Kaufberatung Sonnenbrillen

Wie unterscheiden sich Lifestylebrillen und Sportbrillen, wer braucht eine Gletscherbrille und wie findet man die richtige Passform? Diese Fragen und noch viele mehr beantworten wir in der Kaufberatung.

Inhalt:

Wer viel Zeit im Freien verbringt musst nicht nur seine Haut, sondern auch die Augen vor UV-Strahlung schützen. Nicht nur direkte Sonnenstrahlung ist gefährlich für die Augen, auch dauerhafte, indirekte Sonneneinstrahlung etwa bei langen Strandaufenthalten, Sport im Freien oder Bergtouren zu unangenehmen Störungen und bleibenden Schädigungen deiner Augen führen (sogar bei bedecktem Himmel). Die Sonnenbrille ist mehr als nur modisches Accessoire. Sie sorgt für Schutz, klaren Durchblick und schont die Augen.  

Was ist bei Sonnenbrillen wichtig?

Grundsätzlich unterscheiden wir zwischen Freizeitsonnenbrillen und Sportsonnenbrillen. Der Übergang ist aber fast fließend. Sportbrillen grenzen sich durch ihre funktionellen Eigenschaften für die jeweiligen Sportarten (Wandern, Radfahren, Kletter, etc.) von den Freizeitsonnenbrillen ab.

Das Gestell von Sportsonnenbrillen ist in der Regel leicht und flexibel, Bügelenden und Nasensteg sind rutschfest gummiert und oft verstellbar – so sitzt die Brille perfekt angepasst auf der Nase und bleibt dort auch, wenn es sportlich rasant zugeht. Wichtig ist auch, dass die Sportbrille gut belüftet oder die Gläser mit einer entsprechenden Antifog-Beschichtung (gegen Beschlagen) versehen sind. Je weiter die Scheibe um den Kopf herumgezogen ist, desto besser schützt sie vor Wind und Zugluft. Eventuelle Wechselgläser mit verschiedenen Tönungen vergrößern das Einsatzspektrum.

Für den aktiven Einsatz Outdoor empfehlen wir nur hochwertige, unempfindliche Sonnenbrillen, bei denen der UV-Schutz in den Brillengläsern integriert ist und nicht nur aufgedampft wurde.

Je nach Ausstattung kann man eine Brille auch für verschiedene Einsatzbereich verwenden, eine Brille für alle Sportarten und alle Lichtverhältnisse gibt es aber nicht. Mehr Infos zu den Einsatzbereichen findest du hier weiter unten. In unserem Sortiment sind viele Modelle für Herren oder Damen, andere als Unisex ausgewiesen. Hier sollte man sich nicht abschrecken lassen und durchprobieren.

Wir führen keine Sonnenbrillen mit Sehstärke. Bist du darauf angewiesen, ist eine Beratung beim Optiker mit Bestimmung der aktuellen Sehstärke der richtige Startpunkt.

Woran erkenne ich einen guten UV-Schutz?

Das CE-Zeichen muss auf allen Sonnenbrillen, die in der EU vertrieben werden, gedruckt sein. Es kennzeichnet, dass die Brille den geltenden Produktsicherheitsanforderungen entspricht. Allerdings gibt bietet das CE-Zeichen keine Aussage über den UV-Schutz. Angaben wie »100 % UV-Schutz« oder »UV 400-Schutz« sind nicht genormt, beschreiben aber bei namhaften Herstellern schon, dass die Brillengläser einen gewissen Schutz gegen alle unsichtbaren UV-Strahlen mit Wellenlängen von 200 bis 380 nm bieten. Diese Strahlen sind auch als UV-A, UV-B und UV-C Strahlen bekannt. Grundsätzlich kannst du dir sicher sein, dass du bei uns im Shop nur Brillen mit 100 Prozent UV-Schutz findest.

Was sagt mir der Tönungsgrad einer Sonnenbrille?

Der Tönungsgrad gibt an, wie viel Licht ein Brillenglas durchlässt und hat erst mal nichts mit dem UV-Schutz zu tun. Der Tönungsgrat wird in folgende Kategorien unterteil:

  • Kategorie 0: 80 – 100 % Lichtdurchlässigkeit
  • Kategorie 1: 43 – 80 % Lichtdurchlässigkeit
  • Kategorie 2: 18 – 43 % Lichtdurchlässigkeit
  • Kategorie 3: 8 – 18 % Lichtdurchlässigkeit
  • Kategorie 4: 3 – 8 % Lichtdurchlässigkeit (nicht verkehrstauglich!)

