Kaufberatung Trailrunning-Zubehör

Hier erfährst du alles über Trailrunning-Stöcke, Laufrucksäcke, Sicherheitsausrüstung und worauf du beim Kauf einer Stirnlampe und GPS-Uhr achten solltest.

Inhalt:

Producer: Tom Hipp and Maggie Wa

Was ist Trailrunning?

Als Trailrunning bezeichnet man sportliches Laufen im Gelände, abseits befestigter Wege und Straßen. Man bewegt sich dabei in den unterschiedlichsten Landschaften, von Feldwegen über Waldwege im Mittelgebirge bis zu hochalpinen Trails. Mittlerweile haben sich verschiedene Wettkampfdisziplinen wie zum Beispiel Skyruns, Ultratrails und Bergmarathons entwickelt. Es gibt keine klare Abgrenzung zu Langstrecken-Events wie Megamarsch und Co.

Ugo RICHARD Trailrunning muss nicht in den Bergen sein, auch innerstädtisch gibt es oft schöne Strecken mit viel Trail-Anteil und kurzen Straßenpassagen wie hier.

Und auch bei der Dauer kann man von der gemütlichen Feierabendrunde durch den Wald bis hin zu mehrtägigen Wettkämpfen die Natur »laufend« genießen. Das Schöne an diesem Sport ist jedoch, dass es nicht nur um Bestzeiten geht, sondern um ein bewusstes Naturerlebnis. Aus diesem Grund muss bei Touren nicht durchgehend gelaufen werden, vielmehr kann man zwischendurch auch einfach eine Weile in den Wanderschritt verfallen. Wie du mit dem Trailrunning beginnst, liest du hier: www.globetrotter.de/magazin/trailrunning/

Für den Start deiner Trailrunning-Karriere brauchst du nur »normale« Laufausrüstung. Findest du allerdings gefallen am Laufen in der Natur auf unbefestigten Wegen, solltest du relativ schnell in spezielle Trailrunningschuhe investieren. In unser Kaufberatung Trailrunningschuhe steht, warum die Schuhwahl so entscheidend ist: www.globetrotter.de/magazin/kaufberatung-trailrunningschuhe/

Was brauche ich fürs Trailrunning?

Passende, dem Terrain und deinem Leistungsstand angepasste Trailrunningschuhe sind das Wichtigste. Sie bieten dir Stabilität und Grip auf verschiedensten Untergründen. Ohne sie »läuft« nichts! Mehr Infos gibt’s in unser Kaufberatung: www.globetrotter.de/magazin/kaufberatung-trailrunningschuhe

Grundsätzlich benötigt wird Laufbekleidung aus Funktionsmaterialien, das heißt atmungsaktive und schnelltrocknende Bekleidung, die dich nicht auskühlen lässt und deinen Körper trocken hält. Hochwertige Laufbekleidung zeichnet sich außerdem durch flache (=reibungsarme) Nähte aus. Das ist umso wichtiger, wenn beim Laufen zusätzlich noch ein Laufrucksack oder Hip-Bag getragen wird. Wichtig sind auch die Funktionssocken, die Schweiß ableiten und durch spezielle Polster für Dämpfung sorgen, sowie das Entstehen von Blasen verhindern sollen.

Textile Grundausstattung

Die Grundausstattung besteht aus einem Laufshirt, einer Laufhose, Funktionssocken und einer Laufmütze. Wenn Ihr auf längeren Touren oder in den Bergen unterwegs seid, ist ein Laufrucksack unverzichtbar. In den Rucksack kommen die Regenjacke, Regenhose, evtl. Wechselbekleidung und Verpflegung wie Wasser und Energieriegel.

Je nach Gelände und Dauer kann man auch noch eine Isolationsschicht mitnehmen, um in den Pausen oder bei der Gipfelrast nicht auszukühlen. Ziemlich unscheinbar aber immer wieder praktisch ist ein Schlauchtuch.
Dieses kann als Halstuch, Sonnenschutz für den Kopf oder als Schweißband am Arm genutzt werden.

Bei Läufen in den Bergen sollte definitiv auch eine Stirnlampe, eine Rettungsdecke sowie ein kleines Erste-Hilfe-Set mit an Bord sein. Zusätzlich kann man, abhängig von den Witterungsbedingungen, Spikes mitnehmen, um Schneefelder und vereiste Stellen sicher zu queren. 

