Kaufberatung Regenhosen

Hier erfährst du alles über Regenhosen: Von der Ausstattung über unterschiedliche Qualitäten bis hin zu unterschiedlichen Einsatzbereichen.

Viele grundlegende Informationen über die Wassersäule, Atmungsaktivität oder unterschiedliche Konstruktionen (2- oder 3-lagig) findest du ausführlich in der Kaufberatung für Regenjacken.

Kurz und knackig vorab

Kurze Begriffsklärung: Regenhosen und Hardshellhosen sind ein und dasselbe, die Begriffe werden synoym verwendet. Meist sind Regenhosen als wasserdichte Überhosen konzipiert, die du über deine Wanderhose drüberziehst. Am Ende findest du noch einen Absatz über wasserdichte Trekkinghosen.
Für Fahrradbekleidung haben wir eine gesonderte Beratung – dort geht es auch um Regenhosen speziell für den Einsatz auf dem Sattel.

Zum Einsatzbereich: Wie bei den Regenjacken auch, gibt es 2-, 2,5 und 3-lagige Regenhosen – und es gibt sie mit Membran und Beschichtung. Wie gesagt ist diese Thematik bei der Kaufberatung für Regenjacken ausführlich beschrieben. Die Essenz davon ist:

  • 3-lagige Regenhosen sind wesentlich stabiler und langlebiger als 2- oder 2,5-lagige
  • Regenhosen mit Membran (wie zum Beispiel Gore-Tex oder Futurelight) sind in der Regel langlebiger als solche mit Beschichtung
  • Für die Robustheit ist vor allem auch ein robustes Außenmaterial (wie ein stabiles Polyamid) ausschlaggebend

Was bedeutet wasserdicht eigentlich?

Ab einer Wassersäule von 1.300 mm gilt ein Material als wasserdicht. Die Angabe mit einer Wassersäule bedeutet, dass der Druck von 1.300 mm Wasser auf dem Material lasten kann, bevor das Material anfängt, undicht zu werden (und das wird tatsächlich in einer Säule gemessen – daher kommt der Name). 1.300 mm mögen viel klingen, sind es aber nicht unbedingt. Wenn du dich mit deiner Regenhose hinsetzt oder hinkniest, ist der Druck, der durch dein Körpergewicht auf dem Material lastet, bereits wesentlich höher als 1.300 mm. Deswegen kann es bei günstigen Regenhosen bzw. einer geringen Wassersäule dazu kommen, dass sie unter bestimmten Umständen undicht wird. Auch sehr starker Wind kann hier manchmal problematisch werden.

Eine Wassersäule von ca. 10.000 mm ist schon ein guter Wert, der für viele Freizeit- und Outdoor-Aktivitäten absolut ausreicht. Viele hochwertige Membranen haben eine Wassersäule, die nochmal deutlich höher ist. Gore-Tex liegt beispielsweise bei 29.000 mm.

Einsatzzweck deiner Regenhose

Um zu entscheiden, welche Regenhose die richtige für dich ist, solltest du wissen, was du mit deiner Regenhose machen möchtest und welche Bedingungen dort vorherrschen. Ob es also vielleicht ab und an regnen könnte oder ob du bei deinem Vorhaben ganz sicher davon auszugehen hast, dass es öfter regnet – und zwar nicht zu knapp …

Folgende Einsatzzwecke könnten möglich sein:

  • Freizeit (Hundespaziergang, Spielplatzaufenthalt, Festival etc.)
  • Wanderungen durch gemäßigtes Terrain
  • Wanderungen durch anspruchsvolles Terrain mit Felskontakt. Oder durch wegeloses Gelände oder zugewachsene Wegen mit Buschwerk
  • Außerdem ist die Frage, wie schweißtreibend deine Unternehmungen sind – wie atmungsaktiv die Regenhose also sein sollte
  • Camping/ Van Life
  • Für den Einsatz auf dem Rad gibt es spezielle Fahrrad-Regenhosen, die wir auch für’s Kanu fahren empfehlen. Wir haben eine gesonderte Kaufberatung über Fahrradbekleidung, bei der natürlich auch die speziellen Eigenschaften der Fahrradregenhosen erklärt werden.

