Kaufberatung: Hängematten

In einer Hängematte schwebst du über dem Boden und findest unbeschwerte Entspannung – ob kurzes Nickerchen oder die komplette Nacht. Wir zeigen dir in dieser Kaufberatung, wie du das richtige Modell für deinen Outdoor-Einsatz findest.

Hineinlegen und wohlfühlen – Hängematten sind ein gemütlicher Platz zum Ausruhen mit einfacher Handhabung. Bereits vor Jahrhunderten wurden sie von Völkern in Mittel- und Südamerika und später in der Schifffahrt als Schlafgelegenheit verwendet. Heutzutage sind Hängematten in diversen Gärten zu finden. Jedoch als Schlafmöglichkeit beim Camping, Wandern, Trekking und auf Reisen ein noch unterschätzter Ersatz fürs Zelt. Wir zeigen dir, warum Hängematten eine durchaus starke Alternative sind, und beantworten die wichtigsten Fragen rund ums Thema. So findest du das passende Modell für dich und deine Bedürfnisse.

Inhalt:

Welche Hängematten Arten gibt es?

Eines haben alle Hängematten gemeinsam: Zwischen zwei Punkten aufgehängt bieten sie dir eine bequeme Liegefläche. Dennoch gibt es Unterschiede, die sich insbesondere auf den Schnitt beziehen. Daher an dieser Stelle ein Überblick über die gängigsten Arten sowie die Vor- und Nachteile:

Tuchhängematten

Diese Varianten bestehen aus festem Gewebe (meist aus Baumwolle), das dir eine gemütliche Liegefläche bietet. Durch das dichte Material überzeugen Tuchhängematten mit guter Wärmeisolation sowie gleichmäßiger Gewichtsverteilung ohne Druckstellen. Durch ihr recht schweres Material eignen sie sich am besten für den Einsatz im Garten oder beim Camping. Nach einem Regenschauer trocknet diese Hängematte jedoch langsamer als andere Modelle.

Netzhängematten

Die Liegefläche dieser Version kannst du dir ähnlich wie ein Fischernetz vorstellen. Durch die Maschen bieten Netzhängematten eine gute Luftzirkulation, was vor allem in warmen Regionen von Vorteil ist. Im Gegensatz zu den Tuchhängematten stellt sich durch die Luftigkeit zudem weniger ein »Enge-Gefühl« ein. Allerdings können besonders grobe Maschen schnell in die Haut schneiden. Engmaschigeres Gewebe schafft hier Abhilfe.

Stabhängematten

Zwei Stäbe an den oberen Enden halten die Hängematte sowie die Liegefläche in Form. Die Seiten biegen sich hierdurch nicht nach oben, wodurch du nicht umschlungen wirst. Für Personen mit Platzangst durchaus ein Vorteil. Gleichzeitig ist die Gefahr herauszufallen, etwas höher. Somit sind sie zum Schlafen eher ungeeignet. Stabhängematten eignen sich aber hervorragend zum Sonnenbaden – da du nicht einsinkst – und um in Ruhe einen tollen Ausblick zu genießen. Es gibt sie als Netz- oder Tuchvariante.

Reisehängematten

Die drei oben genannten Arten sind in erster Linie für Hobby und Freizeit zu empfehlen. Benötigst du eine Hängematte, in der du auch übernachten möchtest, z. B. beim Wandern und Trekking, empfiehlt sich eine leichte und robuste Reisehängematte. Die Vorzüge dieser Variante erklären wir dir weiter unten.

Tuchhängematte: Das feste aber (auch schwere) Gewebe sorgt für gute Wärmeisolation und eine gleichmäßige Gewichtsverteilung. Ideal zum Seele baumeln lassen im Garten.
Stabhängematte
Stabhängematte: Zwei Stäbe an den Enden geben zusätzlich Form und verhindern das Einsinken.
Reisehängematte: Leicht und robust kommt die Reisehängematte daher und eignet sich dementsprechend gut für dein nächstes Outdoorabenteuer.

Wie groß muss eine Hängematte sein?

Für angenehmes Liegen ist bei der Auswahl vor allem die Breite entscheidend. Durchschnittlich sollte diese bei 120 – 140 cm liegen. Für bequemes Schlafen kann die Breite gut 180 cm betragen. Über 200 cm breite Modelle bieten genügend Platz für zwei Personen. Im Fall der Länge wird die Faustregel herangezogen, dass für entspanntes Schlafen die Hängematte doppelt so lang wie deine Körpergröße sein sollte. Neben der Größe gilt es beim Kauf zudem die Tragkraft/Belastbarkeit des jeweiligen Modells zu berücksichtigen. Die Angaben findest du bei uns im Shop unter den »Technischen Details«.

