Mit Keen nach Portland

Keen schickt zwei Globetrotter Kunden für sieben Tage in eine der lebenswertesten ­Städte der USA: Portland, Oregon.

Keen schickt zwei Globetrotter Kunden für sieben Tage in eine der lebenswertesten ­Städte der USA: Portland, Oregon.

Portland ist der Gegenentwurf zu den USA, wie wir sie aus den Nachrichten kennen: eine grüne Stadt, durchzogen von zwei Flüssen mit Badequalität, ein funktionierender, kostenloser öffentlicher Nahverkehr, Mülltrennung, Foodtrucks und Märkte mit regionalen Produkten und lokalem Bier, das schmeckt. Hier, in Portland, wäre Hillary Clinton 2016 Präsidentin geworden. 

Die Stadt zieht junge gut ausgebildete und kreative Leute an wie keine andere in den USA. Die Einwohnerzahl ist in den letzten Jahren auf über 640 000 geklettert, ein Plus von gut 20 Prozent seit dem Jahr 2000. Diesen Boom nur mit der Lage – der Pazifik und die Cascade Mountains sind nur eine Stunde entfernt – zu erklären, wäre zu einfach. Vielmehr ist es einer Regionalpolitik, die schon in den 1970er-Jahren den Fokus auf Umweltschutz und Gemeinwohl legte, zu verdanken, dass Portland das Ranking der lebenswertesten Städte der USA regelmäßig anführt.

Grün heißt nicht Verzicht

Denn trotz Umweltschutz verzichtet man in Portland – bis auf die Mehrwertsteuer – auf nichts: Downtown und die angrenzenden Viertel sind lebendig. Es gibt quirlige Plätze, einladende Cafés, Bistros und mehr als 75 Craftbeer-Brauereien im Stadtgebiet. Bis zu 600 Foodtrucks bieten internationale Gerichte aus regionalen Zutaten und im Umland wird hervorragender Wein gekeltert. Lederwaren, Schmuck und Keramik werden in kleinen Ateliers und alten Lagerhäusern gefertigt – Unikate, die es nur in Portland gibt. Wer will, entdeckt in einem der »Makerspaces« seine eigene Kreativität und Macher-Qualitäten. Die Restaurantdichte ist eine der höchsten der ganzen USA. Kunstgalerien, Theater und eine Buchhandlung im Stile der 1970er-Jahre, die sich über einen ganzen Straßenblock zieht, laden zum Blick über den Tellerrand ein. 

Dabei verweilt man in Portland gerne draußen: Über 100 Kilometer Wander- und fast 500 Kilometer Radwege, teilweise als »Bike Boulevards« angelegt, durchziehen das Stadtgebiet. Das beeindruckt auch den Bund der »American Bicyclists«. Schon mehrfach wurde die Region – mit großem Abstand – zur fahrradfreundlichsten der gesamten USA ausgezeichnet. 

Keen ist seit 2006 in Portland zu Hause. 2012 erwarb der Outdoorschuh-Spezialist im industriell geprägten Pearl District im Herzen der Stadt eine mehr als 100 Jahre alte Lagerhalle und sanierte sie. Beim Umbau der fast 5000 Quadratmeter großen Fläche fiel nur ein einziger Container Müll an, alles andere wurde direkt wiederverbaut. Heute befindet sich in den oberen vier Etagen das internationale Hauptquartier, im Erdgeschoss ein Keen-Flagship-Store. 

Vom Öko- und Hipster-Image kann man am Ufer des Columbia Rivers inzwischen ganz gut leben und auch über sich selbst lachen. Für die Dreharbeiten zur TV-Satire »Portlandia«, die seit 2010 das Leben der jungen, hippen Stadtbewohner karikiert, räumt der Bürgermeister auch schon mal sein Büro. Ein Stadtmarketing der anderen Art, das zu funktionieren scheint.

Text: Sebastian Lüke