Für Aktivitäten im Schnee sollte es mindestens Kategorie 2 bis 3 sein, sehr dunkle Gletscherbrillen der Kategorie 4 schützen in hohen Lagen perfekt vor starker Reflexionen durch Schnee und Eis. Da sie die Sicht bei normalen Lichtverhältnissen zu stark einschränken, darfst du sie nicht im Straßenverkehr benutzen.

Tipp: Im Globetrotter Sortiment kannst du dir ganz gezielt auch bestimmte Tönungsgrade herausfiltern lassen (du findest den Filter links in der Spalte unter Kategorie).

Was sagen die Glasfarben über eine Brille aus?

Je nach Einsatz sind unterschiedliche Farben von Vorteil:

  • Farblose Gläser (transparent): universeller Schutz
  • Leicht gefärbte Gläser (z. B. gelb, orange): durch kontrastverstärkende Wirkung perfekt für Schlechtwetter-Einsatz
  • Mittelstark getönte Gläser (z. B. rot, grau): für diesiges bis helleres Licht
  • Dunkel getönte Gläser: für sonnige Lichtverhältnisse und in Gewässernähe
  • Sehr dunkel getönte Gläser: für Einsätze im Gebirge, auf Schneeflächen (Gletschern) oder auf dem Wasser

Was sind photochromatische Brillengläser?

Photochromatische Brillengläser sind selbsttönend und passen sich automatisch an die Lichtverhältnisse an. Ist es also eher dunkel, bleiben die Gläser hell. Kommt die Sonne raus, verdunkeln sich die Gläser automatisch. Photochromatische Brillengläser können aber nie den ganzen Bereich von Kategorie 0 bis 4 abdecken, sondern immer nur Abschnitte davon. Sie sind aber praktisch, wenn häufig in unterschiedlichen Lichtverhältnissen unterwegs bist. Also zum Beipiel beim Wandern, wenn du im eher dunklen Wald startest und später auf die freien Wiesenhänge kommst oder auf dem sonnenbeschienenen Gipfel stehst.

Was sind polarisierte Sonnenbrillen?

Polarisierten Sonnenbrillen sieht man die Polarisation nicht an. Nur durch einen Trick lässt sich herausfinden, ob deine Brille polarisierte Gläser besitzt.

Bei polarisierten Sonnenbrillen wird auf die Gläser zusätzlich zur Tönung ein Polarisationfilter aufgebracht. Das Licht, das das Auge durch die polarisierte Sonnenbrille erreicht, schwingt somit nur in einer Ebene. Da der Mensch keine Sensorik für die Polarisation von Licht hat, werden wir beim Blick in eine unpolarisierte Lichtquelle (Sonne, die meisten Lampen) – außer eine Abdunklung (s. unten) – keine Änderung feststellen. Dies gilt aber nur, wenn es sich um unpolarisiertes Licht handelt, das Wellenanteile in beiden Freiheitsgraden senkrecht zur Ausbreitungsrichtung besitzt.

Wenn bereits teilweise linear polarisiertes Licht auf eine polarisierte Sonnenbrille trifft, kommt dies nur teilweise am Auge an. Ist das eintreffende Licht vollständig polarisiert (vorheriger Durchgang durch Polfilter, Laser, LCD-Display) muss die elektromagnetische Welle parallel zum Gitter des Polfilters schwingen, sonst bleibt es am Auge dunkel.

In der Natur entsteht polarisiertes Licht vorwiegend als Produkt einer Reflexion (s. oben). Mit einer polarisierten Sonnenbrille sorgt man dafür, dass dieses reflektierte Licht das Auge nicht oder nur teilweise erreicht. Polarisierte Brillengläser vermindern somit die Reflexionen auf spiegelnden Oberflächen wie Wasser, Schnee und Eis. Sie unterstützen das Auge, bei sehr anstrengenden Lichtverhältnissen einen klaren Blick zu behalten. Für Wasseraktivitäten oder in Eis und Schnee ist eine Polarisation absolut sinnvoll. Aber auch bei normalen Lichtverhältnissen sorgt eine Polarisation für deutlichere Kontraste

Vor- und Nachteile der Polarisierung

Eine polarisierte Sonnenbrille erhöht nicht den UV-Schutz, es geht einzig und allein um bessere Kontraste in stark reflektierenden Umgebungen. Sonnenbrillen mit polarisierten Gläsern sind in der Regel etwas teurer als Modelle ohne polarisierte Gläser. Ob für dich eine polarisierte Brille sinnvoll ist, hängt also von deinem Einsatzgebiet (Wasser, Eis, Schnee) ab.