Wann ist eine 3-lagige Hardshellhose die beste Wahl?

  • Im Winter beim Eisklettern oder auf Skitouren, wenn du konstant nasse Bedingungen und mitunter viel Reibung hast (bei trockenen Bedingungen sind winddichte, gefütterte Softshellhosen sehr gut geeignet). Speziell zum Thema Skitouren haben wir eine eigene Kaufberatung.
  • Bei Trekkingtouren mit sehr anspruchsvollem Gelände. Das können Felsen sein, die der Hose zusetzen, aber auch stabiles Buschwerk, wenn du ganz oder teilweise ohne Weg oder auf sehr zugewachsenem Weg unterwegs bist.
  • Wenn das Gebiet wirklich sehr nass ist und du davon ausgehen musst, fast deine gesamte Wanderung bzw. Trekkingtour in Regenhose zu bestreiten. Dann gilt: Je atmungsaktiver, desto besser. Hier könnte auch eine wasserdichte Trekkinghose interessant sein (also keine Überhose), dazu später mehr.
  • Wenn du mit Tieren (z.B. Hunden oder Pferden) arbeitest und/oder lebst.
  • Wenn du viel Kanu fährst und viele Tragepassagen hast, bei denen das Boot ggf an der Hose scheuert oder du durch Buschwerk trägst. Wenn du viel mit der Regenhose im Kanu sitzt macht es Sinn, dich bei den Fahrrad-Regenhosen umzuschauen. Diese sind am Gesäß verstärkt.

Hier eignen sich 2-lagige Hardshellhosen am besten

  • Bei allen sommerlichen Wanderungen und anderen Outdooraktivitäten, bei denen Regenbekleidung zur Standartausrüstung gehört und ein absolutes Muss ist, aber nicht immer gebraucht wird. Eine leichte, hochwertige Regenhose mit kleinem Packmaß ist dann optimal. Zum Beispiel die PreCip-Produkte von Marmot (2-lagig) oder die Regenhose von Frilufts (2,5-lagig) – absolute Klassiker in unserem Sortiment.
  • Wenn du im Frühjahr und Herbst unter moderaten Bedingungen auf Trekkingtour bist, also auf normal frequentierten, nicht zugewachsenen Wanderwegen, reicht eine 2 oder 2,5-lagige Hose aus.
  • Für viele andere Gelegenheiten, bei denen du gelegentlich eine Regenhose brauchen könntest: Festivals, Spaziergänge (mit Kind oder/und Hund), Camping, Paddeln etc.

Die Ausstattung von Regenhosen

All die aufgeführten Ausstattungsmerkmale sind optional zu betrachten. Du entscheidest, ob sie für dich interessant sind oder nicht.