Je nach persönlichem Geschmack und Tour können auch Trailgaiters ein adäquater Nässeschutz sein. Das sind knöchelhohe Gamaschen, die verhindern, dass Schmutz oder kleine Steinchen in die Schuhe gelangen und die beim Durchqueren von Bächen vor Feuchtigkeit schützen. Ebenso hilfreich, um Bäche trockenen Fußes zu überqueren, sind Trailrunning-Stöcke. Diese nehmen außerdem beim Bergablaufen Energie auf und entlasten so Knie und Beine. Außerdem unterstützen sie bei sehr steilen Bergaufpassagen und geben in schwierigem Gelände sowie beim Queren von Schneefeldern Trittsicherheit.

Hip Bag und GPS-Uhr

Sind die Wetterbedingungen gut und ich muss keinen zusätzlichen Wetterschutz mitnehmen, kann auch ein Wassergürtel oder ein sogenannter Hip Bag sehr nützlich sein, um das Nötigste wie Flüssigkeit, Energiegel, Schlüssel, Ausweis und das Handy zu verstauen. Mit den klassischen Hüfttaschen, deren Riemen auf den Hüftknochen scheuern, haben diese Sporttaschen wenig gemein. Eine Auswahl findet ihr hier: Hip-Bags bei Globetrotter

Die Flüssigkeit wird bei Hip Bags häufig in Flaschen oder Softflasks mitgeführt.
Einige Modelle setzen aber auch auf Trinksysteme mit Schlauch.

Unabhängig von Gelände, Wetter und Länge eines Laufs ist eine Laufuhr mit GPS-Empfang sinnvoll. Sie hilft dir, Touren aufzuzeichnen und den Puls zu kontrollieren. So hast du stets deine körperlichen Belastungswerte am Handgelenk parat. Außerdem sind im Gelände vielfältige Funktionen der GPS-Uhr wie Navigation und Höhenmesser hilfreich.

Wie viel muss ich für eine erste Trailrunning-Ausrüstung investieren?

Funktionskleidung, die du bereits vom Joggen besitzt, kannst du fürs Trailrunning weiter nutzen. Wichtig ist jedoch, dass es besonders atmungsaktive und schnelltrocknende Materialien sind, da Trailrunning wahrscheinlich eine der schweißtreibendsten Outdoor-Aktivitäten ist, die man sich vorstellen kann. 

Bei den Schuhen solltest du ein frühes Investment schon als Trailrunning-Einsteiger nicht scheuen. Sie haben einen großen Anteil daran, ob die Tour ein Genuss oder eine Quälerei wird. Um zu probieren, ob dir Trailrunning Spaß macht, kannst du anfangs statt mit einer GPS-Uhr auch mit einer App auf dem Smartphone laufen und deine Touren aufzeichnen sowie neue entdecken. Und auch ein körpernah sitzender MTB-Rucksack taugt für die ersten Laufrunden.

Tipp: Als Einsteiger muss nicht die gesamte Grundausrüstung »high end« sein. Um sich im Verlauf der Karriere weiter zu motivieren, darf man sich ab und an ein neues Ausrüstungsteil gönnen.

Willst du anfangs eher auf flachen Strecken laufen, benötigst du keine Stöcke bzw. bei seltenen Ausflügen ins Gebirge kannst du auch auf klassische Wander- oder Trekkingstöcke zurückgreifen.

Ansonsten siehst du hier erstmal eine grobe Aufstellung:

  • Laufshirt ab 40 €
  • Funktionssocken ab 15 €
  • Laufshorts ab 50 €        
  • Laufjacke ab 100 €
  • Schuhe ab 130 €           
  • Mütze, Cap, Buff ca. 20–30 €
  • Rucksack ab 70 €       
  • GPS-Uhr ab 300 €
  • Stöcke ab 150 €            
  • Stirnlampe ab 20 €
  • Spikes ca. 40 €              
  • Gamaschen ca. 25 €

Ultralight oder robust – worauf sollte ich bei Trailrunning-Ausrüstung achten?

Die Wahl zwischen ultralight oder robust ist immer ein schmaler Grat zwischen Langlebigkeit und Gewicht. Außerdem wird er von einigen Leuten wie eine Religion behandelt. Für Wettkampfläufer ist es empfehlenswert, sich zwei Ausrüstungen zuzulegen: eine robuste fürs tägliche Training und eine ultralighte für den Wettkampf. Dieser doppelte Invest schont auf Dauer den Geldbeutel, denn du nutzt das ultralighte, aber auch weniger robuste Equipment nicht im tagtäglichen Gebrauch ab. Für den anspruchsvollen Wettkampf gibt dir das besonders leichte Equipment dann nochmal einen Schub, so dass du trotz Strapazen Natur und Event genießen kannst.

