Was sind die „Inner Development Goals“?
Die „Inner Development Goals“ (IDG) sind eine gemeinnützige und Open-Source-Initiative. Es wird untersucht, durch welche Fähigkeiten und Kapazitäten die SDGs besser umzusetzen sind. Können diese Fähigkeiten geschult und entwickelt werden, um unterstützende integrative Maßnahmen und Ansätze zu fördern?
Das Team der Inner Development Goals glaubt weiterhin an Wachstum auf einem endlichen Planeten, allerdings eher in Bezug auf die Entwicklung unserer inneren Fähigkeiten und Kapazitäten. Fortschritt ja, aber nicht auf Kosten der Bedürfnisse zukünftiger Generationen.
Bei den IDGs gilt die innere Entwicklung als das entscheidende Merkmal des Wachstums.
Das aktuelle IDGs-Rahmenwerk umfasst fünf Dimensionen: Sein, Denken, Beziehung, Zusammenarbeit und Handeln – und 23 Fähigkeiten und Qualitäten wie zum Beispiel: Innerer Kompass, Kritisches Denken, Wertschätzung, Kommunikationsfähigkeiten und Mut, etc.. Die Fragen, die sich daraus ergeben, sind hilfreich für alle, die sich mit den Sustainable Development Goals (SDGs) tiefer auseinandersetzen.
Denn es liegt nahe, dass die Entwicklung zu einer nachhaltigeren Lebensweise nur mit der inneren Bereitschaft für echte Veränderung, und den entsprechenden Tools erreicht werden kann.
Einmal wöchentlich treffen sich die Mitarbeiter von ICEBUG aus ganz verschiedenen Teams zu einer Session, um an ihrer persönlichen Entwicklung zu arbeiten.
In den Sessions werden Themen auf einer persönlichen Ebene angesprochen und dann auf der organisatorischen Ebene. Somit hat jeder die Möglichkeit, an sich selber zu arbeiten, aber auch die Projekte im Unternehmen auf umsichtige Art umzusetzen, die für alle Beteiligten einen Gewinn bedeuten.

Das sagt das Icebug-Team zum Konzept:
Smilla, 20, Kundenbetreuung

Meine Arbeit bei ICEBUG ist mein erster Job, ich bin gerade erst mit der Schule fertig geworden. In schwedischen Schulen lernen wir in erster Linie, welch dunkle Zukunft uns erwartet. Wir sind über eine Vielzahl an Problemen informiert worden, haben aber nichts über Lösungsansätze erfahren. Als ich angefangen habe hier zu arbeiten, habe ich eine neue Perspektive bekommen. Meine Kollegen bemühen sich so sehr um eine bessere Zukunft, die nicht ganz ohne Hoffnung ist. Es gibt immer Wege, es besser zu machen. Es gibt so viel, was wir tun können.
Jérome, 45, Produkt Manager

Der Schlüssel zu einem guten Produkt ist Zusammenarbeit. Diese ist stark von Kultur geprägt, davon, wie wir Informationen weitergeben und wie wir zuhören. Und hier besteht ein Zusammenhang mit den IDGs. Als Team werden wir „erwachsener“ und aufmerksamer. Das ist ein großer Gewinn für einen persönlich, aber auch für die Gruppe, die Firma und natürlich das Produkt. All das kommt aus dem inneren Gleichgewicht heraus, das man durch die Arbeit mit den IDGs gewinnt. Sie vermitteln einem das Handwerkszeug, aber auch die Bereitschaft zu Veränderung, weil die anderen einem auf Augenhöhe begegnen.
Markus, 39, Logistik
Die IDGs haben mich sehr bewegt. Ich habe Dinge identifizieren können, die ich an mir verbessern möchte, aber auch meine Stärken erkannt. Ich bin ein besserer Mensch, Kollege, Team-Player und Freund geworden. Ich höre besser zu, priorisiere meine Arbeit effizienter, und konzentriere mich auf die Dinge, die wirklich wichtig sind. Wenn man die Gelegenheit bekommt, an seiner eigenen Persönlichkeitsentwicklung zu arbeiten, das ist großartig und ich bin dankbar dafür. Für die Zukunft bin ich hoffnungsvoll. Es ist ein langer Weg, bevor wir die großen Veränderungen sehen werden. Aber wir können einen Unterschied machen.

