Natur und Artenschutz

Naturschutzgebiete in Hamburg: 5 Naturwanderungen

Metropole und Naturparadies passen nicht zusammen? In Hamburg schon. Die Großstadt im Norden Deutschlands hat bundesweit die meisten Naturschutzgebiete, in denen es sich wunderbar wandern lässt.

Definition: Was ist ein Naturschutzgebiet?

Bundesweit gibt es in Hamburg die meisten Naturschutzgebiete. Rund neun Prozent der Hamburger Fläche sind als Schutzgebiet für die Natur ausgewiesen – einen so hohen Wert erreicht kein anderes Bundesland. Allein der Naturschutzbund (NABU) Hamburg betreut mit seinen 18 Stadtteilgruppen insgesamt 60 Flächen, darunter 25 ausgewiesene Naturschutzgebiete. Hinzukommen einige weitere Gebiete, die unter Naturschutz stehen. Damit ist Hamburg eine der grünsten Metropolen Deutschlands.

Merkmale: Daran erkennst du ein Naturschutzgebiet

Die Naturschutzgebiete im Raum Hamburg weisen eine besonders hohe biologische Artenvielfalt auf. Denn: Hier treffen ganz verschiedene Landschaftsarten – Moore, Heideflächen, Wälder aber auch verschiedenste Gewässer und Dünenlandschaften – aufeinander und bieten einen einzigartigen Lebensraum. In den Hamburger Naturschutzgebieten gibt es Pflanzenarten, die nur hier vorkommen. Generell sind Stadtlandschaften in Mitteleuropa besonders artenreich, auch wenn man das oft nicht glaubt. Sehr wenige verschiedene Arten gibt es dagegen in Gebieten, die sehr stark landwirtschaftlich bewirtschaftet werden. Die Naturschutzgebiete in Hamburg dagegen bieten beste Voraussetzungen für Fauna und Flora.

Naturschutzgebiete in Hamburg:
5 besonders schöne Wanderungen

Diese einzigartige Natur rund um Hamburg bietet sich an, um ausgedehnte Wanderungen und Spaziergänge zu unternehmen. Wer die Verhaltensregeln in den Schutzgebieten befolgt, kann hier ursprüngliche und wilde Natur erleben. Diese Hamburger Naturschutzgebiete bieten besonders schöne, abwechslungsreiche Wandermöglichkeiten:

Naturschutzgebiet Wittenbergen

Direkt an der Elbe

Das Naturschutzgebiet Wittenbergen liegt südlich von Rissen. Am rechten Elbufer gegenüber der Elbinsel Nesssand findet sich der letzte Naturstrand Hamburgs. Die angrenzende Heidelandschaft mit Eichenkrattwäldern und Binnendünen bietet einen einzigartigen Lebensraum für verschiedene Pflanzenarten wie die Schachbrettblume und zahlreiche Amphibien. An warmen Tagen lassen sich auf dem Elbwanderweg unterhalb des Steilhanges Zauneidechsen beobachten, wie sie sich auf den schwarzen Begrenzungssteinen sonnen. Zu erreichen ist das Naturschutzgebiet Wittenbergen sowohl mit den öffentlichen Verkehrsmitteln als auch mit dem PKW gut.

Naturschutzgebiet Fischbeker Heide

Südlich von Hamburg

Lila Teppiche so weit das Auge reicht: Von Mitte August bis Anfang September blüht im drittgrößten Hamburger Naturschutzgebiet die Besenheide und verwandelt die Landschaft in ein lilafarbenes Blütenmeer. Unter anderem Heidelibellen und seltene Schmetterlinge sind hier zuhause und begleiten die Wanderer auf ihren Wegen. Außerdem wird eine Heidschnuckenherde täglich durch die Landschaft getrieben und macht den Besuch des Naturschutzgebiets zu einem besonderen Erlebnis.

Naturschutzgebiet Moorgürtel

In der Südelbmarsch

Vogelfreunde kommen im Naturschutzgebiet Moorgürtel im Südwesten Hamburgs auf ihre Kosten. Moorreste, Wälder, Büsche, Wassergräben und feuchte Wiesen bieten zahlreichen Vogelarten eine Heimat. Unter anderem der vom Aussterben bedrohte Wachtelkönig ist hier zuhause. Auf ausgedehnten Wanderwegen bekommt man ihn manchmal zu Gesicht. Das Naturschutzgebiet ist recht wenig besucht und daher ein echter Geheimtipp.

Naturschutzgebiet Höltigbaum

Im Nordosten von Hamburg

Geprägt durch eine Eiszeit vor rund 15 000 Jahren bietet das Naturschutzgebiet Höltigbaum eine wunderschöne Landschaft, die mit zahlreichen Rundwanderwegen dazu einlädt, hier zu verweilen. Das Naturschutzgebiet setzt sich aus den drei Gebieten Höltigbaum, Stellmoorer Tunneltal und Ahrensburger Tunneltal zusammen. Hier finden sich weitläufige Weideflächen, auf denen etwa Galloway-Rinder grasen, sanfte Hügel und Tunneltäler, die vor hunderten Jahren durch abfließendes Tauwasser entstanden sind. Wer hier auf Wandertour geht, kann außerdem das Naturkundemuseum Wilde Weiden besuchen.

Naturschutzgebiet Duvenstedter Brook

Wildnis im Hamburger Norden

Rehe, Hasen, Kraniche und viele andere Tiere lassen sich im Norden Hamburgs besonders gut beobachten. Im Naturschutzgebiet Duvenstedter Brook geht es durch dichte Wälder, grüne Wiesen und blühende Heidelandschaften auf Tier-Safari. Im Frühjahr beispielsweise warten zahlreiche Kranich-Familien auf die Wanderer, im Herbst erlebt man mit etwas Glück die Hirsche in der Brunftzeit. Wanderwege gibt es dafür genügend – ob für kurze Spaziergänge oder ausgedehnte Rundwanderungen.


TEXT: Nina Probst

FOTOS:
(Aufmacher) Christian Brandes, Mediaserver Hamburg; (1) Sabine Wagner, istock; (2) Chiara Wolf; Unsplash; (3) Malte wikicommons, CC BY 3.0, Malte; (4) MikeLane45, istock; (5) ThomasFluegge, istock;

Inhaltsverzeichnis
Inhalts-
verzeichnis