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        Kaufberatung: Hosen


        Erst mit der passenden Hose ist das funktionale Bekleidungssystem für dein Abenteuer komplett. Und damit du dich im Auswahldschungel nicht verirrst, hat Fachberaterin Carina Stein aus der Filiale München ein paar Tipps parat.

        Carina, wie viele Hosen habt ihr ungefähr im Sortiment?

        Also 100 bis 130 verschiedene Modell­­e werden es hier in der Bekleidungsabteilung schon sein. Bereichsübergreifend haben wir online von der Unterhose bis zur Überhose sogar mehr als 1000 Modelle. Ich glaube, da ist für jede­n was dabei.

        Und wie viele Kategorien unterscheidet ihr grob?

        Den Löwenanteil machen die klassischen Trekkinghosen aus, dicht gefolgt von den Modellen für Freizeit und Reise, jeweils in lang und oft auch in kurz. In der gleichen Abteilung findet man zudem Soft- und Hardshell-Hosen. Und dann wären da noch die Fahrradhosen im Erdgeschoss und Kletterhosen in der Alpinabteilung ganz oben.

        Welche Materialien empfehlt ihr?

        Jetzt zum Sommerstart stehen leichte Mikro­faserhosen aus Polyamid mit Elasthan-Anteil hoch im Kurs. Sie sorgen für ein Wohlfühl­klima, bieten ausgezeichnete Bewegungsfreiheit und hohen Tragekomfort. Die zweite groß­e Gruppe sind solche aus Mischgewebe. Hierbei wird Baumwolle meist mit Polyester kombiniert. Aus 65 Teilen Polyester und 35 Teilen Baumwolle etwa besteht das legendäre G-1000-Gewebe von Fjällräven, das außer­ordentlich robust bei zugleich hohem Tragekomfort ist. Softshell kann als Hosenmaterial mit seiner Winddichte und wasser­­abweisenden Funktion punkten. Softshell bietet sich für den Einsatz im Hochgebirge an, wo das Wetter schnell grimmig werden kann.

        Was ist der Vorteil von Mischgewebe?

        Polyester ist sehr reißfest, leicht, nimmt nahe­zu keine Feuchtigkeit auf und bietet einen guten UV-Schutz. Die Baum­wolle sorgt für einen angenehmen Griff und ein gutes Tragegefühl. Um den Nachteil der Feuchtigkeitsaufnahme von bis zu 80 Prozent des Gesamtgewichts zu minimieren, wird sie daher mit Polyester verheiratet.

        Manche eurer Materialien werben damit, Schutz gegen Moskitos zu bieten. Wie funktioniert das?

        Hier unterscheiden wir zwischen chemischer und mechanischer Abwehr. Letztere funktioniert durch die Webart und Dicke des Materials. Beim G-1000 von Fjällräven und NosiDefence von Craghoppers etwa verbiegt sich jede Mücke den Rüssel. Da solche Materialien für die meisten Malaria-Regionen zu warm sind, veredeln Hersteller wie Craghoppers und ExOfficio die verwendeten Fasern daher mit Permethrin. Das für Menschen unbedenkliche Insektizi­­d ist dauerhaft in die Textilie ein­gearbeitet und schützt vor Malaria, Zika, Chikung­unya, Dengue, West-Nil-Virus und Zecken. Kein Hersteller garantiert allerdings eine­n hundertprozentigen Schutz vor Stichen, doch mit solcher Kleidung lässt sich der Einsatz von DEET-haltigen Moskitosprays auf ein Minimum reduzieren.

        Carina Stein, 45, Fachberaterin Textil in der Filiale München. Seit sechs Jahren bei Globetrotter, hat die gelernte Handelsfachwirtin aus Krün an der Isar ihr gesamtes Berufsleben im Einzelhandel verbracht. In ihrer Freizeit zieht es sie in ferne, warme Länder, bisheriges Reisehighlight war ein halbes Jahr in Indien.

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        Zipphosen scheinen beliebt wie nie. Zu Recht?

        Auf alle Fälle. Durch die Möglichkeit, aus der langen eine kurze Hose zu machen, spare ich mir die Shorts im Rucksack und bin auch dann vorbereitet, wenn das Wetter deutlich besser als die Vorhersage ist. Beschwerden, dass die Rundum-Reißverschlüsse steif seien und die Hose aufplustern wie ein Tutu, habe ich schon lange nicht mehr gehört. Die heute angebotenen Lösungen, sei es mit Einfach-, Zweifach- und T-Zipp, sind von den Herstellern perfekt umgesetzt.

        Ist Trekkinghose gleich Trekking­hose? Oder wie klassifiziert ihr?