Problematisch kann der Einsatz einer polarisierten Sonnenbrille in Verbindung mit LCD-Monitoren im Auto, als Uhrendisplay oder dem GPS werden. Das Display-Licht ist häufig polarisiert (s. oben). Die Wahrscheinlichkeit ist gering, dass die Polarisation parallel zur Polarisationsebene der Sonnenbrille ist. Das Display wird schwerer zu lesen sein! Die modernen OLED-Monitore polarisieren das Licht nicht. Sie bleiben weiterhin lesbar. Auto-, Motorrad- und Rennradfahrer berichten außerdem, dass glatte Stellen auf der Fahrbahn (Eis, Öl, Feuchtigkeit) schwerer zu erkennen sind, da die charakteristischen Reflexionen durch einen Polfilter unterdrückt werden.

Was ist polarisiertes Licht?

Im Wellenmodell ist Licht eine elektromagnetische transversale Welle. Das heißt, das elektrische Feld schwingt senkrecht zur Ausbreitungsrichtung (Der E-Feld-Vektor steht senkrecht auf dem Ausbreitungsvektor). Die Wellenlänge (der Abstand zwischen zwei Wellenbergen) bestimmt die Lichtfarbe. Die Intensität des Lichts ist proportional zum Quadrat der Amplitude der Welle. Eine weitere Charaktereigenschaft der Lichtwelle ist ihre Polarisation. Sie gibt an, ob die Lichtwelle in einer definierten Ebene zur Ausbreitungsrichtung schwingt – der Polarisationsrichtung. Diese Welleneigenschaft können Menschen nicht wahrnehmen. Tiere – z.B. die Honigbiene – nutzen sie aber zur Orientierung.

Sonnenlicht oder das Licht von Lampen ist unpolarisiertes Licht. Die Schwingung findet senkrecht zur Ausbreitungsrichtung zufällig in beide Raumrichtungen statt. Stellt man sich die Lichtwelle als ein gespanntes Tau zwischen einer Person und einem Fixpunkt vor, so würde die Person das Tau einfach wahllos bewegen. Das Tau schwingt senkrecht zur Ausbreitungsrichtung aber frei nach rechts, links, oben und unten.
Von linearer Polarisation spricht man, wenn die Schwingung der elektromagnetischen Welle nur in einer Ebene stattfindet. Nimmt man sich wieder das Tau-Modell zur Hilfe, so würde der Tauhalter seinen Arm nun gerichtet linear bewegen – zum Beispiel von rechtsoben nach linksunten. Es entsteht eine Schwingung in einer Ebene.
Bei zirkular polarisiertem Licht ist der Betrag der Auslenkung konstant. Die Auslenkungsrichtung ändert sich jedoch um die Ausbreitungsrichtung mit einer konstanten Winkelgeschwindigkeit. Das klingt theoretisch schwierig, lässt sich aber mit dem Tau-Modell gut beschreiben: Die Person macht mit ihrem Arm eine Kreisbewegung vor ihrem Körper mit ausgestrecktem Arm. Das Tau wird die Form einer Gewinde-Bahn annehmen.

Wie entsteht polarisiertes Licht?

In der Technik verwendet man lineare Polarisationsfilter (kurz: Polfilter oder linearer Polarisator) um unpolarisiertes Licht zu polarisieren. Ein idealer Polfilter lässt nur den Anteil der elektromagnetischen Welle passieren, der parallel zur optischen Achse des Polfilters schwingt. Polarisationsfilter bestehen aus parallel angeordneten, langen Kettenmolekülen. Sie bilden ein Gitter ähnlich eines Zauns. Moderne Polfilter werden aus Kohlenstoff- oder Eisen-Nanodrähten hergestellt. Nutzt man zur Visualisierung wiederum das Tau-Modell, so stellt man zwischen Fixpunkt und Person nun ein Gitter. Egal, wie das Tau bewegt wird, am Fixpunkt werden nur Schwingungen ankommen, die parallel zum Gitter sind.

Skizze zur Polarisation durch einen Polfilter: Der grüne Pfeil zeigt die Ausbreitungsrichtung des Lichts. Die bunten Wellen den Ausschlag des E-Felds (daher senkrecht zum Gitter des Polfilters).
Skizze zur Polarisation durch einen Polfilter: Der grüne Pfeil zeigt die Ausbreitungsrichtung des Lichts. Die bunten Wellen den Ausschlag des E-Felds (daher senkrecht zum Gitter des Polfilters).

