Kaufberatung Insektenschutz

Du musst nicht in ferne Länder reisen, um mit stechenden Plagegeistern in Kontakt zu kommen. Mücken, Zecken und andere stechende Insekten gibt es auch hierzulande. Wir verraten, was du dagegen tun kannst – zu Hause und auf Reisen.

Wie kann ich mich effektiv vor Mücken und anderen stechenden Insekten schützen?

Erstmal ist es tatsächlich ratsam, selbst in Deutschland, bzw. Europa, etwas achtsam mit stechenden Insekten zu sein. Denn auch Zecken können, wie ja weitestgehend bekannt, Krankheiten übertragen.

Am häufigsten sind immer noch Mücken anzutreffen und so harmlos der Stich (hierzulande) eigentlich ist – jeder kennt die Situation, wenn jegliche Erholung aufgrund der sirrenden und stechenden Begleitung gänzlich unmöglich scheint. Was also hilft? Wie sieht guter Mückenschutz aus?

Mücken fühlen sich von Schweißgeruch angezogen, häufiges Duschen hilft. Auch der Geruch von getragen Socken ist offenbar besonders anziehend, tägliches Socken wechseln hilft ebenfalls. Ein kleiner Extra-Tipp: Auch die Schuhe durch auslüften und einsprühen »frisch« halten hilft dabei.

Für einen effektiven Schutz haben wir unterschiedliche Produkte im Sortiment. Auf der einen Seite hilft stichdichte Bekleidung, auf der anderen Seite sind es chemisch behandelte Produkte, die verhindern, dass dir die ungebetenen Gäste überhaupt zu nahekommen.

Überblick: Insektenschutz durch Bekleidung

Als Grundregel gilt: Um für Mücken weniger attraktiv zu sein, sollte die Bekleidung möglichst hell sein. Mücken werden von dunkler Bekleidung stärker angezogen als von heller. Durch dünne Bekleidung stechen Mücken problemlos hindurch, also stimmt zwar der Tipp, die Haut mit langen Hosen und Shirts möglichst bedeckt zu halten – aber es muss eben auch das richtige Material sein.

Ein sehr effektiver Mückenschutz ist (nahezu) stichdichte Bekleidung. Es gibt zwei Arten von nahezu stichdichter Kleidung. Entweder wird die stichdichte Eigenschaft durch dichtes Gewebe oder durch eine chemische Ausrüstung erreicht, dazu mehr im nächsten Absatz. Hier erstmal die Auflistung, welche Produkte es gibt:

  • Kopfbedeckung (Hüte oder Caps), sehr effektiv sind die mit integriertem Moskitonetz
  • Für den Hals hilft ein Multifunktionstuch oder Hemd bzw. Bluse mit aufklappbarem Kragen
  • Shirts (praktisch sind Shirts mit Kapuze)
  • Blusen oder Hemden, am besten mit langen Ärmeln
  • Dünne Pullis
  • Dünne Übergangsjacken zum Überwerfen am Abend
  • Lange Hosen für Damen und Herren. Optimalerweise solche, bei denen du die Hosenbeine per Schnürzug oder Druckknopf enger stellen kannst. Natürlich kannst du auch einfach die Hosenbeine in die Socken stecken (wenn du stichdichte Socken trägst)
  • Socken
  • Festes, geschlossenes Schuhwerk. Sehr effektiv sind hier Wüstenstiefel, da der hohe Schaft (optimaler Weise aus einem festen, aber luftigen Canvas Gewebe) gleich die gerne gestochenen Knöchel schützt. Der Klassiker aus luftigem Baumwollmaterial sind die Wüstenstiefel von Aigle. Recht neu sind die Schuhe von Craghoppers, die zusätzlich noch mit NosiLife ausgestattet sind.

Wie funktioniert stichdichte, mückenabweisende Bekleidung?

Hier gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder ist die Bekleidung durch das eng gewebte und eher feste Material stichdicht oder chemisch ausgerüstet und dadurch insektenabwehrend.

1. Eng gewebtes Material

Eines der bekanntesten nahezu stichdichten Materialien ist das Mischgewebe G-1000 von Fjällräven. Der dicht gewebte Stoff sorgt dafür, dass Mücken (und in der Regel auch andere Stechinsekten) nicht durch das Material hindurchstechen können. Aber Achtung: G-1000 gibt es in fünf unterschiedlichen Varianten, nicht jede ist mückendicht!