        Wir fragen zuerst den Kunden, was er mit der Hose vorhat. Wer bevorzugt von Mai bis September deutsche Mittelgebirge durchmisst, ist mit einer Sommer-Trekking­hose gut bedient. Wen es eher nach Skandinavien zieht, wo das Wetter manchmal Somme­­r und Winter verwechselt, dem würd­e ich eine Drei-Jahreszeiten-Trekkinghose empfehlen. Die dritte große Gruppe sind Hosen für Touren jenseits der Baumgrenze. Hier kommt oft winddichtes Softshell zum Einsat­­z und die Hosen bieten Details wie Kevlarverstärkungen am Beinabschluss gege­­n scharfe Steigeisen und Skikanten.

        Warum haben einige Trekkinghosen eigentlich so viele Taschen?

        Weil man manche Dinge nicht immer extra aus dem Rucksack kramen will. Eine Kartentasche etwa ist ungemein praktisch, gleiches gilt für ein Messerfach. Und wenn dann noch der kleine Reiseführer und das Smartphone griffbereit auf dem Oberschenkel Platz finden, umso besser.

        Softshell als Material ist erste Wahl bei Wanderjacken. Auch bei Hosen?

        Nicht ganz. Natürlich kann auch der Harzwanderer von den Vorteilen des Softshells – also winddicht, hoch atmungsaktiv und wasserabweisend – profitieren. Doch meist favorisieren unsere weniger alpinen Kunden die Kombi­nation aus einer »normale­­n« Wanderhose mit eine­­r leichten und dann komplett wasserdichten Hard­shell-Überhose.

        Gibt es auch wasserdichte Wanderhosen, die mehr können als die klassischen Überhosen?

        Natürlich. Arc'teryx legendäre Beta AR Pant etwa. Sie ist aus dreilagigem Gore-Tex gefertigt, erfordert aber wenigstes eine lange Unter­hose drunter. Ski­tourengeher und Schottland-Fans, die eine Hose für alles wollen, werden damit happy. Allen anderen raten wir zur Regenüberhose. Hier bekomm­­t man sehr gute Qualität bereits für 100 Euro, ab 170 Euro ist – wie bei der Berghaus Pac­Lite Pants – auch Gore-Tex mit an Bord.

        Kompetente Beratung in der Filiale.

        Mit einer Überhose bekommt man jede Trekkinghose wasserdicht.

        Für Hosen aus G-1000 wird mir im Online-Shop als Zubehör ein Stück Wachs vorgeschlagen. Warum das?

        Manche Hosen aus Mischgewebe sind gewachs­­t. Das Wachs macht die Kleidung widerstandsfähige­­r gegen Feuchtigkeit, Schmutz und Wind. Nach längerem Tragen oder nach einigen Wäschen lässt die Wirkun­­g des Wachses nach. Und dann wird eben nachgewachst und mit dem Bügeleisen eingearbeitet.

        Was tun, wenn die Hose zu kalt ist?

        Dann wird »gezwiebelt« mit einer langen Unterhose in der passenden Stärke.

        Wie kann ich meine Passform für eine Online-Bestellung bestmöglich ermitteln?

        Dafür haben wir einen Maßkonfigurator auf www.globetrotter.de. Dort gibt man Körpergröße, Körperform und Gewicht ein und bekommt Bestellgröße samt Passform-Wahrscheinlichkeit angezeigt. Auch kann man, wenn man beispielsweise eine passende Levi’s Jeans besitzt, deren Maße in Relation zu unserem Sortiment setzen. Noch besser aber, du kommst zu uns in die Filiale. Unsere Fachberater sehen dir deine Idealgröße von Weitem an oder finden sie durch Anprobe im Nullkommanix raus.

        Habt ihr auch Sondergrößen?

        Immer mehr. Hersteller wie Maier Sports etwa biete­­n einen enorm umfangreichen Größenlauf an. Von Damen 17 bis Herren 118 ist da über kurz oder lang, dick oder dünn, für alle was dabei. Auch Friluft­­s hat ein Herz für Sondergrößenträger.

        Worauf soll ich bei der Anprobe achten?

        Ist die vermeintliche Lieblingshose vor dem Spiegel gefunden, gilt es, die Passform in Aktion zu überprüfen. Ausfallschritt vor, Ausfallschritt seitlich, Treppe hoch, Treppe runter. Wer mit der Hose viel Auto fährt, sollte die Passform auch im Sitzen überprüfen. Wie harmoniert der Hosenbund mit dem Hüftgurt eines Rucksacks? Und will man bei einer Kletterhose Zugriff auf die Taschen haben, sollte man seinen Klettergurt mit zur Anprobe bringen.

        Brauchen Hosen eine spezielle Pflege?

        Ich empfehle ein Funktionswaschmittel wie das Pro Wash Eco von Fibertec. Es wäscht Schweiß aus jeder Pore, wird im Anschluss rückstandslos ausgespült und ist biologisch abbaubar.

        Was schnell erreichbar sein soll, kommt nicht in den Rucksack, sondern in die Hosentaschen.

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