Ohnehin empfiehlt es sich für ambitionierte Ganzjahres-LäuferInnen, mehrere Paar Trailrunningschuhe zu besitzen, das hat verschiedene Gründe:

  • Abwechselndes Tragen erhöht die Anpassungsfähigkeit der Fußmuskulatur und stärkt sie.
  • Mit einem wasserdichten Paar – zum Beispiel mit Gore-Tex-Membran – hast du auch bei schlechtem Wetter Spaß.
  • Je nach Laufterrain und -dauer variieren die Anforderungen an Stabilität, Dämpfung und Sohlenprofil. Mit einer Schuhauswahl kannst du darauf reagieren.

Detaillierte Infos findest du in unser Kaufberatung für Trailrunningschuhe: www.globetrotter.de/magazin/kaufberatung-trailrunningschuhe

Tipp: Je leichter die Trailrunning-Ausrüstung, desto mehr kostet sie üblicherweise. Und leider sind federleichte Produkte auch nicht so langlebig, wie etwas schwerere Varianten. Wie man sich hier entscheidet, muss jeder für sich selbst beantworten. Auch mit Blick auf die Nachhaltigkeit.

Worauf sollte ich bei einem Laufrucksack achten?

WING CHAN Laufrucksäcke sind weniger ausladend als ihre Wanderpendants. Das Gepäck wird rund um den Körper platziert.

Je nach Laufdistanz und Geländeart solltest du dir überlegen, wieviel Platz der Rucksack bieten muss. Diese Entscheidung ist die erste, die du vor allen anderen treffen musst. Ein zu voluminöser Rucksack bedeutet immer zusätzliches Gewicht. Außerdem ist es in einem großen Rucksack schwierig, das Equipment so zu verstauen, dass es sich nicht ständig verschiebt und dich aus dem Gleichgewicht bringt. Ist der Rucksack so klein, dass man seine Sachen hineinpressen muss, drücken sie sich durch die Rückenplatte oder verändern den Sitz, der Tragekomfort nimmt ab.

Bei vielen Wettkampf-Bergläufen ist ein Rucksack Pflicht, um die Sicherheitsausrüstung (Rettungsdecke, Regenjacke, Stirnlampe, Erste-Hilfe-Set, Signalpfeife) transportieren zu können. Möchte ich mit dem Rucksack zur Arbeit laufen und darin Wechselklamotten, Brotzeit und den Laptop verstauen, macht es Sinn, einen Rucksack mit mindestens 18 Liter Volumen zu wählen. 

Die meisten Laufrucksäcke sind zum Wandern oder Mountainbiken ebenso gut geeignet, wie fürs Trailrunning. Sie eignen sich dementsprechend als echte Allrounder. Erfahrungsgemäß sind 8 bis 12 Liter Volumen eine sinnvolle Größe, um ein breites Spektrum an Aktivitäten abzudecken.

Ist die Volumen-Entscheidung getroffen, ist es wichtig, verschiedene Rucksäcke anzuprobieren und sich – ganz wichtig – mit ihnen zu bewegen. Das heißt, einige Schritte zu gehen, vielleicht im Treppenhaus einige Etagen zu besteigen. Dabei sollte der Rucksack mit Gewichten der späteren Realzuladung angepasst werden. Einige Hersteller bieten ihre Rucksackmodelle in verschiedenen Rückenlängen und Brustumfängen an.

Wichtige Punkte bei der Anprobe:

  • Idealerweise spüre ich einen Laufrucksack in der Bewegung nicht.
  • Er darf nicht zu lang geschnitten sein.
  • Der Rucksack darf nirgendwo drücken.
  • Er darf beim Laufen nicht hin und her rutschen, sollte nicht scheuern sondern fest sitzen.
  • Die natürliche Armbewegung beim Laufen darf nicht eingeschränkt werden.
  • Lieber Rucksäcke wählen, die keine dicken Rückenpolster haben und eher flächig am Rücken aufliegen, so liegt der Schwerpunkt näher am Körper.
  • Elastische Brustgurte, die bei der Laufbewegung nachgeben und meinen Brustkorb nicht einengen (z.B. bei der Atmung), den Rucksack jedoch am Körper fest fixieren, sind sehr zu empfehlen.
  • Falls der Nacken rund ausgeschnitten ist (Schultergurte sind nicht einzeln angesetzt) sollte nichts am Hals bzw. Nacken scheuern oder drücken.

