Kaufberatung Dachzelte

Wir klären für euch die wichtigsten Fragen vor dem Kauf und zur Benutzung eines Dachzelts. Sowie die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Bauweisen.

Inhalt:

Was ist ein Dachzelt?

Ein Dachzelt bietet dir die Möglichkeit, auf deinem Autodach komfortabel zu übernachten. Es gibt unterschiedliche Dachzelt-Modelle, die sich in Packmass, Auf- und Abbaugeschwindigkeit, Regenschutz und vor allem Größe der Liegefläche und Komfort unterscheiden. Alle gemeinsam haben sie maximalen Komfortgewinn auf Tour, denn noch nie warst du so schnell von der Straße in den Federn, wie mit dieser Variante des Campings. Die Höhe des Schlafplatzes auf deinem Auto bietet außerdem weitere Vorteile. So musst du keine Wildtiere wie Skorpione und Mäuse fürchten. Die Aussicht über alle anderen Zelte bis zum Sonnenuntergang ist ein weiterer Pluspunkt.

Mit einem Dachzelt wird ein Roadtrip erst zum Roadtrip, denn ab sofort brauchst du keinen Stellplatz für dein Zelt mehr. Ein Parkplatz genügt. Dein Hotelzimmer hast du so immer dabei, denn in manchen Modellen lässt sich die Matratze samt Bettzeug oder auch Schlafsack einfach mitverstauen. Das ist echte Reisefreiheit!

Wie funktioniert ein Dachzelt?

Mehr Komfort als ein Zelt bietet ein Dachzelt danke Schaumstoffmatratze und »echtem« Bettzeug.
Thule Mehr Komfort als ein Zelt bietet ein Dachzelt danke Schaumstoffmatratze und »echtem« Bettzeug.

Auf dein Fahrzeug montierst du Grundträger (Details siehe hier), so genannte Querträger im 90-Grad-Winkel zur Fahrtrichtung. Auf diese Querträger wird das Zelt montiert. Je nach Modell sieht es aus wie eine plattgedrückte, überdimensionierte Skibox (Hartschale, Hardtop oder Hardcover) oder ein gut verschnürtes Gepäckstück (Softtop). Beide Varianten eint, dass diese Montage auf dem Dach äußert gewissenhaft durchgeführt werden muss. Die hier investierte Zeit sparst du dir ab jetzt aber bei jedem Zeltaufstellen. Denn das geht nun rasend schnell: Mittels Kurbel oder mit einem Hebelmechanismus wird das Zelt auf dem Dach aufgerichtet. Abspannen, Zurechtziehen und Ausrichten ist bei vielen Modellen nicht nötig, das Dachzelt steht – wenn der Parkplatz eben ist – immer perfekt. Auch das Aufblasen der Luftmatratze entfällt, denn in den von Globetrotter vertriebenen Dachzelten ist eine recht komfortable Schaumstoffmatratze bereits integriert. 

Je nach Fahrzeugmodell befindet sich dein Schlafplatz in einer Höhe zwischen eineinhalb und zwei Metern. Der Zustieg erfolgt über eine Leiter außen am Dachzelt oder bei einigen Modellen ganz komfortabel in einem »Zelt-Treppenhaus«. 

Die Zelthaut ist meist aus einem Baumwoll-Polyester-Mischgewebe gefertigt. Die Gewebe sind UV-beständig, wasserabweisend und lassen Luft zirkulieren, so dass du mit vielen Modellen zu jeder Jahreszeit deinen Spaß haben wirst.

Zur Komfortsteigerung haben viele Hersteller in ihre Dachzelte Hänge-Netze, Innentaschen und batteriebetriebene LED-Lampen bereits integriert. Zu einigen Autodachzelten gibt es passende Vorzelte, Sonnensegel oder komplette Einhausungen um die Zustiegsleiter.

Was sind die Vorteile eines Hartschalen-Dachzelts?

Ein typisches Hartschalen-Dachzelt vom italienischen Hersteller Maggiolina.

Hartschalen-Dachzelte sehen verstaut aus wie eine überdimensionierte, plattgedrückte Skibox oder klassische Dachbox. Die umschließende Hartschale wird meist aus Kunststoff oder – sehr edel und leicht – aus Carbon gefertigt. Im geöffneten Zustand bildet der Boden der Box den Zeltboden und das Box-Oberteil das Zeltdach. Die Liegefläche kann damit maximal so groß sein wie das Autodach (ein bisschen Überstand geht schon). Das macht Hartschalen-Dachzelte für Kleinwagen und Geländewagen mit geringen Dachmaßen und Familien mit mehr als einem Kind unattraktiv.

