Kaufberatung Langlauf-Ausrüstung

Egal ob klassisch oder Skating – Langlaufen ist die perfekte Ausdauer-Sportart, um im Winter fit zu bleiben und die winterliche Natur zu genießen. Die wichtigsten Fragen zur richtigen Hardware klären wir in unserer Kaufberatung.

Inhalt:

Welche Langlauf-Technik ist die richtige für mich?
Wie finde ich den passenden Langlauf-Ski?
Das A und O: ein bequemer Schuh
Worauf ist bei der Bindungswahl zu achten?
So findest du die richtige Stocklänge

Welche Langlauf-Technik ist die richtige für mich?

Der klassische Stil ist die einfachste Art der Fortbewegung auf Skiern. Er ähnelt mit seinen diagonalen Arm- und Beinbewegungen dem Gehen und stellt so die geringsten motorischen Anforderungen. Obwohl man auch in der klassischen Technik sehr sportlich unterwegs sein kann, ist sie am besten für Einsteiger und Gelegenheitsläufer geeignet. Gelaufen wird in der Regel in gespurten Loipen, aber auch Ausflüge ins Gelände sind mit klassischen Langlaufski (etwas breitere Cruiser bzw. Touring-Modelle) möglich. Wer jedoch vornehmlich querfeldein unterwegs sein möchte, wird bei Backcountry-Ski fündig. 

Wenn du schon Inlineskaten oder Eislaufen kannst beziehungsweise über eine solide Grundkondition verfügst, kannst du dich auch gleich an die Skating-Technik wagen: Auf präparierten Loipen erfolgt der Abdruck über die Innenkanten des Skis – diese Technik ist besonders in Anstiegen deutlich anspruchsvoller, erlaubt aber eine größere Dynamik und höhere Geschwindigkeiten.

Wie finde ich den passenden Langlauf-Ski?

Die Skilängenempfehlung für den klassischen Stil liegt bei 10 – 25 cm (bei gutmütigeren Touring-Ski 0 – 10 cm) über der Körpergröße. Die Breite liegt bei etwa 42 bis 45 mm beziehungsweise bei 45 bis 50 mm bei Touring-Ski. Diese etwas breiteren Modelle passen noch in die Loipe, erhöhen durch die größere Auflagefläche aber den Aktionsradius im freien Gelände.

Alle Langlaufski haben zudem eine dem Körpergewicht angepasste Vorspannung, welche für ein optimales Verhältnis zwischen Abstoß- und Gleitphase sorgt. Ob die Vorspannung zum eigenen Körpergewicht passt, zeigt der sogenannte »Papiertest«: Auf einem planen Untergrund steht der Läufer mit beiden Beinen auf den Skiern. In dieser Position sollte man auf Höhe der Schuhspitze ein Blatt Papier unter beiden Skiern durchziehen können. Belastet der Läufer einbeinig, sollte das Papier nicht mehr zu bewegen sein. Natürlich geben wir aber bei jeder Skilänge auch den passenden Gewichtsbereich an.

So ist gewährleistet, dass der Ski beim Abstoß wirklich durchgedrückt werden kann, die Vorspannung gleichzeitig aber groß genug ist, dass man in der Gleitphase nicht mit der Steigzone bremst. Diese befindet sich unter der Bindung und sorgt für den nötigen Grip beim Abdruck. Entweder durch nach hinten abgeschrägte Schuppen, ein spezielles Steigfell oder Wachs. Sorglos bist du mit einem Schuppen-Ski unterwegs, da hier die Steigzone in der Konstruktion quasi integriert ist. Auch Steigfelle (meist aus Mohair oder Mohair-Mix) sind sehr pflegeleicht und universell bei allen Bedingungen einsetzbar. Sie müssen nur gelegentlich imprägniert und nach dem Laufen getrocknet beziehungsweise ausgebürstet werden. Experten, die für jede Schnee- und Temperataurabstufung die maximale Performance wollen, können auch auf Wachs-Ski zurückgreifen. Hier ist jedoch der Präparationsaufwand deutlich höher. Mehr zum perfekten Setup findest du in unserer Kaufberatung Pflege- und Service für Langlauf- und Backcountry-Ski.

Grundsätzlich gilt: Anfänger brauchen eine größere und ausgeprägtere Steigzone als fortgeschrittene Läufer, deren Abdruck kraftvoller und exakter ist.

Der dynamische, sportive Skatingstil wird auf entsprechend präparierten Strecken ausgeübt. Für ein optimales Handling empfiehlt sich ein etwas kürzerer Ski mit einem härteren Kern, um mit dem impulsiven Abdruck in eine effiziente Gleitphase überzugehen. Anders als bei klassischen Langlaufski gibt es keine Steigzone, die mit Gleitwachs präparierte Lauffläche ist durchgängig, der Vortrieb wird über einen dynamischen Abdruck über die Skikanten erzeugt. Die Längenempfehlung für Skatingski liegt bei 0 – 10 cm über der Körpergröße, die Breite entspricht in etwa der klassischer Langlaufski.

