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        Hamburg – unsere Paddelperle

        Text & Fotos: Michael Neumann

        So geht Micro-Adventure. Im Anschluss an einen Termin in der Hansestadt wird die Rückreise einfach um 24 Stunden verlegt und der Laptop mit dem Kajak getauscht.

        Als Redaktionsbüro aus Augsburg, das das Globetrotter Magazin verantworte­­t, sind wir regelmäßig in Hamburg zu Besuch, wo Globetrotter seinen Stammsitz hat. Dort werden Ideen gesponnen, Themen besprochen und Hintergründe vertieft. Im Anschlus­­s geht es dann zurück nach Hause.

        Nicht so Anfang Mai. Da morgen Himmel­fahrt freie Zeit verspricht, verlegen wir die Rück­reise um 24 Stunden und fragen in der Filiale am Wiesendamm an, ob wir uns zwei Kajaks leihen dürfen. Dürfen wir. Fix packe­­n wir unsere Siebensachen in die wasserdichten Stauräum­­e und rollen auf Boots­wagen zum nur 50 Meter entfernten Ufer des Osterbek­kanals.

        Drüber donnert der ICE, drunter gibt es einen exklusiven Blick auf die Binnenalster.

        Direkt neben der Globetrotter-Filiale in Hamburg beginnt eine der schönsten Paddeltouren Deutschlands.

        Welches hätten's denn gern? Der Kanu-Paternoster am Wiesendamm.

        Mit der Wassersportkarte Alster, eigens von Globetrotter aufgelegt, ist Verpaddeln – nahezu – ausgeschlossen.

        Guten Morgen, Spiegel, hallo, ZDF!

        Über diesen paddeln wir am Nachmittag Richtung Stadtmitte. Schnell ist die see­artige Außenalster erreicht, ein Wimmelbild von einem Fluss. Segelboote kreuzen, Ruderboote zischen vorbei und Ausflugsdampfer hupen uns weg. Von der Außenalster geht es in die Binnenalster mit der Wasser­fontäne und dem Rathaus im Hintergrund – wohl eine der meistfotografierten Stadtszenen Deutschlands. Und wir mittendrin.

        Um von der Alster in die Elbe zu gelangen, muss man zwei Schleusen passieren. Sie sollen den Wasserstand auf der Alster regulieren und die Innenstadt vor Hochwasser schützen. Mit dem Passieren dieser Schleusen kommt man in eine andere Welt. Es regiert die Elbe mit ihrer Tidenschwankung von durchschnittlich 3,66 Metern, die Verkehrsregeln der Binnen­schifffahrt sind zwingend einzuhalten und statt gemütlich tuckernder Ausflugsdampfer hat man schon mal ein 300 Meter langes Containerschiff im Rücken. Kurzum: Wer auf der Elbe, im Hafen und durch die Speicherstadt paddeln will, sollte wissen, was er tut.

        Auf der Alster haben Freizeitkapitäne viel Spaß, die Elbe dagegen ist Profis vorbehalten.

        Wenn all diese Barkassen den Anker lichten, sollte man langsam das Weite suchen.

        Um sich aus dem Gröbsten rauszuhalten, empfiehlt sich die altbekannte Taktik: antizyklisch unterwegs sein. Denn als wir gegen 19 Uhr aus der Schleuse in die Speicherstadt schwappen, hat ein Großteil des Verkehrs schon Feierabend. So durchstreifen wir die Backsteinschluchten nahezu allein. Einzig das hektische Treiben am Ufer irritiert ein wenig. Was bauen die denn überall für Buden auf? Ein Spaziergänger weiß es. Morgen beginne der traditionelle Hafengeburtstag, nicht weniger als das größte Hafenfest der Welt. Oha!

        Das erklärt auch, warum sich nur mit Mühe ein Hotelzimmer fand. Ausgesucht haben wir es weder nach Anzahl der Sterne noch nach Länge des Frühstücksbuffets in Metern, es zählte schlicht die Distanz zum Wasser. Dass es am Ende das neue 25hours im Alten Hafenamt wurde, kann uns nur recht sein. Im Innenhof können wir die Kajaks deponieren, bevor wir uns von der ostmediterranen Küche des angeschlossenen Neni-Restaurants verwöhnen lassen. Dass wir mit unseren nassen Neo­prenschuhen alles volltropfen, merkt zum Glück niemand. Bevor wir hinter schweren Brokatvorhängen in die Federbetten sinken, ergibt eine Abfrage der Sonnenaufgangs-App die unchristliche Zeit von 5.39 Uhr. Und da wir da ja schon auf dem Wasser sein wollen, verabreden wir uns für 5 Uhr an den Booten. 

        Per Bootswagen rollern wir die beladenen Kajaks vom Wasser ins Hotel.

        Check-in am Take-out: das 25hours am Alten Hafenamt.

        Unglaublich umstritten, unglaublich teuer, aber auch unglaublich schön: Die Elbphilharmonie.

        Niemand sonst ist auf dem Wasser. So paddeln wir flink an der Elbphilharmonie vorbei, hangeln uns hinter den Landungsbrücken entlang und fahren vor bis zum futuristischen Hambur­g Cruise Center. Und schnell zurück Richtun­g Alster, bevor die Geburtstagssause mit der Einlauf­parade vollends startet.

        Was uns da an »Vatertag« allerdings gut gelaunt in den verschiedensten schwimmenden Untersätzen entgegenkommt, steht dem Hafengeburtstag in Nichts nach. Hamburg ist und bleibt einfach eine Paddelperle.

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