
Von der Ski-Piste ins Silicon Valley: Peter Celinski erfand den ersten Action Communicator der Welt. Wie ihm das gelang? Die ganze Gründer-Story.

»Während ich noch auf die Piste starrte, verschwanden meine Kinder schon zwischen den Bäumen. Ich hatte keine Wahl, ich musste einfach hinterher.«
— Peter Celinski, Gründer und CEO von Milo
Es war dieser eine Moment in den Bergen British Columbias, in dem Peter Celinski schlagartig klar wurde, dass er etwas Neues würde erfinden müssen. Im Winter 2014 war er mit seiner Familie zum Skifahren ins kanadische Whistler gefahren. Schon während der ersten Tage hatte er von seinen draufgängerischen Kindern nicht viel mehr als ihre schnell abzischenden Rücken gesehen. Kleine Geschosse in seitlich aufpuffenden Wolken aus Pulverschnee, wild und unerschrocken. Ihren fortgeschrittenen Fahrkünsten kam er schon längst nicht mehr hinterher. Peter hatte es mit Schreien probiert, mit Smartphones, sogar mit Walkie-Talkies. Aber nichts taugte, um mit den beiden auf der Piste Kontakt zu halten – vor allem während der Abfahrt, in voller Action. Sprechen konnte er nur mit ihnen, wenn sie gnädig warteten und er endlich zu ihnen aufgeschlossen war.

Milo: Eine Idee wird geboren
Dann fand Peter sich plötzlich vor einer dieser berüchtigten Schwarzen Pisten von Whistler wieder. Während er noch den glitzernden Abhang hinunter starrte, droppten seine beiden Kinder neben ihm schon steil in die Tiefe. Noch bevor er ihnen etwas zurufen konnte, waren sie zwischen den Bäumen verschwunden. „Ich hatte keine Wahl, ich musste hinterher. Nach einer demütigenden Abfahrt, mehreren Stürzen und klitschnasser Hose wusste ich, was ich brauchte“, erinnert sich Peter. Die Idee zu Milo war geboren.
Was Peter brauchte, war also ein Gerät, mit dem eine Gruppe von Menschen frei und gleichzeitig miteinander sprechen könnte – freihändig, ohne Rauschen, ohne Handy-Empfang oder WLAN-Verbindung. Denn klar, wer gerade in Aktion ist, braucht seine Hände anderweitig. Und wer bei Fahrtwind mal telefoniert hat, weiß, was da am anderen Ende ankommt: Rauschen. Von stabilem Empfang und sicherer Verbindung in den Bergen ganz zu schweigen. Aber Peter dachte größer. Wenn es beim Skifahren funktionieren könnte, warum nicht auch auf offener See beim Surfen, beim Kiten, Paddeln? Oder auf offenem Gelände beim Mountainbiking oder Radrennfahren? Überall dort also, wo Menschen kommunizieren müssten, während sie extrem aktiv und ganz weit draußen sind. Diese Idee hatte Potential. Die Vision nahm Form an: der erste Action-Communicator der Welt, passend für jeden Outdoor-Sport.
Von der Idee zur Umsetzung
Ideen-haben ist bekanntlich das eine. Sie umzusetzen, etwas ganz anderes. Für Peter aber hing beides schon immer zusammen. Während andere Sätze mit „Man müsste mal …“ beginnen, hat er bei Satzende bereits irgendwas Handfestes gebastelt. Oder zumindest konkrete Pläne im Kopf. Ein Tech-Freak mit wacher Intelligenz, sportlichem Ehrgeiz und pragmatischem Umsetzungswillen. Sein Interesse galt schon immer allem, was irgendwie mit Audiotechnik zu tun hat. Damit baute er nicht nur nützliche Geräte, sondern auch eine beachtliche Karriere auf. Peter hat in Mikro-Elektronik promoviert, sich dabei mit neuronalen Netzwerken zur Beschleunigung von Rechenoperationen beschäftigt. 15 Jahre lang arbeitete er an der Schnittstelle zwischen Netzwerk- und Audio-Technik: vom Low-Level-Engineering über Produktmanagement, bis er Technische Direktor (CTO) eines internationalen Hi-Fi-Herstellers wurde. Kurz gesagt: Wenn Peter eine Idee hat, weiß er nicht nur wie, sondern auch was zu tun ist, um sie Realität werden zu lassen. Also tat er es.