Im Profibereich haben sich sogenannte Laufwesten durchgesetzt. Anders als bei einem Rucksack befindet sich der Hauptstauraum an den Schultergurten und auf der Hüfte. Bei einigen Modellen ergänzt durch ein kleineres Fach auf dem Rücken. In einer solchen Laufweste findet nur das Nötigste Platz, aber dies sitzt sehr körpernah und verändert deinen Schwerpunkt kaum. Es gibt jedoch viele Läufer, die sich durch eine solche Weste eingeengt fühlen.

Habe ich die beste Passform für mich gefunden, kann ich mir die Taschenaufteilung und weitere Details ansehen. Besonders wichtig ist, dass man während des Laufens ohne große Probleme an die Taschen für Riegel und Gels kommt. Außerdem sollte man Zugriff auf Wasserreserven haben. Als sehr praktisch haben sich kleine, dehnbare Taschen herausgestellt, die vor der Brust liegen und mit kleinen Wasserflaschen beladen werden können.

Features eines Trailrucksacks

Solch ein Sack wiegt nur 13 Gramm und schützt das Innenliegende sicher vor Feuchtigkeit.

Wichtig sind auch integrierte Schlaufen, um die Trailrunning-Stöcke zu befestigen, sowie Kompressionsgurte mit denen Ihr euch den Rucksack schön fest an den Körper ziehen könnt, so dass er nicht herumwackelt. Eher zweitrangig ist, ob ein Laufrucksack wasserdicht ist. Die pragmatischere Lösung ist, einfach alles, was vor Feuchtigkeit geschützt sein muss, in einem leichten wasserdichten Packbeutel zu verstauen. Einige Regen-Lauf-Überziehjacken sind außerdem so geschnitten, dass der Rucksack darunter Platz findet und relativ trocken ein Schauer übersteht.

Es ist eher zweitrangig, ob in den Laufrucksack oder die Weste bereits fest eine Trinkblase oder Flasche integriert ist. Achte aber unbedingt darauf, dass eine Trinksystemvorbereitung vorhanden ist. Denn nur dann lässt sich eine Wasserblase im Rucksack fixieren und der Trinkschlauch durch eine spezielle Öffnung aus dem Rucksack nach außen führen. Universelle Trinkblasen und Flaschen, sogenannte Softflasks, kann man nach Bedarf nachkaufen. Oder auch einmal bei groben Verschmutzungen ersetzen.

Was packe ich in den Laufrucksack?

Der Inhalt deines Laufrucksacks ist abhängig davon, wo du läufst, wie das Wetter ist und ggf. auch davon, was ein Wettkampf-Veranstalter verpflichtend verlangt. Es gilt immer das Nötigste, Sicherheitsrelevante mitzuführen, dabei aber so zu optimieren, dass dein Gepäck den Laufspaß nicht schmälert. Insbesondere im Gebirge sollte die typische Bergausrüstung immer dabei sein, da das Wetter schnell Umschlagen kann. Dazu gehört:

Je nach persönlichem Belieben und Anspruch der Route kannst du die Ausrüstung ergänzen durch Sonnenschutzcreme, Spikes, Mütze, Handschuhe, Stöcke und (Sport-)Sonnenbrille. Bei Läufen über zwei Stunden, egal, ob im Gebirge oder im Flachland, solltest du immer folgendes dabeihaben:

Zur Grundausstattung am Handgelenk gehört für viele TrailrunnerInnen seit Jahren eine Fitnessuhr, die die Leistungsdaten ermittelt und zur späteren Analyse speichert.

Was sind die Vor- und Nachteile eines Trinksystems?

Das Trinksystem besteht meist aus einem Schlauch mit Mundstück und einer Blase. Diese wird in einem Rucksack mit Trinksystemvorbereitung so fixiert, dass sie eng am Rücken sitzt und sich kaum mehr bewegt.

Trinksysteme bestehen aus einem Reservoir, einem Schlauch und Mundstück.

PRO

  • Der Schwerpunkt des Rucksacks liegt nah am Körper. Somit beeinträchtigt euch das Gewicht des Wassers beim Laufen nicht zu stark.
  • Das Trinksystem besitzt keine harten Kanten und drückt sich nicht durch das Rückenpolster. Das führt zu einer Komfortsteigerung.
  • Das System ist gut fixiert im Rucksck. Es rutscht nicht umher und verändert deinen Schwerpunkt.
  • Selbst beim Trinken bleibst du im »Flow«, denn du musst nicht anhalten.
  • Durch das simple Wasserfassen trinkst du mehr.
  • Beim Trinken bleiben beide Hände frei, das erhöht die Sicherheit.