Aus welchem Material sollte eine Hängematte bestehen?

Je nach Art der Hängematte wird Baumwolle, Polyester, Polyamid oder ein Mix verwendet. Jedes Material hat besondere Eigenschaften. Auf welches du zurückgreifen solltest, hängt vor allem vom Einsatzzweck ab. Generell gilt: Wenn die Hängematte dauerhaft an einem Ort hängt, ist Baumwolle/ein Baumwoll-Polyester-Gemisch gut geeignet. Brauchst du sie für unterwegs, überzeugen Kunstfaser-Modelle. Hier auf einen Blick die Vorteile der Materialien sowie der bevorzugte Einsatzbereich:

Polyamid/Nylon:

Sehr robust und reißfest, gute Weiterreißfestigkeit (bei Ripstop-Nylon), atmungsaktiv und schnelltrocknend, geringes Gewicht, kleines Packmaß, gute Eigenschaften für Outdoor-Einsätze

Polyester:

Robust (jedoch weniger als Polyamid), UV-beständig, atmungsaktiv und schnelltrocknend, geringes Gewicht, kleines Packmaß, ideal für Reisen

Baumwolle:

Weiche und hautfreundliche Naturfaser, robust und lange Beständigkeit, kühlt durch Verdunstung, gut für den Dauereinsatz an einem Ort (z. B. im Garten)

Sebastian Wahlhuetter

Wie wird eine Hängematte sicher befestigt?

Es gibt verschiedene Arten, wie du eine Hängematte befestigen kannst:

Hängemattengestell: Die einfachste Methode ist sicherlich ein Gestell. An den Enden verfügen Hängematten über eine Öse, einen Karabiner oder eine Schlaufe. Hieran lassen sich die Enden an den am Gestell vorgesehenen Haken einfach aufhängen. Und schon kannst du dich hineinlegen!

Gurtbänder/Spannbänder: In der freien Natur entspricht die Entfernung zwischen den Trägern (z. B. Bäume) oftmals nicht der Länge der Hängematte. Wichtig: Der Abstand sollte grundsätzlich nicht kürzer als die Hängematte selbst sein. Mit einem Gurtband/Spannband kannst du sie präzise an den Baumabstand anpassen: Ein Ende wird um den Träger gelegt, das andere mit der Hängematte verbunden. Hängt sie nun durch oder ist zu straff, lässt sich die Länge über eine Einstellungsmöglichkeit (z. B. Schlaufen) passgenau regulieren. die Bänder überzeugen zudem mit starker Tragekraft und kleinem Packmaß.

Seil: Natürlich lässt sich eine Hängematte auch mit robusten Seilen befestigen. Jedoch solltest du hierfür einen zuverlässigen Knoten (z.B. einen Palstek) beherrschen. Zudem gestaltet sich die Längenverstellung recht hinderlich. Häufig muss mehrmals neu geknotet werden. Oder man greift auf einen Mastwurf-Knoten zurück. Rainer erklärt dies im Video weiter unten. Skizzen zu den Knoten findet ihr im »How-to Hängematte aufhängen« >>

Rundschlinge: Diese Variante ist ein Mix aus Seil und Band. Die reißfeste Rundschlinge (240 cm) wird um den Fixpunkt gelegt und die Enden vorne mithilfe eines Karabiners mit der Hängematte verbunden. Vorteil: Du musst keinen komplizierten Knoten beherrschen.

Die generelle Befestigungshöhe sollte ungefähr der Hälfte der Länge entsprechen. Beachte: Bei einigen Modellen ist ein Aufhängeset inklusive!

Was musst du beim Befestigen einer Hängematte am Baum berücksichtigen?

Besonders wichtig: Achte darauf, den Baum nicht zu beschädigen! Daher sollten die Befestigungsbänder möglichst breit sein, sodass die Rinde keinen Schaden nimmt. Alternativ kannst du etwas Filz zum Schutz unterlegen oder auf spezielle Baumschoner zurückgreifen. Gleiches gilt, wenn du Seile zur Anbringung nutzt.

Wie schläft man am besten in einer Hängematte? 

Für guten Schlaf ist ausreichend Platz sowie bequemes Liegen entscheidend. Beachte daher die passende Größe (siehe Abschnitt „Wie groß muss eine Hängematte sein?“) sowie die richtige Anbringung. Denn ist die Hängematte zu straff gespannt, liegst du gleichermaßen unbequem wie in einer zu wenig Gespannten. Zur Liegeposition: In der Hängematte empfiehlt es sich, diagonal zu liegen, also Füße links oder rechts, Oberkörper entgegengesetzt. So nutzt du die volle Liegefläche aus und liegst recht stabil. Zudem schließen dich die beiden Seitenränder nicht komplett ein und du versackst nicht. Dein Rücken biegt weniger durch und du liegst und schläfst gesünder.

