How to bike Balkan – Checkliste
Tipps und die richtige Vorbereitung für eine Fahrrad-Tour auf dem Balkan
Für euch – von euch. Ein Beitrag aus der Globetrotter-Community – von Evelyn Medawar
11 Länder
Von Triest in Italien nach Sibiu/Hermannstadt in Rumänien
2.300 km und ca. 26.000 Höhenmeter
2 Reiseräder, 2 Fahrer:innen
Den Balkan hautnah mit dem Fahrrad erleben? Ein Abenteuer von Triest in Italien über den Südbalkan bis nach Sibiu/Hermannstadt in Rumänien – zu zweit mit zwei Fahrrädern.
Entlang unserer Route geht es durch elf Länder. Wir fahren ca. 25.000 km in sieben Wochen. Wir erzählen euch etwas über die Besonderheiten des Balkans, was es zu beachten gilt, was uns wirklich beeindruckt hat und was die größten Herausforderungen auf unserer Reise waren.
Landschaftlich bietet der Balkan eine Menge Highlights: von der Adriatischen Küste Kroatiens, dem Komani See in Albanien, der Iscar Schlucht in Bulgarien bis hin zur Transfaragasan Road in Rumänien, der angeblich „schönsten Straße der Welt“ (Achtung: sogar mit Braunbären!).
Wir berichten von unserer Reise nach Rumänien und geben praktische Tipps und Empfehlungen.
Anreise und Startpunkte
Wir sind mit einem Fahrradticket per Flixbus nach Triest gefahren. Dabei lohnt sich ein Blick auf die Strecken von Flixbus!
Achtung, Flixbus sagt nicht vorab, um welche Art der Fahrradmitnahme es sich handelt. Es gibt Fahrradträger, Fahrradanhänger oder die Möglichkeit, das Fahrrad in den Gepäckraum zu legen (dabei beachten: die Räder müssen rausgeschraubt und der Lenker gedreht werden). Am besten habt ihr bei der Abfahrt das Werkzeug parat. Es sollte damit gerechnet werden, dass das Rad schmutzig wird oder den einen oder anderen Kratzer abbekommt.
Alternativ nehmt ihr den Zug – auch hier müsst ihr schauen, wo eine Fahrradmitnahme möglich ist.
Grenzen und Einreisebestimmungen
Auch mit dem Fahrrad wird man kontrolliert – kleiner Tipp: bei langen Auto/LKW-Schlangen mit dem Rad vorbeirollen. Bei Grenzübergängen checken:
a) internationale oder nationale Grenze – nationale Grenzen dürfen nicht von Ausländern überquert werden (oftmals in entlegenen Ecken) – internationale Grenzen sind meist die, an den Hauptverkehrsrouten
b) spezifische Länderbestimmungen: bspw. erkennt Serbien den Kosovo nicht an, daher ist eine Ausreise aus dem Kosovo nach Serbien unmöglich. Wer trotzdem durch den Kosovo reisen möchte (lohnt sich auf jeden Fall!), sollte über Albanien oder Mazedonien ausreisen und dann nach Serbien einreisen
Besonderheit: Die Donau-Grenzen (betrifft vor allem die Grenze zwischen Bulgarien und Rumänien) sind meist Fährverbindungen. Das ist eine ca. 600 km lange Land- und Gewässergrenze. Daher ist hier ein bisschen Vorab-Routing hilfreich. Am besten sucht ihr euch vorab Grenzübergänge raus, teilweise findet ihr auch über Google Maps Fährzeiten zu einzelnen Grenzübergängen, z.B. sind diese übersichtlich in Wikipedia aufgelistet.
Wir haben uns für eine Fährverbindung entschieden, die günstig auf der Route liegt, und bei der wir bei Google Maps Fahrzeiten einsehen konnten. Die Fähre fuhr regelmäßig, es war relativ viel Betrieb (vorwiegend LKWs und einzelne PKWs), die Preise waren sehr überschaubar (2€ p.P.): Oryahovo (Bulgarien) – Bechet (Rumänien)
Sprache und Verständigung
- Englisch hauptsächlich gut möglich
- Deutsch in Einzelfällen auch fließend durch hohen Anteil an Menschen, die zeitweise in Deutschland gearbeitet haben
Ernährung
- Viel Fleischgerichte, wie Cevapcici
- Vegetarisch/ vegan eher ungewöhnlich, aber machbar
Geld und Bezahlung
- Am besten ihr packt eine Karte ein, mit der ihr Geld kostenlos im Ausland abheben könnt. Ansonsten gilt mit Karte zahlen, wenn ihr nur kurz in einem Land seid, damit ihr nicht so viele Währungen mit euch herumtragen müsst
- Budget: Unsere Ausgaben lagen pro Tag pro Person ca. 40€ ohne An-/Abreise und mit einer Mischung aus Camping, Unterkünften und Wildcampen
ALLGEMEINE REGELUNGEN
* im Kosovo gibt es keine offizielle Regelung, allerdings wird mit dem Thema i.d.R. entspannt umgegangen.
