Markenvorschläge

    Kategorievorschläge

      Suchvorschläge

        Produktvorschläge

        Projekte: Der Pixel-Flüsterer

        Text und Fotos: Fabio Antenore
        Fabio Antenore komponiert mit Licht und Muße zauberhafte Landschaftsfotos – und verrät, wie ihr das auch könnt. Hunderte Insta­gram-Likes sind euch sicher.
        Da ich im Gegensatz zu den Betrachter­­n meiner Bilder meist mehrere Stunden oder gar Tage am selben Ort verbringe, habe ich mich darauf spezialisiert, mit sogenannten Timeblendings zu arbeiten. Dabei belasse ich die Kamera auf einem stabilen Stativ oft für längere Zeit am selben Ort und fange verschiedene Stimmungen ein, die ich dann mit Photoshop zu eine­m Bild verschmelze.

        Im Gegensatz zur normalen Fotografie bedar­f es daher vor Ort bereits einer sehr genaue­­n Vorstellung, wie das Endprodukt aussehen soll. Ich muss genau wissen, wo ich das Licht im Bild setzen will und welche Element­­e ich mit welchen Einstellungen fotografier­­e. Für bewegliche Elemente wie Vögel etwa muss ich entsprechend schnelle Verschlusszeiten wählen, um die Bewegung einzufrieren.

        Elemente wie Wasser oder Wolken hingegen belichte ich oft länger, um sie weichzuzeichnen oder Bewegung zu zeigen. Das kann je nach gewünschtem Effekt und Geschwindigkeit der Objekte von wenigen Sekunden bis zu mehreren Minuten sein. Ist es für die ange­strebten langen Belichtungszeiten zu hell, als dass selbst bei der kleinsten Blende noch zu viel Licht auf den Sensor fällt, hilft ein Graufilter. Dieser schluckt ähnlich einer Sonnen­brille das Licht und ich kann somit länger belichten.

        Hingehen, wo keiner hingeht

        Von dieser Eishöhle in den Schweizer Bergen gibt es zig Fotos, alle aufgenommen im vorderen Bereich. Doch wer sich traut, der Sache auf den Grund zu gehen (das Okay vom Bergführer vorausgesetzt), bekommt eine völlig neue Perspektive.

        Da sein, wenn es gilt

        Wer Polarlichter wie hier am Trollstigen in Norwegen fotografieren will, kann das nicht Monate im Voraus planen. Stattdessen bucht man den Flieger erst, wenn sich Wetterbericht und Polarlichtvorhersage einig sind.

        Trick 17 mit Graufilter

        Der Seljalandsfoss in Island ist rund ums Jahr von Hunderten Touristen bevölkert. Will man ihn trotzdem ohne Menschen abbilden, braucht man einen starken Graufilter, um Belichtungszeiten von fünf Minuten und mehr zu realisieren. Am Ende muss man dann nur noch diejenigen rausretuschieren, die sich ebenfalls minutenlang nicht bewegt haben.

        In der Landschaftsfotografie versuche ich meist so viel Landschaft wie möglich aufs Bild zu bringen, um es imposanter wirken zu lassen. Dazu verwende ich lichtsstarke Super­weitwinkel-Objektive in Kombination mit einer Nikon D810. Kleinere Sucher­kameras bieten maximal 24 mm, ein iPhone gar nur 29 mm. Mein Sigma-Art-Zoom dagegen fängt bei 12 mm an und hört bei 24 mm auf. Will ich die gleiche Szenerie dagegen mit einem gebräuchlicheren 20-mm-Objektiv einfangen, muss ich dafür bereits ein Panorama aus mehreren Bildern erstellen.

        Da ich bei meinen »Timeblendings« allerdings darauf angewiesen bin, die Kamera längere Zeit an ein und derselben Stelle zu belassen, und sie nicht bewegen kann, fällt die Panoramaoption weg.

        Fabio Antenore (35) fotografiert erst seit viereinhalb Jahren.

        »Ich will nicht einfach ein Bild des Vorhandenen erstellen, sondern die Gefühle, die ich vor Ort habe, mit ins Bild einfließen lassen. Nur so kann ich die Natur in all ihrer Pracht zeigen.«

        Der frühe Vogel
        Wer den Sonnenaufgang am Matterhorn erwischen will, dem bleibt nur eine frostige Biwak-Nacht an Ort und Stelle.

        Die Nacht zum Tag machen

        Viele meiner Bilder entstehen ganz oder zumindes­­t teilweise in der Nacht und zeigen die Milchstraße oder den Sternenhimmel. Bei solchen Bildern ist es wichtig, so viel Licht wie nur möglich in einer beschränkten Zeit aufzunehmen – denn da die Erde sich bekanntermaßen dreht, beginnen die Sternen­punkte sonst nach kurzer Zeit Striche zu ziehen. Daher kommt bei der Astrofoto­­­­grafie mein Sigma Art 20 mm mit seiner enorm große­­n Blendenöffnung von 1.4 ins Spiel. Durch diese Blende fängt das 20er in derselben Zeit vier Mal mehr Licht als ein Objektiv mit einer 2.8er-Blende und ich kann schnellere Zeiten realisieren, ohne die ISO-Empfindlichkeit des Sensors un­nötig hochzuschrauben, was wiederum zu einem »rauschigeren« Bild führen würde.

        Das nächste Level der Landschaftsfotografie erreicht ihr, indem ihr beim Timeblending noch die Brennweiten variiert. Für die Total­­e ein Weitwinkel und für die Details ein Tele. Das hat den Vorteil, dass man damit Objekte am Firmament wie den Orion-Nebel durch Vergrößerung betonen kann. Zwar ist dieser dann viel größer als in Wirklichkeit, aber dafür kann ich so die Schönheit von Mutter Erde mit der Unendlichkeit des Universum­­s kombiniert auf einem Bild zeige­­n. Und das ist mir jeglichen technischen Aufwand wert.

        Der ausdauernde Vogel

        Guter Morgen, noch bessere Nacht. Warum nicht mal 24 Stunden an einem Motiv ausharren und so das Optimum herausholen? Um schon tagsüber zu wissen, ob die Milchstraße nachts richtig steht, benutze ich die App PhotoPills.

        Fabio Antenore
        Der international prämierte Landschaftsfotograf lebt in Zürich und fotografiert bevorzugt in Europa. Seine Spezialtät sind Timeblendings, mit denen er ein hyperreales Abbild der Natur erschafft. Der gelernte Tontechniker kam erst vor viereinhalb Jahren zur Fotografie und legte eine beachtliche Lernkurve hin. Mehr über Fabio und seine Foto-Workshops auf www.fabioantenore.ch.

        Anmeldung zum Newsletter


        Fast geschafft. Klick jetzt nur noch auf den Bestätigungslink in der E-Mail!

        Anmeldung zum Newsletter


        Bitte gib eine gültige E-Mail-Adresse ein