Kaufberatung Kletterhelme

Der Kletterhelm gehört zu den wichtigsten Ausrüstungsteilen beim Felsklettern. Wir erklären dir, worauf du beim Kauf achten solltest.

Hartschale, Inmold oder Hybrid – Kletterhelme unterscheiden sich voneinander doch mehr, als man meint und viele Begriffe sind einem außerhalb der Kletterszene überhaupt nicht geläufig. Dabei gehört der Kletterhelm zu den wichtigsten Ausrüstungsteilen beim Felsklettern. Wir wollen deshalb Licht ins Dunkel bringen und dir hier kurz und knapp erklären, worauf du beim Kauf deines neuen Kletterhelmes achten solltest. Ein Tipp schon einmal vorab: Die Farbwahl sollte das letzte Kaufkriterium sein!

Wovor schützen Kletterhelme?

Wann muss ich meinen Kletterhelm tragen?

Du solltest deinen Kletterhelm immer dann tragen, wenn du draußen am Fels kletterst. Oftmals sieht man Sportkletterer ohne Helm in der Wand, aber auch bei vermeintlich sicheren Routen kann sich Fels, Geröll oder auch im schlimmsten Fall eine Sicherung lösen und dir auf den Kopf fallen. Das gilt natürlich ebenso für die Sicherungsperson. In vielen Kletterrouten kann man sich beim Klettern an Felsvorsprüngen unangenehm den Kopf anstoßen, auch hier leistet der Kletterhelm gute Dienste.

Was für Kletterhelme gibt es?

Kletterhelme unterscheiden sich in erster Linie in ihrer Herstellung und in ihrem Material. Diese Unterschiede sind oftmals schon auf den ersten Blick zu erkennen. Man unterteilt Kletterhelme daher in drei Unterkategorien:

1. Hartschalenhelm

Der Hartschalenhelm ist wohl das bekannteste Modell. Dieser klassische Bergsteigerhelm schützt dich am besten vor Eis- und Steinschlag von oben. Der Helm besteht komplett aus schlagfestem Hartplastik (wie Polycarbonat oder ABS) und ist dadurch besonders robust. Die bei einem Schlag einwirkenden Kräfte werden über ein Gurtbandsystem im Helminneren verteilt und abgemildert. Im Vergleich zu den anderen beiden Helmarten ist er auch unempfindlicher im Transport. Dafür ist er aber auch am schwersten. Hartschalen-Kletterhelme werden insbesondere zum Bergsteigen, Klettersteiggehen und Eisklettern genutzt. In Kürze haben wir Hartschalenhelme wieder im Sortiment.

Edelrid Ultralight Kletterhelm
Edelrid Ultralight.

2. Inmold-Helm

Der Inmold-Helm besteht aus einem Styropor-artigen, harten Schaum (EPS oder EPP), der direkt in eine Kunststoffform gespritzt wird. Bei einer äußeren Krafteinwirkung verformt sich der Schaum und leitet so die Energie ab. Im Vergleich zum Hartschalenhelm bietet der Inmold-Helm durch die leichtere Bauart in der Regel einen schlechteren Schutz vor Krafteinwirkung von oben. Die oftmals großen Belüftungsöffnungen der Helme bieten kleinen Steinen die Möglichkeit zum Kopf durchzudringen. Dafür bieten einige Inmold-Helme einen besseren Schutz vor seitlicher und rückwärtiger Krafteinwirkung. Hier ist das Vorhandensein von seitlichen Abdeckungen entscheidend. Da der Inmold-Helm durch seine Bauweise extrem leicht ist, kommt er bevorzugt beim Sportklettern zum Einsatz. Ein beliebtes Modell welches sich auch gut zum (Ski-)Bergsteigen nutzen lässt, ist der Petzl Meteor Inmold-Kletterhelm.

Petzl Meteor Kletterhelm
Petzl Meteor.

3. Hybrid-Helm

Der Hybrid-Helm ist eine Mischung aus Inmold- und Hartschalenhelm. Das macht ihn zu einem guten Allrounder. Beim Hybrid-Helm wird der Hartschaum mit einer Hartschale (oftmals aus ABS) gepaart. Diese kann den ganzen Helm umfassen oder auch nur im oberen Bereich über der Schädeldecke verarbeitet sein. Damit bietet dieser Kletterhelm einen guten Kompromiss aus Leichtgewichtigkeit und Robustheit. Zu den bekanntesten Allroundern gehören z.B. der Petzl Boreo Kletterhelm und der Zodiac von Edelrid.

Edelrid Zodiac
Haricot-Vert Fotodesign GbR Edelrid Zodiac.

Welche Ausstattungsmerkmale haben Kletterhelme?

Welcher Kletterhelm passt mir am besten?

Wie muss ein Kletterhelm sitzen?

7. Komfort-Dauertest: Ein Kletterhelm wird oft für viele Stunden nicht abgenommen und sollte darum ein wirklich angenehmes Tragegefühl bieten. Darum raten wir dir zu guter Letzt, den Kletterhelm zu Hause mal eine Weile auf dem Kopf zu lassen, um sicherzugehen, dass er sich auch auf Dauer gut trägt.

Der Helm deiner Wahl erfüllt alle obengenannten Punkte und Kriterien? Dann wünschen wir dir viel nun Spaß und Freude beim Klettern mit deinem neuen Helm.

Wann muss ich meinen Kletterhelm austauschen?

Kletterhelme haben in der Regel ein Ablaufdatum, welches im Helm notiert ist. Wenn dieses Ablaufdatum überschritten ist, solltest du den Helm zügig austauschen. Ist kein Datum angegeben, lautet die Faustregel nach vier Jahren. Benutzt du deinen Kletterhelm intensiv, solltest du ihn aber schon früher, ca. nach zwei Jahren, erneuern. Nach einem Sturz oder Steinschlag musst du deinen Kletterhelm sofort austauschen, auch wenn äußerlich keine Schäden sichtbar sind. Feine Haarrisse machen den Helm unbrauchbar, werden aber oft übersehen.

Tipp: Packe deinen Helm nie unten in den Rucksack und vermeide es, ihn beim Zustieg gegen Felsblöcke baumeln zu lassen. Denn sonst hat dein Helm schon die Belastung eines Steinschlages erlebt, bevor du losgeklettert bist.

Was bedeutet MIPS?

Text: Globetrotter
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