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        Startschuss für einen noch grüneren Globetrotter

        Interview: Stephan Glocker
        Fabian Nendza, 36, ist bei Globetrotter zuständig für Nachhaltigkeit und unternehmerische Verantwortung. Bei ihm laufen alle grünen Fäden zusammen. Im Interview erklärt der CSR-Manager, warum es bei Globetrotter jetzt ein neues Symbol gibt, das bereits an einigen Produkten hängt: »Eine grünere Wahl«.
        Fabian, zum Saisonstart ist alles grün bei Globetrotter. Geht es um Frühlingsgefühle oder um Umweltschutz?
        Fabian Nendza (lacht): Genau genommen um beides. Unsere aktuelle Kampagne mit dem Titel »Mission grüne Horizonte« stellt nachhaltigere Produkte in den Mittelpunkt. In den Filialen gibt es dazu Aktionen und eine Ausstellung. Das Schöne ist, dass die Aktionswochen kein Strohfeuer sind, sondern der Startschuss für einen noch grüneren Globetrotter. Und da bekomme ich als Nachhaltigkeits-Verantwortlicher durchaus Frühlingsgefühle.

        Grün, grüner, am grünsten – wo steht Globetrotter in Sachen Nachhaltigkeit?
        In Sachen CSR – das heißt Corporate Social Responsibility, auf Deutsch: die Gesellschaftsverantwortung eines Unternehmens – ist Globetrotter ein echter Pionier. Den Hanse-Umweltpreis zum Beispiel, der hier in Hamburg lokalen Naturschutzprojekten finanziell hilft, gibt es jetzt bald 30 Jahre. Im Visionswald in Costa Rica, wo Globetrotter Regenwald aufforstet, wurde schon gearbeitet, bevor das Thema CO2-Kompen­sation populär wurde. Auch NGOs und gute Initiativen unterstützt Globe­trotter traditionell, aktuell etwa Save the Children oder Viva con Agua. Nachhaltigkeit ist Teil der Globetrotter DNA. Das spüren auch Kunden und Herstelle­­r – und sind dabei.

        Wie bindet Globetrotter Hersteller und Kunden denn ein?
        Globetrotter ist ja nicht allein, manche Hersteller – wie etwa Vaude oder Patagonia – sind bei der Nachhaltigkeit schon sehr weit. Das können wir vielfältig unterstützen, übrigens auch über das Globetrotter Magazin. Beispiel Tatonka: Die öffnen ihre Fabrik in Vietnam für Besucher – jeder Traveller kann sich dort selbst ein Bild machen, unter welchen Bedingungen sein Rucksack oder Zelt hergestellt wird. Wir haben also Kunden hingeschickt, die jetzt im Heft berichten. Wenn wir unsere Kunden zum Mitmachen einladen, ist die Resonanz immer sehr positiv, auch bei Recycling-Aktionen oder Schlafsack-Spenden für Obdachlose. Das hat bei der Konzeption von »Eine grünere Wahl« eine große Rolle gespielt.
        Was ist nun neu an »Eine grünere Wahl«?
        Dabei stellen wir unser Kerngeschäft in den Mittelpunkt: die Produkte, die wir verkaufen. Unser Sortiment hat bereits einen sehr soliden Standard, was Nachhaltigkeit und faire Produktion angeht. Alle Hersteller und auch wir selbst halten uns an einen Verhaltenskodex, den jeder Kunde online nachlesen kann. Aber bislang fehlte uns die Möglichkeit, nachhaltigere Produkte systematisch hervorzuheben und so die Kunden ins Boot zu holen.

