Malen mit Licht

Mit deiner Taschen- oder Stirnlampe kannst du verblüffende Bilder in die Nacht zaubern. Auch Lichterkerzen bringen tolle Effekte. Voraussetzung ist lediglich eine Kamera mit manuell einstellbarer Verschlusszeit.

Mit Licht malen ist im Grunde ganz einfach. Alles, was du brauchst, ist eine Kamera mit der Möglichkeit der Langzeitbelichtung, ein Stativ und eine bewegliche Lichtquelle.

Der Trick besteht darin, dass du den Verschluss der Kamera mehrere Sekunden geöffnet lässt. Bei Tageslicht würde dies dazu führen, dass du einfach nur eine weiße Fläche als Bild erhältst. Bei Nacht trifft gerade nur so wenig Licht auf die Sensoren der Kamera, dass sich langsam ein mystisches Bild der nächtlichen Umgebung abzeichnet. Solange der Verschluss der Kamera geöffnet ist, hast du die Chance, mit einer Lichtquelle zu zeichnen.

Die Trockenübung

Am besten du bereitest tagsüber alles vor. Du kannst die Kamera schon mal auf das Stativ stellen und eine geeignete Stelle für dein Foto suchen Wenn die Kamera platziert ist, stellst du schon mal den Bereich scharf, der auch beim Nachtbild klar erkennbar sein soll. Schalte den Autofokus im Anschluss aus. Deine Kamera versucht sonst möglicherweise im Dunkeln permanent vergeblich, nachzuschärfen.

Ein wenig Üben schadet nicht.

Wenn Kinder beteiligt sind, könnt ihr euch schon mal mit der Situation vertraut machen und üben, innerhalb von 30 Sekunden ein Bild in die Luft zu malen.

Das ist übrigens ein wunderbares Pantomime-Spiel: Einer zeichnet in die Luft und der andere darf es erraten.

Später in der Nacht wiederholt man seine Luftnummern und lässt sich vom Ergebnis am Bildschirm überraschen! Oder ihr tanzt einfach wild und verrückt mit euren Stirnlampen am Kopf durch das Bild.

Das wilde Tanzen bei Tageslicht zu üben verhindert (hoffentlich), dass im Dunkeln jemand das Stativ mit der Kamera zu Boden ringt.


Bitte lächeln!

Wenn alles vorbereitet ist, kann die Nacht kommen! Such dir möglichst viele verschiedene Lichtquellen. Manche Stirnlampen können die Farben wechseln. Damit erzielst du tolle Effekte! Zieh dir die Lampe auf den Kopf, und zusätzlich nimmst du eine kleine Taschen- oder Fahrradlampe in die Hand. Fuchtel wild herum!

Du kannst auch eine Lampe an eine Schnur binden und rotieren lassen. Das ergibt tolle Lichtkreise! Der Experimentierfreude sind keine Grenzen gesetzt!

Wir haben die besten Ergebnisse mit einer Verschlusszeit zwischen 10 und 30 Sekunden erzielt. Die Bilder, die du hier im Beitrag siehst, sind mit Blende 22 und ISO 100 aufgenommen.

Da jede Kamera anders reagiert, solltest du einfach ein wenig ausprobieren und mit den Einstellungen spielen.

Wenn du vorsichtig bist, kannst du natürlich auch mit Feuer arbeiten. Lichterkerzen eignen sich besonders gut!


Die Lampe als Pinsel

Sehr schön sehen Zeichnungen auf dem Boden aus. Statt direkt in die Kamera zu leuchten, richtest du den Lichtkegel deiner Lampe auf den Boden und malst wie auf einer Leinwand. Skizziere bei Tag etwas und fahre die Linien in der Nacht mit einer Lichtquelle nach. Du wirst staunen, wie gut es funktioniert!


Licht aus – Musik an: Tanzt! Hüpft! Malt!

Hier siehst du ein paar unserer Lieblinge … und auch die Gewinner des Instagram-Gewinnspiels.

Viel Spaß beim Fotografieren!

Text: Thomas Jutzler
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