Globetrotter Trekking Camp – der Rückblick

Acht Gründe fürs Garda Trentino

Fotos: André Schösser, Tom Jutzler

Gemeinsam mit der italienischen Region GARDA TRENTINO hatte Globetrotter Ausrüstung eine Gruppenreise organisiert. Einige von euch hatten einen der begehrten Plätze ergattert und nach einigen Terminverschiebungen – guess why – konnte die Tour im Spätsommer 2021 endlich starten. So trafen sich Mitte September eine Gruppe hoch motivierter Globetrotter, um die Region des nördlichen Gardasees zu entdecken.

La dolce outdoor vita

oder

Der Gardasee ist so viel mehr als der Gardasee

Die Region oberhalb des Gardasees, mit ihren Bergen, Oliven- und Weingärten und kleineren Seen ist wie geschaffen, für einen abwechslungsreichen Outdoortrip. Schwimmen, paddeln, Klettersteig gehen, wandern, mountainbiken, segeln … dazu die Küche mit vielen regionalen Produkten.

Hier unser Rückblick, der gleichzeitig als Tourentipp und Teaser für kommende Events gelesen werden darf.

Arco

Wolken haben sich in den Gipfeln rund um das Städtchen Arco verfangen. Die Szenerie ist alpin. Der Gardasee, wenn auch nur ein paar Minuten entfernt, ist von hier nicht zu sehen. Der Ort wird von manchen als “Basecamp der Kletterszene” im Garda Trentino bezeichnet. In den bunten Gassen der Altstadt wechseln sich Eisdielen, Restaurants und Outdoorläden ab. In den Hängen rund um den Ort wachsen Ölbäume. Wie ein Bogen spannt sich die Altstadt um den markanten Fels mit seiner Burg auf der Kuppe.

Unser Basecamp soll passenderweise das Hotel “On the Rock” sein. Mit eigener kleiner Boulderhalle, Sauna und Hot-Tub. “Unsere Idee war zu überlegen, was Outdoorsportler brauchen”, erzählt uns der Inhaber. “Gute Matratzen, ein gutes Frühstück und ein Spa … der Rest kann sehr einfach gehalten sein, ohne Schnickschnack!” Wir würden sagen: “Recht hat er!”

Tipp N°1 – Wanderung auf den Cima Parì

Wandern zwischen mediterranem Flair und alpinen Bergwelten

Der Cima Parì gehört zu den aufsehenerregendsten Aussichtspunkten im Ledrotal. An einem klaren Tag, wie wir ihn haben, schweift der Blick vom türkis leuchtenden Ledrosee über die Bergrücken bis zum Gardasee. Von den Dolomiten bis zum Adamello.

Auf dem Weg zum Gipfel geht der Weg immer wieder an der Front des Ersten Weltkrieges entlang. Auf den Spuren der österreichischen und italienischen Soldaten, die im Gebirgskrieg gekämpft haben. Teilweise passieren wir bunkerartige, befestigte Höhlen. Ein krasser Kontrast zur Schönheit der Landschaft, wenn man bedenkt, was der ursprüngliche Grund für die Bauten ist.

Wir passieren Almen und setzen uns zu den im Gestrüpp dösenden Kühen. Wie diese genießen wir Ausblick und Pause. Am Wegesrand wachsen wilde Himbeeren. Das verlangsamt den Aufstieg extrem. Jetzt muss man nicht nur permanent stehen bleiben, um die Aussicht zu bestaunen, sondern muss sich auch noch alle paar Meter zu den unfassbar aromatischen kleinen Beeren hinabbeugen. Vorbeigehen ist jedenfalls keine Option!

Der Gipfel des Cima Parì auf knapp 2000 Meter Höhe ist ein eher lang gezogener, relativ breiter, grasbewachsener Grat. Wir schlendern entlang, inhalieren förmlich die Ausblicke. Schauen. Staunen. Wolken zieren, wie hindrapiert, den weit aufgespannten Himmel über den Alpen.

Die Teilnehmer Carina und David sind unser menschliches Gipfelkreuz. Die beiden haben sich in einer Akrobatik-Gruppe kennengelernt und scheinen sich offenbar zu vertrauen.

(Wir wären relativ dankbar, wenn ihr diese Übung am Gipfel nicht nachmachen würdet!)

Es lockt die Einkehr auf der Pernici Hütte. Vom Gipfel hinab geht es entlang der Baumgrenze auf einem schmalen Pfad durch eine offene Landschaft. Immer wieder fällt der Hang steil ab. Konzentration ist gefragt, auch wenn der Weg nicht besonders schwierig ist.