Noch mehr Liegekomfort bietet dir eine Ridgeline. Hierbei handelt es sich um ein Seil, das zwischen den beiden Aufhängepunkten deiner Hängematte gespannt wird. Hast du einmal die richtige Befestigungsposition gefunden, dient die Ridgeline als Sicherungspunkt. Denn sie stellt sicher, dass der Abstand zwischen den Aufhängepunkten bei jedem Anbringen gleichbleibt und somit auch die bequeme Liegeposition. Zudem kann die Ridgeline als Wäscheleine oder zur Befestigung eines Mückennetzes fungieren. Besonders romantisch wird es mit einer Lichterkette. Plus: Einige Varianten verfügen über eine Zusatztasche zum Verstauen von Smartphone, Stirnlampe oder Trinkbecher.

Sweet dreams: Noch mehr Liegekomfort bietet dir eine Ridgeline.

Was zeichnet Reisehängematten aus? 

Auf einer mehrtägigen Wanderung oder Trekkingtour mit wenig Platz im Gepäck, ist eine Reisehängematte eine sehr gute Alternative zum Zelt. Trotz der dünnen Verarbeitung ist das Kunstfaser-Gewebe (meist Fallschirmseide/Polyamid) sehr robust und reißfest. Auch die Kompaktheit sowie das geringe Gewicht zeichnen die Modelle aus. Obendrein sind Reisehängematten schnell wieder trocken und grundsätzlich sehr witterungsbeständig. Wie erwähnt ist das Material recht dünn und wenig wärmeisolierend. Ein Underquilt kann daher zusätzlich zum Schlafsack nützlich sein.

Was muss eine Hängematte fürs Bushcrafting können? 

Wichtig bei Hängematten fürs Bushcrafting ist ein besonders widerstandsfähiges Material, bestmöglich mit Ripstop-Struktur. Damit hält es auch Busch, Gehölz oder Fels in der Wildnis stand. Empfehlenswert ist zudem eine möglichst unauffällige, naturgetreue Farbe (Oliv, Camouflage). Denn mit grellen Farben fällst du auch der Tierwelt auf. Ein kleines Packmaß, Leichtigkeit sowie Witterungsbeständigkeit sind ebenfalls unerlässliche Attribute. Auch ein Quilt, Underquilt, Tarp sowie Moskitonetz sind fürs Bushcrafting empfehlenswerte Features. Hierzu findest du nähere Infos im weiteren Verlauf dieser Kaufberatung.

Ist es erlaubt in der Hängematte im Wald zu schlafen?

Ein klares Jein. Gesetzlich ist es verboten, in Deutschland im Wald das Zelt aufzuschlagen. Übernachtungen in Hängematten stellen eine Grauzone dar. Um auf Nummer sicher zu gehen und die Natur nicht unnötig zu belasten, informiere dich immer vorab, wo eine Übernachtung gestattet, ist und hole dir, wenn notwendig, eine Genehmigung ein. Stelle sicher, dass du keinen Müll und auch keine anderen Hinterlassenschaften zurücklässt. Auch wenn du in anderen europäischen Ländern unterwegs bist, empfehlen wir dir, dich vorab ausführlich über die dort geltenden Regelungen zu informieren!

Sea to Summit

Ob in heimischen Wäldern oder im Ausland: Wir empfehlen dir, dich vorab ausführlich über die geltenden Regelungen zu informieren.

Wofür brauche ich eine ultraleichte Hängematte?

Wenn es auf jedes Gramm in deinem Rucksack ankommt! Denn ultraleichte Hängematten sind wirklich extrem leicht (ca. 200 – 500 g). Zudem verfügen sie über ein besonders kleines Packmaß, sodass du sie selbst in der Jackentasche unterbringen könntest. Ultraleichte Hängematten werden daher gerne von Langstreckenwandernden (Thruhikern) in Kombination mit Tarp und Underquilt in waldigen Gegenden statt eines Zeltes genutzt. Auch wenn eine Übernachtung noch nicht feststeht, bieten sich die ultraleichten Varianten als »Notfall-Schlafmöglichkeit« perfekt an.

Noch mehr Infos rund um ultraleichte Ausrüstung beim Wandern findest du in unserer Kaufberatung.