Mückendicht

  • G-1000 classic: der eng gewebte, gewachste Klassiker mit vollumfänglichem Schutz vor Mücken und »Wetter«.
  • G-1000 silent: aufgeraut und dadurch weich und »lautlos«, enge Webart und Wachs sorgen für hochwertigen Schutz gegen Mücken und Wetter.
  • G-1000 heavy duty ist zwar mückendicht, das sehr dicke, feste Material wird aber in erster Linie für Rucksäcke und Taschen eingesetzt. In der Bekleidung kommt es manchmal an verstärkten Zonen zum Einsatz.

Nicht Mückendicht

  • G-1000 lite: nur leicht gewachst, etwas dünnerer und lockerer gewebter Stoff, atmungsaktiv.
  • G-1000 air: nicht gewachst, sehr lockere Webart, sehr atmungsaktiv.

Die Formulierung »nahezu stichdicht« wählen wir, weil kein 100-prozentiger Schutz suggeriert und gewährleistet werden kann. Denn auch, wenn G-1000 Bekleidung einen wirklich effektiven Schutz vor Insektenstichen bietet, eine besonders einfallsreiche oder willensstarke Mücke gibt es immer …

Einziges Manko ist, dass die stichdichten Varianten von G-1000 nicht übermäßig luftig sind und somit für wirklich heiße Temperaturen eher ungeeignet sind. Da kommt die zweite Variante ins Spiel:

2. Chemisch ausgerüstetes Material

Wir führen chemisch ausgerüstete Bekleidung von Royal Robbins (Bug Barrier) und Craghoppers (NosiLife). Beide Ausrüstungen funktionieren nach dem gleichen Prinzip. Die Wahrscheinlichkeit, gestochen zu werden, wird um 90 % reduziert!

Der Wirkstoff, das Insektizid Permethrin, wird dauerhaft in die gesamte Faser eingearbeitet (nicht nur aufgesprüht). Diese Vorgehensweise sorgt dafür, dass der Wirkstoff dauerhaft in der Faser bleibt, sich also nicht auswäscht. NosiLife garantiert einen Schutz über die gesamte Lebensdauer des Produktes, Royal Robbins mit Bug Barrier spricht von einem Schutz, der ca. 70 Wäschen andauert (was in etwa auch der Lebensdauer eines Produktes entspricht).

Permethrin ist nicht unumstritten. Einige Experten schätzen Permethrin in dieser Form als völlig unbedenklich ein, andere sind der Meinung, dass unter anderem Hautreizungen auftreten können. Für Insekten ist Permethrin ein Kontaktgift.

Wir empfehlen dir, die Produkte dann zu tragen, wenn du damit eine andere Gefahr minimieren kannst: Die, dich mit einer gefährlichen Tropenkrankheit wie zum Beispiel Malaria, Gelbfieber, Dengue oder dem Zika-Virus anzustecken.

Welche weiteren Produkte gibt es als Mückenschutz bzw. Insektenschutz?

Neben der Bekleidung gibt es natürlich weitere Utensilien in unserem Sortiment, die dir das Leben leichter machen:

  • Moskitonetze für dein Bett – in tropischen Gebieten sind Moskitonetzte ein absolutes Muss, in besonders mückenreichen Jahren können sie aber auch in Europa das Leben erleichtern. Während für Deutschland ein relativ grobes Mückennetz oft ausreicht, ist für Gebiete mit vielen Gnitzen und anderen winzig kleinen Stechinsekten die Maschengröße entscheidend. Die Maschenweite ist bei uns am Produkt angegeben, je höher die Zahl, desto besser/feinmaschiger ist das Moskitonetz. Die WHO empfiehlt eine Maschenweite von mindestens 156 sq für Malariagebiete. Je feinmaschiger das Moskitonetz, desto schlechter ist allerdings auch die Luftzirkulation.Es gibt imprägnierte und nicht-imprägnierte Moskitonetzte. Die Imprägnierung ist dann ratsam, wenn du entweder aufgrund von Platzmangel oder als unruhige SchläferIn Gefahr läufst, direkt am Netz anzuliegen. Bei direktem Kontakt mit dem Moskitonetz können die Mücken durch die Löcher des Netzes hindurchstechen.
  • Schlafsack Inlets mit mückenabwehrender Ausrüstung
  • Anti-Mückenspray (mit oder ohne DEET) für die Haut mit mehreren Stunden Wirkungszeit
  • Anti-Mückenspray für die Bekleidung, wenn du keine stichdichte Bekleidung trägst (hinterlässt keine Flecken!)
  • Düfte (Kerzen oder Räucherspiralen)
  • spezielle Laternen
  • Praktischer Tipp für den Bulli: Mücken mögen kein Lavendel. Also immer getrocknetes Lavendel oder ätherisches Öl dabeihaben und im Bulli verteilen. Lavendel- & Minzöl im Kühler hilft übrigens auch gegen Mäuse …

Mückensprays mit und ohne DEET

Mückensprays mit dem chemischen Wirkstoff DEET (Diethyltoluamid) gelten als besonders effektiv, sind aber umstritten. DEET steht unter anderem im Verdacht, Allergien auszulösen und reizt Augen und Schleimhäute. Achtung: Als Lösungsmittel greift es Kunstfasern, Kunststoffe und Leder an.