Dann taucht die Hütte auf. Unterhalb wird der Wald plötzlich dicht. Die Speisekarte ist voller regionaler Spezialitäten wie Polenta, gebratenem Bergkäse oder Spinatknödel-Suppe. So lässt es sich aushalten.

Tipp N°2 – Via Ferrata Rio Salgoni

Südamerika-Feeling im Trentino

Auf einer abwechslungsreichen Route führt die Via Ferrata durch die schmale Schlucht, die der Rio Sallagoni hier am Fuße der Kalkfelsen unterhalb der Burg von Drena, aus dem Fels gewaschen hat. Beim Einstieg geht es sogleich durch eine verwinkelte Engstelle. Unten plätschert der Gebirgsbach, oben leuchten die Moosteppiche in der Sonne. Dann beginnt der Aufstieg durch eine dschungelhafte Szenerie mit dichter und unerwartet sattgrüner Vegetation, immer begleitet von rauschenden Wasserfällen. Zwei Seilbrücken sorgen für besondere Perspektiven.

Der Klettersteig ist besonders leicht erreichbar, nur ein kurzer Fußmarsch trennt ihn vom Parkplatz in einem Olivenhain. Der Steig ist ideal als Halbtagestour geeignet. Trotz einiger kniffliger Stellen kann der Klettersteig übrigens auch von Kindern begangen werden.

Tipp N°3 – Klettern am Falesia Belvedere

Steilwand mit Seeblick

Es war in den Achtzigern des letzten Jahrhunderts, als kletterbegeisterte Einheimische die ersten Haken in den Stein gesetzt haben. Seither reisen Fans aus der ganzen Welt hierher, denn die Felsen rund um Arco sind fürs Klettern wie geschaffen.

Der Falesia Belvedere ist einer der spektakulären Kletterfelsen in den Bergen rund um die Nordspitze des Sees. Gleichzeitig ist der Fels für Einsteiger kletterbar. Der perfekte Anfänger-Spot. So ist es für Svenja, Natasha und Sara aus unserer Gruppe (alle drei keine ausgesprochenen Profis) ein super Ort, um sich auszutoben. Je nach Erfahrung findet jede ihre persönliche Herausforderung.

Tipp N°4 – Auf den Monte Stivo

Der Wanderklassiker im Garda Trentino

Die Wanderung auf den Monte Stivo ist natürlich vor allem ein Klassiker, weil die Sicht auf den Gardasee so überaus beeindruckend ist. Aber auch mit beeindruckenden, sichtversperrenden Nebelschwaden ist der Aufstieg absolut empfehlenswert. Zu Anfang verläuft der Weg im Wald, um sich dann durch Latschenkiefern zu winden. Man quert eine bewirtschaftete Alm, wird von Hühnern angegackert, findet die Hinterlassenschaften von Bären und kommt nach einem letzten, etwas kraxeligeren Anstieg am Rifugio Stivo an. Es duftet herrlich aus der Küche und der Gastraum und die Schlaflager sind extra-gemütlich.

Eine Hütte bei sogenanntem “schlechtem Wetter” (gibt es in Wahrheit gar nicht!) zu erreichen und in ihr kuschelig-warmes Inneres zu kommen ist doch immer wieder ein Fest … Und Feste muss man feiern, wie sie fallen! Ein Bergfest zum Beispiel. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Dichter Nebel hüllt das nächtliche Gipfelkreuz ein. Am Morgen dann Regen, der aber im Laufe des Abstiegs weniger wird. Irgendwann zeigt er sich dann doch! Erhaben und bis zum Horizont reichend liegt er seelenruhig da: der Lago di Garda!

Tipp N°5 – Lago di Tenno

Smaragd inmitten der Berge

Der Tennosee ist für seine Farben berühmt. Je nach Jahreszeit leuchtet er türkis oder smaragdgrün. Das Wasser ist kristallklar, kleine Fischschwärme zucken unter der Oberfläche.

Natürlich können wir uns nicht zurückhalten, müssen hinein ins Nass! Mit seiner Lage auf gerade einmal 570 Metern Höhe ist der See nicht so kalt, wie er aussieht. Bergseeschwimmen, ohne schockgefrostet zu werden!

Die Gegend um Tenno ist Teil der Riserva della Biosfera UNESCO Alpi Ledrensi e Judicaria. Die UNESCO zeichnet Gebiete mit bedeutender Geschichte sowie besonders großer Biodiversität aus, die sich aus dem Zusammenspiel der intensiven Verbindung von Land und Menschen, der Landwirtschaft und lokaler Traditionen entwickelt haben.

Die Gegend im Hinterland von Riva del Garda ist so eine bewahrenswerte Kulturlandschaft. Wilde und genutzte Natur scheinen hier in einer ausgewogenen Balance zu sein.