Fritjof, 29, Kundenbetreuung

Die Arbeit mit den IDGs passt gut zu meiner Persönlichkeit. Ich bin ein sehr analytischer Typ. Persönlichkeitsentwicklung war etwas, was mir bei meiner vorherigen Arbeit gefehlt hat, denn ich will mich als Mensch verbessern und weiterentwickeln, aber dort hatte ich das Gefühl, der Einzige zu sein. Deshalb bin ich hier sehr glücklich. Die IDGs geben mir Tools für eine bessere Zusammenarbeit mit meinen Kollegen. Aber auch, wie wir Dinge sehen, oder Situationen angehen. Ich nutze diese gelernten Fähigkeiten auch, um meinen Kindern Empathie und Wertschätzung zu vermitteln. Es ist wundervoll, das ins tägliche Leben zu integrieren. Ich wünsche mir eine hoffnungsvolle Zukunft. Und fühle mich sehr viel besser, in einem Unternehmen zu arbeiten, welches sich um Lösungen bemüht.
Karin, 41, Design und Entwicklung

Ich finde das tollste an den IDGs wie wir miteinander reden. Das hat sich sehr verändert. Wir haben viel ernsthaftere und noch herzlichere Begegnungen. Natürlich hatten wir das auch schon vorher, aber jetzt mit noch mehr Tiefe und Verständnis. Es ist einfacher, gute und auch harte Entscheidungen zu fällen, wenn man eine solide Beziehung zueinander hat. Etwas zusammen auf die Beine zu stellen ist für uns das Wichtigste.
Die „Inner Development Goals“ repräsentieren die Weisheit aller Altersgruppen und Kulturen. Das Konzept der inneren Entwicklung umfasst die Kultivierung von Fähigkeiten und Qualitäten, die unsere Beziehung zu uns selbst, unsere Denkprozesse, unsere Verbindungen zu anderen, unsere kollaborativen Fähigkeiten und unseren Einsatz für positive Veränderungen verbessern.
„Wir streben danach, die Kraft der inneren Entwicklung für alle globalen Herausforderungen nutzbar zu machen, mit denen die Menschheit konfrontiert ist.“
Inner Development Goals



Wie kam es zu den „Inner Development Goals“?
Oder besser gesagt: Warum erkennen wir immer noch nicht an, dass das Wachstum auf einem endlichen Planeten Grenzen hat?
Im Jahr 1972 verfassten Donella Meadows und ihre Kollegen den Bericht „Die Grenzen des Wachstums“, in dem sie langfristige globale Trends in Bevölkerung, Wirtschaft und Umwelt mithilfe eines Computermodells namens World3 simulierten. Die Schlussfolgerungen dieses Reports, den der Club of Rome in Auftrag gegeben hatte, waren damals umstritten und wurden von vielen abgelehnt.
Doch heute, 50 Jahre später, haben wir eine noch komplexere Situation geschaffen. Denn im Vergleich zum damaligen Status quo, auf dessen Grundlage die Forscher vor 50 Jahren ihre Schlussfolgerungen zogen, hat sich die Situation auf vielen Ebenen sogar verschlechtert.
Im Jahr 2015 verabschiedete die Generalversammlung der Vereinten Nationen die Resolution „Transforming our world: the 2030 Agenda for Sustainable Development“, die die Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) bis 2030 enthält: 17 Ziele in insgesamt 169 Etappen, die die Überwachung des Fortschritts bei der Umsetzung der Ziele ermöglichen.
Allerdings sind wir bei der Umsetzung viel zu langsam. Dies ist das Fazit des neuesten alljährlichen „Sustainable Development“ Reports von Prof. Jeffrey Sachs und Kollegen. Laut diesem Bericht stagniert der Fortschritt beim Erreichen der SDGs seit zwei Jahren- und somit wurden die „Inner Sustainable Development Goals“ geboren.
Text: Cira Riedel / GreenroomVoice – Fotos: Stéphane Robin/ GreenroomVoice
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