        Was macht denn einen Rucksack, eine Hose oder einen Schuh besonders nachhaltig?
        Zunächst helfen recht naheliegende Kriterien: gute Arbeitsbedingungen bei der Herstellung, Ressourcen-schonende Verfahren, der Einsatz bestimmter Materialien oder der Verzicht auf gewisse Chemikalien. Aber die Gesamtbeurteilung ist oft komplexer: Bio-Baumwolle ist besser als normale, aber bei einem minimalen Synthetik-Anteil ist sie derzeit in der Regel nicht recycelbar. Und ist ein Material recycelbar, gibt es dann auch ein System, damit es in die dafür notwendigen Stoffkreisläufe gelangt? Anderes Beispiel: Eine der nachhaltigsten Eigenschaften eines Produkts ist seine Langlebigkeit. Was ewig benutzt, gut gepflegt und auch mal repariert wird, ist nachhaltiger – auch wenn vielleicht der Materialmi­­x einzeln gesehen nicht ganz optimal ist. Deswegen bewerten wir bei der Vergabe von »Eine grünere Wahl« das Gesamtpaket.
        Wie funktioniert diese Gesamtbewertung?
        Wir haben ein System mit diversen Kriterien entwickelt, die alle auf die Nachhaltigkeit einzahlen (Kasten unten). Etwa der Einsatz von Recyclingmaterial; oder ob ein Hersteller seine Produktion trans­parent darstellt. Ein Produkt kann in verschiedenen Bereichen punkten – und ab einem bestimmten Punkte-Level erhält es das Symbol. Die Kennzeichnung bedeutet nicht, dass ein Produkt zu 100 Prozent perfekt umweltfreundlich ist. Aber es ist auf einem guten Weg und besser als andere Produkte mit gleichem Einsatzbereich. So möchten wir unseren Kunden eine verbesserte Orientierung zum Thema geben – und gleichzeitig die Hersteller motivieren, ihre Produkte auch insgesamt umweltfreundlicher und fairer zu gestalten. Bei einer Kaufentscheidung zwischen einem Produkt mit und einem ohne Symbol hat man buchstäblich »Eine grünere Wahl«. Das ist die Idee. Die Entscheidung liegt aber bei unseren Kunden, klar.

        Kannst du mal ein Beispiel für die Bewertung nennen?
        Aktuell prüfen wir den Wanderschuh Bio Waxenstein von Hanwag. Bioleder, chromfrei gegerbt, wiederbesohlbar. Damit geht Hanwag die Extrameile, die wir mit »Eine grünere Wahl« kennzeichnen. Gleichzeitig versuchen sie, den Schuh künftig noch umweltfreundlicher zu machen, etwa durch die Forschung in lösungsmittelarmen Kleber – aktuell noch eine Herausforderung nicht nur in diesem Bereich. So stellen wir uns ein Gesamtpaket vor: Es wird umgesetzt, was heute schon geht, und am Morgen bereits gearbeitet.
        Das alles klingt nach ordentlich Arbeit.
        Richtig. Wir haben gerade angefangen, aber jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt. Erste Produkte haben ihre Bewertung bestanden und sind bereits gekennzeichnet. Das ist der Startschuss für einen kontinuierlichen Prozess – in den kommenden Wochen, Monaten und Jahren werden viele weitere Produkte folgen. Es wird etwas dauern, aber das Ziel ist erreichbar und bringt eine deutliche Verbesserung. Und genau das versteht man unter Nachhaltigkeit.

        Mehr dazu, zum Globetrotter Verhaltenskodex und der Nachhaltigkeitsagenda auf globetrotter.de/nachhaltigkeit

        Kriterien für eine grünere Wahl

        Das Symbol erhalten nur Produkte, die umweltfreundlicher sind als vergleichbare Alternativen und von Marken stammen, die daran arbeiten, ihre Produkte auch insgesamt umweltfreundlicher und fairer zu gestalten. Gefragt sind zum Beispiel folgende Kriterien:

        Ist das Produkt zum Beispiel …

          • langlebig und reparabel?
          • aus recycelten Materialien?
          • aus natürlichen Materialien in Bioqualität?
          • heute schon recycelbar?
          • energieeffizient oder lokal produziert?

        Unternimmt der Hersteller zum Beispiel besondere Anstrengungen hinsichtlich …
            • der Transparenz und Rückverfolgbarkeit der eingesetzten Materialien?
            • guter Arbeitsbedingungen?
            • des Chemikalienmanagements?
          Bewertet wird nach einem Punktesystem. Ein Produkt kann in verschiedenen Bereichen punkten, ab einem bestimmten Punkte-Level erhält es das Symbol.

        "Eine grünere Wahl" zertifizierte Produkte 

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