In der Natur entsteht polarisiertes Licht durch Streuung, Brechung in Kristallen und Reflexion an Oberflächen. Letzteres ist hier von besonderem Interesse, da es in der Natur häufig auftritt. Die Bedingung für vollständige oder teilweise Polarisation durch Reflexion wurden erstmals vom schottischen Physiker David Brewster formuliert. Das entsprechende Gesetzt wird als brewstersches Gesetz bezeichnet. Das Brechungsgesetz beschreibt, bei welchem Winkel des einfallenden Lichts auf ein Medium mit der Brechzahl n mit vollständiger Polarisation zu rechnen ist. Den betreffenden Winkel bezeichnet man als Brewster-Winkel. Das reflektierte Licht ist immer dann linear polarisiert, wenn der Winkel zwischen reflektiertem Strahl und ins Medium gebrochenem Strahl 90 Grad beträgt. Ist diese Bedingung nicht erfüllt, so tritt teilweise Polarisation auf. Bei natürlichen Reflektionen (z.B. an Wasseroberflächen oder Schnee) tritt immer teilweise polarisiertes Licht auf. Auf die mathematische Beschreibung verzichten wir hier und verweisen auf: lernhelfer.de

LCD-Displays als Quelle polarisiertem Lichts

Eine weitere Quelle für polarisiertes Licht sind Laser. Die elektromagnetische Lichtwelle entsteht hier durch stimulierte Emission in einem Laser-Medium zwischen zwei reflektierenden Flächen. Das Laserlicht ist kohärent (stabile Phasenbeziehung der Lichtwellen untereinander und definierte Wellenlänge) und außerdem polarisiert. Außerdem strahlen LCD-Displays häufig polarisiertes Licht ab, was zu einem Nachteil von polarisierten Sonnenbrillen führt.

Was sind die Vorteile von polarisierten Sonnenbrillen?

Besonders Winter- und Wassersportler profitieren von polarisierten Sonnenbrillen. Durch die Ausblendung von störenden Lichtreflexen (s. oben) ermüden im Eis und Schnee die Augen langsamer. Kontraste werden noch verstärkt. Strukturen lassen sich meist klarer erkennen. Das führt dazu, dass man länger und sicherer draußen unterwegs sein kann. Als Bonbon erhält man noch eine intensivere Farbwiedergabe, die an den HDR-Effekt erinnert.

Prinzip der polarisierten Sonnenbrille, reflektierte Strahlung wird größtenteils absorbiert.
Prinzip der polarisierten Sonnenbrille, reflektierte Strahlung wird größtenteils absorbiert.

Ein Beispiel zeigt an dieser Stelle am einfachsten den Vorteil einer polarisierten Sonnenbrille auf. Ist man darauf angewiesen, am Meer die Wellenberge und -täler schnell zu erkennen, so kann einem dabei ein Polfiter helfen. Durch die Reflexion an der Wasseroberläche wird das Sonnenlicht polarisiert. Der Polarisationswinkel ist abhängig vom Einstrahlwinkel. Es treffen also am Auge Lichtwellen mit unterschiedlichstem Polarisationswinkel ein. Ohne Polfiter würden diese Reflexionen alle gleich hell als eine Reflexion wahrgenommen werden. Der Polfilter lässt nun aber nur den Teil der Lichtwelle durch, der parallel zum Polfilter-Gitter schwingt. Die Reflexionen werden mit unterschiedlicher Helligkeit wahrgenommen. Der Unterschied zwischen Wellental und -berg ist klarer zu erkennen. Gleiches gilt auch für Geländestufen und Schrägen auf Touren im Eis.

Sehr interessant sind polarisierte Sonnenbrillen für Angler. Wenn das Wasser weniger reflektiert, sind Fische wesentlich besser zu erkennen. Manchmal werden Sonnenbrillen mit Polfilter daher auch als Anglerbrillen bezeichnet. 

Sind polarisierte Sonnenbrillen dunkler?

Polarisierte Gläser können die Sicht dunkler erscheinen lassen. Das Auge gewöhnt sich allerdings schnell an den Unterschied und die Pupille wird weiter geöffnet. Die Vorteile (klarere, reflexionsärmere Sicht und bessere Kontrastdarstellung) überwiegen den Nachteil der Abdunklung. 

Wie erkenne ich eine polarisierte Sonnenbrille?

Der Blick in eine klassische Reflexion (Pfütze, Wasseroberfläche, Schnee) einmal mit und ohne Brille sollte zeigen, ob die Sonnenbrille »nur« abdunkelt oder polarisiertes Licht filtert. Noch klarer wird es am Laptop oder Monitor. Basiert dieser auf LCD-Technologie (meisten Monitore im Consumer-Bereich) liefert er polarisiertes Licht. 

  1. Öffne am Monitor eine weiße Seite.
  2. Halte die Brille vor den Monitor und drehe sie.
  3. Ist sie polarisiert, wirst du sehen, dass es eine Position gibt, in der das Glas komplett abdunkelt.