Das A und O: ein bequemer Schuh

Beim Langlauf müssen Ski, Schuh und Bindung aufeinander abgestimmt sein. Zwar hat sich die Kompatibilität der verschiedenen Standards seit einer Herstellereinigung auf eine Bindungsnorm deutlich verbessert, trotzdem sind noch nicht alle Marken und Systeme miteinander kombinierbar. Da man nur mit einem bequemen, gut sitzenden Schuh auf Dauer Spaß in der Loipe hat, sollte man stets zuerst den passenden Stiefel auswählen und erst danach schauen, welche Bindung kompatibel ist. 

Langlaufschuhe für die klassische Technik zeichnen sich durch eine relativ weiche Sohle aus, welche beim Abrollen des Fußes im Schuh einen optimalen Abdruck unter dem Ballen erzielt. Je nach Komfortbedürfnis sind die Schuhe mehr oder weniger gepolstert und wärmeisoliert. Je sportlicher die Ambitionen, desto reduzierter der Schuh.

Skatingschuhe haben aufgrund des gesamtflächigen Abdrucks des Schuhs vom Ski eine torsionsfeste, verwindungssteife Sohle. Der seitliche Abdruck wird durch eine Gelenksmanschette unterstützt. Das Sohlensystem der Skatingschuhe ist – wie bei den Klassikschuhen – auf die jeweiligen Bindungssysteme angepasst. 

Viele moderne Langlaufschuhe lassen sich obendrein in der Filiale für eine perfekte individuelle Passform thermisch formen.

Fischer Sports

Worauf ist bei der Bindungswahl zu achten?

Wie gesagt – nicht jede Kombination von Schuh und Bindung ist technisch umsetzbar beziehungsweise sinnvoll. Um dir die Auswahl zu erleichtern, sind bei unseren Skischuhen und Bindungen immer die jeweiligen Bindungstypen angegeben. Die Funktionsweise ist bei allen Varianten ähnlich, das persönliche Niveau spielt bei der »Systemfrage« allenfalls eine untergeordnete Rolle. Sowohl bei klassischen Langlauf– als auch bei Skating-Bindungen wird zwischen folgenden Bindungstypen unterschieden:

  • Turnamic
    Die modernen Turnamic-Bindungen von Fischer sind auch mit Prolink- und NNN-Sohlenprofilen kompatibel. Um sie flexibel auf deinen Laufstil abzustimmen, kannst du die Bindungen in sieben Stufen zum Schwerpunkt des Skis anpassen. Die Bindung kann werkzeuglos auf der Grundplatte verschoben werden. 
  • Prolink
    Das Prolink-Bindungssystem von Salomon basiert auf einer extra niedrig profilierten Führungsplatte mit einem Steg, die auf den Ski geschraubt wird. Durch den minimalen Abstand zum Schuh werden ein besseres Gefühl für den Untergrund und eine effizientere Kraftübertragung beim Abstoß erreicht. Ein weiterer Pluspunkt: das Prolink-System ist mit dem Turnamic-System von Fischer kompatibel. 
  • SNS Profil und SNS Pilot
    Das SNS-Profil-System (Salomon Nordic System) ist mit einem 26 mm schmalen Metallstift unter der Schuhspitze sowie einer langen Führungsschiene versehen, die bis zur Ferse reicht. Das SNS-Pilot-System hingegen hat einen zweiten Metallstift im Vorderfußbereich, wodurch mehr Sicherheit und Kontrolle über den Ski erreicht werden. Grundsätzlich lässt sich ein SNS-Pilot-Schuh auch mit einer SNS-Profil-Bindung kombinieren, da diese eine schmale Aussparung für den zweiten Metallsteg hat. Eine Kombination von SNS-Profil-Schuh mit SNS-Pilot-Bindung ist jedoch nicht möglich.
  • NNN
    Das NNN-System (New Nordic Norm) von der Firma Rottefella ist vor allem in Skandinavien weit verbreitet. Auch hier rastet ein Metallstift (31 mm breit) unter der Schuhspitze in die Bindung ein. Eine keilförmige Doppelnut im Ballenbereich macht den Unterschied zum SNS-System offensichtlich. Beide Systeme sind nicht untereinander kompatibel.

So findest du die richtige Stocklänge

Anders als beim Schneeschuhwandern oder Skitourengehen kommen beim Skilanglauf Festlängenstöcke zum Einsatz. Sie sind leichter als Teleskopstöcke und zeichnen sich durch ein besseres Schwungverhalten aus. 

Die Faustformel für die richtige Stocklänge lautet:

  • Klassische Technik: Körpergröße in Zentimetern x 0,84 (Achsel bis Schulter)
  • Skating-Technik: Körpergröße in Zentimetern x 0,89 (Kinn bis Nase)

Sportive Läufer runden auf die nächste Stocklänge auf, Freizeitläufer ab. Bei Skirollern und Inlineskates muss die erhöhte Standposition von etwa fünf bis 10 Zentimetern beachtet werden, zudem empfiehlt sich hier ein Stock mit Hartmetallspitze.

Fischer Sports
Text: Globetrotter, Philip Baues
Impressum | Mediadaten