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        Vaude: für Mensch & Natur


        Kaum ein Hersteller hat seine Produktion derart konsequent auf Nachhaltigkeit ausgelegt wie die Schwaben aus Tettnang.

        Vaude ist zu 100 Prozent ein Familienunternehmen, bei dem kein renditeorientierter Anteilseigner mitredet. Darau­­­f basiert das weltweite soziale und ökologische Engagement. Als Mitglied der Fair Wear Foundation (FWF) legt Vaude Wert darauf, dass die Produktions­mitarbeiter weltweit faire Löhne erhalten und durch alle Produktionsschritte hindurch sichere und faire Arbeitsbedingungen vorfinden. Als Kooperationspartner des WWF setzt sich das Unternehmen zudem ganzheitlich für die Natur ein und legt Wert auf nachhaltige Materia­lien und umweltschonende Produktionsabläufe. Ober­­ste Prämisse ist es, stets die nachhaltigste Marke für Outdoor-Ausrüstung zu sein.
        Das grüne Wirtschaftswunder – zu Besuch bei Vaude
        Text: Ingo Wilhelm
        Kann man eine mittelständische Firma komplett auf nachhaltiges Wirtschaften ausrichten? Zum Wohle der Umwelt, der Mitarbeiter und natürlich auch der Kunden? Man, oder besser gesagt: Frau kann – wie das Beispiel des schwäbischen Outdoorausrüsters Vaude zeigt.

        »Als Kind wollte ich immer die Welt retten«, sagt Antje von Dewitz. Die 42-jährige Tochter des Firmengründers Al­brecht von Dewitz (seine Initialen v. D. waren 1974 namens­gebend) führt seit 2009 die Geschäfte des Familienunternehmens. Wenn Antje (bei Vaude wird geduzt) vom Weltverbessern spricht, dann stets mit einem gewinnenden Lächeln. Konsequent in der Sache, durchaus, aber heiliger Ernst ist ihr fremd. Nach dem Kulturwirtschaftsstudium in Passau schnupperte Antje bei Medien und NGOs rein, auf der Suche nach einem Ansatzpunkt, die Welt zu verbessern. 1998 durfte sie bei einem Praktikum im väterlichen Betrieb einen neuen Geschäftsbereich aufbauen, die »Packs ’n Bags«. »Da habe ich gemerkt, welchen Gestaltungsspielraum man als Unternehmerin hat, auch im Sinne der Nachhaltigkeit«, sagt Antje.

        Schon unter der Ägide ihres Vaters hatte Vaude Schritte zu einer umweltverträglichen Produktion und zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie getan. Ein Vorzeigeobjekt ist das 2001 eröffnete »Vaude Kinderhaus«. Als dessen Geburtshelfer diente wohl auch der Umstand, dass Antje just an ihrem ersten Arbeitstag bei Vaude feststellte, dass sie schwanger war … Heute hat Antje vier Kinder, und das Kinderhaus bietet 31 Plätze für Nachwuchs von 0,5 bis zehn Jahren. Prompt ist die Geburtenrate der Belegschaft viermal so hoch wie der Bundesschnitt, etwa 50 Prozent arbeiten Teilzeit, und der Anteil weiblicher Führungskräfte beträgt über 30 Prozent.

        Freibad pleite? Vaude springt ein

        Für die Work-Life-Balance der 500 Vaude-ler sorgen Yogakurse, Massagen, ein Materialverleih für private Touren, ergonomische Arbeitsplätze (auch Antjes Schreibtisch steht im Großraumbüro), ein Ausleihpool für E-Bikes und und und. Standortverbundenheit bewies Vaude 2006, als das örtliche Freibad vor der Schließung stand. Vaude sprang als Pächter ein, halbierte die Betriebskosten und hat gerade wieder in die Ausstattung investiert.

        Die Mitarbeiterfürsorge endet aber nicht am Ortsausgang. Rund 1600 Menschen arbeiten weltweit für Vaude. Allein 1000 Beschäftigte zählt das eigene Rucksackwerk in Vietnam. Dessen Chef ist ein (72 Jahre) alter Bekannter: Albrecht von Dewitz. Der Gründer ist zum wichtigsten Lieferanten von Vaude geworden und sitzt zugleich im Beirat des von seiner Tochter geführten Unternehmens. Überdies ist Albrecht Geschäftsführer der Vaude-Schwesterfirma Edelrid, einem Allgäuer Spezialisten für Seile und Kletterhartware.

        Die Löhne im vietnamesischen Werk betragen mehr als das Doppelte des dortigen Mindestlohns. »Auch bei den Auftrags­fabriken achten wir auf menschenwürdige Arbeitsverhältnisse«, betont Antje. »Das A und O dabei sind langfristige Partnerschaften. Mit 70 Prozent der Produzenten arbeiten wir seit mehr als sechs Jahren zusammen.«

        Neben dem sozialen Aspekt ist Umweltfreundlichkeit die zweite Säule von Nachhaltigkeit – der Produkte und der Betriebsstätten. Dabei geht Obereisenbach, wo ein Teil der Fertigung untergebracht ist, mit gutem Beispiel voran: Das Headquarter und alle dort her­gestellten Produkte sind klimaneutral. 30 Prozent der Emissionen gehen auf Kosten des Pendel­verkehrs, trotz fahrradfreudiger Mitarbeiter; Antje radelt täglich sechs Kilometer und 100 Höhenmeter ins Büro. Auf der Haben­seite fließen die Fotovoltaikdächer in die Klimabilanz mit ein; sie decken den kompletten Strom­bedarf. Was unterm Strich an Treibhaus­gasen übrig bleibt, kompensiert Vaude durch ein Programm der Organisation Myclimate, das in China Kohleherde durch Biomassekocher für die Landbevölkerung ersetzt.

        Vaude zieht den Nachhaltigkeitsgedanken so konsequent durch wie kaum eine zweite Firma der Branche. Letztlich müssen jedoch die Kunden erst lernen, diese Arbeit wertzuschätzen. Antje betont den Wert von Überzeugungsarbeit: »Mit der Positionierung als nachhaltige Marke bist du extrem angreifbar. Deshalb möchten wir absolute Transparenz schaffen.« Zu diesem Zweck hat Vaude eine eigene Website, die alle Anstrengungen und Erfolge aufzeigt: vaude-nachhaltigkeitsbericht.com.

        Antje blickt zur Uhr. Der Jour fixe mit dem Vertriebsleiter steht an. Straffe Organisation ermöglicht es ihr, auch Zeit für ihre Kinder zu haben. Antjes Mann ist momentan Hausmann – und auch ihre kleine Ökosünde: »Er fährt Landrover«, gesteht Antje lachend. »Eigentlich möchte ich gar nicht in diese Benzinschleuder einsteigen. Andererseits weiß er nur zu gut, welches Gegenargument bei mir zieht: Er sagt immer, die lange Lebensdauer seines Landies sei doch total nachhaltig.« 

        Vaude Topseller 

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