Nerd-Tipp: Richtig Physik kannst du machen, wenn aus deiner polarisierten Sonnenbrille ein Glas gefallen ist. Halte die Gläser hintereinander gegen die Sonne und verdrehe sie gegeneinader. Es wird eine Position geben, bei der kein Licht durch die Gläser scheint. Nun stehen die Polarisationsgitter der Brillengläser im 90° Winkel zueinander. Du hast bewiesen, dass Licht eine Transversalwelle ist.

Wie müssen Sonnenbrillen sitzen?

Ob dir eine Sonnenbrille passt (wir sprechen von der Passform, nicht vom Style), hängt von der Breite deines Gesichts und der Form und Größe deiner Nase ab. Dementsprechend gibt es von allen Marken unterschiedliche Brillenmodelle, die eher für breite, normale oder für schmale Gesichter geeignet sind. Wie die jeweilige Brille ausfällt, kannst du der Produktbeschreibung und unserer Filterkategorien entnehmen.

Ohne Anprobe ist es schwer, eine passende Brille zu finden. Gesichter sind sehr unterschiedlich und auch nicht immer symmetrisch. Keine Brille passt jedem gleich. Hast du eine Brille gefunden, die von der Breite zu deinem Gesicht passt, lässt sich bei einigen Marken die Passform an der Nase noch durch verstellbare Nasenpads (z.B. Uvex) weiter verbessern. Auch lassen sich manchmal die Bügelenden verformen und zurechtbiegen – für einen sicheren Sitz an den Ohren.

Tipp: Im Globetrotter Sortiment kannst du dir ganz gezielt auch Sonnenbrillen mit schmaler, normaler und breiter Passform herausfiltern lassen.

Wofür sind Lifestyle-Sonnenbrillen geeignet?

Lifestyle-Sonnenbrillen sind nur bedingt für sportliche Einsätze gemacht.

Wie der Name »Lifestyle« schon sagt: In erster Linie sind diese Brillen für einfache, allgemeine Freizeitaktivitäten zwischen Freibad, Eisdiele und Wochenendausflug gedacht. Oft sind die Nasenstege und Bügelenden nicht gummiert, die Brillen halten also bei starker Bewegung schlechter am Kopf. Je spezifischer deine Aktivität wird, desto eher solltest du zu einer Brille greifen, die wirklich für die jeweilige Aktivität entwickelt wurde.

Einige Marken bieten Zwischenlösungen an. So gibt es zum Beispiel von Bollé, Julbo oder Oalkey auch Lifestyle-Sonnenbrillen, die schon recht sportiv designt sind. Die Rahmen und Gläser dieser Modelle sind etwas mehr ums Gesicht herumgezogen und bieten so einen besseren Schutz – zum Beispiel gegen seitlichen Lichteinfall oder Fahrtwind auf dem Fahrrad.

Worauf sollte ich bei Sonnenbrillen zum Wandern und Trekking achten?

Als erstes ist es wichtig, dass die Brille gut und sicher sitzt. Wenn du nach unten schaust, sollte sie dir nicht gleich von der Nase rutschen und auch sonst alle Bewegungen deines Kopfes sicher mitmachen. Außerdem sollte dir die Brille einen guten Rundumblick ermöglichen, sodass du Dinge links und rechts oder über dir wahrnimmst, die in deinem Augenwinkel passieren. Die Brillengläser sollten der Kategorie 2-3 entsprechen.

Je höher du bei deinen Touren kommen wirst, desto intensiver wird die Sonnenstrahlung sein und desto geschlossener sollte die Brille um deine Augen sitzen und so einen Rundumschutz bieten. Weil du im gemäßigtem Gehtempo nicht so stark schwitzt, wie etwa beim Laufen, ist Belüftung kein ganz so großes Thema.

Weil sich auf deinen Touren die Lichtverhältnisse auch eher langsam ändern, kannst du über eine Brille mit photocromatsichen Gläsern nachdenken. Die Gläser passen dann automatisch ihre Tönung an. Wenn du zu Beginn der Tour noch im eher dunklen Wald gehst, bleiben die Gläser hellt und dunkeln langsam nach, je weiter du aus den Bäumen heraus kommst.

Um dein Augen vor der intensiven Sonnenstrahlung in der Höhe zu schützen, solltest für Trekkings über 3000 Meter (z.B. in den Anden oder im Himalaja) eine Brille verwenden, die die Kategorie 4 erfüllt. Lies dazu auch im nächsten Abschnitt über Brillen zum Bergsteigen.

