Mit Futurelight auf Hochtour

The North Face lud Globetrotter Mitarbeiter zu einer Testtour ins Zillertal ein. Auf dem Prüfstand: die neue Futurelight-Membran. Jetzt berichtet Patricia …

Treffpunkt für unsere Hochtour ins ewige Eis der Zillertaler Alpen war die Berliner Hütte auf 2042 Meter. Dorthin gelangt man durch einen langen aber schönen »Hatsch« durch den Zemmgrund. In der imposanten Alpenvereinshütte trafen Kollege Ralf und ich auf den Tiroler Bergführer Christoph Garber und den Fotografen Tom Klocker. Nach einer gemeinsamen Tourenbesprechung ging es alsbald ins Matratzenlager. Noch ein bisschen »Akklimatisieren«. Ziel des morgigen Aufstiegs soll der Schwarzenstein am Alpenhauptkamm sein, 3369 Meter hoch und im oberen Bereich vergletschert.

Eine leichte Hochtour mit tollen Ausblicken, noch dazu bei dem prognostizierten Wetter: wenig Wind, wolkenlos und die Nullgradgrenze bei etwas über 3000 Meter. Wir starten gewohntermaßen früh gegen vier Uhr, um auf dem Gletscher optimale Bedingungen zu haben: leicht angefrorener Schnee für guten Grip und stabile Brücken über etwaige Gletscherspalten. Außen tragen wir alle ein Dress mit der neuen Futurelight-Membran von The North Face, darunter nur mitteldicke Merinounterwäsche – bei 1300 Höhenmeter wird uns schon warm werden. 

Tom Klocker

Futurelight von The North Face

Aber was bitte ist Futurelight? Das Konzept für Futurelight ist auf spezifischen Wunsch zahlreicher TNF-Athleten nach verbesserter Atmungsaktivität und Performance von wasserdichter Bekleidung entstanden. Daraufhin investierte The North Face drei Jahre Entwicklung, um zu zeigen, dass wasserfeste Ausrüstung nicht unbequem, schwer und steif sein muss – bis dahin gängige Eigenschaften von Shell-Materialien. Das Ziel war, ein wasserdichtes Gewebe zu entwickeln, das nicht nur weich, leicht, flexibel und bequem ist, sondern auch langlebig und nachhaltig. Nach drei Jahren Forschung, Entwicklung und umfangreichen Labor- sowie Feldtests ist die Membran marktreif und seit dem 1. Oktober 2019 in einer ersten Kollektion bei Globetrotter erhältlich, die sich an Wintersportler und Skitourengeher richtet.

Hergestellt wird Futurelight durch das sogennante Nanospinning. Bei diesem spritzen über 200 000 Minidüsen einen winzigen Polymerfaden kreuz und quer auf eine elektromagnetische Metallplatte zu einem hauchdünnen aber soliden Gewirk, dessen Poren groß genug sind, um Wasserdampf entweichen zu lassen, aber zu klein für Wassertropfen. Klingt komplex? Ist es wohl auch. 

Uns interessierte vor allem die gepriesene enorme Atmungsaktivität. Schon in der Theorie beeindrucken die Kennzahlen: bis zu drei Mal so atmungsaktiv wie herkömmliche Membrane soll Futurelight sein. Das erklärte auch, warum meine Tourenhose nicht wie sonst üblich beidseits einen Reißverschluss zur Belüftung hat. Und tatsächlich, dieses mehr an Atmungsaktivität ist deutlich spürbar. Die winddichte Außenhülle sorgt in Kombination mit der gefühlt stets eine Spur trockeneren Merinounterwäsche darunter für ein gutes Wohlfühlklima, welches wiederum dafür sorgt, dass man seine eigene Leistungsfähigkeit voll ausschöpfen kann. 

Futurelight: ein echter Hautschmeichler

Besonders begeistert uns das geschmeidige Gefühl des Stoffes. Nichts raschelt oder knistert, ein echter Hautschmeichler, den man gerne in die Hand nimmt.

Auch trägt die Futurelight-Membran, die von TNF in unserem Fall mit einem besonders leichten Außen- wie Innenmaterial zum Schutz derselbigen verklebt wurde, kaum auf, so dass man in windstillen aber kalten Pausen einfach die Daunen- oder Kunstfaserjacke drüber ziehen kann.

So steigen wir optimal temperiert Höhenmeter um Höhenmeter auf, bis wir auf etwa 2900 Meter den Anseilpunkt erreichen. Hier legen wir Klettergurte und Steigeisen an und binden uns ins Seil. Der Bergführer vorneweg, der Fotograf ganz hinten. So soll vermieden werden, dass man in eine vom Schnee überdeckte Spalte fällt – beziehungsweise nicht so tief. Denn wenn beispielsweise der Vordermann einbricht, sind drei Personen dahinter, eingebunden in mehreren Metern Abstand, ein guter Anker und der Vordermann würde nach kaum einem Meter Sturzhöhe gebremst. 

Durch den Neuschnee der letzten Tage ist es tatsächlich nicht ganz leicht, die richtige Route über den Gletscher zu finden, doch Christoph leitet uns aufgrund seiner Ortskenntnis sicher gen Gipfel. Auf den letzten Metern, steil und eisfrei, müssen wir noch ein bisschen kraxeln, bis wir gegen 8 Uhr auf dem Gipfel stehen und uns von der Septembersonne im Gesicht kitzeln lassen. Selbst der aufkommende Wind kann dem Gipfelglück nichts anhaben, denn dank Futurelight trotzen wir auch diesem Element. 

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