CONTRA

  • Die Trinkblase bietet nur wenig Isolation für den Inhalt, das heißt im Sommer wird dein Getränk warm (Körperwärme, Außentemperatur) und im Winter kalt (Außentemperatur).
  • Es bedarf viel Erfahrung, um abzuschätzen, wie viel Inhalt nach einigen Zügen noch in der Blase ist. Das Einteilen der Wasserreserven ist schwierig.
  • Für ein Trinksystem wird immer ein Laufrucksack oder Hip-Bag benötigt.
  • Alles andere als Wasser ist für ein Trinksystem nicht optimal. Es bilden sich Rückstände und ggf. gesundheitsschädlicher Schimmel. 

Wie viel Volumen sollte ein Trinksystem/Trinkblase haben?

Ist das Volumen des Trinksystems absehbar zu klein, lässt es sich mittels Softflasks erweitern. Diese von Katadyn hat sogar einen Frischwasser-Filter bereits integriert.

Trinksysteme und Blasen besitzen ein Volumen zwischen 500 ml und drei Litern. Dabei solltest du nicht immer gleich zum größten Volumen greifen. Die Wahl ist abhängig von deinen bevorzugten Trailrunning-Strecken und der Möglichkeit, unterwegs deine Wasservorräte erneut aufzufüllen. So brauchst du beispielsweise für Touren in der eher trockenen Heide mehr Reserven, als in großen Teilen der Alpen mit einem dichten Hütten- und Quellennetz. Mit einer hochvolumigen Blase lässt sich auf diese Gegebenheiten mit mehr oder weniger Füllung reagieren. Allerdings ist zu beachten, dass kleine Wassermengen in große Blasen zu schwappen beginnen, dagegen nutzt auch eine perfekte Befestigung innerhalb des Rucksacks nichts.

Empfehlenswert ist es, ein mittleres Volumen zwischen ein und eineinhalb Liter zu wählen. Diese Trinkblasen passen ohne viel Drücken in alle gängigen Laufrucksäcke. Ist absehbar, dass du mehr Flüssigkeit brauchst, lässt sich dein Reservoir durch zusätzliche, knautschbare Flaschen, sogenannte Softflasks erweitern. 

Wie reinige ich mein Trinksystem?

Die Reinigung eines Trinksystems ist nicht schwer. Wie du das machst, erfährst du hier: www.globetrotter.de/magazin/trinksystem-reinigen/

Zwingend notwendig zur Reinigung des Trinksystem-Schlauchs, eine dünne Bürste an einem langen Draht.
Von Osprey gibt es das komplette Reinigungsset mit Aufspannbügel passend für alle gängigen Systeme.

Was sollte ich in mein Trinksystem füllen?

Das bleibt jedem selbst überlassen. Zuckerhaltige (bester Nährboden für Bakterien) oder kohlensäurehaltige (Tropfen aus dem Mundstück, schlimmstenfalls Platzen der Blase) Getränke kommen bei vielen nicht in die Blase. Auch Wasserzusätze in Form von Tabletten verschmutzen das Trinksystem. In Kombination mit Energieriegeln und Gels reicht Wasser auf Tour vollkommen aus, um deinen Flüssigkeits- und Energiehaushalt im Griff zu halten. In der Kaufberatung Trinksysteme findest du noch mehr Infos.

Tipp: Reines Wasser kannst du außerdem auf Tour nutzen, um schnell eine Wunde auszuspülen oder die Augen zu reinigen.

Worauf sollte ich beim Kauf einer Stirnlampe achten?

Eine Stirnlampe fürs Trailrunning sollte weniger als 100 Gramm wiegen und gut am Kopf sitzen. Das heißt, im vollen Lauf sollte die Lampe sicher am Kopf sitzen und sich nicht bewegen. Auch Leuchtkraft (s. nächste Frage) und die Leuchtdauer (minimal die doppelte Länge deiner Standardrunde) sollten der Aktivität angepasst sein. 

