Höhenkrankheit

Hochtouren und Trekkingtouren im Hochgebirge gehören zum Highlight eines jeden Outdoorlebens. Doch schnell kann große Höhe auch zu gesundheitlichen Einschränkungen führen. Kopfschmerzen und Schwindel sind erste Leitsymptome der Höhenkrankheit. Im schlimmsten Fall drohen lebensbedrohliches Höhenhirnödem oder Lungenödem.

Mit der Höhe verändert sich der Sauerstoffgehalt der Luft. Dies führt zu einem erhöhten Atemrhythmus und einem verminderten Sauerstoffgehalt des Bluts (Hypoxie). Die damit verbundene Belastung des Herz-Kreislauf-Systems kann zur Höhenkrankheit, auch Bergkrankheit genannt, führen. Bei einem raschen Aufstieg in Höhen von über 2000 Meter können selbst völlig gesunde Personen gefährdet sein. Das Auftreten von Symptomen hängt weder mit Alter, Geschlecht noch der körperlichen Fitness zusammen.

Die mildeste Form der akuten Höhenkrankheit (Acute Mountain Sickness, AMS) fühlt sich wie ein leichter »Kater« an: Vier bis zwölf Stunden nach dem Aufstieg treten Kopf- schmerzen, Müdigkeit, Übelkeit und Appetit- losigkeit sowie leichtere Atemnot auf. Ein gemächlicher Aufstieg und wiederkehrende Ruhepausen verhindern meist das Auftreten der leichten Höhenkrankheit. Sobald die Beschwerden abklingen, kann weiter aufgestiegen werden. Halten die Symptome an, sollte der Abstieg um mindestens 500 Meter erfolgen. Personen mit akuter Höhenkrankheit dürfen niemals alleine gelassen werden. Bei Zielen über 3000 Meter wird zusätzlich empfohlen, nicht mehr als 500 Meter täglich aufzusteigen. Bei längeren Aufenthalten in großer Höhe sollten die Schlaflager in niedrigerer Höhe gewählt werden. Dies trägt zur Akklimatisation bei. Die Anpassung ist indi- viduell unterschiedlich und dauert meist bis zu drei Tage pro Schlafhöhe.
Bei ein bis zwei Prozent der Personen, die sich einer Höhe von über 4000 Metern aus- setzen, tritt die schwere akute Höhenkrankheit auf. Symptome sind langsam zuneh- mende Kopfschmerzen, Verwirrung und Trägheit. Sehr charakteristisch sind außerdem Gleichgewichtsstörungen, schwallartiges Erbrechen und Bewusstseinseintrübung. Tritt trotz Ruhephase keine Besserung ein, hilft nur ein unverzüglicher Abstieg. Es drohen lebensgefährliche Lungen- oder Hirnödeme.

HOCH GELEGENE FLUGHÄFEN

Nicht nur Bergsteiger sind von der Höhen- krankheit betroffen. Auch bei der Ankunft auf Flughäfen wie Lhasa (Tibet, 3507m), Quito(Ecuador,2411 m) und La Paz (Bolivien, 4061 m) kann die Höhenkrankheit auftreten. VieltrinkenundderVerzichtaufalkoholischeGetränke können als präventive Maßnahme Wirkung zeigen.
Wie gut sich einzelne Menschen an die Höhe anpassen, ist genetisch vorgegeben. Unter medizinischer Aufsicht lässt sich diese Fähigkeit durch einen Höhentauglichkeitstest ermitteln. Während per Atemmaske ein sauerstoffreduziertes Luftgemisch eingeatmet wird, werden Veränderungen der Pulsrate, Sauerstoffsättigung im Blut sowie Herz- rhytmus gemessen. Da der Test Aufschluss über mögliche Probleme in der Höhe gibt, ist er vor geplanten Berg- oder Trekking- touren in großer Höhe empfehlenswert.

HÖHENTRAINING

Im Alpinismus, insbesondere im Höhenbergsteigen, müssen sich Sportler gewissenhaft auf ihre Touren vorbereiten. Sie versuchen den Körper an den Sauerstoffentzug zu ge- wöhnen. So passt sich der Stoffwechsel an und die Muskulatur lernt, mit weniger Sauerstoff zu arbeiten. Das Höhentraining kann durch gezielte Auf- und Wiederabstiege am Expeditionsziel erfolgen oder bereits daheim in einer Höhenkammer (z. B. bei Globetrotter München). Durch gezielte Steuerung des Sauerstoffgehalts der Luft lässt sich in diesen Kammern – meist ausgestattet wie ein kleines Fitnessstudio – jede Höhenlage simulieren. So lebt der Sportler zwar im »Tiefland«, trai- niert aber unabhängig von der Wetterlage in Höhenluft. Der Erfolg dieser Methode zur Höhenanpassung ist wissenschaftlich belegt. Für eine gute Akklimatisation sind je nach körperlichen und genetischen Voraussetzungen mindestens zwei Wochen Höhentraining erforderlich.


Text: Globetrotter Magazin
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