Kaufberatung Regenschutz

Egal ob auf Tour oder beim Pendeln: Zieht Regen auf, wird auch die Laune schlecht. In dieser Kaufberatung gibt’s Tipps und Tricks zur passenden Ausrüstung.

Warum sollte ich mich gegen Regen schützen?
Im deutschen Schnitt regnet es an knapp 140 Tagen im Jahr, dass du auf dem Weg ins Büro oder auch auf Outdoortouren einmal Wind und Wetter ausgesetzt bist, ist also klar. Wußtest du zum Beispiel, dass es in Essen, in der Staulage des Bergischen Lands 206 Tage in einem Jahr regnete? Aber schlechtes Wetter gibt es eigentlich nicht.

Wie meinst du das?
Total abgedroschen und doch so wahr: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur die falsche Kleidung zur falschen Aktivität. Bist du nass geworden, hinterfrage deine Ausrüstung und Ausstattung. Vielleicht muss deine Jacke neu imprägniert werden, ist nicht für einen schweren Rucksack geeignet oder es gibt einfach bessere Jacken zum Rad­fahren? Ausnahme: Regnet es auf Tour wirklich tagelang, kriecht die Feuchtigkeit irgendwann durch jede Ritze.

Schlechtes Wetter gibt es nicht – nur schlechte Kleidung.

Dann schützen wir uns gegen Nässe, womit fange ich an?
Unterschätztes Outdoor-Gadget bei Regenwetter, und mit besserem Klimakomfort als jede Jacke, ist der Regenschirm. Und im Gegensatz zu einer Regenjacke lässt du ihn einfach im Regen vor dem Zelt stehen. Die Sachen im Zelt bleiben so trocken. Bei Minizelten dient er sogar als kleine Apsis. Im Globetrotter Sortiment haben wir zahlreiche sehr robuste Schirme, die sind kein Vergleich mit den Schirmen der Discounter. Aber nun ernsthaft, auf Outdoortouren brauchst du beim Radeln, Klettern oder Kinderturnen freie Hände. Hier muss es eine Kombination aus Regenjacke und wahrscheinlich auch einer Regenhose sein.

Kaufberatung Regenschutz: Beschichtete Regenjacke

Das Spektrum im Globetrotter Sortiment bei Regenjacken ist groß. Zwischen knapp 100 Euro und 600 Euro kann ich ausgeben!
Genauso vielseitig wie unsere Kundschaft, ist unser Sortiment. Willst du eine Regenjacke haben, die du nur bei kurzen Schauern – als Backup – ohne Rucksack einsetzt, »reichen« beschichtete Jacken oder Membran-Jacken mit zwei oder zweieinhalb Lagen, da kannst du bereits für unter 100 Euro eine sehr brauchbare Jacke finden. Features, wie Zwei-Wege-Reißverschluß, Unterarmbelüftung oder verstellbare, helmtaugliche Kapuze findest du dann bei den teureren 3-Lagen-Highend-Hardshells. Nicht zu vergessen ist Baumwoll-Bekleidung, die mittels Wachs wasserdicht gemacht wird – das G-1000 von Fjällräven ist hier ein gutes Beispiel. Du solltest vor dem Kauf also wissen, was du mit deiner Regenbekleidung machen willst.

Kannst du mir das Prinzip Beschichtung erklären?
Wasserdichte Regen­bekleidung ohne Membran wird mittels Polyurethan-Beschichtung dauerhaft wasserdicht gemacht. Diese wird auf einen Trägerstoff aufgesprüht und ist im Vergleich zur Membran günstig. Durch moderne Herstellungsverfahren kann auch atmungsaktive beschichtete Regenbekleidung produziert werden.

Was kann eine Membran besser als Beschichtung und wie funktioniert sie?
Performance und Robustheit von beschichteter Bekleidung stehen hinter Membran-Bekleidung zurück. Bei schweißtreibenden Aktivitäten oder beim Tragen eines schweren Rucksacks ist eine atmungsaktive Membran-Jacke die bessere Wahl.

Die hauchfeinen Membranporen sind groß genug, um Schwitzfeuchtigkeit entweichen zu lassen. Für Regen sind sie wiederum zu klein. Damit der Transport der Wasserdampfmoleküle aus dem Bekleidungs­system an die Umgebung funktioniert, muss ein Druck- bzw. Temperaturgefälle zwischen innen und außen bestehen. Am meisten Wasserdampf wird bei niedrigen Außentemperaturen transportiert. In den Tropen ist bei regnerischen 35 °C eine Highend-Hardshelljacke deshalb relativ nutzlos.

Was gibt es für Unterschiede bei Membranen?