Es macht außerdem einen Unterschied, ob du eine Kopflampe benutzen willst, um in der Dunkelheit »richtig« zu trainieren oder nur als Sicherheitsausrüstung, um in der Dämmerung deine Trainingsrunde abzuschließen. Auch dein Trainingsterrain sollte in die Kaufentscheidung einfließen. Willst du mit Speed in tiefster Dunkelheit steile Berge hinab laufen, muss die Lampe mehr Leuchtkraft besitzen. Denn endet der Leuchtkegel bei hoher Geschwindigkeit zu früh, bleibt euch zu wenig Zeit, auf einen auftauchenden Stolperstein zu reagieren und ihr stürzt. Im flachen Gelände genügt weniger Leuchtkraft. 

Als Sicherheitsfeature im alpinen Gelände ist außerdem ein Blinkmodus sinnvoll.

Tipp: Modelle, bei denen der Akku am Hinterkopf angebracht ist, sind sehr ausgewogen in der Gewichtsverteilung und weniger klobig auf der Stirn.

Wenn Akku und Leuchtmittel voneinander getrennt an der Stirn und am Hinterkopf montiert sind, ergibt sich eine ausgeglichene Gewichtsverteilung.

Welche Leuchtkraft ist fürs Trailrunning sinnvoll?

Es muss nicht die hellste Lampe im Globetrotter Sortiment fürs Trailrunning genutzt werden. Als funktionales Mittelmaß zwischen Akkulaufzeit, Gewicht und Leuchtkraft haben sich ~200 Lumen erwiesen. Man sollte allerdings bedenken, dass sich heutzutage alle Lampen dimmen lassen, so dass man sich ruhig eine Lampe mit wesentlich mehr Leuchtkraft zulegen kann (Gewicht beachten). Diese dimmt man dann einfach herunter, hat aber für den Notfall noch mehr Power zur Verfügung.

Es ist außerdem zu beachten, dass Leuchtkraft (=Helligkeit) nicht unbedingt gleichzusetzen ist mit Leuchtweite. Die Leuchtweite ist beim Trailrunning ein wichtigeres Entscheidungskriterium als die Leuchtkraft. Beide Werte findest du im Globetrotter Online Shop unter »Technische Details« bei jeder Lampe. Du kannst bereits in der Suche nach Lampen mit bestimmter Leuchtkraft und Leuchtweite filtern.

Sind deine Trails technisch und die Konsequenzen eines Sturzes groß, solltest du auf maximale Leuchtweite (mehr als 50 m) Wert legen. Mehr Leuchtkraft benötigst du außerdem, wenn du mit hohem Tempo unterwegs bist. Im flachen Gelände ist es ausreichend, wenn die Stirnlampe den Bereich von zehn Metern gut ausleuchtet.

Welche Stöcke fürs Trailrunning?

Minimales Packmaß und trotzdem robust: Faltstöcke haben sich als Trailrunningstöcke durchgesetzt.

Stöcke sind für das Trailrunning im Gebirge sehr hilfreich. Sie entlasten die Beine – insbesondere die Knie – beim Bergablaufen und bieten Sicherheit beim Queren von Altschneefeldern und Bächen. Zusätzlich kannst du dich mit ihrer Hilfe auf steilen Wegen bergauf nach oben drücken. Es gibt drei verschiedene Varianten von Stöcken, die beim Trailrunning eingesetzt werden:

  • Stöcke mit einer fixen Länge sind extrem leicht und haben wenig Flex. Durch ihre fehlende Faltmöglichkeit müssen sie jedoch immer in der Hand getragen werden und können nicht am Rucksack verstaut werden.
  • Faltstöcke mit einer festen Länge bieten ein geringes Gewicht und trotzdem die Möglichkeit, sie zu verstauen.
  • Faltstöcke mit einer individuell einstellbaren Länge sind für viele SportlerInnen die erste Wahl, da sie bergauf wie bergab unterschiedlich eingestellt werden können. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass diese Stockform auch für viele andere Outdoor-Aktivitäten (Wandern, Trekking, mit Schneeteller Skifahren und Schneeschuhgehen) einsetzbar ist.

Weitere Unterschiede gibt es im Faltmechanismus, dem Schlaufensystem (z.B. das Leki-Trigger-System), Material und Packmaß. Für den Einsatz als Trailrunnning-Stock wählt man hier meist die leichteren (mehr Carbon als Aluminium) und Varianten mit minimalem Packmaß. Faltstöcke haben sich gegen Varianten mit Innen- oder Außen-Klemmung durchgesetzt. Mehr über die verschiedenen Modelle erfährst du in der großen Kaufberatung: globetrotter.de/magazin/kaufberatung-wanderstoecke/

Besonderes Augenmerk sollte bei Stöcken fürs schweißtreibende Trailrunning auf das Griffmaterial gelegt werden. Dieses sollte auch mit feuchten Händen gut und nicht rutschig in der Hand liegen und die Feuchtigkeit nicht aufsaugen.

