit einer Zange vorsichtig gerade gebogen werden.

3. Nähte und Nahtversiegelung

Nähte sind eine typische Schwachstelle – sowohl bei Kleidung als auch bei Taschen, Rucksäcken und Zelten. In einigen Fällen kannst du eine gerissene Naht selbst reparieren, entweder von Hand oder mit einer Nähmaschine.

Bei sehr dicken, festen oder elastischen Stoffen benötigst du die richtigen Werkzeuge und Fähigkeiten, um eine dauerhafte Reparatur zu gewährleisten. Außerdem solltest du die Nähte von Regenbekleidung und Außenzelten professionell verschweißen lassen, damit kein Wasser durch die winzigen Löcher eindringen kann, die durch die Nähnadel entstehen. In diesen Fällen sollte die Reparatur von einem Fachmann durchgeführt werden.

4. Zeltstangen oder Trekkingstöcke

Da die meisten Zelt- und Trekkingstöcke modular aufgebaut sind, können einzelne Segmente oft ausgetauscht werden. Viele Marken bieten auch eigene Reparaturhülsen und andere Ersatzteile an.

Wie man gebrochenes Gestänge repariert, erklären wir in unserem Leitfaden Reparatur von Zeltstangen.

Wenn  du unterwegs bist und keine Reparaturhülse zur Hand hast, kannst du ein gebrochenes Segment vorübergehend mit starkem Klebeband wie z.B. Gaffertape reparieren.

5. Beschädigte Schnallen und Verschlüsse

Auch Schnallen und Verschlüsse können mit der Zeit kaputtgehen. Das Globetrotter-Sortiment umfasst viele Ersatzschnallen, die sich leicht austauschen lassen – oft ohne Spezialwerkzeug. Wenn du nicht sicher bist, welche Schnallen zu deiner Ausrüstung passen, helfen dir die Expert:innen in den lokalen Globetrotter Werkstätten gerne weiter.

Defekte Zipper-Puller lassen sich leicht ersetzen.

6. Schuhsohlen

Viele Wanderstiefelmarken entwickeln ihre Schuhe mittlerweile so, dass sie neu besohlt werden können. Dabei wird in der Regel nicht nur die Laufsohle, sondern die komplette Sohlenkonstruktion inklusive Dämpfung und Geröllschutzband ausgetauscht. Viele Hersteller bieten professionelle Reparaturservices an. Du kannst deine Schuhe vor der Einsendung an den Hersteller in einer Globetrotter Werkstatt vor der Einsendung prüfen lassen: Die Kolleginnen vor Ort helfen dir bei der Einschätzung, ob eine Reparatur möglich ist.

Obwohl das Erneuern der Sohlen von Wanderschuhen relativ teuer sein kann (zwischen 100 und 200 Euro, je nach Marke und Modell), lohnt es sich: Reparaturen sind weitaus günstiger als der Kauf neuer Schuhe, und du profitierst von Schuhen, die bereits eingelaufen und bereit für weitere Abenteuer sind.

Auch Kletterschuhe können in der Regel neu besohlt werden, wenn die Sohle noch nicht zu stark abgenutzt ist.

Diese Schäden sind schwer oder gar nicht zu reparieren:

7. Delaminierte Membranen (z. B. in Regenjacken oder Isomatten)

Delamination tritt auf, wenn sich verschiedene Schichten – wie die Membran und das Außenmaterial – voneinander lösen.

Dies geschieht in der Regel nach starker Beanspruchung in Bereichen, die hohen Belastungen ausgesetzt sind, und ist an Blasenbildung auf dem Außenmaterial oder durch das Abbröckeln der Membran zu erkennen. Delamination kann Regenbekleidung, Softshell-Bekleidung, Isomatten, Fahrradtaschen oder Rucksäcke betreffen. Sie beeinträchtigt dauerhaft die Funktion deiner Ausrüstung (z. B. Wasserdichtigkeit oder Atmungsaktivität) und ist irreparabel.

Bei einer Isomatte kann Delamination sogar dazu führen, dass sie unbrauchbar wird, da sich beim Aufblasen eine große Luftblase zwischen den Schichten bildet.

8. Starke UV-Schäden

Starke UV-Strahlung kann Materialien spröde oder brüchig machen und tritt häufig bei älteren Zelten oder Rucksäcken auf. Da UV-Strahlung die Materialfasern dauerhaft zerstört, ist der Schaden irreparabel.

Flicken sind nur eine kurzfristige Lösung, da sie auf sprödem Material nicht gut haften und schnell neue Risse entstehen.

Isomatte reparieren mit selbstklebenden Patches.

9. Schimmelbefall in tieferen Materialschichten

Das Verpacken eines feuchten Außenzeltes oder die Lagerung einer Plane im Keller kann schnell zu Schimmelbildung führen. Wenn der Schimmel nicht mit lauwarmem Wasser und milder Seife oder einem speziellen Reiniger für Outdoor-Stoffe entfernt werden kann, ist er wahrscheinlich in tiefere Schichten des Materials eingedrungen.

In diesem Fall kann der Schimmel das Gewebe zersetzen und lässt sich nicht vollständig entfernen – was ein Gesundheitsrisiko darstellt. Betroffene Ausrüstung sollten Sie im Hausmüll entsorgen.

10. Materialermüdung bei sicherheitsrelevanter Ausrüstung

Bei Ausrüstung wie Klettergurten, Karabinern und Seilen ist die Zuverlässigkeit des Materials lebenswichtig. Du solltest sicherheitsrelevante Ausrüstung daher regelmäßig überprüfen und nach einigen Jahren ersetzen – selbst dann, wenn sie nur selten benutzt wurde.

Auch wenn keine sichtbaren Schäden vorhanden sind, können Materialalterung oder Mikrorisse ein ernstes Sicherheitsrisiko darstellen. Je nach Ausrüstung und Häufigkeit der Nutzung gibt es spezifische Empfehlungen, wann sie ersetzt werden sollte. Eine hilfreiche Übersicht über das Thema findest du beispielsweise in diesem Artikel des Deutschen Alpenvereins (DAV).

Reparieren oder ersetzen – Faustregel:

Funktioniert das Produkt nach der Reparatur wieder sicher und zuverlässig – und ist die Reparatur langfristig haltbar? Wenn ja, lohnt sich eine Reparatur.

Wenn nicht oder wenn es sich um sicherheitsrelevante Ausrüstung handelt, ist es besser, sie zu ersetzen. Defekte Kleidung und Schuhe kannst du in den i:Collect-Sammelboxen in deiner Globetrotter Filiale entsorgen, so dass sie einer Wiederverwendung oder einem fachgerechten Recycling zugeführt wird.

Text & Fotos: Miriam Ersch-Arnolds


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