Wie es genau auf Insekten wirkt, ist noch nicht abschließend geklärt, es geht aber in jedem Fall um den Geruch von DEET, der eine Wirkung auf die Insekten hat. DEET wirkt gegen eine Vielzahl von Stechinsekten, ist bei Zecken allerdings nicht wirksam. Es gibt Sprays mit unterschiedlich hohen Konzentrationen, die Range reicht von 20–50 %.

Bei DEET gilt es vermutlich, die unterschiedlichen Risiken abzuwägen. Möchte ich in Europa »nur« lästige Mücken abwehren, oder möchte ich mich in tropischen Ländern vor Malaria oder anderen tropischen Krankheiten schützen? Geht es in malariafreien Gebieten wie Europa und Nordamerika um ein paar nervige Mücken, oder darum, dass ich mich ohne effektiven Schutz nicht Draußen aufhalten kann?

DEET gilt weltweit als das wirksamste Mittel gegen Stechinsekten und wird von der WHO für tropische Gebiete empfohlen.

Es gibt außerdem Produkte mit dem chemischen Wirkstoff Icaridin. In Deutschland und Europa ist zu berücksichtigen, dass der Wirkstoff Icaridin auch gegen Zecken wirkt. Außerdem greift Icaridin im Gegensatz zu DEET keine Kunststoffe an. Und dieser Wirkstoff ist laut dem Deutschen Tropeninstitut auch für Schwangere und Kinder geeignet.

Ökologische Anmerkung: Es wurde herausgefunden, das Icaridin bereits in geringen Dosen Lurch-Larven in Gewässern tötet, bzw. zu Fehlbildungen führt. Der Wirkstoff gelangt über das Abwasser in die Umwelt und wirkt dort bereits in Kleinstmengen.

Viele andere Sprays basieren auf der Wirkung ätherischer Öle und wirken bei verschiedenen Menschen unterschiedlich gut. Grund ist, dass jeder Mensch einen individuellen Geruch hat, der sich mit dem Geruch der ätherischen Öle kombiniert – und das führt dann entweder zum Erfolg, oder eben auch nicht. Mehr als ausprobieren kann man nich t…

Manchmal wird empfohlen, Mückensprays direkt vor Ort zu kaufen, weil diese dann besonders gut auf die lokalen Mücken abgestimmt sein können. Das kann so sein, muss es aber nicht. Falls du vor Ort zeitnah nichts bekommt, ist es auf jeden Fall hilfreich, etwas im Gepäck zu haben. Und wenn du ein für dich wirksames Mittel gefunden hast, ist es ebenfalls ratsam, dieses im Gepäck zu haben.

Solltest du sowohl Sonnencreme als auch Mückenspray verwenden, gilt folgende Regel: Erst Sonnencreme auftragen, der Sonnencreme Zeit zum Einziehen geben und erst dann den Mückenschutz auftragen! Ansonsten übertüncht der Geruch der Sonnencreme den des Mückensprays – keine gute Idee …

Besonders effektiv ist natürlich die Kombi aus Körperspray und langer Bekleidung, die mit Kleiderspray eingesprüht wurde.

Wann und wo sind Mücken am aktivsten?

WM

In Europa und Nordamerika sind Mücken im Frühsommer sehr aktiv – nach dem ersten Frost (in Skandinavien also schon ab frühem September) ist die Mückensaison definitiv vorbei. Mücken überleben die kalten Nächte nicht. Oft sind die Mücken in den frühen Morgenstunden weniger aktiv, in den Abendstunden sind sie sehr aktiv.

In tropischen Gebieten ist es von Mückenart zu Mückenart und Region zu Region unterschiedlich. Sowohl was die Jahreszeit, als auch was die Tageszeit angeht. Informiere dich unbedingt über dein konkretes Reiseziel.

Stehende Gewässer sind wahre Magneten für Mücken, da das hervorragende Laichplätze sind. Wind dagegen ist eine riesige Hilfe, Mücken loszuwerden, je stärker desto besser. Aber auch schon etwas Wind verschafft den kleinen Freunden große Mühe beim kontrollierten Anfliegen. Gut für dich …

Was kann ich tun, wenn ich gestochen wurde?