Welche Länge sollten die Stöcke fürs Trailrunning haben?

Als Faustregel gilt: Im Stand, Unterarm locker hängend, rechter Winkel im Ellbogen, Daumen nach oben abgespreizt. Nun misst du von der Oberkante des Zeigefingers bis zum Boden – das ist deine optimale Stocklänge. Stöcke mit verlängerter Griffzone bieten die Möglichkeit, den Stock unterschiedlich lang zu fassen, so dass man die Stocklänge für Bergauf- und Bergab-Lauf variieren (5–10 cm) kann. 

Wo kommen die Stöcke hin, wenn ich sie nicht brauche?

Da du beim Trailrunning nicht die ganze Zeit Stöcke benutzt, haben sich Faltstöcke durchgesetzt. Diese werden bei Nichtgebrauch gefaltet und im oder am Rucksack verstaut. Trailrunning-Rucksäcke haben oft raffinierte Steck- und Klemm-Mechanismen zur Stockbefestigung, so dass das Einhängen und Abklippen im Laufschritt ohne Absetzen des Rucksacks erfolgen kann. 

Gibt es etwas beim Stockeinsatz zu beachten? Muss ich üben?

Richtiger Stockeinsatz erhöht nicht nur die Sicherheit, sondern macht aus Trailrunning einen Ganzkörper-Sport mit Trainingseffekten für die Muskulatur von den Schultern bis zur Zehenspitze. Der Stockeinsatz will allerdings geübt werden, da man sich sonst bei hohen Geschwindigkeiten mit den Stöcken selbst ein Bein stellt. Insbesondere beim empfohlenen Einsatz im steilen Gelände sollte der Stockeinsatz, insbesondere die Wahl des Einstechpunkts, zielgerichtet und genau erfolgen. 

Das Benutzen eines Stocks beim Trailrunning ist kein Zeichen für Schwäche, sondern für hervorragende Körperbeherrschung. Denn statt deiner Füße als einzigen Bodenkontaktpunkt, hast du nun noch die Stockspitzen. Du musst also permanent darauf achten, vier Bodenpunkte zu finden, die sich dafür eignen, kurz aufzusetzen und gleich wieder zu beschleunigen. Mit den Stöcken solltest du darauf achten, nicht in Ritzen oder Gestrüpp hängen zu bleiben. Dies stört nicht nur den »Flow«, sondern – besonders bei Carbon-Stöcken – kann durch diese Querbelastungen auch zum Stockbruch führen.

Auch wenn es komisch klingt und vielleicht auch komisch aussieht, muss der Stockeinsatz im flachen Gelände geübt werden. Die beste Kraftübertragung und Ausgleichsmöglichkeiten hast du, wenn du im Ellbogen bei der Stocknutzung einen rechten Winkel hälst. Bergauf wird der Winkel beim Stockaufsatz reduziert, dann drückst du dich hoch und erhälst wieder einen rechten Winkel. Bergab wird der Ellbogenwinkel beim Aufsatz weiter geöffnet. Die Abwärtsbewegung des Körpers federst du mit Stock und Armen ab.

Techniken beim Stockeinsatz

Für den Stockeinsatz gibt es zwei Techniken:

  • Beim Paralleinsatz geht jeweils ein Fuß und der gegenüberliegende Stock nach vorn, wie beim Nordic Walking. Diese Technik eignet sich gut für breitere Wege.
  • Der Doppelstockeinsatz eignet sich gut, um sich steile Rampen nach oben zu »wuchten«: Beide Stöcke werden gleichzeitig nach vorne geholt und links und rechts vom Körper aufgesetzt. Die Stöcke werden dann genutzt, um sich an ihnen nach vorne zu schieben.

Wichtig ist, die Stöcke konzentriert und bewusst aufzusetzen. Sie gehören immer neben den Körper, nie in Falllinie davor. Tastet euch langsam (sowohl Tempo als auch Nutzungsdauer) an den Stockeinsatz heran. 

Wofür sollte ich eine Fitnessuhr beim Trailrunning nutzen?

