Paddelrepublik Deutschland

Kanutour Torfhaus: Okerstausee

Von der Weißwasserbrücke schwebt man über das versunkene Dorf Schulenberg bis ans Ende des »Schulenberger Arms« und zurück. Anschließend kann man noch den »Altenauer Arm« erkunden.

Die bekannteste unter den Talsperren im Harz, auf der Wassersport ausgeübt werden darf, ist die Okertalsperre. Mit der MS Aquamarin verfügt sie, als einzige Talsperre im Harz, über die höchstgelegene Linienschiffverbindung Niedersachsens. Das Besondere ist außerdem, dass im Jahre 1954 das idyllische Dörfchen Schulenberg mit seinen 300 Bewohnern weichen musste, als das Tal geflutet wurde. Rund 60 Meter über dem Stausee schaut man heute vom neu gebauten Dorf Schulenberg auf die Talsperre. Durch ihre Größe ergibt sich eine Uferlinie von über 20 Kilometern Länge. Mit den weit verzweigten Seitenarmen bietet sie somit ideale Voraussetzungen für ein ganzes Paddelwochenende, sowohl für »Genusspaddlerq, die Ruhe suchen, als auch sportliche Kajaker und SUPer.

Wir starten unsere Kanutour rechts der Weißwasserbrücke, paddeln unter der imposanten Brücke hindurch in den Schulenberger Arm. Bald befinden wir uns über den früheren Häusern des versunkenen Schulenbergs. Mit Sack und Pack verließen die Dörfler am 29. August 1954 ihre Häuser bevor das Tal geflutet wurde. Nach der nächsten Biegung und ein paar Paddelschlägen sind wir schon am Ende des Schulenberger Arms, drehen um und paddeln wieder zur Weißwasserbrücke. Unter ihr hindurch geht es geradeaus Richtung Hauptsperrmauer – unser nächstes Ziel. Mit 260 Metern Länge und 67 Metern Höhe ist sie sehr eindrucksvoll und wir kommen uns wie kleine Spielzeugfiguren vor, als wir direkt davor einen Stopp einlegen. Im Anschluss machen wir kehrt und paddeln zurück zu unserem Einstieg.

Weiter geht es Richtung Osten an der Anlegestelle der Okersee-Schifffahrt vorbei, wo wir auf die MS Aquamarin achten – das einzige Linienschiff im gesamten Harz –, dann an Stegen, wo vertäute Segelboote dümpeln. Nun wird es sehr ruhig, denn kaum ein Paddler verirrt sich in diesen Arm der Talsperre. Hinter der nächsten Landzunge haben wir einen tollen Blick auf die Harzer Berge. Die Ufer sind aufgrund des Niedrigwassers sehr flach und wir nutzen die komfortable Anlegemöglichkeit für ein kleines Sonnenbad. Dabei blicken wir schon mit Vorfreude nach Gemkenthal zum legendären Windbeutel-König, mit seinen unfassbaren Kreationen. Schnell geht es noch zur Vorsperre, bevor wir zurückpaddeln und die Berge noch mal aus einer neuen Perspektive genießen können. An der Weißwasserbrücke ist unsere Tour nach ca. 14 km zu Ende.

Unsere Globetrotter Ausrüstungstipps

für dein nächstes Paddelabenteuer

Alles rund um die Tour

14 Kilometer auf der Okertalsperre

Charakter: Einfache Kanurundtour auf klarem Wasser in rauer Harzluft.

Beste Zeit: Sommer

Ein- und Ausstieg: Unter der Autobrücke (Weißwasserbrücke) auf der Seite des Anlegers der Okersee-Schifffahrt. Achtung: Direkt an der Anlegestelle der Personenschiffahrf ist das Wassern von Kanus verboten!

Gefahren: Auf Wind achten! Es kann zu schnellen Wetteränderungen und starken Windböen kommen.

Besonderheiten: Die Fahrgastschifffahrt hat auf der Okertalsperre immer Vorfahrt.

Shuttle: Rundtour! Kein Shuttle nötig!

Touren: Packrafting mit www.raftsontrails.de

Kanuverleih: www.sport.tu-clausthal.de > Hochschulsport > Bootshaus

Info: SUP Guide Heide & Harz, Thomas Kettler Verlag, ISBN 978-3-98513-112-9

 


TEXT: Manuel Arnu

FOTOS: Anne-Kristin Beutel, Elly Miller