  • Meist ist der Bund komplett elastisch, damit du unterschiedlich viele bzw. dicke Schichten unter der Regenhose tragen kannst. Oder aber, der Bund ist mit einem innen- oder außenliegenden Gürtel ausgestattet.
  • Ein Zwickel im Schritt sorgt für mehr Bewegungsfreiheit, das macht vor allem bei alpinen Wanderungen Sinn, wenn du also auch mal große Schritte machst oder hochsteigst.
  •  Eine vorgeformte Kniepartie erhöht ebenfalls die Bewegungsfreiheit.
  •  Sind die Regenhosen mit einem seitlichen Reißverschluss ausgestattet, wird das An- und Ausziehen erleichtert. Ist der Reißverschluss kurz (also nur im unteren Bereich der Unterschenkel), kannst du »normale« Schuhe anbehalten, wenn du die Regenhose überziehst. Bei einem durchgehenden 2-Wege Reißverschluss (vom Knöchel zum Bund) hast du gleich 2 Vorteile: 
    – Du musst selbst klobige Trekkingstiefel nicht ausziehen, wenn du die Regenhose schnell überziehen willst. Du musst den Reißverschluss nicht gänzlich öffnen, eben nur soweit, dass du mit Schuh komplett einsteigen kannst.
    – Du kannst den Reißverschluss von oben öffnen und hast so Zugriff auf die Taschen deiner Wanderhose.
  • Der Beinabschluss ist meist elastisch und/oder mit einem innenliegenden Schnürzug oder Druckknöpfen verstellbar (ist also enger bzw. kann enger gestellt werden) und liegt dann auf den Wanderschuhen auf. So wird definitiv verhindert, dass die Regenhose Bodenkontakt hat und unnötig dreckig wird.
    Tipp: Achte auf gut imprägnierte Wanderschuhe.
  • Sehr hochwertige Hardshellhosen (die auch als Skitourenhose verwendet werden) sind oft mit Hosenträgern, innenliegenden Gamaschen und einer verstärkten Knöchelinnenseite ausgestattet. Die verstärkte Innenseite dient als Kantenschutz. Die beiden anderen Merkmale verhindern ein Eindringen von Schnee.

Die richtige Größenwahl

Solltest du dich für eine Regenhose zum Drüberziehen entscheiden (was ja die gängigste Form ist), ist der weitere Schnitt bei der Größenangabe berücksichtigt. Du musst deine Regenhose also nicht größer kaufen – trägst du Größe M bleibt das auch bei deiner Regenhose so.

Von manchen Herstellern, wie zum Beispiel Vaude, haben wir Regenhosen in Kurz- oder Langgrößen im Sortiment. Das ist vor allem deswegen gut, weil du Regenhosen nicht kürzen kannst.

Übrigens: Sollte deine Regenhose auf Tour Schaden genommen haben, kannst du sie unterwegs eigenhändig mit wasserdichten Flicken reparieren. Für größere Anliegen kannst du deine Regenhose auch in unserer Werkstatt reparieren lassen.

Wasserdichte (Wander-)hosen

Generell werden Regenhosen meist als Überhose getragen, du ziehst sie also über deine normale (Trekking-) Hose drüber. So bist du maximal flexibel und kannst auf wechselnde Bedingungen gut reagieren. Es gibt aber auch Modelle, die als normale Hose geschnitten sind und in denen du einfach etwas »angezogener« aussiehst, weil diese Hosen besser sitzen. Es sind meist 2-lagige Hosen mit einem sehr hautfreundlichen Futter, das sich sehr angenehm auf der Haut trägt.

Du kannst diese Hosen zum Beispiel für moderatere Wanderungen und Trekkingtouren unter besonders nassen Bedingungen anziehen, bei denen du nicht davon ausgehst, ohne Regenhose zu wandern (Irland oder Schottland unter unglücklichen Bedingungen zum Beispiel). Bedenke aber, dass eine wasserdichte Hose niemals so atmungsaktiv sein kann wie eine normale Trekkinghose. Wenn das Wetter dann trockener oder wärmer sein sollte als erwartet, wird die wasserdichte Wanderhose zu warm sein.

Richtig gut geeignet sind diese Hosen, wenn du für tägliche, ausgedehnte Hundespaziergänge oder Spielplatzaufenthalte unter nassen Bedingungen keine (meist etwas sackig sitzende) Regenhose überziehen möchtest.
Oder wenn du einen Job hast, wo du auch bei Regen viel im Wechsel drinnen (im Auto) und draußen bist. Als Biologe, Ranger oder ähnliches. Oder wenn du als Ornithologie unterwegs bist und du zum einen mindestens genauso viel stehst wie gehst – und du eine Hose brauchst, die wenig raschelt.

Text: Globetrotter
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