Was ist bei einer Brille zum Bergsteigen wichtig?

Im Grunde gelten hier ähnliche Dinge, wie bei einer Sonnenbrille fürs Trekking. Die Brille sollte sicher sitzen und nicht Gefahr laufen, von der Nase zu rutschen. Die Brillengläser sollten von einem kompletten Rahmen eingefasst sein und mindestens Kategorie 3 entsprechen.

Wenn du bei deinen Touren aber auch in Eis und Schnee oder viel über 3000 Meter unterwegs bist, solltest du dir eine Gletscherbrille zulegen. Neben sehr dunklen Gläsern der Kategorie 4, die nur noch wenige Prozent an Licht durchlassen, schließen Gletscherbrillen sehr gut um die Augenpartie ab (durch einen breiten Rahmen oder spezielle Schutzklappen an der Seite). Damit wird verhindert, dass vom Schnee reflektiertes Sonnenlicht von unten oder seitlich als Streulicht in deine Augen trifft.

Denn selbst bei bedecktem Himmel kann die starke UV-Strahlung in diesen Höhen deine Horn- und Bindehaut im Auge verbrennen. Diese Form von Sonnenbrand im Auge wird auch Schneeblindheit genannt, ist sehr schmerzhaft und kann das Auge im schlimmsten Fall dauerhaft schädigen.

Viele Gletscherbrillen werden mit einem Brillenband geliefert, um die Brille gegen den Absturz sichern.

Was für eine Sonnenbrille wähle ich zum Klettern

Beim Klettern muss deine Brille gute Kontraste liefern, damit du feine Felsstrukturen erkennst, dafür kann eine Polarisation sinnvoll sein. Natürlich ist ein sicherer Sitz an Nase und Kopf absolut notwendig, zusätzlich solltest du die Brille mit einem Brillenband gegen Absturz sichern.

Es bieten sich generell Modelle mit photocromatischen Gläsern an, die den Filterbereich 2-4 abdecken, so passt sich die Brille immer optimal den Lichtverhältnissen an. Wenn du im Hochgebirge kletterst, solltest du für den besten Schutz zu einer Gletscherbrille greifen.

Außerhalb des Hochgebirges ist keine Kategorie 4 Sonnenbrille nötig. Die enorme Abdunklung kann sogar stören.

Wie sollte eine Radfahrbrille beschaffen sein?

Auf dem Fahrrad ist das Auge nicht nur der Sonne und UV-Strahlung ausgesetzt, sondern durch die höhere Geschwindigkeit auch dem Fahrtwind und herumfliegenden Insekten. Fahrtwind und Zugluft lassen das Auge tränen. Und eine kleine Fliege wird schon bei 20 km/h zu einem echten Geschoss, dass die Hornhaut im Auge empfindlich verletzen kann.

Rennrad-Brillen

Typischer Weise haben Brillen zum Rennradfahren nur einen halben Rahmen (unten offen). So ist die Belüftung besser und gleichzeitig ist das Sichtfeld nach unten zur Straße nicht beschränkt. Eine stark um das Gesicht herumgezogene Form der Gläser vergrößert das Sichtfeld und schützt die Augen gleichzeitig gegen Fahrtwind, Dreck (vom Vordermann oder Autos hochgeschleudert) und Insekten. Hier ist oft ein leicht oranges Brillenglas in den Kategorien 1-3 sinnvoll, das viele Lichtsituationen abdeckt und hohen Kontrast und Tiefenschärfe vermittelt. Einige Hersteller bieten auch Wechselgläser an, mit denen du deine Brille an die jeweiligen Lichtverhältnisse anpassen kannst.

Vorsicht mit selbsttönenden Gläsern: Der photochromatische Effekt reagiert nur langsam auf Änderungen der Lichtverhältnisse. Du darfst dich nicht drauf verlassen, dass sich die Brille immer schnell genug anpasst. Etwa wenn du auf einer Abfahrt mit hoher Geschwindigkeit in einen Straßentunnel kommst. Die Brille ist dann noch dunkel getönt, während du mit 60 km/h oder mehr in die Dunkelheit fährst. In solche Situationen, muss du eine photochromatische Brille rechtzeitig abnehmen, genau wie andere Sonnenbrillen auch.

MTB-Brillen

Die Brille sollte deine Augenpartie gut abdecken. Neben einem guten UV-Schutz ist gerade auf dem Mountainbike der mechanische Schutz sehr wichtig. Die Stollenreifen wirbeln viel mehr Steine und Dreck auf, die du nicht in die Augen bekommen solltest. Eine gute Belüftung ist bei steilen Anstiegen wichtig, um ein Beschlagen der Gläser zu verhindern.