Um den Juckreiz von Insektenstichen zu mildern, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Wenn du dazu neigst, bei Juckreiz etwas unkontrolliert zu agieren, sei dir unbedingt empfohlen, etwas gegen den Juckreiz zu unternehmen. Kratzen macht alles nur noch schlimmer (wie wir alle wissen und es trotzdem tun), und aufgekratzte Stiche können sich unangenehm entzünden. Nicht nur, aber auch in tropischen Klimaregionen. Das lindert deinen Juckreiz:

  • Ein thermisch wirksamer »Stichheiler«. Die Wärme zersetzt das noch in der Oberhaut befindliche Insektengift, minimiert die körpereigene Freisetzung von Histaminen und verhindert so Schwellung und Juckreiz. Wirklich sehr effektiv und wirksam!
  • Eine Insektengiftpumpe (ideal bei Wespen- und Bienenstichen, aber auch bei Spinnen und Skorpionen)
  • Salbe oder Gel, die du auf den Stich aufträgst
  • Spucke – bei manchen hilft es, bei manchen nicht

Welche Krankheiten werden durch Mückensticke übertragen?

Hier geht es vor allem um Krankheiten in tropischen Gebieten. Die bekanntesten sind:

  • Malaria
  • Dengue
  • Gelbfieber
  • Zika-Virus

Malariaprophylaxe, bzw. Prophylaxe gegen tropische Krankheiten

Die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin empfiehlt zwei Arten von Malariaprophylaxe:

  • Die Expositionsprophylaxe (durch insektenabwehrende Mittel & Bekleidung dafür zu sorgen, dass du gar nicht erst gestochen wirst). Die unterschiedlichen Möglichkeiten haben wir ausführlich dargestellt
  • Die medikamentöse Prophylaxe. Wusstest du, dass du dich in vielen Filialen von Globetrotter beraten und impfen lassen kannst?

Was ist das Problem von Zeckenstichen?

Zecken übertragen Lyme-Borreliose und FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis). Gegen FSME kannst du dich impfen lassen. Schau, ob du in einem FSME Risikogebiet wohnst oder dorthin in den Urlaub fährst. Ca. 0,1–5 % der Zecken sind mit diesem Virus befallen und können ihn folglich übertragen.

©PMDesign – stock.adobe.com

Eine Infektion mit Borreliose kannst du verhindern, wenn du die Zecke zeitnah wieder entfernst. Denn erst nach ein paar Stunden Saugtätigkeit wird Borreliose von der infizierten Zecke übertragen. Die zeitlichen Angaben variieren hier je nach Quelle von 6-24 Stunden, das Robert-Koch-Institut spricht von »einigen Stunden«. Eine Impfung gegen Borreliose gibt es nicht.

Du solltest dich unbedingt absuchen, nachdem du im Sommer durch hohes Gras oder Büsche gegangen bist. Die dunklen Zecken sind auf der Haut, aber auch auf nicht allzu dunkler Bekleidung gut zu sehen und es dauert eine Weile, bevor sie ein schönes Plätzchen gefunden haben. Sie bevorzugen übrigens dunkle, feuchte Stellen wie zum Beispiel die Achselhöhlen und Kniekehlen.

Wenn du längere Tagestouren machst oder mehrere Tage unterwegs bist, solltest du unbedingt eine Zeckenzange dabei haben. Mehr zum Thema Zeckenschutz gibt’s in unserer Rubrik »Reisemedizin«.

Gibt es natürliche Mittel gegen Zecken?

Ja. Allein die Wirkung ist nicht ganz klar. Als erstes sei Schwarzkümmelöl erwähnt. Während das Öl bei Hunden innerlich und äußerlich als Schutz vor Zecken verabreicht wird, wird bei Menschen nur die äußerliche Anwendung als Zeckenschutz erwähnt. Einfach mit ein paar Tropfen des Öls einreiben.

Besser erforscht und tatsächlich nachgewiesen ist die abschreckende Wirkung von Kokosöl auf Zecken. Ursache ist die im Kokosöl enthaltene Laurinsäure. Einmal mit dem (übrigens auch sehr hautpflegenden) Öl eingerieben, lassen sich Zecken bis zu sechs Stunden von der behandelten Oberfläche wieder fallen, anstatt zu stechen.

Ätherische Öle wie Teebaumöl, Lavendelöl, Rosmarinöl, Citronella und Zimtöl sollen abschreckende Wirkung auf Insekten haben, auch auf die Hirschlausfliege, die sich gerne an Stellen mit langen Haaren (also Kopfhaut und Bart) festbeißt.

Wir wünschen dir eine entspannte, stressfreie Sommer- und Reisezeit!

Text: Globetrotter
Impressum | Mediadaten