Besonderheiten und Sonstiges
- Straßenqualität ist top! Aber nicht alle ausgewiesenen Fahrradwege sind angenehm zu fahren, große Straßen allerdings schon. Aufgepasst: manche Straßen sind hoch frequentiert durch Reiseverkehr und/oder Transit-LKWs
- Tiere an und auf der Straße: gibt es immer wieder, sowohl positiv als auch negativ. Leider gibt es im Balkan viele freilaufende Straßenhunde, die sehr aggressiv sind – vor allen Dingen Fahrradfahren gegenüber. Uns ist nichts passiert, wir wurden aber öfters mal verfolgt. Es gibt verschiedene Strategien, unsere war es sich mit Wasserflaschen und bei Bedarf auch Pfefferspray gegen die Hunde zu wehren. Eine positive Erfahrung hatten wir an der Poststraße in den Bergen, wo ein Hund und über viele Kilometer verfolgt hat und sehr lieb war.
- Andere Radfahrer/Bikepacker: manchmal, eher selten
- Tipps für Großstädte:
- in der Unterkunft anfragen, ob es einen Platz fürs Fahrrad gibt
- mit Waschmaschine buchen
- mit Fahrrad die Stadt erkunden
- Zug oder Fähre fahren (Bei Regen und Co.)
Wir sind in Bulgarien an einem Regentag mit dem Zug durch das Iscar Tal gefahren (Ticket +1€ pro Fahrrad). Das Fahrrad darf einfach im Gang vor einer Tür stehen. In anderen Ländern haben wir keine Erfahrung mit dem Zugfahren gemacht.
Unser extra Tipp: die Transfăgărășan Road
Wir entschieden uns in Rumänien über die „schönste Bergstraße der Welt“ zu fahren und so die Karpaten zu überqueren. Wir haben den Pass in 2 Tagen (ca. 2200hm, 85km) gemacht und haben auf halber Strecke in einem Hotel übernachten. Das Hotel können wir nicht empfehlen, es ist aber das einzige vor Ort. Wild Campen ist hier zwar erlaubt, aber es ist Braunbär-Gebiet. D.h. Braunbären werden euch sicherlich begegnen, vor allem an der Straße. Unsere Strategie war es: Langsam vorbeifahren! Wenn Autos in der Nähe sind, dann außen am Auto mit Abstand zum Bär vorbeifahren. Die Bären sind dort, um nach Nahrung zu betteln und tun den Menschen im Prinzip nichts. Allerdings ist das nur unsere Erfahrung von einem sehr frequentierten Sommer-Wochenendtag. Außer uns waren keine Fahrradfahrer zu sehen.
Tag 1
Tag 2
Alternativ könnt ihr die Karpaten durch das Tal umfahren – vermutlich ohne Bären, aber auch ohne fantastische Aussicht.
PACKLISTE
Allgemein
- Kreditkarte
- Reisepass
- Bargeld (Euro)
Fahrrad
- Schläuche & Co.
- Wichtigstes Tool: Ventiladapter
- Multitool
- Kabelbinder
- Kettenöl
- Powerbank
- Hand-Fahrradpumpe
- Lappen
- Fahrradschloss
- Panzertape
- Ersatz-Schläuche
- Spanngurt/Netz für Gepäckträger (gut für die Solarpowerbank oder Sachen, die noch trocknen müssen)
- Fahrradtaschen für vorne und für hinten (pro Person x4)
- 2 Trinkflaschen p.P.
Fahrrad-Outfit
- Fahrrad Oberteil / Trikot x2
- Fahrradhose mit Polster
- Windjacke
- Regenjacke und Regenhose!
- Schuhe
- Fahrradbrille
Hygiene
- Sonnencreme
- Taschentücher + ToiPap
- Desinfektionsmittel
- Waschmittel für Klamotten
- Erste Hilfe Kit
Reiseapotheke
- Arnika Creme
- Voltaren
- Wundspray
- Pflaster
- Durchfall-Überlkeits-Pillen
- Nivea creme
- Aspirin
- Ibu
- Mueckenspray
- Sonnencreme
Camping
- Gaskocher + Feuerzeug
- Zelt
- Isomatte x2
- Reisekissen x2
- Schlafsack x2
- Wäscheleine
- Stirnlampen
- Geschirr
- Klapp-Messer
- Salz&Pfeffer
- Öl (klein)
- Spüli (klein)
- Wasserflasche zum Kochen
- Schneidebrett
Sonstiges
- Reiseyogamatte
- Spiele
- Bücher (kann man auch untereinander tauschen)
Sicherheit
- Pfefferspray / Bärenspray
Viel Spaß beim Nachahmen!
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