Wie schütze ich mich in einer Hängematte gegen Kälte?

Wenn die Temperaturen niedrig sind, bietet auch ein guter Schlafsack nicht genug Schutz gegen Kälte. Warum? In der Hängematte ist der Wärmeverlust von unten am größten, da kalte Luft hier zirkulieren kann. Beim Schlafsack lässt die Wärmeisolation im Liegebereich jedoch nach, da die Füllung plattgelegen wird. Die Kombi mit einer losen Isomatte ist nur bedingt zu empfehlen, da sie bei Bewegungen häufig verrutscht. Vorteilhafter ist ein faltbares Modell. Aber besonders gute Isolation bieten folgende Alternativen:

Quilt/Topquilt

Ein Quilt vereint die Wärmefunktion eines Schlafsacks mit der Bewegungsfreiheit einer Decke. Und verhindert, dass die Isomatte in der Hängematte verrutscht. Denn im Rückenbereich haben Quilts eine offene Form, die mit der Isomatte verbunden wird – und Gewicht und Packvolumen spart. Mit der Quilt-Isomatten-Kombi genießt du ein gutes Maß an Wärme ohne Verlust. Bei sehr niedrigen Temperaturen empfehlen wir dir hingegen einen (zusätzlichen) Underquilt für den bestmöglichen Wärmekomfort.

Underquilt

Ein Underquilt ist wie eine zweite Hängematte mit einer Daunen- oder Kunstfaserfüllung, die unter der eigentlichen Hängematte hängt. Das mag etwas ungewöhnlich klingen, dient aber als gute Isolationsmöglichkeit. Zwischen Liegefläche und Underquilt ist ein geringer Abstand. Die sich hier befindende Luft erwärmt sich durch deine Körperwärme und bildet ein warmes Luftpolster. Mit einem Underquilt könntest du somit auch einen Schlafsack nutzen. Damit die Luft nicht entweichen kann, achte bei der Befestigung darauf, dass die Enden sowie Seiten gut mit der Hängematte abschließen.

Hängematte, Underquilt
Ein Underquilt isoliert durch das Luftpolster zwischen Hängematte und Quilt – vorausgesetzt die Enden und Seiten schließen gut mit der Hängematte ab.

Welches Zubehör gibt es für Hängematten?

Damit du bei deiner Wanderung oder Trekkingtour, beim Camping oder Bushcrafting noch mehr Komfort in der Hängematte genießt, empfehlen wir dir optional folgende Gegenstände: Moskitonetz: Zum Schutz gegen lästige Plagegeister verfügen einige Modelle über ein integriertes Moskitonetz. Natürlich kannst du auch ein separates anbringen. Tarp: Ein Tarp lässt sich gut als Schutz vor Sonne und Regen über der Hängematte aufspannen. Drip Clips: Schützt du deine Hängematte mit einem Tarp vor Regen, verhindern die Aufhängekarabiner mit Abtropf-Schilden das Durchnässen am verbliebenen »Schwachpunkt« der Hängematten-Befestigung.

Welche Vorteile bieten Hängematten? Was sind die Nachteile?

Hängematten bieten bei diversen Einsätzen starke Eigenschaften – ob im heimischen Garten, Urlaub oder auf einer Wanderung. Insbesondere in den Sommermonaten oder in tropischen Gefilden, wissen Hängematten zu überzeugen. Doch auch bei kalten Temperaturen lässt es sich mit der geeigneten Ausrüstung sehr gut aushalten. Somit sind insbesondere Ultralight- oder Reisehängematten eine sehr gute Alternative zum Zelt. Demgegenüber haben Hängematten auch ein paar Tücken, die wir hier nicht unerwähnt lassen wollen. Obwohl es für viele dieser Nachteile spezielle Lösungen gibt, wie du weißt!

Vorteile:

  • Ein Platz zum Aufhängen findet sich nahezu überall, wo Bäume oder Palmen vorhanden sind
  • Bieten Schutz vor Kriechtieren (z. B. Schlangen, Skorpione)
  • Nehmen wenig Platz und Gewicht im Gepäck ein
  • Keine störenden Unebenheiten durch den Boden
  • Nasse, kalte Böden stellen kein Problem dar
  • Quilt und Underquilt bieten guten Wärmekomfort bei kaltem Wetter

Nachteile:

  • Geringer Schutz bei Wind und Regen
  • Bei Kälte gute Isolierung notwendig (Quilt/Underquilt)
  • Geeignete Befestigungsmöglichkeit nicht immer vorhanden
  • Wenig Platz zum Unterbringen von Gepäck/Ausrüstung
Text: Globetrotter -