Im Topf um die Welt – Liechtenstein

Ribel – ein traditionelles Gericht aus Liechtenstein

»Rebl, Tatsch und Holdermuas sind aalti Grecht met Hand und Fuass …«. So sagt man im Volksmund. Das urige Gerichte ist wohl zugleich das bekannteste im Fürstentum und ist – trotz oder gerade wegen seiner Einfachheit – immer noch sehr beliebt. Rebl oder Ribel ist ein aus Maismehl (in Liechtenstein findet man es auch unter der Bezeichnung: Türkamehl oder Ribelmais) zubereitetes, nahrhaftes Gericht, das früher ein Grundnahrungsmittel der ärmeren Bevölkerung darstellte.

Unser Rezept haben wir gemeinsam mit Michela Schurte-Knöpfel vom Campingplatz Mittagspitze in Triesen aufgeschrieben. Sie hat es von ihrer Mutter. Es ist also eine dieser typischen Zubereitungsarten, die von Generation zu Generation weitergegeben werden … wir wünschen viel Spaß beim Nachkochen und guten Appetit!

Das Rezept ist übrigens denkbar einfach und die Zubereitung mit nur einer Flamme und in nur einem Topf macht es zu einem besonders geeigneten Outdoor-Gericht!

Michela auf dem familieneigenen Campingplatz.

#1 – Der Ribel

600 g Maismehl

1 l Milch oder Milch mit Wasser gemischt

1 TL Salz

3-4 TL Butter

In eine tiefe Bratpfanne oder einen Topf (nach Möglichkeit beschichtet oder aus Gusseisen!) gibt man die Milch, eine Prise Salz, etwas Butter, lässt alles aufkochen und schüttet dann das bereitgestellte Maismehl hinein. Dann rührt man alles um und … rührt und rührt und rührt. Bis die Feuchtigkeit vom Gries aufgesogen ist und die Masse zu klumpen anfängt. Nun mit Butter den Ribel in derselben Pfanne ganz fein rösten, bis er schön krümelig ist. Und weiter rühren, rühren, rühren. Wenn der Ribel an einigen Stellen gold-braun angeröstet ist, ist er fertig! Ribel isst man zu Milchkaffee, Apfelmus, gekochten Kirschen, Holundermus, Apfelschnitzen, allen Arten von Kompott oder saurem Käse.

#2 – Anrichten: die Beilagen

Apfelmus, verschiedenste Kompotte, Käse, Zimmt und Zucker

Ribel ist ein nahrhaftes Gericht, das arme Familien durch schwere Zeiten gebracht hat. Heute liegt die Rafinesse natürlich in der Kombination mit den verschiedenen Beilagen. Kompott aus regionalen Früchten, Käse aus der Region: Das sind die Dinge, die es zu einer Liechtensteiner Spezialität machen. Ansonsten gilt: Erlaubt ist, was schmeckt!

Tipp: Michela hat uns für die Koch-Session »Sura Käs« aus dem »Ländle« mitgebracht. Also sauren Käse aus Liechtenstein. Der sehr fettarme Käse ist wahrscheinlich am ehesten mit einem jungen »Harzer Käse« zu vergleichen.


Auf ins Ländle!

Die Hüterin des Familienrezepts, Michela, haben wir bei unserer Recherche zur Story »Liechtenstein der Länge nach« kennengelernt. Der Campingplatz ihrer Familie war unsere Homebase. Wer sie gerne mal selbst besuchen möchte: der Platz ist einfach zu erreichen und liegt sehr schön, am Fuß der Berge.

Info: www.campingtriesen.li

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