Weil du auf dem Mountainbike tendenziell aufrechter sitzt, als auf dem Rennrad, schränkt auch ein Vollrahmen die Sicht nicht ein und bietet neben einer höheren Robustheit auch noch mehr seitlichen Schutz. Auch wirst du in der Regel nicht ganz so schnell wie auf dem Rennrad, somit kannst du beim MTB gut zu einer Brille mit photochromatischen Gläsern greifen, die sich den Lichtbedingungen automatisch anpasst. Mit einem Vollrahmen kannst du deine MTB-Brille oft auch zum Wandern nutzen.

Laufbrillen zeichnen sich durch leichte, filigrane Rahmen und wackelfreien Sitz aus.

Was ist bei einer Laufbrille wichtig?

Durch die stärkere Auf- und Abbewegung bei Laufen, ist es extrem wichtig, dass die Brille sehr leicht ist und absolut sicher sitzt. Gut gummierte Nasenpads und Bügelenden sind daher sehr wichtig, damit die Brille nicht verrutscht. Um Gewicht zu sparen werden Laufbrillen meist nur mit einem halben Rahmen (nur oben) oder ganz rahmenlos (die Bügel sitzen direkt am Glas) designt. Dadurch sind diese Brille aber auch besonders empfindlich. Wichtig ist auch eine gute Belüftung. Je geschlossener eine Brille ist, desto eher beschlägt sie. Die Brille sollte deshalb auch nicht zu nah am Gesicht sitzen.

Welche Eigenschaften sollte eine Brille für Wassersport haben?

Ein Brillenband mit einem kleinen Auftriebskörper ist die bestmögliche Absicherung deiner Sonnenbrille beim Wassersport.

Gerade für den Einsatz am und auf dem Wasser sind polarisierte Brillengläser absolut sinnvoll, um harte Reflektionen der Wasseroberfläche rauszufiltern. Einige Brillengläser (etwa von Bollé) sind auch mit einer wasser- und ölabweisenden Beschichtung ausgestattet. Die sorgt dafür, dass Wassertropfen möglichst schnell von den Brillengläsern abperlen und die Sicht nicht behindern. Der Rahmen sollte seitlich gut abschließen, um Streulicht von der spiegelnden Wasseroberfläche nicht umgehindert ins Auge gelangen zu lassen.

Sonnenbrillen schwimmen nicht. Um bei einer Kenterung (mit dem Kanu oder auch mit der Segeljolle) und bei ruckartigen Bewegungen die Brille nicht zu verlieren, solltest du sie immer mit einem Brillenband am Kopf sichern. Bei wassersporttauglichen Brillen zum Beispiel von Julbo oder auch Bollé ist ein Band häufig schon dabei, ansonsten kann man das auch als Zubehör kaufen. Es gibt auch speziell schwimmfähige Bänder mit einem Auftriebskörper aus Schaum, die die Brille an der Wasseroberfläche halten.

Was sollte eine Wintersportbrille können?

Goggles bieten beim Skifahren den besten Schutz.

Bei Wintersportbrillen unterscheiden man zunächst zwischen geschlossenen Skibrillen (Goggles) und Sonnenbrillen, die auch für Schneeaktivitäten genutzt werden können. Auch bei bedecktem Himmel solltest du im Schnee eine Brille mit UV-Schutz tragen. Die Strahlung kommt durch die Wolken hindurch und wird zusätzlich vom Schnee reflektiert.

Ski alpin

Skibrillen bieten den besten Schutz gegen kalten Fahrtwind und hoher UV-Strahlung bei gleichzeitig bestmöglicher Rundumsicht. Weil Goggles sehr ausgetüftelt belüftet sind, beschlagen sie nicht so schnell (außer bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit) wie etwa eine normale Sonnenbrille in der gleichen Situation. Besonders bei schlechtem Wetter und Schneefall führt kein Weg an einer Skibrille vorbei. Goggles bieten auch einen gewissen Schutz bei Stürzen und vor Ästen bei einer engen Waldabfahrt. Für alpines Skifahren raten wir dir deshalb zu einer klassichen Skibrille.

Winterwandern

Die Brillen müssen in etwa das Gleiche leisten, wie normale Sonnenbrille fürs Wandern und Trekking im Sommer auch – nur eben mit dunkleren Scheiben (mind. Kategorie 2-3) um die Reflexionen vom Schnee abzumildern. Eine Polarisation hilft die Reflexionen weiter reduzieren und erhöht den Kontrast auf Schneeoberflächen zusätzlich. Wer einen noch besseren Schutz will, greift zu einer Gletscherbrille.