Ansonsten überwiegen die Vorteile

  • Hartschalen-Dachzelte sind im zusammengeklappten Zustand sehr aerodynamisch und die Geräuschentwicklung beim Fahren eher gering. 
  • Hartschalen-Dachzelte lassen sich schnell aufbauen.
  • Zusätzliche Abstützung durch Leiter oder Beine benötigen Hartschalen-Dachzelte nicht. Der einzige Bodenkontakt sind die Räder des Fahrzeugs.
  • Hartschalen-Dachzelte benötigen weniger Zeltstoff, der bei einem Regen durchnässen kann.
  • In der Hartschale lässt sich meist das Bettzeug und weitere Kleinigkeiten auch während der Fahrt lagern.

Hartschalen-Dachzelte sind meist schwerer – ab circa 60 Kilogramm geht es los bis 100 Kilogramm bei X-Large Modellen – und teurer als vergleichbare Softtop-Varianten. Ihren großen Vorteil spielen sie bei Alleinreisenden, Paaren und kleinen Familien auf Roadtrip mit fast täglich wechselnden Stellplätzen aus. Da steht das Zelt jeden Abend binnen Sekunden und es bleibt Zeit fürs Wesentliche.

Unter den Hartschalen-Autodachzelten gibt es zwei Konstruktionsvarianten: 

Öffnet sich wie ein Buch: Hartschalen-Dachzelt mit 45-Grad-Öffnungswinkel.
  • Bei der ersten Variante besitzt das Dachzelt an der Vorderseite ein Gelenk. Der Öffnungswinkel beträgt 45°. Geöffnet schaut das Dachzelt aus wie ein knapp aufgeschlagenes Buch (siehe unten). Diese Variante bietet viel Kopffreiheit am Kopfende der Liegefläche (meist um die 150 Zentimeter). Am Fußende ist die Bewegungsfreiheit dafür eingeschränkt. Die Öffnung erfolgt mit Unterstützung von Gasdruckfedern. Zum Wiederverschließen nutzt man einen Riemen. Keine andere Dachzeltvariante lässt sich so schnell aufbauen. Meist haben Hartschalen-Dachzelte dieser Variante drei Eingänge und Ausgucke, die Wahrscheinlichkeit auf freie Sicht auf den Sonnenuntergang ist also hoch.
  • Bei der zweiten Variante wird der Deckel insgesamt mittels sich verspreizender Metallstangen nach oben gedrückt. Der Boxdeckel wird komplett nach oben angehoben. Der Zeltstoff spannt sich zwischen Boxdeckel und Boxboden auf (siehe hier). Die Sitzhöhe ist bei dieser Variante meist reduziert (um die 90 Zentimeter), dafür ist die Höhe im gesamten Zelt gleich. Der Zeltstoff ist nur senkrecht angebracht, muss also nur gegen Schlagregen schützen und durchfeuchtet dementsprechend langsamer. Durch die Querverstrebungen an den Längsseiten hat man Anlehnpunkte und Sofafeeling. Das Öffnen erfolgt meist über eine Kurbel.

Bei Nicht-Nutzung des Dachzelts kannst du es auch einmal mehrere Wochen auf dem Dach montiert lassen. Es gibt sogar Leute, die lassen das Dachzelt das ganze Jahr auf dem Dach. Das geht aber nur mit ein wenig Pflege und regelmäßigem Lüften. Die strapazierfähige Außenbox schützt alles Innenliegende zuverlässig vor Regen und vor Diebstahl. Das ist ein weiterer Vorteil gegenüber der Softtop-Variante.

Was sind die Vorteile eines Softtop-Dachzelts?

Typische Bauform eines Softtop-Autodachzelts von Thule.

Ein Softtop-Dachzelt ähnelt einem klassischen Zelt mehr als die Hartschalen-Variante. Oft sehen die Zelte aus wie ein kleines Satteldach-Haus mit aufgestellten Fenstern und Dachüberstand. Der Aufbau ist nicht ganz so schnell erledigt wie bei der Hartschalen-Variante, aber genauso einfach. Oft sind von Hand noch einige Verstrebungen zu befestigen und das Zelt abzuspannen. Übung macht den Meister und echte Profis schaffen es auch ein Softop-Dachzelt in weniger als 30 Sekunden aufzustellen.

