Kanutipp Nürnberg: Altmühl

Michael Hennemann
72 Kilometer, 4 Tage: von Gunzenhausen bis Eichstätt. Zünftige Lokale und idyllische Biergärten an den Ufern des langsamsten Flusses Bayerns.

Bei der Straßenbrücke hinter dem Wehr in Gunzenhausen befindet sich eine Bootstreppe, die sich als Einstieg anbietet. Der Parkplatz »Zum Schießwasen« bietet eine gute Abstellmöglichkeit für das Auto während der Tour. Im Ort selbst gibt es einen Kanuverleih.

Bis Treuchtlingen fährt man durch ein Renaturierungsgebiet. Die zu Beginn des 20. Jahrhunderts in ein kanalartiges, gerades Flussbett gezwängte Altmühl wurde auf diesem Teilstück renaturiert und darf sich nun wieder in weit­verzweigte Arme auffächern und in verschlungenen Bögen durch das Tal winden. Breite Uferstreifen und unzugängliche Inseln wurden im Zuge der Maßnahmen angelegt. An allen Flussgabelungen stehe­n spezielle Schilder für Bootsfahrer, die per Richtungspfeil die Wegfindung erleichtern.

Bei Flusskilometer 99,5 fällt am linken Ufer die 1961 geweihte Kriegsgräberstätte ins Auge, auf der über 2500 Gefallene der beiden Weltkriege begraben liegen. Bald darauf überspannt eine hölzern­e Fußgängerbrücke die Altmüh­l. Diese markiert die Einfahrt in das Stadtgebiet von Treuchtlingen. Hinter der Straßenbrücke bei Kilometer 98 rauscht die Altmühl über das erste Wehr im Stadtgebiet. Für die Portage legt man direkt gegenüber der Altmühltherme am rechten Ufer an. Der Wiedereinstieg erfolgt hinter der nächsten Straßenbrücke. Kurz darauf folgt das zweite Wehr, das ebenfalls am rechten Ufer umtragen werden muss.

Michael Hennemann

Ein Zwischenstopp in Treuchtlingen bietet sich schon wegen der guten Erreichbarkeit an: Vom »Bootsrastplatz Treuchtlingen« (Kilometer 97,5) aus ist es nur ein Katzensprung bis zur Innenstad­t. Zu den Sehenswürdigkeiten der mittelfränkischen Kleinstadt zählen das Stadtschloss, das Rathaus und die Lambertuskirche.

Ab Treuchtlingen sind es noch etwa 45 Kilometer, also ungefähr zwei Tagesetappen, bis Eichstätt. Als Übernachtungsmöglichkeit bieten sich die vielen schönen Campingplätze und Hotels direkt am Fluss an, von denen einige explizi­t auf paddelnde Gäste eingestellt sind.


Info: Paddeln auf der Altmühl

Charakter: Gemütliche Gepäcktour auf einem der idyllischsten Flüsse Deutschlands. Durch die geringe Strömun­g auch für Familienausflüge geeigne­t. Wer gerne autark unterwegs ist, findet auf der Altmühl direkt am Ufer viel­e schöne Stellen zum Zelten. Den einzigen Wermutstropfen bilden die neun unvermeidlichen Portagen.

Beste Zeit: Ganzjährig. Im Sommer sorgt die üppige Vegetation jedoch für ein besonderes Naturerlebnis.

Einstieg/Ausstieg: Einsetzen an der Bootstreppe nahe der Stadt­halle in Gunzenhausen (Isle-Platz 1, 91710 Gunzenhausen). Ausstieg am besten am Wohnmobil­stellplatz Eichstätt (Schottenwiese/Pirkheimer Straße, 85072 Eichstätt).

Weitere Etappen: In zwei bis drei Tagen von Eichstätt bis Dietfurt (52 km).
Alternativen: Kaum ein Bundesland bietet so vielfältige Möglichkeiten für Kanutouren wie Bayern. Egal ob ruhiger Kleinfluss, malerischer Alpensee oder großer Strom – hier findet jeder Tourenpaddler ein passendes Revier. Einige Beispiel­e sind Isar, Loisach, Ammersee und Kochelsee. Der Regen und die Donau fließen in unmittelbarer Nähe der Altmühl.

Tipp: Bei Flusskilometer 90 durchfließt die Altmühl den Ort Pappenheim. Dessen Altstadt, die sich malerisch in eine Flussschleife schmiegt, hat den Lauf der Zeit im Schutze der mittelalter­lichen Stadtmauer nahezu unbeschadet überstanden. Trotz der überschaubaren Größe gibt es dort einiges zu entdecken: Die Burg Pappenheim, ein ehemaliges Augustinerkloster und das Neue Schloss sollten bei einem Stadtrundgang auf jede­n Fall besichtigt werden.

Kanuverleih/geführte Touren: www.san-aktiv-tours.de


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Text: Globetrotter
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