Langlauf

Hier ist eine gute Balance zwischen Belüftung (damit sie bergauf nicht beschlägt) und Schutz vor UV-Strahlung und Zugluft (in der Abfahrt tränen sonst schnell die Augen) wichtig. Ein dunkles Glas schützt die Augen vor den hellen Schneereflexionen. Optional greifst du zu polarisierten Brillengläsern.

Skitour

Ähnlich wie beim Langlauf ist für den anstrengenden Aufstieg eine gute Balance zwischen Belüftung und UV-Schutz wichtig. Dunkle Gläser (Kategorie 2-3) und eine optionale Polarisation reduzieren die Reflexionen im Schnee. Je höher und je länger du unterwegs bist, desto mehr ist ein dunkle Gletscherbrille (Kategorie 4) mit seitlichem Schutz gegen Streulicht sinnvoll.

Bei schönem Wetter fahren viele Skitourengeher oft auch mit Sonnenbrille ab, du solltest zur Sicherheit und für Schlechtwettereinbruch aber auch eine Goggle (evtl. mit gelbem/orangen Glas für mehr Kontrast im Nebel) im Rucksack haben.

Wie finden Brillenträger eine passende Sonnenbrille?

Bei Globetrotter führen wir nur normale Sonnenbrillen ohne optische Korrekturmöglichkeiten. Wenn du Kontaktlinsen tragen kannst, ist das die beste Kombination. Ein Ausnahme ist die Overview II von Alpina, die passt auch über eine normale Korrekturbrille.

Tipp: Wer keine Kontaktlinsen tragen kann, sollte zum Optiker gehen und sich dort eine Sonnenbrille mit geschliffenen Gläsern anpassen lassen.

Wie sollte ich eine Sonnenbrille reinigen?

Die mitgelieferten Mikrofaserbeutel sind Kratzschutz und Putztuch in einem.

Am besten reinigst du deine Sonnenbrille mit lauwarmem Wasser und maximal etwas Spülmittel. Du solltest groben Dreck und Stau erstmal abspülen, ehe du deine Brillengläser weiter berührst. Ansonsten können Sand- und Staubkörner feine Kratzer auf dem Glas hinterlassen. Anschließend die Brille und die Gläser vorsichtig mit einem Brillentuch aus Mikrofaser (meist mitgeliefert) abtupfen. Metallscharniere der Brillenbügel kannst du von Zeit zu Zeit mit einem Tropfen leichtem Waffenöl geschmeidig halten.

Auf keinen Fall solltest du feuchte Brillenputztücher für deine Sonnenbrille benutzen. Der Kunststoff der Gläser (Polycarbonat) kann durch den Alkohol in den Tüchern matt werden. Auch eine oberflächliche Verspiegelung kann dadurch angelöst werden.

Achtung: Brillengläser mit (Antifog-)Beschichtungen auf der Innenseite müssen sehr vorsichtig gepflegt werden. Nur mit klarem Wasser abspülen und an der Luft trocknen lassen, maximal vorsichtig abtupfen, nicht reiben oder abwischen – sonst ist die Beschichtung weg.

Wann muss ich meine Sonnenbrille austauschen?

Kratzer im Brillenglas können bei Gegenlicht zu unangenehmen Reflexionen und schlechter Sicht führen. Aber hochwertige Brillen verlieren ihren UV-Schutz nicht durch ein paar Kratzer, der Schutz ist direkt ins Glas eingearbeitet. Bei günstigen Brillen (nicht im Globetrotter Sortiment) ist der UV-Schutz nur aufgedampft, die sollten mit Kratzern nicht mehr benutzt werden. Hat deine hochwertige Brille aber größere (oder viele) Kratzer im Blickfeld, kann das die Sicht und somit auch die Sicherheit beeinflussen. Du solltest dann die Gläser (wenn möglich) oder die ganze Brille austauschen.

Tipp: Um deine Gläser frei von Kratzern zu halten, die Brille möglichst immer vom Kopf direkt zurück in den Mikrofaserbeutel oder in ein Brillenetui. Beides wird bei vielen Brillen mitgeliefert. Wenn nicht, kannst du Brillenetuis auch als Zubehör erwerben.

Was kostet eine gute Sonnenbrille?

Gute Sonnenbrillen bekommst du ab etwa 50 Euro aufwärts. Darunter ist der UV-Schutz oft nur oberflächlich auf die Gläser aufgedampft, wenn die dann Kratzer bekommt, muss die Brille ausgetauscht werden. Im hochwertigen Bereich ist der UV-Schutz direkt im Brillenglas aus Polycarbonat eingearbeitet.

Text: Globetrotter
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