Norwegen der Länge nach

Auf einer mehrmonatigen Fernwanderung durch das weite Fjell Norwegens das skandinavische Friluftsliv hautnah erleben - all das kann einen bei einer Norge på langs Tour erwarten. Die Idee dieser Wanderung ist es, Norwegen vom südlichsten Punkt am Kap Lindesnes bis hoch zum Nordkap zu durchwandern. Eine Tour von etwa 2500 bis 3000 Kilometern je nach Routenwahl. Auch andere Start- oder Zielpunkte sind denkbar, denn das Schöne an Norge på langs ist die einfache Idee dahinter, dass es nur darum geht das Land zu durchwandern, unabhängig vom Start- und Ziel. Eine Tour wie keine Andere.

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>> Alles kann – nix muss

Es gibt keine vorgegebene Route, keinen durchgehend markierten Trail und auch keine Zwischenziele, die man abwandern muss. Im Grunde gilt also das Motto: alles kann – nix muss! Das heißt am Ende, man bekommt keine Urkunde oder Medaille und es kontrolliert auch niemand, ob man wirklich alles am Stück gelaufen ist oder Regeln einhält, man ist nur sich und seinen eigenen Vorgaben gegenüber verpflichtet. Der Reiz dieser Wanderung ist auch gleichzeitig die Schwierigkeit. Denn bevor man loswandert, muss man sich ausführlich mit der Planung beschäftigen, gibt es doch unzählige Varianten bei der Route und den Optionen, vom möglichen Startpunkt zum Ziel zu wandern. Einfach loswandern und einem Wanderführer oder einer App folgen ist also nicht ratsam – ein gravierender Unterschied zu populären und klassischen Fernwanderungen wie dem PCT oder den Jakobswegen, die durchgehend markiert sind und zu denen es zahlreiche Wanderführer und Apps gibt. Das jährliche Starterfeld bei NPL beschränkt sich zumeist auf etwa ein bis zwei Dutzend Aspiranten, sodass man fast gänzlich allein und für sich wandert.

>> Der Reiz dieser Wanderung ist auch gleichzeitig die Schwierigkeit. <<

Das Wegenetz <<

Ein Aspekt den man vorher auf dem Schirm haben sollte, Eigenmotivation und Eigenantrieb um voranzukommen sind also auf jeden Fall geboten und notwendig. Enorm hilfreich sind das große Wegenetz und die vielen Hütten des norwegischen Wanderverbandes Den Norske Turistforeningen. Die einfachen Hütten sind bis auf wenige Ausnahmen im Abstand eines Tagesmarsches gelegen und je nach Routenwahl neben dem Zelten stets eine gute Option, um darin zu übernachten. In Verbindung mit den kleinen Ortschaften am Weg der Route ergibt sich dann bei der Planung die eigene und oft sehr persönliche Wanderstrecke. Fast jeder Wanderer nimmt sich also in Kombination mit den eigenen Ansprüchen und Vorgaben sein ganz eigenes Abenteuer vor. Die täglichen Etappenlängen bestimmt man ebenfalls selbst. Sie liegen aber im Schnitt bei ungefähr 25 bis 30 Kilometern, wobei man einmal in der Woche versucht, einen Ruhetag einzulegen um die Akkus des Körpers wieder aufzuladen und zum Beispiel die Verpflegung für die nächste Etappe erneut aufzustocken. Immer dem Lauf der Jahreszeiten folgen.

Von Ende Mai bis Mitte Oktober <<

Die Saison für eine Norwegendurchwanderung ist flankiert vom Winter, der seine Ausläufer in Form von Schnee gerne bis in den Juni ausstreckt und schon ab Mitte September wieder auf der Matte steht. Das Zeitfenster ist also grob gefasst von Ende Mai bis Mitte Oktober, kann aber von Jahr zu Jahr auch stark variieren. Man muss demnach bei einer solchen Wanderung auf jegliches Wetter vorbereitet sein. Selbst kleinere Wintereinbrüche können im Sommer für eine kalte Überraschung sorgen. In den Rucksack gehört also eine entsprechende Ausrüstung, die einen immer optimal schützt, auch wenn es einmal sehr ungemütlich wird. Da man keinem durchgehenden Trail folgt und oft auch in sehr unwegsamem Gelände unterwegs ist, empfiehlt sich auf jeden Fall, auf wasserdichtes Schuhwerk zu achten. Auch ein warmer Schlafsack und ein stabiles Zelt sollten den Weg auf die Ausrüstungsliste finden. Wer möchte schon gern nach einem anstrengenden Tag im Zelt frieren?

>> Eine Herausforderung die belohnt wird

Wie bei allen Fernwanderungen sollte man beim Rucksackgewicht darauf achten, nicht allzu schwer unterwegs zu sein, allerdings auch immer den Verhältnissen entsprechend angepasst, sodass man auch bei widrigen Bedingungen keine Probleme bekommt. Generell ist es ratsam, im Vorhinein eine längere Probetour in Norwegen zu machen, um sich und seine Ausrüstung zu testen und gegebenenfalls vor dem eigentlichen Tourstart anzupassen. Der Reiz bei Norwegen der Länge nach liegt ganz sicher auch darin, dem Lauf der Jahreszeiten zu folgen und die Veränderung der Landschaft vom waldigen Süden bis in die baumlosen Weiten des Nordens zu erleben. Man wird auf überaus gastfreundliche Norweger treffen, die voller Respekt für die Wanderung sind, wissen sie doch alle wie unglaublich langgezogen ihr Land ist. Durch die unterschiedlichen Fjellregionen zu wandern ist das größte Erlebnis auf einer solchen Tour, allerdings warten auch komplett weglose Abschnitte auf einen, die insbesondere bei sehr schlechtem Wetter eine große Herausforderung darstellen. Aber das Ziel bei NPL ist es, so viel Zeit wie möglich auf den rauen Pfaden im Fjell zu verbringen, die Straßen oder staubigen Schotterpisten dienen in der Regel nur dazu, die unterschiedlichen Bergregionen zu verbinden. Man sollte aber nicht verschweigen, dass auch solche eher eintönigen Abschnitte dazugehören und die mental und physisch durchaus belastender sein können, als sich durch schlammige Fjellpassagen zu kämpfen. Ist man aber gut vorbereitet auf solche Hindernisse, dann wird man unterwegs belohnt werden mit einer atemberaubenden Landschaft, mit Erlebnissen und Begegnungen, die einen so schnell nicht mehr loslassen – und einer der schönsten Fernwanderungen, die man sich nur vorstellen kann!

Hier findet ihr das Interview mit Simon!

Abenteuer Norwegen – Die Online Lesung!

Eine mehrmonatige Fernwanderung komprimiert für eine gemütliche halbe Stunde in eurem ganz privaten Lesungssaal. Egal ob im Wohnzimmer, dem Balkon, im Garten oder im Studi-Zimmer: Simon nimmt euch mit auf Rundreise durch das schöne Land im äußersten Norden Europas!

TEIL 1: Das Intro

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