Das Thema Selbstoptimierung ist in aller Munde, dafür tragen immer mehr Menschen spezielle Fitnessuhren. Diese bestimmen Belastungswerte wie Pulsschlag, Blutdruck und Blutsauerstoffsättigung. Auch aktuelle Smartwatch-Modelle wie die Apple Watch können Belastungswerte bestimmen. Die so gewonnen Werte lassen Rückschluss auf deinen Trainingszustand und deine Gesamt-Fitness zu. Mit ihrer Hilfe kannst du dein Training individuell optimieren und deine Leistung steigern. 

Für viele NutzerInnen ist die Aufzeichnung und spätere Analyse von Belastungswerten der Hauptnutzen einer Fitnessuhr. Fürs Trailrunning bieten viele Modelle allerdings noch ein viel interessanteres Feature: Mit Hilfe von Satelliten (GPS, Glonass oder Galileo) und einem integrierten Navigationsmodul lässt sich im Gelände der richtige Weg finden. Das bedeutet, ich kann meine gelaufene Tour als Track abspeichern, vorher installierte Routen nachlaufen und weiß, wie weit es noch bis zum Ziel oder zur nächsten Hütte ist. Hochpreisige Modelle bieten sogar auf dem kleinen Uhrendisplay eine Kartennavigation an. 

Ein weiteres sehr nützliches Feature ist die Bestimmung der aktuellen Höhe mit Hilfe von Luftdruck-Änderung. Diese barometrische Höhenmessung ist zwar über einen längeren Beobachtungszeitraum nicht sehr präzise, für die Bestimmung des zurückgelegten Höhenunterschieds aber ausreichend. 

Liza van Deventer Fitnessuhren dienen beim Trailrunning zur Optimierung des Trainings, aber auch zum Orientieren im Gelände.

Welche Features bieten Trailrunninguhren?

Highlight der GPS-Uhren der Oberklasse ist die Kartennavigation direkt auf dem Uhrendisplay.

Zusätzlich zu den Features einer einfachen Fitnessuhr bieten spezielle Outdoorsport-Uhren (zum Beispiel die Garmin-Fenix-Serie) eine ganze Reihe von nützlichen Funktionen:

  • Navigationsmöglichkeit/GPS-Funktion – Routen – GPS bietet die Möglichkeit vorher am PC erstellte Tracks mit Navigationshinweisen nachzulaufen und danach abzuspeichern. Deine Uhr leitet dich in unbekanntem Gelände zurück zum Startpunkt, so dass man sich praktisch nicht verlaufen kann.
  • Pulsmessung:  Ermöglicht ein Training im individuellen Belastungsbereich und eine Belastungskontrolle bei Wettkämpfen.
  • Akkudauer: Outdoorsportuhren haben besonders lange Akkulaufzeiten für z.B. Ultraläufe bei denen man evtl. viele Stunden unterwegs ist.
  • Satellitengestützter Höhenmesser: Er sorgt für genaue Höhenangaben im Gebirge, hilft im Notfall bei der Standortbestimmung und gibt an, wieviele Höhenmeter es noch bis zum Ziel oder Gipfel sind.
  • Barometrischer Höhenmesser: Durch eine Messung des Luftdruckunterschieds im Vergleich zur Höhe können einige Uhren bei der Wettervorhersage/Wetterbestimmung helfen.
  • Notfallfunktion: Einige Uhren bieten die Möglichkeit, bei einem Notfall automatisch einen Notruf bei vorher eingestellten Kontakten abzusetzen. Die Notfallerkennung (Sturz durch Beschleunigungssensor) erfolgt teilweise automatisch.
  • Streckeninformationen: Die Uhr misst, wie weit, wie lang und wie schnell ich laufe.
  • Thermometer: Gibt euch die aktuelle Temperatur an, das kann nützlich sein, wenn man durch die eigene körperliche Höchstleitung die Außentemperatur nicht abschätzen kann.

Gibt es Sicherheitsausrüstung fürs Trailrunning?

Wenn du beim Trailrunning im unwegsamen Gelände ohne Rettungslogistik unterwegs bist, solltest du auf eine Sicherheitsausrüstung wie beim Wandern oder Mountainbiken zurückgreifen. Zur Notfall-Ausrüstung gehören:

Diese Vorgaben machen auch viele Veranstalter von Trailrunning-Events. Um das Equipment zu transportieren, benötigst du einen Trailrunning-Rucksack (s. oben). In einigen ist eine Signalpfeife bereits fest integriert und für die Rettungsdecke gibt es ein kleines Extra-Fach. Außerdem solltest du immer ein Handy, deinen Ausweis, einen Notgroschen und der Tour angemessene Bekleidung und Verpflegung mitführen.

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