Mittels Falttechnik wird ein Softtop-Dachzelt auf dem Dach zusammengefalltet. Die Dimensionen des entstehenden »Pakets« variieren zwischen den Modellen. Kleine Dachzelte sind gefaltet nur so hoch wie ein langes Lineal. Große Familienzelte können auch im gefalteten Zustand schon einmal zwei Quadratmeter Dachfläche einnehmen. Bei kleineren Modellen ist es sogar möglich zwei Dachzelte auf einem Auto zu befestigen oder neben dem Dachzelt noch ein Boot oder andere Outdoor-Ausrüstung zu verstauen. Das klappt bei der Hartschallen-Variante nicht.

Große Liegefläche trotz kleiner Dachfläche – das klappt nur mit einem Softtop-Dachzelt.

Weitere Vorteile der Softtop-Dachzelte:

  • Die Schlaffläche wird nicht über die Dimension des Autodachs bestimmt. Meist wird das Zelt einmal in der Mitte »gefaltet«, so dass die Zeltgrundfläche dann die doppelten Ausmaße hat wie das Paket auf dem Dach. Die Liegeflächen sind so meist sehr komfortabel dimensioniert.
  • Die Konstruktion einiger Softtop-Dachzelt-Modelle macht es möglich, trocken ins Zelt zu steigen. Da die Leiter nicht außen am Zelt anliegt, sondern man in einen kleinen Vorraum einsteigt. Bei diesen Modellen gibt es meist optional noch eine Zelterweiterung (Annex), die den Treppenaufstieg umhüllt und ein Treppenhaus schafft. So bleiben auch die Schuhe trocken!
  • Softtop-Dachzelte sind wesentlich leichter und kompakter. So sind sie bei Nicht-Gebrauch einfacher zu lagern als Hartschalen-Dachzelte.
  • Im Offroad-Bereich und für Kleinwagen sind Softtop-Dachzelte meist die einzige funktionale und optisch ansprechende Dachzeltvariante.
  • Softtop-Dachzelte sind preislich sehr attraktiv. Ein Zwei-Personen-Zelt bekommt man bereits für unter 1500 Euro. Hartschalen-Dachzelte beginnen um 2500 Euro.

Zum Transport wird über das zusammengefaltete Softtop-Dachzelt eine Regenhülle geschnürt, festgezurrt und mit einem umlaufenden Reißverschluss (abhängig vom Hersteller) verschlossen. Diese Regenhülle ist sehr robust und ähnelt im Griff einer LKW-Plane. Ordnungsgemäß verstaut flattert auch bei dieser Dachzeltvariante nichts im Wind und die Fahrgeräusche sind zwar höher als bei der Hartschalen-Variante aber immer noch erträglich.

Insbesondere in feuchten Gegenden wie Schottland oder Norwegen kann ein Softtop-Dachzelt auf einem Roadtrip schwieriger in der Handhabung sein. Denn regnet es tagelang, durchnässt der Stoff aus Baumwoll-Mischgewebe. Während des Aufenthalts im aufgeklappten Zelt ist das gar kein Problem. Will man aber weiter, sollte man eigentlich vor dem Zusammenlegen abwarten, bis der Stoff getrocknet ist, damit die Matratze im Zeltinneren nicht durch den nassen Zeltstoff feucht wird. Oder wenn man gut vorbereitet ist, eine Plane, die man auf Matratze und Bettzeug platziert. Hartschalen-Dachzelte besitzen weniger Stoff und die Box selbst schirmt den Regen fast vollständig ab. Beim Zusammenfalten wird der Zeltstoff seitlich neben der Matratze »abgelegt«, so dass die Matratze trocken bleibt.

Softtop-Dachzelte spielen ihre Stärken in wärmeren und trocknen Gebieten aus.

Wie wird ein Dachzelt befestigt?

Von Cabrios einmal abgesehen, gibt es für nahezu jedes Auto passende Dachträger – egal ob für Regenrinne, Reling, C-Leiste oder Fixpunktmontage. Auch wenn du dir kaum vorstellen kannst, wie man ein Dachzelt befestigen könnte, frag mal deinen Autohändler. Er weiß fast immer eine Möglichkeit – und sei es durch Dachträger, die sich in der Türöffnung »festkrallen«.