»5 Jahre haben wir Milo entwickelt, gebaut und getestet.«
Zunächst suchte er sich ein Tech-Team aus Spezialisten in allen relevanten Bereichen zusammen. Im Silicon Valley brachte er sie alle an einen Tisch: Ingenieur:innen, Wissenschaftler:innen, Designer:innen und Kontsrukteur:innen. Zuvor hatten sie Kommunikationssysteme, vernetzte Hi-Fi-Geräte, Sprachassistenten, Videospiele, Luftfahrtelektronik, Wearables, Netzwerkprotokolle oder das erste Wi-Fi-Lautsprechersystem entwickelt. Jetzt ging es darum, Peters Idee zu verwirklichen.
Die Herausforderung war alles andere als klein: Eine Art Freisprech-Anlage für die extremsten Bedingungen der Welt. Wenn es sowohl in den Bergen bei Schnee und Eis also auch beim Surfen funktionieren sollte, müsste es sich ein eigenes, stabiles Netzwerk aufbauen können, wasserdicht sein und vor allem: Hintergrundgeräusche in Echtzeit herausfiltern. Mehr als fünf Jahre verbrachten Peter und Co. damit, die Kernsoftware, die Hardware und das Design von Milo zu entwerfen, zu bauen und zu testen. Das Ergebnis ist bestechend.
Kern der Erfindung ist das patentierte Milo-Net, ein eigenes Mesh-Netzwerk, das sich zwischen den Geräten aufbaut – ohne WLAN oder Handysignal. Die Reichweite zwischen zwei Personen beträgt bis zu 600 Meter, weitere Teilnehmer:innen vergrößern das Netzwerk und damit die Reichweite zwischen den Gruppenmitgliedern.Innerhalb des Netzwerks können die Teilnehmer:innen frei und gleichzeitig miteinander sprechen. Sechs digitale Mikrophone nehmen die Stimme auf, schleusen sie durch eigens entwickelte Algorithmen zur Unterdrückung von Wind- und Hintergrundgeräuschen und spielen die gereinigte, klare Sprach-Spur in Echtzeit in den anderen Geräten aus. Headsets und Kopfhörer können zwar über Bluetooth oder Kabel angeschlossen werden – müssen sie aber nicht. Milo funktioniert auch frei, im Sprechen wie im Hören.
Peters Idee entstand aus dem instinktiven Sicherheitsbedürfnis eines Vaters, mit seinen Kindern in Kontakt zu bleiben, während sie an den entlegensten Orten die eigenen Fähigkeiten erproben. Diesen funktionalen Kern erweiterte er in einen echten Zugewinn an gemeinsamer Erfahrung: Mit Milo können alle, die in Gruppen unterwegs und dabei extrem aktiv sind, ihre Erlebnisse im Hier und Jetzt unmittelbar teilen. Und dadurch steigern. Eine echte Innovation für den Outdoorsport. Und wer weiß, für was noch.

Die Kombination aus innovativen Features und intuitiver Handhabung überzeugte auch die Jury von Red Dot. Sie zeichnete den Action Communicator Milo mit dem Award als “best smart product 2022” aus. Das Red Dot Label ist ein anerkanntes Qualitätssiegel, das sich als begehrte Auszeichnung für gutes Design und Innovation weltweit etabliert hat.
Milo Action Communicator
bei Globetrotter
Technische Daten
Private Sprachkommunikation
- Vollduplex-Sprachkommunikation
- Digitale Sprachkodierung
- Verschlüsselt und sicher
- Keine Lizenz erforderlich
Wetterfest und robust
- Schutzklasse IP67
- Wasserdicht und für 30 Minuten bis zu 1 Meter tieftauchfähig, wetterfest, UV-beständig
- Geprüft auf 3 Meter für kurze Dauer
- Robust und auf eine Fallhöhe von 2 Metern getestet
Erweiterte Geräuschunterdrückung
- 6 digitale Mikrofone
- Proprietäre Algorithmen zur Unterdrückung von Wind- und Hintergrundgeräuschen
- Lokale und Remote-Echounterdrückung
Akku
- Integrierter Lithium-Polymer-Akku
- Wiederaufladbar über USB-C
- Ganztägige Nutzung unter normalen Bedingungen
Netzwerk
- MiloNetTM Ad-hoc-Mesh-Netzwerk
- Dual-ISM-Band Sub-GHz und 2,4 GHz
- MiloNetTM erweitert die Gruppenreichweite
Headset-Anschluss (Headset nicht enthalten)
- Optionaler Bluetooth-Anschluss für Headset
- Optionaler kabelgebundener Anschluss für Headset
Lautsprecher und Verstärker
- 93 dB @ 0.1 m SPL Prozessor
- Arm Cortex-A53 Mehrkernprozessor plus einzelner Cortex-M7 mit Linux
Maße
- 7.44 x 6.57 x 2.1 cm Gewicht
- 72g
Milo App
- Erhältlich im Apple App Store für iPhone und bei Google Play für Android. Die Milo App ist für die Einrichtung oder den Betrieb von Milo nicht erforderlich

PIONIERE WIE WIR: Unser Start-up Programm
Globetrotter ist das Zuhause von Suchenden. Seit 1979 treffen sich Abenteurer und Pioniere bei uns, um sich über Erfahrungen auf der ganzen Welt auszutauschen. Und um Ausrüstung für Vorhaben zu entwickeln, die niemand zuvor gewagt hat. Damals waren wir selbst ein kleines Outdoor-Start-up mit nichts als einer Idee, Mut und Leidenschaft. Das InnoLab Start-up-Projekt führt diesen Weg fort: Es bietet Produkt-Pionieren freien Gestaltungs-Raum für ihre Innovationen.
Über das InnoLab
Unser Base-Camp für den Aufbruch in die Zukunft: Mit dem InnoLab geben wir unserem Pioniergeist ein Zuhause. Das Lab bietet Raum für neue Wege, Denkweisen und Arbeitsmethoden – intern und extern. Neben Projekten zur Start-up-Förderung, Campus-Stipendien oder Materialforschung entwickelt das InnoLab Ausstellungen, initiiert Kooperationen und widmet sich den Themen der Zukunft.