Gore-Tex war mit der PTFE-Membran der Vorreiter in dieser Technologie. PTFE steht für Polytetrafluorethylen – viel geläufiger ist jedoch der Markenname Teflon. In den letzten Jahren ist PTFE in Verruf gekommen, da beim Herstellungsprozess und bei der Verwertung umweltschädliche Stoffe entstehen. Diese Rückstände wurden inzwischen im Eis der Antarktis und auch im menschlichen Körper nachgewiesen. Ein sorgsamer Umgang mit den Rohstoffen im Herstellungsprozess, beziehungsweise ein Verzicht auf die umweltschädliche Stoffe bei der Produktion und ein fachgerechtes Recycling können die Umweltrisiken eindämmen. Viele Hersteller gehen noch einen Schritt weiter und setzen eine PU-Membran ein. Zu nennen sind zum Beispiel Jack Wolfskin mit Texapore, The North Face mit DryVent, Vaude mit Ceplex, Sherpa mit Himaltec, Patagonia mit H2No, Marmot mit MemBrain und Ortovox, Bergans und Direct Alpine, die auf Dermizax, eine von Toray entwickelte PU-Membran setzen.

Immer wieder taucht im Zusammenhang mit Membran das Wort Lagen oder Layer auf – kannst du das erklären?
Die Lagenanzahl – 2-, 2,5- oder 3-lagig – bestimmt die Performance und auch den Preis einer Hardshell. Bei 2-Lagen- Produkten bilden Oberstoff und Membran eine Einheit, das Futter oder Netz ist lose »eingehängt«. Bei 2,5 Lagen bilden Oberstoff, Membran und eine dünne Schutzschicht eine Einheit. Dies­e 2,5-Lagen-Produkte sind sehr leicht, haben ein kleines Packmaß und liegen angenehm auf der Haut. Sperriger, robuster und teurer sind 3-lagige Highend-Produkte. Oberstoff, Membran und Futter werden zu einer Schicht laminiert. Sie sind prädestinier­t für den alpinen Einsatz und die richtige Wahl, wenn du mit einem schweren Rucksack unterwegs bist. Der Oberstoff besitzt bei allen Modelen zusätzlich eine wasserabweisende Ausstattung – die DWR. Sie sorgt für den Lotusblüteneffekt.

Kaufberatung Regenschutz: DWR erklärt

Ist das nur schick oder hat das auch Funktion?
Wassertropfen dringen nicht in den Oberstoff ein, sondern perlen ab. Nur so kann eine unter­liegende Membran »atmen«. Lange waren DWR-Ausstattungen auf Basis von per- und poly­fluorierten Chemikalien (PFC) Stand der Technik. Da sie sich auswaschen, in der Natur anreichern und als gesundheitsschädlich gelten, setzen immer mehr Hersteller Alternativen ein. Die meiste Regenbekleidung im Globetrotte­r Sortiment ist mit PFC-freier DWR-Imprägnierung ausge­stattet. Um mit dem Label »Grünere Wahl« ausgezeichnet zu werden, muss die Bekleidung PFC-frei sein.

Kaufberatung Wetterschutz: Das Wetter in den Bergen ist unberechenbar, hier sollte der Regenschutz leicht sein und sich gut im Rucksack verstauen lassen.
Das Wetter in den Bergen ist unberechenbar, hier sollte der Regenschutz leicht sein und sich gut im Rucksack verstauen lassen.

Die DWR wäscht sich aus und ist nicht dauerhaft?
Da hast du recht. Hat sich die DWR-Ausstattung ausge­waschen, durchfeuchtet der Oberstoff deiner Regenbekleidung. Die Atmungsaktivität leidet und es bildet sich ein kaltes, feuchtes Gefühl auf der Haut. Kaputt ist deine Regen­klamotte nicht, sie muss nur neu imprägniert werden. Es hält sich auch das Gerücht, dass Membran-Bekleidung nie gewaschen werden sollte. Das ist falsch: Dein Schweiß setzt die Membran zu und die Performance leidet. Pflege und imprägniere deine Kleidung deshalb regelmäßig.

Kaufberatung Regenschutz: Wassersäule und RET-Wert

Gibt es noch weitere Kennzahlen, mit der ich Regenbekleidung vergleichen kann?
Da fällt mir die Wassersäule ein: Sie beschreibt, ab welchem Druck ein Material Wasser durchlässt. Ab 1500 mm Wassersäule gilt ein Stoff als wasserdicht. Hardshell-Laminate liegen in der Regel um 20  000 mm Wassersäule und darüber.
Außerdem gibt es noch den RET-Wert: Der Resistance to Evaporative Heat Loss steht vereinfacht für den Wasserdampfdurchlässigkeits­widerstand. Je geringer der Wert, dest­o besser ist der Transport von Wasserdampf durch das Material. Die besten Hardshells liegen bei RET-­Werten zwischen 0 und 6. 

Hast du noch einen letzten Tipp für Outdoorenthusiasten, die dem Wetter trotzen wollen?
Wenn ich noch einen Tipp in dieser Kaufberatung Regenschutz geben darf: Gummistiefel! Als Kind und zur Gartenarbeit trägt man sie. Warum nur da? Gummistiefel sind 100 % wasserdicht – solange man die Wattiefe nicht überschreitet, sehen stadttauglich aus und sind dank Naturkautschuk auch lange nicht mehr so miefig wie damals zu Kindheitstagen. Probier’s mal!

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