Paddelrepublik Deutschland

Kanutour Rostock: Warnow

Sportlicher Wanderbach für geübte Wanderpaddler. Nach dem Zufluss der Mildenitz unweit von Sternberg wird das Tal der Warnow eng und steinig. Fast wie ein Gebirgsbach rauscht ihr Wasser durch das Warnow-Durchbruchstal, einem drei Kilometer langen Engpass, bevor sie nahe dem Ort Warnow wieder breiter wird.

Unsere Kanutour beginnt am Campingplatz Dreiwasser, wo wir unser Kanu zu Wasser lassen und den Großen Sternberger See durchqueren, der mit seinen zahlreichen Buchten in nördlicher Richtung liegt. Unser Ziel ist eine Boje vor uns, wo der See in das Flüsschen Mildenitz übergeht. Wir biegen links ab und umtragen bald darauf ein Wehr, das etwa 50 Meter weiter liegt. Nach einem Kilometer passieren wir einen Steg hinter einer Straßenbrücke in Sternberger Burg, wo wir gut aussetzen können. Gleich nebenan befindet sich das »KanuCamp Hennig«, ein schöner Ort mit Kanuvermietung und Übernachtungsmöglichkeiten im Zelt oder in gemütlichen Holzhütten. Auf der Dorfstraße stoßen wir auf den »Kamelhof Sternberger Burg«, der eine Vielzahl von zahmen Großtieren wie Kamelen, Zebras, Büffeln, Bisons, Wölfen, Rentieren und Elchen beherbergt und ein Hauch von Afrika versprüht. Unbemerkt gesellt sich etwa einen Kilometer weiter die Warnow von links hinzu, und plötzlich finden wir uns im malerischen Warnow-Durchbruchstal bei Groß Görnow wieder.

Dieses Tal wurde vor etwa 20.000 Jahren während der Eiszeit geformt, als die Gletscher massive Schutt- und Steinmassen vor sich her schoben und Endmoränen bildeten. Als die Eismassen schmolzen, durchbrach die Warnow mit gewaltigem Druck die Endmoräne, wodurch ein 40 Meter tiefes Tal entstand, das heute seltene Pflanzen und Tiere beherbergt, darunter Biber, Fischotter, Kormorane, Kraniche und Eisvögel. Die Uferhänge sind von dichten Buchenwäldern gesäumt, und dieser Abschnitt der Tour bietet eine aufregende Fahrt durch das wildromantische Durchbruchstal, wo Findlinge und umgestürzte Bäume die Flussdurchfahrt herausfordernd gestalten. Wir müssen vorausschauend paddeln, um Hindernisse zu umgehen. An einer schönen Holzbrücke erwartet uns eine etwas stärkere Strömung, und wir müssen darauf achten, nicht mit den Brückenpfeilern zu kollidieren. Die Durchfahrt unter der Brücke ist mit roten Pfeilen markiert, und es ist ratsam, nur dort durchzupaddeln. Nach vielen Windungen passieren wir das Örtchen Klein Raden und erreichen schließlich den Wasserwanderrastplatz des Naturdorfs Eickhof hinter einer Eisenbahnbrücke. Eine Befahrung der vom Bützower Kanuverein angelegten Wildwasser-Slalomstrecke mit ordentlichem Gefälle, auf der regelmäßig Wildwassermeisterschaften ausgetragen werden, verkneifen wir uns. Idealerweise setzt man vorher links aus und umträgt 200 Meter.

Ab jetzt beruhigt sich die Warnow wieder. Nach zwei Kilometern erreichen wir das Örtchen Laase, kurz darauf überspannt auf Höhe vom Ort Warnow eine Brücke den Fluss. Wir haben den Ausstieg erreicht!

Unsere Globetrotter Ausrüstungstipps

für dein nächstes Paddelabenteuer

Alles rund um die Tour

13 Kilometer auf der Oberen Warnow

Charakter: Mittelgebirgsähnlicher Abschnitt mit vielen Stein- und Baumhindernissen, kleinen Stromschnellen und stärkerer Strömung. Nur für geübte Paddler mit entsprechender Ausrüstung.

Beste Zeit: ganzjährig

Einstieg: Start am Sterneberger See, Camping Deiwasser.

Ausstieg: Ausstieg an der Warnowbrücke Baumgarten.

Gefahren: Kleine Stromschnellen, bisweilen wenig Wasser, Steine, umgestürzte Bäume, unübersichtliche Situationen. Bei höheren Wasserständen gibt es teilweise sehr starke Strömung. Im Oberlauf sind PE-Boote dringend empfohlen, da heftigere Grundberührungen mit Steinen manchmal unvermeidlich sind.

Besonderheiten: Im Oberlauf der Warnow bis Eickhof besteht bei Niedrigwasser (unter 30 cm Pegelstand) ein Befahrungsverbot. Die jeweils aktuelle Befahrbarkeit der einzelnen Abschnitte wird durch rot/grüne Pegelscheiben an den Einsetzstellen angezeigt. Auf www.warnow-pegel.de (der offiziellen Website des STALU Schwerin) finden sich außer den aktuellen Pegelständen alle Detailinformationen, also unbedingt anschauen.

Shuttle: Lokale Kanuverleiher bringen euch zurück zum Ausgangspunkt der Tour zurück. Für sportliche: mit dem Rad in 40 Minuten zurück zum Einstieg.

Ausrüstung: Im Oberlauf sind PE-Boote dringend empfohlen, da heftigere Grundberührungen mit Steinen manchmal unvermeidlich sind. Ein Bootswaagen erleichtert die Umtragungen.

Kanuverleih: https://kanucamp-hennig.de

Info: Kanu Kompass Mecklenburg-Vorpommern, Thomas Kettler Verlag, ISBN 978-3-934014-79-4


TEXT: Manuel Arnu