Die meisten Fahrzeuge besitzen ab Werk eine Reling. In diese Reling werden Querträger befestigt. Bei Globetrotter bekommst du für Fahrzeuge vieler Hersteller die passenden Querträger von Thule. Solltest du nicht fündig werden, hilft dir dein Autohändler. 

Für alle Querträger gilt:

  • Für Hartschalen-Dachzelte gilt, die Querträger sollten genauso lang sein wie die Nennweite des gewünschten Dachzelts.
  • Die Querträger sollten keine Wölbung besitzen. Die Füße müssen von unten angeschraubt sein und keine übergreifende Konstruktion haben. Ziel ist immer, eine ebene Fläche zur Auflage des Dachzelts zu bekommen.
  • Die Profilstärke der Querträger sollte zwischen 20 x 30 Millimeter und 30 x 40 Millimeter liegen, so können die Standard-Montageteile genutzt werden.
  • Bis zu einer Profilstärke von 60 x 40 Millimeter gibt es Adapter-Sets gegen Aufpreis, so dass auch viele Querträger der Fahrzeughersteller verwendet werden können. Es gibt auch Hersteller, die Adapter bis zu einem maximalen Profilstärke der Querträger von 110 Millimetern bereitstellen.

Im Boden aller Dachzelte sind Profilschienen aus verzinktem Stahl oder Aluminium eingelassen oder aufgeschraubt. In diese werden Anker geschoben, die sich auf der Länge der Profilschiene frei verschieben lassen. Diese Anker sorgen für die Verbindung zwischen Querträger und Dachzelt. Normalerweise wird ein Dachzelt an vier Punkten am Dachträger fixiert. Grade bei kleinen Autodachflächen kann der maximale Abstand der zwei Querträger zueinander zum Problem werden. Für Hartschalen-Dachzelte sollte der Abstand der Querträger 80 Zentimeter nicht unterschreiten. Bei Softtop-Dachzelten wird kein Mindestabstand gefordert, allerdings sollten auch hier die Querträger nicht enger als 60 Zentimeter zueinander stehen.

Laut Straßenverkehrsordnung sind in Deutschland folgende Regeln für deine Dachlast einzuhalten:

  • Nach vorne keinen Überstand über die Stoßstange.
  • Nach hinten maximal ein Meter über die Stoßstange überstehend.
  • Bis zu zweieinhalb Meter breit.
  • Eine Höhe ab Straßenoberfläche von vier Metern

Dabei darf die zulässige Gesamtmasse des Fahrzeugs nicht überschritten werden.

Bei Dachzeltmontage auf einem Geländewagen und bei Geländefahrten wird aus Gründen der Stabilität eine Montage mit drei Querträgern empfohlen. Sind überwiegend Fahrten auf unbefestigten, ausgefahrenen Pisten geplant, sind vier Querträger zu empfehlen.

Alle Beschläge und ggf. auch Beschlagsverlängerungen erhältst du bei Globetrotter.

Was wiegt ein Dachzelt?

Die Dachzelte im Globetrotter Sortiment wiegen zwischen 50 und 100 Kilogramm. Dieses Gewicht plus das Gewicht der Querträger sollte die zulässige Dachlast deines Fahrzeugs nicht überschreiten. Dich und deine Bettpartner brauchst du bei dieser Berechnung nicht zu berücksichtigen, denn bei der zulässigen Dachlast handelt es sich um das Gewicht, das du auf deinem Dach fahrend transportieren darfst. Bist du in deinem Dachzelt, steht das Fahrzeug hoffentlich. Beachte aber, dass auch Bettwäsche oder anderes Ladegut zum Gesamtgewicht des Dachzelts zu addieren ist. Insgesamt solltest du versuchen, das Gewicht des Dachzelts zu minimieren, da eine erhöhte Dachlast immer auf Kosten des Fahrverhaltens geht. Angaben zur zulässigen Dachlast findest du im Fahrzeugschein.

Auch wenn dein Wagen nur eine Dachlast von 75 Kilogram besitzt, gibt es Träger-Dachzelt-Kombinationen, die du montieren kannst.

Wo kann ich mir alle Dachzelte des Globetrotter Sortiments ansehen?

Dachzelte gibt’s in unserem Onlineshop unter www.globetrotter.de/autodachzelte/ sowie in unseren Filialen in Berlin, Dresden, Hamburg-Barmbek, Köln, Frankfurt, Stuttgart und München. Dort haben wir die verschiedenen Bau- und Materialarten ausgestellt.

Text: Globetrotter Magazin | Fotos: Thule und Julian Rohn
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