Tipp N°6 – Canale di Tenno

Steinerne Schönheit

Canale di Tenno ist eines der ältesten Dörfer der Region und in die sanfte, mediterrane Hügellandschaft des Garda Trentino gebettet. Seine verwinkelten Gassen und steinernen Mauern erzählen von uralten Geschichten aus dem Mittelalter. Schon seit Mitte des letzten Jahrhunderts zieht das Dorf, die Gewölbe, die geraniengeschmückten Fenster, die Balkone mit Blick auf ruhige Gassen zahlreiche Besucher an.

Wir verlaufen uns und kommen am nach dem Maler Giacomo Vittone benannten Haus der Künstler vorbei, welches als Unterkunft sowie Treffpunkt für Künstler aus ganz Europa fungiert.

Der Ort mit seinen mystischen Gassen gilt als eines der schönsten Dörfer Italiens. Das scheint dem steinernen Wächter ziemlich schnuppe zu sein. Sein Hundegesicht blickt langmütig auf die vorbeiziehenden Touristen. Er wird noch viele kommen und gehen sehen.

 

Tipp N°7 – Der See

Wie ein kleines Meer

Bei Seglern und Surfern gilt der Gardasee als windsicheres Traumziel. Aber auch bei einer Paddeltour auf einem SUP lernt man den See zu lieben. So wagen wir uns am Vormittag des Abreisetags auf die Bretter. Unser Ziel: ein verlassenes Hotel, das wie ein Schwalbennest an den steilen Klippen klebt. Direkt daneben der Eingang zu einer kleinen Höhle. Ein Wasserfall stürzt laut zu Boden. Teilnehmer Maxim paddelt zu dem Sturzbach. Stellt sich darunter und wird schier zu Boden gedrückt. Das massiert ordentlich. Als wir die kleine Höhle verlassen, weht der berühmte Pelèr (der thermische Wind aus dem Norden) noch ziemlich stark! Wir schaffen etwa die Hälfte des Rückwegs und geben dann auf. Telefon raus und den SUP-Verleih angerufen. Ein bisschen peinlich ist es uns schon, aber der Rückweg im Motorboot ist doch angenehmer als der aussichtslose Kampf gegen den stetig wehenden Wind. Merke: nur bei Windstille weit hinaus paddeln! Oder auf die Ora warten. Die Ora (italienisch für Stunde) weht aus dem Süden und ist der bekannteste unter den Winden des Gardasees.

Ansonsten gilt für den Trip ins Garda Trentino natürlich: Pack die Badehose ein! Und das Equipment!

Tipp N°8 – La cucina regionale

Die Küche der Region

Shoutout an die Region Garda Trentino! Das Team aus Italien hat uns nicht nur auf tolle Touren mitgenommen, sondern uns kulinarisch verwöhnt, dass es eine Gaumenfreude war! Eine Liste der Restaurants, in die wir dankenswerterweise entführt worden sind findet ihr hier:

Ristorante Alla Lega – klassisches Restaurant mit regionaler Küche im Herzen von Arco

Pernici Hütte – urige Hütte mit lokalen Spezialitäten

Officina Verde – veganes Restaurant mit irrwitzigen Kreationen, absolut empfehlenswert!

Madonna delle Vittorie – Ölmühle, Weingut, Restaurant mit gehobener Küche

Rifugio Stivo – gemütliche Berghütte mit Übernachtungsmöglichkeit

Restaurant Antica Croce – gepflegtes Restaurant in der Nähe von Canale und Lago di Tenno

Ristorante alla Terrazza – tolle Lage an der Promenade in Torbole, beste Aussicht bei gehobener Küche


Auf den Geschmack gekommen? Wir auf jeden Fall! Das Garda Trentino ist definitiv Outdoor-Friendly und bietet Erlebnisse am, auf und über dem See an. Wandern, Mountainbiken, Yoga, Wassersport, Klettern. Wer hier nichts findet, ist selbst schuld!

Mehr Infos findest du unter: gardatrentino.it

Ein großer Dank geht an Natasha, Daniele, André, Rieke, Maxim, Carina, David, Svenja, Bernhard und Sara. Sie waren ein tolles Team und haben die Tour zu einem fantastischen Erlebnis für alle Beteiligten gemacht!

Wenn du auch einmal die Chance haben möchtest, bei einem der nächsten Events dabei zu sein, melde dich zum Globetrotter-Newsletter an. So bleibst du auf dem neusten Stand und verpasst es nicht, wenn es wieder mal heißt: “Auf ins Globetrotter Trekking Camp!”

Text: Thomas Jutzler